Santuario della Madonna dell'Angelo
Nicht nur wegen ihrer schönen Lage am Ende des Felsendammes am Meer ist die romamtische…
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Caorle liegt in Venetien an der oberen Adria, rund 60 Kilometer östlich von Venedig, und hat zwei Gesichter. Das eine ist eine kleine Altstadt mit bunt bemalten Fischerhäusern, engen Gassen und einem Dom aus dem 11. Jahrhundert. Das andere sind kilometerlange Sandstrände, die sich nach Westen und Osten aus dem Ortskern herausziehen. Dazwischen liegt die Lagune von Caorle, ein Wasserlabyrinth aus Kanälen, Schilfinseln und Fischgründen, das den Ort über Jahrhunderte ernährt hat.
Genau diese Mischung macht Caorle so brauchbar. Du wohnst an einem flachen Badestrand, hast aber abends einen echten Ortskern mit Piazza, Fischmarkt und Kirche vor der Tür statt einer reinen Hotelzeile. Der Ort hat knapp 12.000 Einwohner und lebt bis heute nicht allein vom Tourismus, sondern auch von der Fischerei.
Das Zentrum der Altstadt ist der Dom Santo Stefano, eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert. Auffällig ist vor allem der freistehende Campanile: ein zylindrischer Rundturm mit kegelförmiger Spitze, der von fast überall im Ort zu sehen ist und als Wahrzeichen von Caorle gilt. Im Inneren des Doms zeigt das Museo Liturgico sakrale Kunst aus der Region, darunter Stücke, die auf die Zeit zurückgehen, als Caorle ein eigenes Bistum war.
Rund um den Dom liegen die Gassen mit den bunt gestrichenen Häusern, die viele Gäste an Burano erinnern. Die Farben waren ursprünglich praktisch gedacht: Fischer erkannten ihr Haus vom Wasser aus. Heute sind die Calli die Fußgängerzone des Ortes.
An der Spitze der Landzunge steht die Wallfahrtskirche Madonna dell'Angelo direkt über dem Wasser. Sie ist eng mit der Fischerei verbunden, entsprechend groß ist ihre Bedeutung für die Einheimischen. Auf dem Weg dorthin läufst du an der Scogliera Viva entlang, einem Skulpturenpfad in den Wellenbrechern: Bildhauer aus verschiedenen Ländern haben die Felsblöcke der Uferbefestigung bearbeitet, sodass sich Reliefs, Gesichter und abstrakte Formen über die gesamte Strecke verteilen. Der Pfad ist frei zugänglich und im Abendlicht am schönsten.
Die beiden Hauptstrände liegen links und rechts der Altstadt. Die Spiaggia di Ponente zieht sich nach Westen Richtung Livenza-Mündung, die Spiaggia di Levante nach Osten. Beide sind breit, feinsandig und fallen sehr flach ins Meer ab, sodass Kinder weit hinauslaufen können, ohne den Grund zu verlieren. Deshalb funktioniert Caorle bei Familien mit kleinen Kindern seit Jahrzehnten.
Beide Strände sind überwiegend in Strandbäder aufgeteilt, dazwischen gibt es frei zugängliche Abschnitte. Hinter dem Sand verläuft eine durchgehende Promenade, auf der du bequem zwischen den Ortsteilen wechseln kannst. Wie sich die Strände hier im Vergleich zum Rest der Region schlagen, siehst du in der Übersicht zu den Stränden in Venetien. Wie warm das Wasser zu deinem Reisetermin ist, kannst du vorab bei der Wassertemperatur nachsehen.
Caorle ist kein einzelner Ort, sondern eine Kette von Siedlungen entlang der Küste und der Lagune. Für die Unterkunftssuche ist der Unterschied entscheidend, weil die Ortsteile sehr verschieden gebaut und verschieden laut sind.
Hinter der Küstenlinie beginnt die Lagune von Caorle. Verstreut in den Wasserflächen stehen die Casoni, niedrige Hütten aus Holz und Schilf mit dickem Reetdach. Sie waren bis ins 20. Jahrhundert die Wohnstätten der Fischerfamilien in der Saison: Ganze Familienverbände zogen im Herbst mit Matratzen und Hausrat aus dem Ort in die Lagune und blieben dort, solange gefischt wurde. Ein Teil der Casoni wird bis heute gepflegt, mehrere Anbieter fahren im Sommer vom Hafen aus dorthin.
Der Fischereihafen liegt mitten im Ort und ist keine Kulisse. Die Flotte läuft weiterhin aus, und der städtische Fischmarkt, das Mercato Ittico, arbeitet an den Vormittagen von Dienstag bis Samstag. Verkauft wird nach einem alten örtlichen Verfahren, der Versteigerung ins Ohr: Käufer und Verkäufer verhandeln leise und direkt, statt dass Preise laut ausgerufen werden. Typisch für Caorle sind Venusmuscheln, Moscardini und Jakobsmuscheln. Im September dreht sich beim Fischfest, der Festa del Pesce am Strandabschnitt Sacheta, ein paar Tage lang alles um dieselben Zutaten.
