Accademia di Belle Arti
Die Accademia di Belle Arti in Florenz: 1563 gegründete Kunstakademie, eine der ältesten Europas. Geschichte…
Bolgheri ist ein winziger Weiler an der Etruskischen Küste im Süden der Provinz Livorno, rund 96 Meter über dem Meer und wenige Kilometer vom Tyrrhenischen Meer entfernt. Verwaltungstechnisch gehört der Ort als Ortsteil zur Gemeinde Castagneto Carducci. Berühmt ist er für drei Dinge: eine fast fünf Kilometer lange Zypressenallee, ein Weinbaugebiet, dessen Flaschen weltweit gehandelt werden, und einen Dichter, der hier seine Kindheit verbrachte. Du findest Bolgheri im westlichen Teil der Toskana, dort wo die Hügel der Maremma flach auslaufen und in Pinienwälder und Strände übergehen.
Ehrlich eingeordnet: Der Ortskern selbst ist sehr klein. Beim Zensus 2001 wurden 157 Einwohner gezählt, und der historische Kern besteht im Wesentlichen aus einem Burgtor, zwei Handvoll Gassen, einer Kirche und einer Reihe von Lokalen und Weinläden. Wer eine Stadt mit Museen und Sehenswürdigkeiten erwartet, wird enttäuscht. Wer wegen der Allee, wegen der Weingüter der Umgebung und wegen der Kombination aus Hügelland und Küste kommt, für den lohnt sich der Weg. Zwei bis drei Stunden reichen für den Ort, ein ganzer Tag, wenn du eine Kellerei oder die Küste dazunimmst.
Der Viale dei Cipressi beginnt am Oratorio di San Guido direkt an der alten Via Aurelia und führt schnurgerade auf den Ort zu. Die Allee ist knapp fünf Kilometer lang und von rund 2.400 Zypressen gesäumt, in doppelter Reihe auf beiden Seiten. Wichtig für die Einordnung: Die oft genannten drei Kilometer beziehen sich nur auf einen Teilabschnitt. Die volle Strecke ab dem Oratorium misst annähernd fünf Kilometer.
Die Bäume wurden nicht in einem Zug gepflanzt. Zuerst standen hier Pappeln, die Doppelreihe aus Zypressen wuchs im Lauf des 19. Jahrhunderts, als die Aurelia neu angelegt wurde, und erhielt ihr heutiges Bild erst zwischen dem späten 19. Jahrhundert und den frühen 1920er Jahren. Asphaltiert wurde die Straße 1954. Es ist eine öffentliche Straße mit Gegenverkehr, kein Fußgängerbereich. Halte nur an ausgewiesenen Stellen an, das Fotografieren aus der Fahrbahnmitte ist keine gute Idee.
Ohne Giosuè Carducci wäre die Allee eine schöne Straße unter vielen. Der 1835 bei Pietrasanta geborene Dichter zog 1838 mit seiner Familie nach Bolgheri, weil sein Vater hier als Arzt arbeitete. Bis 1849 lebte er in der Gegend, und diese Landschaft prägte sein Werk dauerhaft. In seinem Gedicht „Davanti San Guido" von 1874, später aufgenommen in die Sammlung „Rime nuove", spricht er die Zypressen an, die von San Guido nach Bolgheri laufen, und erinnert sich an seine Kindheit und an seine Großmutter Lucia. Genau diese Verse haben die Allee in Italien zu einem literarischen Ort gemacht.
1906 erhielt Carducci als erster Italiener den Nobelpreis für Literatur. Er starb im Februar 1907 in Bologna. Noch im selben Monat beschloss die Gemeinde Castagneto Marittimo, sich ihm zu Ehren in Castagneto Carducci umzubenennen. So heißt sie bis heute. Bereits 1908 ließ Giuseppe Della Gherardesca am Beginn der Allee einen kleinen Obelisken für den Dichter aufstellen. In Castagneto Carducci und in Bolgheri erinnern Gedenkorte an seine Kindheitsjahre.
Am Ende der Allee steht das Burgtor, der einzige Zugang zum historischen Kern. Es gehört zum Castello di Bolgheri, dessen Ursprünge ins Mittelalter zurückreichen und das über die Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Die Grafen della Gherardesca prägten die Geschichte des Ortes über sehr lange Zeit, das Anwesen ist bis heute in Familienbesitz und nicht öffentlich zu besichtigen. Die erste urkundliche Erwähnung Bolgheris stammt aus dem Jahr 1158. Der Ortsname wird häufig auf eine Siedlung von Bulgaren zurückgeführt, die mit den Langobarden verbündet waren, gesichert ist diese Herleitung aber nicht.
Hinter dem Tor liegen ein paar Gassen mit Häusern aus rotem Backstein, die Kirche Santi Giacomo e Cristoforo und eine überschaubare Zahl von Osterien, Enoteche und kleinen Läden. Praktisch:
Die Herkunftsbezeichnung Bolgheri DOC wurde 1983 anerkannt und erlaubte zunächst nur Weiß- und Roséweine. Erst mit der Überarbeitung von 1994 kamen die Rotweine dazu, für die das Gebiet heute steht. Zugelassen sind vor allem Bordeaux-Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, ergänzt um Anteile von Syrah und Sangiovese. Für den weißen Bolgheri Vermentino ist Vermentino die tragende Sorte. Neben dem Bolgheri Rosso gibt es die länger gereifte Stufe Bolgheri Rosso Superiore.
