Nationalpark Val Grande
Gigantisches Schutzgebiet in der Alpenregion
Asti liegt im Herzen des Piemont, gut 55 Kilometer östlich von Turin, dort wo die Hügel des Monferrato in die Ebene des Flusses Tanaro übergehen. Die Stadt ist der Mittelpunkt eines der bekanntesten Weinbaugebiete Italiens und gibt gleich mehreren berühmten Tropfen ihren Namen, vom Asti Spumante bis zur Barbera d'Asti. Wer in die Region reist, kommt fast zwangsläufig mit Wein, weißem Trüffel und Haselnüssen in Berührung.
Doch Asti ist mehr als ein Etikett auf der Flasche. Die Altstadt bewahrt einen der dichtesten mittelalterlichen Kerne Norditaliens, mit gotischen Kirchen, alten Geschlechtertürmen und Palästen aus der Zeit, als Asti eine wohlhabende Handels- und Bankenstadt war. Im September verwandelt sich die Stadt zudem in eine Bühne für den Palio, ein historisches Pferderennen mit langer Tradition, sowie für zwei große Wein- und Gastronomiefeste.
Wer Asti besucht, verbindet damit meist eine Reise durch das ländliche Piemont. Die Landschaft aus Weinbergen, kleinen Dörfern und Burgen rund um die Stadt gehört seit 2014 zum UNESCO-Welterbe. Asti eignet sich gut als Standort, um von hier aus Alba, Turin oder die Weindörfer der Langhe zu erkunden.
Im Mittelalter zählte Asti zu den reichsten Städten Norditaliens. Kaufleute, Bankiers und adlige Familien wie die Troya, Solaro, Roero und Pelletta ließen Türme und Palazzi errichten, die weniger der Verteidigung als der Zurschaustellung von Macht und Wohlstand dienten. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts sollen es rund 120 solcher Türme gewesen sein, weshalb Asti bis heute als Stadt der hundert Türme gilt.
Erhalten ist davon nur noch etwa ein Dutzend, viele in der Höhe gekappt. Das Wahrzeichen ist die Torre Troyana, auch Torre dell'Orologio genannt, der höchste erhaltene Turm der Stadt. Er misst rund 44 Meter, und über 199 Stufen gelangen Besucher hinauf zu einer Aussichtsplattform mit Blick über die Dächer und die umliegenden Hügel. Ebenfalls sehenswert ist die achteckige Torre Comentina. Ein ausgeschilderter Turmrundgang durch die Altstadt verbindet die wichtigsten dieser Bauwerke.
Zwischen den Türmen laden Gassen und Plätze zum Bummeln ein. Die zentrale Piazza Alfieri und die angrenzende Piazza San Secondo bilden das Herz des öffentlichen Lebens, mit Cafés, Arkaden und regelmäßigen Märkten. An jedem vierten Sonntag im Monat findet in der Altstadt ein großer Antiquitäten- und Trödelmarkt statt.
Wer das alltägliche Asti kennenlernen möchte, besucht den Wochenmarkt. Mehrmals in der Woche verwandelt sich der weitläufige Campo del Palio in einen der größten Freiluftmärkte des Piemont, auf dem Gemüse, Käse, Salami und Haushaltswaren angeboten werden. Rund um die Piazza Alfieri reihen sich zudem Weinbars und Trattorien, in denen sich die regionale Küche mit einem Glas Barbera verkosten lässt. Der historische Kern ist überschaubar und lässt sich gut zu Fuß erkunden, was Asti auch für einen Tagesausflug geeignet macht.
Das bedeutendste Gotteshaus der Stadt ist die Cattedrale di Santa Maria Assunta, die größte gotische Kirche des Piemont. Sie wurde zwischen 1309 und 1354 an der Stelle eines romanischen Vorgängerbaus errichtet. Das Innere ist über und über mit Fresken und Gemälden ausgemalt, unter anderem von astigianischen Künstlern wie Gandolfino da Roreto. Der Hauptaltar stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde von dem aus einer Asteser Familie stammenden Architekten Benedetto Alfieri entworfen.
Ähnlich wichtig für die Stadt ist die Collegiata di San Secondo, eine der ältesten Kirchen von Asti. Sie ist dem heiligen Secundus geweiht, dem Schutzpatron der Stadt, der der Überlieferung nach im 2. Jahrhundert als Märtyrer starb. In der Kirche werden die Fahnen des Palio aufbewahrt, und das große Pferderennen im September wird zu seinen Ehren ausgetragen. Zu den weiteren Sakralbauten zählen die romanische Rotonda di San Pietro, ein runder Rundbau am Komplex San Pietro in Consavia, sowie die romanische Krypta von Sant'Anastasio, die heute einen kleinen archäologischen Museumsbereich beherbergt.
Asti ist die Geburtsstadt von Vittorio Alfieri, der 1749 hier zur Welt kam und 1803 in Florenz starb. Alfieri gilt als Begründer der modernen italienischen Tragödie. Ab 1775 schrieb er 19 Tragödien, dazu Gedichte, politische Schriften und die vielgelesene Autobiografie mit dem Titel Vita. Seine Werke sind von einem starken Freiheitsgedanken und der Ablehnung jeder Form von Tyrannei geprägt.
