Erice
Sizilien

Erice

Charmantes Städtchen mit spektakulärer Aussicht

Erice liegt auf 751 Metern Höhe auf dem Monte Erice, gut zwölf Kilometer nordöstlich von Trapani im Westen Siziliens. Von der Bergkuppe fällt der Blick nach Westen auf die Salinen und den Hafen von Trapani, bei klarer Sicht bis zu den Ägadischen Inseln, nach Norden auf die Bucht von Bonagia und das Kap San Vito. Diese Höhenlage über der Küste, verbunden mit einer nahezu vollständig erhaltenen mittelalterlichen Altstadt, macht den Ort zu einem der eigenständigsten Ziele der Insel. Die Geschichte reicht bis zu den Elymern zurück, die hier den Berg Eryx besiedelten und einen Kult um die Fruchtbarkeitsgöttin pflegten, den später Phönizier, Griechen und Römer als Venus-Verehrung fortführten. Aus dieser antiken Akropolis wurde im Mittelalter eine normannisch geprägte Festungsstadt. Wer...

Erice liegt auf 751 Metern Höhe auf dem Monte Erice, gut zwölf Kilometer nordöstlich von Trapani im Westen Siziliens. Von der Bergkuppe fällt der Blick nach Westen auf die Salinen und den Hafen von Trapani, bei klarer Sicht bis zu den Ägadischen Inseln, nach Norden auf die Bucht von Bonagia und das Kap San Vito. Diese Höhenlage über der Küste, verbunden mit einer nahezu vollständig erhaltenen mittelalterlichen Altstadt, macht den Ort zu einem der eigenständigsten Ziele der Insel.

Die Geschichte reicht bis zu den Elymern zurück, die hier den Berg Eryx besiedelten und einen Kult um die Fruchtbarkeitsgöttin pflegten, den später Phönizier, Griechen und Römer als Venus-Verehrung fortführten. Aus dieser antiken Akropolis wurde im Mittelalter eine normannisch geprägte Festungsstadt. Wer heute durch das Porta Trapani die Mauern betritt, bewegt sich durch ein Gassennetz aus grauem Kalkstein, das seine Form seit Jahrhunderten kaum verändert hat.

Erice ist klein und lässt sich zu Fuß in wenigen Stunden erschließen, verlangt aber festes Schuhwerk: Die Straßen sind durchgehend mit Kopfsteinpflaster belegt, oft steil und im typischen rautenförmigen Muster verlegt. Häufig zieht am Nachmittag Nebel über den Gipfel, der die Stadt in Watte hüllt und ihr den Beinamen als Ort über den Wolken eingebracht hat. An solchen Tagen wechselt die Stimmung binnen Minuten von Fernsicht zu geschlossener Wolkendecke.

Das Castello di Venere und der Giardino del Balio

Am östlichen Rand der Stadt steht das Castello di Venere, eine normannische Burg aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die direkt auf den Fundamenten des antiken Venus-Tempels errichtet wurde. In der Anlage sind noch Reste der Tempelmauern und ein antiker Brunnen zu sehen. Von der Aussichtsplattform reicht der Blick über die gesamte Westspitze der Insel. Direkt davor liegt der Giardino del Balio, ein im 19. Jahrhundert im englischen Stil angelegter Park, den Graf Agostino Pepoli gestalten ließ. Etwas unterhalb steht die Torretta Pepoli, ein eklektisches Türmchen aus dem späten 19. Jahrhundert, das Pepoli als Rückzugsort und Studierhaus diente und heute als Aussichtspunkt und kleines Besucherzentrum genutzt wird.

Chiesa Matrice und die Kirchen der Stadt

Die wichtigste Kirche ist die Chiesa Matrice, der Duomo dell'Assunta, dessen Bau 1314 unter der Herrschaft der Aragoneser begann. Ein Teil der Steine stammt aus dem abgetragenen Venus-Tempel. Der freistehende Glockenturm daneben war ursprünglich ein Wachturm und ist älter als die Kirche selbst; er lässt sich über eine schmale Treppe besteigen. Das Innere wurde im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil neu gestaltet. Erice galt lange als Stadt der vielen Kirchen und Klöster: Auf engem Raum verteilen sich Dutzende Sakralbauten, von denen viele heute Museen, Werkstätten oder Ausstellungsräume beherbergen. Ein Rundgang führt fast zwangsläufig an mehreren von ihnen vorbei.

