Basilika San Francesco
Die Basilika San Francesco in Assisi: Grabkirche des heiligen Franziskus mit Giotto-Fresken, UNESCO-Welterbe. Geschichte und…
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Assisi liegt in Umbrien, dem grünen Herzen Italiens, und schmiegt sich in Terrassen an den Westhang des Monte Subasio. Von weitem leuchtet die Stadt in warmem Rosa, denn die meisten Häuser sind aus dem hellen Kalkstein des Berges errichtet. Bekannt ist Assisi als Geburts- und Wirkungsort des heiligen Franziskus und der heiligen Klara, doch die Stadt fesselt auch jene, die weder Pilger noch Kirchengänger sind: mit ihrer nahezu vollständig erhaltenen mittelalterlichen Altstadt, mit Kunstwerken von Weltrang und mit dem weiten Blick über die umbrische Ebene.
Schon die Römer gründeten hier die Stadt Asisium, deren terrassenförmige Anlage im Straßenverlauf bis heute zu erkennen ist. Der mittelalterliche Stadtkern und seine Ringmauer sind so gut bewahrt, dass die UNESCO Assisi im Jahr 2000 gemeinsam mit den franziskanischen Stätten zum Weltkulturerbe erklärte. Die Stadt zählt rund 28.000 Einwohner und liegt nur etwa zwanzig Kilometer von Perugia, der Hauptstadt Umbriens, entfernt. Wer die kompakte Altstadt zu Fuß erkundet, sollte festes Schuhwerk mitbringen, denn viele Gassen steigen steil an und sind mit Kopfsteinpflaster belegt.
Assisi eignet sich als Tagesausflug ebenso wie als ruhiger Standort für einige Tage. Die Stadt lebt in einem gemächlichen Takt, der sich am frühen Morgen und am späten Nachmittag am schönsten zeigt, wenn die Tagesgäste abgereist sind und das Licht die Fassaden golden färbt. Rundherum breitet sich die sanft gewellte Landschaft Umbriens aus, mit Olivenhainen, Weinbergen und einsamen Kapellen.
Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist die Basilica di San Francesco, eine Doppelkirche aus Ober- und Unterkirche, die über dem Grab des heiligen Franziskus errichtet wurde. Ihr Grundstein wurde 1228 gelegt, im Jahr der Heiligsprechung, und schon wenige Jahrzehnte später gehörte sie zu den kunstvollsten Kirchen Europas. Die beiden Ebenen könnten unterschiedlicher kaum sein und ergänzen sich doch zu einem großen Ganzen.
Die Unterkirche ist niedrig, gedrungen und romanisch geprägt. Ihr Dämmerlicht und die schweren Gewölbe schaffen eine gesammelte, andächtige Stimmung. An ihren Wänden finden sich Fresken von Cimabue, darunter die berühmte thronende Madonna mit Engeln und dem heiligen Franziskus aus der Zeit um 1280, sowie Werke von Pietro Lorenzetti und Simone Martini. Die Oberkirche dagegen ist licht und hoch, ein früher Bau der Gotik mit großen Fenstern. Ihre Wände tragen den weltberühmten Freskenzyklus zum Leben des heiligen Franziskus, der um 1300 entstand und traditionell Giotto zugeschrieben wird. In achtundzwanzig Bildern erzählt er das Leben des Heiligen und gilt als Meilenstein der abendländischen Malerei, weil die Figuren erstmals räumliche Tiefe und menschlichen Ausdruck gewinnen.
Ein Erdbeben erschütterte 1997 die Oberkirche und zerstörte Teile der Fresken. In langer Feinarbeit wurden die Gewölbe wieder aufgebaut und tausende Malfragmente an ihren Platz zurückgesetzt, sodass die Oberkirche bereits Ende 1999 und rechtzeitig zum Heiligen Jahr 2000 wieder zugänglich war. Wer die Kirche besucht, sollte auf angemessene Kleidung achten, denn sie ist ein aktiver Wallfahrtsort.