An den Dichter erinnert der Palazzo Alfieri, sein Geburtshaus im Zentrum der Stadt, das heute als Museum zugänglich ist. Der Name Alfieri begegnet Besuchern in Asti auf Schritt und Tritt, denn die zentrale Piazza und ein Theater tragen ihn ebenso. Für Reisende, die sich für italienische Literatur und Geschichte interessieren, ist das Haus ein lohnender Halt.
Der Palio di Asti gehört zu den ältesten Pferderennen Italiens. Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1275, als Chronisten berichteten, dass Asti anlässlich des Festes von San Secondo ein Rennen abhielt. Die Wurzeln reichen vermutlich noch weiter zurück. Damit zählt der Palio di Asti zu den traditionsreichsten Wettbewerben dieser Art, auch wenn über das genaue Alter im Vergleich zu anderen Städten seit jeher gestritten wird.
Beim Rennen treten die Stadtviertel und einige umliegende Gemeinden mit Reitern gegeneinander an. Der Wettkampf findet ohne Sattel statt, gefolgt von einer großen historischen Parade in mittelalterlichen Kostümen mit über tausend Teilnehmern. Der Name Palio leitet sich vom lateinischen pallium ab und bezeichnet das kostbare Tuch, das dem Sieger überreicht wird. Ausgetragen wird das Rennen traditionell im September zu Ehren des Stadtpatrons San Secondo. Seit 2018 fällt der Termin auf den ersten Sonntag im September, nachdem das Rennen zuvor am dritten Septembersonntag stattgefunden hatte. Wer den Palio erleben möchte, sollte den aktuellen Termin vor der Reise prüfen.
Der September ist in Asti die Zeit der großen Feste. Neben dem Palio prägen zwei weitere Veranstaltungen den Kalender, bei denen sich alles um Wein und regionale Küche dreht. Die Douja d'Or ist eine mehrtägige Weinschau, bei der sich Winzer aus dem Piemont in den historischen Palästen und auf den Plätzen der Altstadt präsentieren. Der Name geht auf die Douja zurück, einen bauchigen Tonkrug, in dem der Wein früher aufbewahrt und ausgeschenkt wurde. Verkostungen, Verleihungen und Rahmenprogramm ziehen sich über gut zehn Tage.
Das Festival delle Sagre, meist am zweiten Septemberwochenende, stellt die bäuerliche Küche und die Traditionen des Umlands in den Mittelpunkt. Rund um die Piazza Alfieri bauen Dorfgemeinschaften Stände auf und kochen typische Gerichte des Piemont, darunter Agnolotti, Ravioli al plin, Vitello tonnato, Bunet und Zabaglione mit Moscato. Das Fest zählt Jahr für Jahr Hunderttausende Besucher und gilt als eine der größten Veranstaltungen ihrer Art in Italien. Wer die Feste besuchen will, sollte Unterkünfte früh buchen, denn im September ist Asti gut ausgelastet.
Asti ist untrennbar mit dem Wein verbunden. Rund um die Stadt entstehen einige der bekanntesten Weine Italiens. Der Asti Spumante ist ein aromatischer Schaumwein aus der weißen Rebsorte Moscato Bianco, süß und mit vergleichsweise geringem Alkoholgehalt. Eng verwandt ist der Moscato d'Asti, der nur leicht perlt und noch etwas milder ausfällt. Beide tragen die höchste italienische Herkunftsklasse DOCG.
Für Freunde kräftiger Rotweine steht die Barbera d'Asti, ein vollmundiger Wein aus der Rebsorte Barbera, die im Monferrato und im gesamten Astigiano weit verbreitet ist. Dazu kommen die Erzeugnisse der umliegenden Hügel, allen voran die weißen Trüffel und die feinen Haselnüsse, die in der piemontesischen Küche eine große Rolle spielen. In der Stadt und den Weindörfern der Umgebung laden zahlreiche Enotheken und kleine Weingüter zur Verkostung ein. Wer sich vorab einlesen möchte, findet einen Überblick über die wichtigsten Weinsorten Italiens in den passenden Ratgebern.
Die Küche des Astigiano passt eng zu diesen Weinen. Zu den Klassikern zählen mit Fleisch gefüllte Agnolotti, die kleinen Ravioli al plin, Vitello tonnato aus kaltem Kalbfleisch mit Thunfischsauce sowie Rohfleisch nach piemontesischer Art. Zum kräftigen Barbera werden gern deftige Fleischgerichte und Schmorbraten gereicht, während der süße Moscato traditionell zum Dessert gehört. Im Herbst kommen Gerichte mit weißem Trüffel und Steinpilzen dazu. Viele Weingüter im Monferrato bieten Führungen mit anschließender Verkostung an, die sich gut mit einem Ausflug in die Weinberge verbinden lassen.