Eine Besonderheit ist Bolgheri Sassicaia DOC. 1994 zunächst als eigene Unterzone eingerichtet und 2013 in eine eigenständige Denominazione überführt, ist sie die einzige italienische Herkunftsbezeichnung, die einem einzigen Wein eines einzigen Guts vorbehalten ist, nämlich dem Sassicaia der Tenuta San Guido. Die Regeln schreiben unter anderem einen Mindestanteil von 80 Prozent Cabernet Sauvignon und eine Reifung im kleinen Holzfass vor. Der zweite weltbekannte Name ist Ornellaia. Weil solche Weine anfangs nicht in die klassischen toskanischen Regeln passten, entstand für sie der Sammelbegriff Supertoskaner. Eine Übersicht über die italienische Rebsortenlandschaft findest du bei den beliebtesten Weinsorten.
Viele Güter rund um Bolgheri bieten Besichtigungen und Verkostungen an, fast immer nur mit Voranmeldung und oft mit begrenzten Terminen pro Tag. Schreib rechtzeitig an, gerade zur Lese im Herbst. Wer nicht auf ein Gut fahren will, findet im Ort Enoteche, in denen sich mehrere Betriebe im Glas vergleichen lassen.
Die großen Rotweine der Etruskischen Küste, von Bolgheri DOC bis zu den Super Tuscans der Nachbargüter, direkt aus Italien liefern lassen.
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Bolgheri liegt mitten in der Costa degli Etruschi, der Etruskischen Küste. Zum Meer sind es nur wenige Kilometer. Breite Sandstrände mit Pinienhinterland findest du bei Marina di Bibbona, Marina di Castagneto und weiter südlich bei San Vincenzo. Einen Überblick über die Küstenabschnitte des Landes gibt unsere Seite zu den Stränden in Italien.
Direkt an der Küste liegt die Oasi di Bolgheri, seit 1959 auf Betreiben von Mario Incisa della Rocchetta das erste private Schutzgebiet Italiens und seit 1968 WWF-Oase. Das Gelände ist Privatbesitz, der Zugang ist beschränkt: Besuche sind nur zu festgelegten Terminen mit Führung und nach Anmeldung möglich, ein Spaziergang auf eigene Faust ist nicht erlaubt. Prüfe die aktuellen Termine vorab.
Für Tagesausflüge bieten sich der mittelalterliche Kern von Castagneto Carducci, die Hafenstadt Livorno im Norden sowie Piombino im Süden an, von wo die Fähren nach Elba ablegen. Landeinwärts erreichst du in gut einer Stunde Volterra.
Aus Deutschland fährst du über den Brenner oder den Gotthard Richtung Florenz und weiter auf die Küstenstraße SS1 Aurelia, die parallel zur Küste verläuft und an der Abzweigung zur Zypressenallee vorbeiführt. Wer fliegt, landet in Pisa oder Florenz und nimmt von dort einen Mietwagen, die Fahrt von Pisa dauert etwa eine Stunde. Mit der Bahn geht es über die tyrrhenische Küstenlinie bis zum Bahnhof Castagneto Carducci-Donoratico, der rund viereinhalb Kilometer von Bolgheri entfernt liegt. Von dort verkehren Busse, allerdings nur wenige Verbindungen am Tag, Taxi oder Mietwagen sind flexibler.
Aus Österreich ist der Brenner die naheliegende Route: von Innsbruck über Verona und Modena, dann Richtung Florenz und weiter zur Küste. Aus Wien oder Graz führt der Weg über Tarvis, Venedig und Bologna. Direktflüge nach Pisa oder Florenz gibt es saisonabhängig ab Wien, sonst über Mailand oder Rom mit Anschluss. Zugverbindungen laufen über Bologna und Florenz oder über Pisa und dann die Küstenlinie nach Süden.
Aus der Schweiz ist die Gotthardroute über Mailand, Genua und La Spezia die schnellste Variante, ab Genua bleibst du an der Küste. Ab Zürich, Basel und Genf gibt es Flüge nach Pisa und Florenz, teils saisonal. Mit der Bahn fährst du über Mailand nach Pisa und von dort auf der Küstenlinie weiter.
Die beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst. Von April bis Anfang Juni ist es mild, die Landschaft grün und die Orte ruhig. September und Oktober bringen warme Tage, die Weinlese und die stärkste Farbwirkung der Allee. Der Hochsommer ist heiß, die Küstenorte und Parkplätze sind dann voll, und im Ortskern staut sich die Hitze zwischen den Mauern. Im Winter ist es ruhig, viele Betriebe an der Küste haben geschlossen, die Allee selbst ist aber ganzjährig befahrbar.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Klima im Jahresverlauf, Monatstabelle und die Monate, die zu deinem Urlaub passen.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis November.
In Bolgheri ist der August mit 30 Grad am Tag der wärmste Monat, am kühlsten bleibt es im Januar mit 11 Grad. Am meisten Regen fällt im November (115 mm), am wenigsten im Juli (18 mm).
| Monat | Tag | Nacht | Regen | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Jan | 11 °C | 4 °C | 44 mm | Kühl |
| Feb | 12 °C | 4 °C | 46 mm | Kühl |
| Mär | 15 °C | 6 °C | 42 mm | Kühl |
| Apr | 18 °C | 9 °C | 49 mm | Angenehm |
| Mai | 23 °C | 13 °C | 44 mm | Angenehm |
| Jun | 27 °C | 16 °C | 33 mm | Warm |
| Jul | 30 °C | 19 °C | 18 mm | Warm |
| Aug | 30 °C | 19 °C | 22 mm | Warm |
| Sep | 26 °C | 16 °C | 73 mm | Angenehm |
| Okt | 21 °C | 13 °C | 93 mm | Angenehm |
| Nov | 16 °C | 9 °C | 115 mm | Angenehm |
| Dez | 12 °C | 5 °C | 66 mm | Kühl |
Klimanormalwerte 1991 bis 2020 (Tageshöchst- und Tiefstwerte, Monatsniederschlag) aus TerraClimate, 4-km-Raster, gerundet.
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