Assisi ist untrennbar mit zwei Gestalten des Mittelalters verbunden. Franz von Assisi, geboren 1181 oder 1182 als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers, gab seinen Reichtum auf, um in Armut zu leben, und gründete den Orden der Minderen Brüder, den Franziskanerorden. Bis heute wirken seine Botschaft von Bescheidenheit und seine Liebe zur Schöpfung nach, die er im berühmten „Sonnengesang“ von 1225 in Worte fasste. Franziskus starb 1226 in der Ebene unterhalb der Stadt und wurde bereits zwei Jahre später heiliggesprochen.
Seinem Vorbild folgte Klara, eine junge Adelige aus Assisi, die ebenfalls ein Leben in Armut wählte und mit ihm zusammen den Orden der Klarissen begründete. Ihr ist die Basilica di Santa Chiara gewidmet, die zwischen 1257 und 1265 kurz nach ihrer Heiligsprechung errichtet wurde. Die Kirche fällt durch ihre rosa und weiß gestreifte Fassade und die mächtigen Stützbögen an der Seite auf. Im Inneren wird das Kruzifix von San Damiano bewahrt, vor dem Franziskus der Überlieferung nach seine Berufung erfuhr. Von der Terrasse vor der Kirche öffnet sich zudem ein weiter Blick über die umbrische Ebene.
Der gesellige Mittelpunkt der Altstadt ist die Piazza del Comune, ein langgestreckter Platz an der Stelle des einstigen römischen Forums. Cafés und Läden säumen ihn, und von hier aus lassen sich die meisten Sehenswürdigkeiten bequem erreichen. Das Wahrzeichen des Platzes ist der Tempio di Minerva, ein römischer Tempel aus dem ersten Jahrhundert vor Christus, dessen sechs korinthische Säulen samt Giebel bis heute stehen.
Der Tempel überstand die Jahrhunderte, weil er im sechzehnten Jahrhundert in die Kirche Santa Maria sopra Minerva einbezogen wurde. Hinter der antiken Säulenfront verbirgt sich so ein barocker Kirchenraum, eine seltene Verschmelzung von römischer und christlicher Baukunst. Gleich daneben erheben sich der mittelalterliche Torre del Popolo und der Palazzo del Capitano del Popolo, die dem Platz sein geschlossenes historisches Bild geben.
Hoch über den Dächern thront die Rocca Maggiore, eine mächtige Festung, die in ihrer heutigen Gestalt aus dem vierzehnten Jahrhundert stammt. Der Aufstieg über steile Gassen lohnt sich für den Rundblick, der von den Zinnen über die ganze Stadt, das Tal und die Basilika reicht. Die kahlen Mauern und Türme erzählen von einer Zeit, in der Assisi ein umkämpfter Ort zwischen konkurrierenden Mächten war.
Zwischen den großen Bauwerken lohnt sich vor allem das Umherstreifen ohne festes Ziel. Enge Treppengassen, kleine Plätze und Torbögen aus rosafarbenem Stein prägen das Bild, immer wieder öffnen sich überraschende Ausblicke in die Landschaft. Am Vormittag füllen sich die Gassen mit Besuchern, am Abend kehrt eine fast dörfliche Ruhe ein, und die Stadt gehört wieder ihren Bewohnern.
Wer der Stille des heiligen Franziskus nachspüren möchte, fährt hinauf zum Eremo delle Carceri, einer Einsiedelei rund vier Kilometer oberhalb der Stadt am Hang des Monte Subasio. In einer bewaldeten Schlucht zogen sich Franziskus und seine Gefährten hierher zum Gebet zurück. Kleine Kapellen, karge Zellen und uralte Steineichen liegen an einem schmalen Pfad, und die Abgeschiedenheit macht bis heute spürbar, warum dieser Ort dem Heiligen so viel bedeutete.
