Palio di Siena
Der Palio di Siena: das berühmte Pferderennen auf der Piazza del Campo, seit dem Mittelalter…
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Bibbona liegt an der toskanischen Küste zwischen Livorno und Piombino, in einem Landstrich, der sich Costa degli Etruschi nennt. Die Gemeinde in der Provinz Livorno besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen: dem alten Ortskern auf einem Hügel im Landesinneren und dem Badeort Marina di Bibbona wenige Kilometer weiter am Meer. Wer nach Bibbona reist, hat also die Wahl zwischen ruhigem Hinterland mit mittelalterlichen Gassen und einem langen Sandstrand mit Pinienwald.
Der Reiz des Ortes liegt gerade in dieser Doppelnatur. Vormittags ein Spaziergang durch den Borgo, nachmittags baden im Tyrrhenischen Meer, dazwischen eine Wanderung durch das Waldgebiet Macchia della Magona oder ein Abstecher in die berühmte Weinregion um Bolgheri: All das liegt hier dicht beieinander. Bibbona ist kein Ort für großes Sightseeing, sondern für Urlauber, die die Toskana abseits der bekannten Kunststädte kennenlernen wollen.
Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Punkte: den historischen Ortskern, die Kirchen, den Strand von Marina di Bibbona, das Wandergebiet der Magona, die Nachbarorte an der Küste und im Hinterland sowie die praktischen Fragen zu Anreise und Reisezeit.
Der eigentliche Ort Bibbona liegt auf einer Anhöhe einige Kilometer landeinwärts. Die Ursprünge der Siedlung reichen weit zurück, urkundlich taucht der Name schon im frühen Mittelalter auf. Aus dieser Zeit stammt die Anlage des Ortskerns mit engen, teils gewundenen Gassen, die sich um den höchsten Punkt des Hügels legen. Prägend sind der alte Kastellbereich und der Turm, die einst der Verteidigung dienten, als die Küste durch Freibeuter bedroht war.
Zum Bestand des Borgo gehört die Pfarrkirche Sant'Ilario, ein Sandsteinbau im romanischen Stil. Der Ortskern selbst ist überschaubar und lässt sich in einer guten Stunde zu Fuß erkunden. Wer die Ruhe im Hinterland sucht, findet in Bibbona einen guten Ausgangspunkt, denn der Massentourismus konzentriert sich auf die Küste, während der obere Ort seinen dörflichen Charakter behalten hat.
Von der Höhe des Ortes reicht der Blick über die Ebene bis zum Meer, an klaren Tagen sind die Umrisse der Inseln vor der Küste zu erkennen. Die erhöhte Lage war historisch gewählt, um die Bewohner vor den ungesunden Sümpfen der Küstenebene und vor Überfällen zu schützen. Erst mit der Trockenlegung der Ebene und dem Aufkommen des Badetourismus entwickelte sich der Küstenteil zum zweiten Zentrum der Gemeinde. Der Kontrast zwischen dem stillen Borgo und dem lebhaften Strandort prägt Bibbona bis heute.
Das bedeutendste Bauwerk der Gemeinde steht unterhalb des Ortes, außerhalb der alten Mauern: die Wallfahrtskirche Santa Maria della Pietà. Ihr Bau begann 1482 und wurde rund zehn Jahre später, um 1492, abgeschlossen. Damit gehört sie zu den frühen Renaissancekirchen der Toskana. Als Baumeister gelten Ranieri da Tripalle und Vittorio Ghiberti.
Ungewöhnlich ist der Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes mit einer zentralen Kuppel, eine Bauform, die in der Toskana selten vorkommt. Über einem der Portale steht die lateinische Inschrift "Terribilis est locus iste", übersetzt etwa "schrecklich ist dieser Ort", ein Zitat aus dem Alten Testament, das eigentlich die Ehrfurcht vor einem heiligen Ort meint. Im Inneren wird über dem Hauptaltar ein Marienbild verehrt, eine Temperatafel, die dem florentinischen Umfeld des 14. Jahrhunderts zugerechnet wird und damit älter ist als die Kirche selbst.