Ernest Hemingway kam Ende der 1940er Jahre mehrfach in diese Ecke Venetiens und ging in den Lagunen zwischen Venedig und dem Tagliamento auf Entenjagd. Zu seinen Aufenthaltsorten gehörte San Gaetano, eine kleine Siedlung im Hinterland der Lagune von Caorle. Die Landschaft aus flachem Wasser, Schilf und Nebel ist in seinen Roman "Über den Fluss und in die Wälder" eingegangen, der 1950 erschien und mit einer Entenjagd in genau dieser Umgebung beginnt und endet. Hemingway hielt das Buch selbst für sein bestes, die Kritik sah das damals anders.
Caorle hat daraus einen literarischen Rundweg gemacht, der die Stationen in Ort und Lagune verbindet. Wer den Roman kennt, findet die Stimmung im Winterhalbjahr deutlich eher wieder als im Hochsommer.
Der naheliegende Tagesausflug ist Venedig. Am bequemsten geht das per Schiff: Von Mai bis September fahren Motorschiffe vom Fischereihafen in Caorle die Küste entlang und legen nach rund zwei Stunden an der Riva degli Schiavoni an, wenige Minuten vom Markusplatz entfernt. Am späten Nachmittag geht es zurück. Wer lieber an Land bleibt, nimmt den Bus nach San Donà di Piave oder Mestre und von dort den Zug.
Entlang der Küste liegen die Nachbarorte in Fahrradnähe oder in einer kurzen Autofahrt: Eraclea Mare mit seinem Pinienwald direkt hinter dem Strand im Westen, Bibione im Osten hinter Vallevecchia und etwas weiter Lido di Jesolo mit der langen Promenade. Ins Landesinnere lohnen Treviso mit seinen Kanälen und Arkaden sowie Portogruaro mit dem alten Mühlenviertel.
Aus Deutschland fährst du in der Regel über den Brenner oder über Österreich bis auf die A4 Venedig Triest. Ausfahrten sind San Donà di Piave oder Santo Stino di Livenza, von dort sind es jeweils rund 20 bis 25 Kilometer bis ans Meer. Per Flug erreichst du den Flughafen Venedig Marco Polo, gut 55 Kilometer entfernt, oder Treviso, etwa 60 Kilometer entfernt.
Aus Österreich ist Caorle eines der am schnellsten erreichbaren Adriaziele überhaupt. Von Wien und Graz führt der Weg über Villach und die A23 nach Udine und weiter auf die A4, von Salzburg über die Tauernstrecke. Aus Kärnten bist du in wenigen Stunden am Strand, was den Ort auch für verlängerte Wochenenden im Frühjahr und Herbst brauchbar macht.
Aus der Schweiz läufst du entweder über den Gotthard und Mailand auf der A4 quer durch die Poebene, oder aus der Ostschweiz über Österreich und Udine. Beide Varianten liegen bei etwa sieben bis acht Stunden reiner Fahrzeit ab Zürich, ohne Stau an den Ferienwochenenden.
Einen eigenen Bahnhof hat Caorle nicht. Die nächsten Bahnhöfe sind San Donà di Piave, Santo Stino di Livenza und Portogruaro an der Strecke Venedig Triest, von dort bringen dich Linienbusse in den Ort und in die Ortsteile. Mit Umstieg dauert die Fahrt vom Flughafen Venedig gut zweieinhalb Stunden, mit dem Mietwagen etwa eine Stunde.
Die Badesaison läuft von Mai bis September, warm genug zum Schwimmen ist das Meer meist ab Juni. Juli und August sind die heißesten und vollsten Wochen, in denen auch die Preise oben stehen. Angenehmer sind der Juni und der September: Der flache Strand heizt das Wasser gut auf, sodass das Baden bis weit in den September funktioniert, während die Promenade abends deutlich ruhiger ist. Im April, Mai und Oktober ist Caorle eher ein Ziel zum Radfahren, für die Lagune und für die Altstadt als fürs Meer, dafür hast du den Ort dann fast für dich.
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Nicht nur wegen ihrer schönen Lage am Ende des Felsendammes am Meer ist die romamtische…
📍 Auf Karte anzeigenVielfältige Kunstwerke verschiedener Bildhauer, die sich wunderbar in Verbindung mit einem Spaziergang entland der Promenade…
📍 Auf Karte anzeigenDer Duomo di Santo Stefano an der Piazza Vescovado stammt aus dem 11. Jahrhundert und…
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis Oktober.
So sieht es gerade in Caorle aus: die Spiaggia di Ponente unterhalb der Altstadt. Ein Klick startet den Live-Stream.
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| Region | Venetien |
| Provinz | Venedig |
| Einwohnerzahl | 11.803 |
| Provinzkürzel | VE |
| Postleitzahl | 30021 |
| Vorwahl | 0421 |
| Postleitzahl | 30021 |
| Vorwahl | 0421 |
| Prominente Bürger | Ernest Hemmingway (Schriftsteller) |
| Spezialitäten des Ortes | Moscardino Caorlotta Sadèe in Saor |
| Reisezeit-Hinweise | im Sommer ideales und warmes Badewetter mit kaum Niederschlag |
| Geschichte | Einst Vorhafen der Römer, heute beliebter Badeort. |
| Lage | Zentral gelegen, zwischen Venedig und Triest |
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