Genovesi, Marzipan und die Mandelbäckerei

Erice ist über Sizilien hinaus für sein Klostergebäck bekannt. Die Genovesi sind flache Mürbeteigtaschen, die warm serviert, mit einer Creme aus Eigelb gefüllt und mit Puderzucker bestäubt werden. Dazu kommen die kunstvoll geformten Marzipanfrüchte aus Mandelpaste, die frutta martorana. Die Rezepte stammen aus den Klöstern der Stadt und wurden von den Nonnen über Generationen weitergegeben. Bekannt gemacht hat sie die Konditorin Maria Grammatico, die das Handwerk als Kind im Kloster San Carlo lernte und in ihrer Pasticceria an der Via Vittorio Emanuele bis heute verkauft. Ein Halt dort gehört für die meisten Besucher zum Programm.

Die Seilbahn hinauf und die Gassen der Altstadt

Der bequemste Weg nach oben ist die Funivia, die Seilbahn von Trapani. Sie startet im Stadtteil an der Via Capua und überwindet die rund drei Kilometer und mehrere hundert Höhenmeter in etwa zehn Minuten. Aus den Kabinen sieht man die Salinen und die Küstenlinie unter sich abfallen. Oben angekommen, betritt man die Altstadt durch das Porta Trapani, eines von drei mittelalterlichen Stadttoren neben dem Porta del Carmine und dem Porta Spada. Die Hauptachse ist die Via Vittorio Emanuele, die von den Toren zur zentralen Piazza Umberto I führt. Wer von der Hauptgasse abbiegt, landet schnell in stillen Höfen und schmalen Durchgängen, in denen kleine Werkstätten Keramik und die typischen bunten Fliesen verkaufen.

Ausflüge in die Umgebung

Erice liegt zentral für den Westen der Insel. Am Fuß des Bergs beginnt Trapani mit seiner Altstadt auf der Landzunge und den Salinen, deren Salzgärten zwischen alten Windmühlen liegen. Rund 35 Kilometer nördlich erstreckt sich der lange, helle Sandstrand von San Vito Lo Capo unter dem Monte Monaco, einer der bekanntesten Badeorte Siziliens. Rund 40 Kilometer südöstlich steht in Segesta einer der besterhaltenen dorischen Tempel des Mittelmeerraums samt griechischem Theater am Berghang. Nach Süden führt der Weg über die Weinstadt Marsala mit ihren Likörwein-Kellereien und der Lagune von Stagnone. Von Trapani setzen zudem Fähren auf die Ägadischen Inseln über, deren größte, Favignana, für ihre Buchten mit hellem Tuffstein bekannt ist. Weitere Badebuchten der Westküste finden sich in der Übersicht der Strände auf Sizilien.

Anreise und beste Reisezeit

Der nächstgelegene Flughafen ist Trapani-Birgi (Vincenzo Florio), rund 30 Kilometer von Erice entfernt. Alternativ bietet sich der größere Flughafen Palermo an, von dem es etwa hundert Kilometer über die Autobahn A29 sind. Wer mit dem Zug anreist, fährt bis Trapani und steigt dort auf die Seilbahn oder einen Bus um; eine direkte Bahnstrecke bis in die Altstadt gibt es nicht. Mit dem Auto führt die Straße in engen Serpentinen den Berg hinauf. Die historische Altstadt ist für den Durchgangsverkehr weitgehend gesperrt, geparkt wird auf den Plätzen vor den Stadttoren, etwa am Porta Trapani. In der Hauptsaison ist die Seilbahn ab Trapani die entspanntere Wahl, da die Parkplätze oben schnell belegt sind. Aus Wien fliegst du saisonal direkt oder über Rom und Palermo nach Sizilien, aus Zürich meist mit Umstieg in Rom oder Mailand; ab dem Flughafen übernimmt der Mietwagen den Rest.