Der Küstenteil der Gemeinde, Marina di Bibbona, ist der Grund, warum viele Urlauber überhaupt hierherkommen. Der Ort entstand um einen alten Wachtturm, der einst die Küste vor Überfällen schützen sollte, und hat sich zu einem ruhigen Badeort entwickelt. Kennzeichnend ist der lange, breite Sandstrand, der von Dünen und niedrigem Buschwerk der Macchia gegliedert wird.
Hinter dem Strand zieht sich ein dichter Pinienwald entlang, der Schatten spendet und die typische mediterrane Kulisse liefert. Der Strand ist flach abfallend und dadurch gut für Familien geeignet. Marina di Bibbona trägt seit 2003 die Blaue Flagge, eine Auszeichnung, die unter anderem eine gute Wasserqualität und geordnete Strandinfrastruktur voraussetzt. Es gibt eine Mischung aus bewirtschafteten Strandabschnitten mit Liegen, Schirmen, Bar, Duschen und Toiletten sowie frei zugängliche Bereiche. Weitere Küstenabschnitte und Strände in der Umgebung finden sich in der Übersicht zu den Stränden der Toskana.
Der breite Sandstreifen bietet Platz genug, sodass sich die Gäste auch in der Hauptsaison verteilen. Neben dem Baden sind ruhige Wassersportarten wie Stand-up-Paddling und Kajakfahren verbreitet, für die das meist flache und geschützte Wasser gute Bedingungen bietet. Der Pinienwald hinter dem Strand lädt zu Spaziergängen im Schatten, zu Picknicks und zu kurzen Radtouren ein und sorgt zugleich dafür, dass die Bebauung nicht direkt bis ans Wasser reicht. Diese Trennung von Wald und Strand ist eines der Merkmale, die Marina di Bibbona von stärker verbauten Badeorten unterscheidet.
Zwischen dem Ortskern und den Hügeln Richtung Bolgheri liegt die Macchia della Magona, ein Waldgebiet von rund 1.600 Hektar. Der Name geht auf die Vergangenheit als Holzreserve zurück: Hier wurde das Brennholz für die Eisenverarbeitung der Magona in Cecina geschlagen. Heute ist das Gebiet ein geschütztes Naturareal und beliebt bei allen, die sich abseits des Strandes bewegen wollen.
Durch die Macchia führen etwa sechzehn markierte Routen mit einer Gesamtlänge von rund fünfzig Kilometern. Sie eignen sich zum Wandern, für Touren mit dem Mountainbike und zum Reiten. Die Vegetation ist typisch mediterran mit Steineichen, Pinien und duftendem Buschwerk, dazu leben Wildtiere wie Rehe, Damwild, Füchse und zahlreiche Vögel in dem Areal. Die Gemeinde bietet im Sommer geführte Ausflüge an. Wer lieber mit dem Rad unterwegs ist, findet in der Region gute Bedingungen zum Radfahren, sowohl im Wald als auch auf den ruhigen Straßen des Hinterlands.
Zur Gemeinde Bibbona gehört auch der Ortsteil La California, der an der alten Staatsstraße SS1 Aurelia liegt und mit Geschäften, Unterkünften und Restaurants eine praktische Anlaufstelle bildet. Von hier aus sind die Nachbarorte an der Küste schnell erreicht.
Direkt nördlich liegt Cecina, das größere Zentrum der Gegend mit Bahnhof, Geschäften und einer eigenen Marina. Südlich schließt sich das Gemeindegebiet von Castagneto Carducci an, dessen Küstenteil ebenfalls über lange Strände verfügt. Etwas weiter südlich folgt der Badeort San Vincenzo. Alle diese Orte lassen sich gut als Tagesausflug verbinden, da sie entlang derselben Küstenlinie liegen.
Wenige Kilometer landeinwärts beginnt eine der bekanntesten Weinregionen Italiens. Bolgheri, ein Ortsteil von Castagneto Carducci, hat dem Rotwein Bolgheri DOC seinen Namen gegeben. Von hier stammen weltweit bekannte Weine wie Sassicaia und Ornellaia, die zu den sogenannten Supertoskanern zählen. Rund um das Dorf ziehen sich Weingüter, von denen viele Verkostungen und Führungen anbieten.