Asti ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Piemont. Etwa 30 Kilometer südlich liegt Alba, die Hauptstadt der Langhe und bekannt für ihre internationale Trüffelmesse im Herbst. Von dort aus erschließen sich die Weindörfer rund um Barolo mit ihren Burgen und berühmten Lagen. Die Hügel der Langhe und des Monferrato mit ihren Weinbergen gehören seit 2014 als Weinlandschaften des Piemont zum UNESCO-Welterbe, eine Landschaft, die sich hervorragend für Wanderungen und Radtouren eignet.
In gut einer Stunde erreicht man die Regionalhauptstadt Turin mit ihren Museen, Arkaden und dem markanten Turm der Mole Antonelliana. Nach Osten hin liegt Alessandria, ein Verkehrsknoten in der Poebene. Auch die Provinzhauptstadt Cuneo und die weiteren Städte des Piemont sind von Asti aus gut zu erreichen. Damit lässt sich ein Aufenthalt in Asti bequem mit einer Rundreise durch die ganze Region verbinden.
Asti liegt an der Bahnstrecke von Turin nach Genua und ist von Turin Porta Nuova mit dem Regionalzug in etwa 50 Minuten zu erreichen, meist im Stundentakt. Auch nach Alessandria bestehen häufige Verbindungen. Der Bahnhof liegt am Rand der Altstadt, sodass die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erschlossen werden können. Mit dem Auto führt die Autobahn A21 von Turin über Asti weiter nach Piacenza, die Stadt hat mit Asti Ovest und Asti Est zwei eigene Anschlussstellen.
Der nächstgelegene Flughafen ist Turin Caselle, rund 70 Kilometer entfernt und in etwa einer Stunde mit dem Auto oder per Zug mit Umstieg erreichbar. Wer aus dem Osten anreist, kann auch die Flughäfen von Mailand und Genua nutzen. In der Altstadt selbst ist der Verkehr eingeschränkt, Parkplätze finden sich am Rand des Zentrums.
Die schönste Reisezeit für Asti ist der Herbst. Im September fallen die großen Feste rund um den Palio, die Douja d'Or und das Festival delle Sagre zusammen, und im Oktober beginnt die Weinlese und die Trüffelsaison, wenn die Hügel des Monferrato in warmen Farben leuchten. Auch das Frühjahr eignet sich gut für Wanderungen und Radtouren durch die Weinberge. Der Sommer kann in der Poebene heiß und schwül werden, während die Winter neblig und kühl ausfallen. Für Kultur und Kulinarik zusammen ist die Zeit von September bis Oktober die erste Wahl.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Klima im Jahresverlauf, Monatstabelle und die Monate, die zu deinem Urlaub passen.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
In Asti ist der Juli mit 29 Grad am Tag der wärmste Monat, am kühlsten bleibt es im Januar mit 8 Grad. Am meisten Regen fällt im November (87 mm), am wenigsten im Januar (29 mm).
| Monat | Tag | Nacht | Regen | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Jan | 8 °C | 1 °C | 29 mm | Winter |
| Feb | 10 °C | 2 °C | 41 mm | Kühl |
| Mär | 15 °C | 5 °C | 46 mm | Kühl |
| Apr | 18 °C | 9 °C | 58 mm | Angenehm |
| Mai | 23 °C | 13 °C | 73 mm | Angenehm |
| Jun | 27 °C | 17 °C | 50 mm | Warm |
| Jul | 29 °C | 20 °C | 34 mm | Warm |
| Aug | 29 °C | 20 °C | 51 mm | Warm |
| Sep | 24 °C | 15 °C | 53 mm | Angenehm |
| Okt | 18 °C | 11 °C | 70 mm | Angenehm |
| Nov | 12 °C | 6 °C | 87 mm | Kühl |
| Dez | 8 °C | 2 °C | 37 mm | Winter |
Klimanormalwerte 1991 bis 2020 (Tageshöchst- und Tiefstwerte, Monatsniederschlag) aus TerraClimate, 4-km-Raster, gerundet.
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| Region | Piemont |
| Provinz | Asti |
| Einwohnerzahl | 76.164 |
| Provinzkürzel | AT |
| Postleitzahl | 14100 |
| Vorwahl | 0141 |
| Prominente Bürger | Vittorio Alfieri (Dichter) Paolo Conte (Musiker) Giorgio Faletti (Autor, Schauspieler, Komponist) |
| Städtepartnerschaft | Valence (Frankreich) Biberach an der Riß (Deutschland) Miami (USA) Ma'alot-Tarshiha (Israel) |
| Spezialitäten des Ortes | Barbera d`Asti, Dolcetto d' Asti Freisa d'Asti Grignolino d'Asti Moscato d'Asti Asti Spumante Cipolla bionda astigiana Cipolla rosso astigiana Sedano dorato astigiano |
| Geschichte | 89 v.Chr. als römische Kolonie gegründet und bereits seit dem 5. Jhd. Bischofssitz und eine der wichtigsten Städte im Piemont |
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