Am angenehmsten ist Erice im Frühjahr und Herbst, etwa von April bis Juni und im September und Oktober. Dann ist es mild, die Fernsicht oft klar und die Gassen weniger voll. Der Hochsommer bleibt wegen der Höhenlage kühler als die Küste, kann aber an schönen Tagen stark besucht sein. Im Winter ist es auf dem Gipfel deutlich frischer, windig und häufig neblig; manche Betriebe schließen dann, dafür zeigt sich die Stadt von ihrer stillsten Seite. Ein Tagesausflug von der Küste lässt sich gut mit einem Bad in San Vito Lo Capo oder einem Halt in Trapani verbinden.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Klima & beste Reisezeit

Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.

Klima im Jahresverlauf

Am angenehmsten: März bis Mai sowie Oktober bis Dezember.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.

Wo liegt Erice?

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Häufige Fragen

Erice: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Was ist das Castello di Venere in Erice?
Das Castello di Venere ist eine normannische Burg aus dem 12. Jahrhundert, die auf den Fundamenten eines antiken Tempels der Venus Erycina steht. Von der Anlage am Rand des Bergstädtchens hast du bei klarer Sicht einen weiten Blick über Trapani, die Salinen und bis zu den Ägadischen Inseln. Der Eintritt kostet rund 5 Euro, ein Kombiticket mit Kirchen und Stadtmuseen etwa 6 Euro.
Wie kommt man mit der Seilbahn von Trapani nach Erice?
Die Funivia startet am östlichen Stadtrand von Trapani und bringt dich in etwa 10 Minuten hinauf an den Rand der Altstadt von Erice. Hin- und Rückfahrt kosten rund 10 Euro, an der Talstation gibt es Parkplätze. Beachte, dass die Seilbahn wetter- und wartungsabhängig fährt und montags oft erst am frühen Nachmittag startet.
Kann man mit dem Auto nach Erice fahren und wo parkt man?
Ja, du kannst über die Serpentinenstraße hochfahren, aber das historische Zentrum ist für Autos gesperrt. Am besten parkst du an der Porta Trapani, wo es kostenpflichtige Plätze und etwas weiter bergab auch kostenlose Stellplätze gibt. Wer den Stress der engen Bergstraße vermeiden will, nimmt stattdessen die Seilbahn ab Trapani.
Welches Gebäck sollte man in Erice probieren?
Probier unbedingt die Genovesi, kleine warme Mürbeteigtörtchen mit Zitronencreme, die als süßes Wahrzeichen von Erice gelten. Berühmt dafür ist die Pasticceria Maria Grammatico, deren Gründerin die Rezepte einst im Kloster lernte. Daneben lohnen sich Mandelgebäck und die bunten Marzipanfrüchte, die Frutta Martorana.
Wann ist die beste Reisezeit für Erice?
Am angenehmsten ist Erice im Frühling von Mai bis Juni und im Herbst von September bis Oktober, wenn es warm, aber nicht zu heiß ist und weniger Betrieb herrscht. Das Bergstädtchen liegt auf rund 750 Metern und ist für seinen Nebel bekannt, der auch im Sommer stundenlang die Gipfel einhüllen kann. Im Winter ist die Stimmung besonders atmosphärisch, viele Betriebe haben dann aber geschlossen.
Wie viel Zeit sollte man für Erice einplanen?
Für Erice reicht ein halber bis ganzer Tag, um durch die mittelalterlichen Gassen zu bummeln, das Castello di Venere zu besuchen und in einer Pasticceria einzukehren. Da der Ort kompakt und autofrei ist, erkundest du ihn gut zu Fuß, festes Schuhwerk für das Kopfsteinpflaster ist zu empfehlen. Viele verbinden den Besuch mit Trapani oder den Salinen im Tal.
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