Berühmt ist die Zufahrt nach Bolgheri: der Viale dei Cipressi, eine schnurgerade, von hohen Zypressen gesäumte Allee von knapp fünf Kilometern Länge. Der Dichter Giosuè Carducci verbrachte einen Teil seiner Kindheit in der Gegend und setzte der Landschaft mit seinen Versen ein Denkmal. Wer sich für Wein interessiert, findet einen guten Einstieg in der Übersicht zu den italienischen Weinsorten. Das mittelalterliche Dorf selbst mit seinem Kastell ist klein, aber gerade wegen der Kombination aus Wein, Küche und Landschaft ein lohnendes Ziel.
Die Küche an der Etruskerküste verbindet Einflüsse vom Meer und aus dem hügeligen Hinterland. An der Küste stehen Fisch und Meeresfrüchte im Mittelpunkt, im Livorneser Umland etwa der kräftige Fischeintopf Cacciucco. Aus dem Landesinneren kommen Wildgerichte, allen voran Wildschwein, das in den Wäldern der Gegend heimisch ist, dazu Pasta, Hülsenfrüchte und Gemüse der Saison.
Eine wichtige Rolle spielt das Olivenöl, das an den Hängen rund um Bibbona und Bolgheri gewonnen wird. Zusammen mit den Rotweinen der Region ergibt sich eine bodenständige, aber hochwertige Tafel. In den Orten und an der Küste finden sich Trattorien, Weingüter mit Verkauf sowie kleine Läden, die regionale Erzeugnisse anbieten. Wer die Gegend über die Küche kennenlernen will, kombiniert am besten einen Besuch bei einem Weingut mit einem Essen in einem der Dörfer.
Bibbona eignet sich gut als Standort für Ausflüge in die nördliche Maremma und das toskanische Hinterland. Nach Süden erreicht man über die Küstenstraße den Hafen von Piombino, von dem die Fähren zur Insel Elba ablegen. Ein Tag auf Elba lässt sich von Bibbona aus gut einplanen.
Im Landesinneren locken kleine Orte auf den Hügeln, etwa das nahe Montescudaio, bekannt für seinen Wein, oder weiter oben die Etruskerstadt Volterra mit ihren Alabasterwerkstätten. Wer die Küste weiter nach Norden verfolgt, kommt in die Badeorte rund um Castiglioncello. Die kurzen Entfernungen machen es leicht, Strandtage mit Ausflügen ins Hinterland zu mischen.
Bibbona liegt an der Tyrrhenischen Küste und ist mit dem Auto über die Staatsstraße SS1 Aurelia sowie die parallel verlaufende Schnellstraße gut erreichbar. Von Norden kommend fährt man über Livorno und Cecina, von Süden über Piombino und San Vincenzo. Marina di Bibbona selbst hat keinen eigenen Bahnhof. Die nächsten Stationen an der Küstenlinie sind Cecina sowie der kleinere Bahnhof Bolgheri unweit von La California. Von dort geht es mit Bus, Taxi oder Mietwagen weiter an den Strand oder in den Ortskern. Der Bahnhof Cecina ist der praktischere Anschluss, da hier mehr Züge halten.
Der nächstgelegene größere Flughafen ist Pisa mit dem Airport Galileo Galilei, von dem aus man in etwa einer Stunde an der Küste ist. Auch der Flughafen Florenz kommt als Alternative infrage. Wer mit dem eigenen Wagen anreist, sollte für die Parksituation in Marina di Bibbona in der Hochsaison etwas Zeit einplanen, da die strandnahen Flächen schnell belegt sind.
Die beste Reisezeit für einen Badeurlaub reicht von Ende Mai bis in den September. Im Juli und August ist das Wasser am wärmsten, gleichzeitig sind Strand und Unterkünfte am stärksten ausgelastet. Wer es ruhiger mag, wählt Juni oder September, wenn die Temperaturen angenehm bleiben und der Andrang nachlässt. Für Wanderungen in der Macchia della Magona und für Ausflüge ins Hinterland eignen sich auch Frühjahr und Herbst, da die Hitze dann milder ausfällt. Passende Unterkünfte im Umland finden sich in der Übersicht zu den Ferienhäusern in der Toskana.
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