Der Monte Subasio selbst ist als Regionalpark geschützt und lädt zu Wanderungen ein. Von seinen offenen Hochflächen reicht der Blick weit über Umbrien, und wer Zeit mitbringt, verbindet den Besuch der Einsiedelei mit einer Tour über die Wiesen und durch die Wälder des Bergs. Festes Schuhwerk und Wasser gehören dabei ins Gepäck, denn Schatten und Einkehrmöglichkeiten sind rar.
Unten in der Ebene, im Ortsteil Santa Maria degli Angeli, steht eine der wichtigsten franziskanischen Stätten überhaupt. Dort bewahrt die gewaltige Basilika Santa Maria degli Angeli in ihrem Inneren die winzige Porziuncola, eine kleine Kapelle, die Franziskus einst eigenhändig instand setzte. Von hier nahm die franziskanische Bewegung ihren Ausgang, und hier starb er im Jahr 1226. Die große Kirche wurde zwischen dem sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert um die kleine Kapelle herum errichtet, um sie zu schützen, und der Kontrast zwischen dem schlichten Steinhäuschen und der weiten Kuppel darüber ist von berührender Wirkung.
Santa Maria degli Angeli liegt nahe dem Bahnhof und ist von der Altstadt aus in wenigen Minuten mit dem Bus oder dem Auto erreichbar. Für viele Reisende bildet dieser Ort den Auftakt oder den Abschluss eines Besuchs in Assisi, zumal er verkehrsgünstig im Tal liegt.
Assisi ist ein guter Ausgangspunkt, um Umbrien zu entdecken. Die Regionalhauptstadt Perugia mit ihrer eleganten Altstadt und den etruskischen Wurzeln liegt nur eine kurze Fahrt entfernt. Nach Norden lockt das mittelalterliche Gubbio, das eng mit einer Legende um Franziskus und einen Wolf verbunden ist, nach Süden das auf einem Tufffelsen thronende Orvieto mit seinem prächtigen Dom.
Auch weiter entfernte Ziele sind gut zu erreichen. Nach Florenz und in die Toskana führt die Fahrt in etwa zwei Stunden, nach Rom braucht man mit dem Zug ähnlich lange. So lässt sich Assisi bequem in eine größere Rundreise durch Mittelitalien einbinden, ohne dass die stille Atmosphäre des Wallfahrtsorts dabei verloren geht.
Assisi liegt zentral in Mittelitalien und ist mit Auto und Bahn gut erreichbar. Wer mit dem Wagen anreist, verlässt die Autobahn A1 bei Orte oder folgt der Schnellstraße durch das Tibertal bis Perugia und weiter nach Assisi. Der Bahnhof liegt in Santa Maria degli Angeli unten im Tal, von wo Busse hinauf in die Altstadt fahren; Züge verbinden die Stadt unter anderem mit Perugia, Florenz und Rom. Weitere Hinweise zu Wegen und Verbindungen finden sich auf der Seite zur Anreise nach Italien.
Die angenehmsten Reisemonate sind der Frühling von April bis Juni und der Herbst von September bis Oktober, wenn das Wetter mild ist und die Landschaft in vollem Grün steht. Der Hochsommer bringt in Umbrien oft heiße Tage, an denen die steilen Gassen anstrengend werden können, dafür ist das Abendlicht besonders schön. Zum Fest des heiligen Franziskus Anfang Oktober und in der Osterwoche wird es in der Stadt voller, wer die Ruhe sucht, meidet diese Tage besser. Im Winter zeigt sich Assisi still und oft nebelverhangen, was der Stadt einen ganz eigenen, besinnlichen Reiz verleiht.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Region | Umbrien |
| Provinz | Perugia |
| Einwohnerzahl | 28.299 |
| Provinzkürzel | PG |
| Postleitzahl | 06081 |
| Vorwahl | 075 |
| Städtepartnerschaft | San Francisco (USA) Bethlehem (Israel) Santiago de Compostela (Spanien) |
| Spezialitäten des Ortes | Ceci e farro Olivenöl Trüffel Wein |
| Geschichte | von den Römern am Monte Subasio gegründet, späterer Geburtsort von Franz von Assisi |
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