Basilica di Sant'Eufemia
Ein frühchristlicher Mosaikboden aus dem 6. Jahrhundert, fast vollständig erhalten, dazu Baptisterium und Lapidarium: die…
📍 Auf Karte anzeigen
Grado gilt als die Sonneninsel der oberen Adria. Die Italiener nennen sie Isola del Sole, weil der historische Ortskern auf einer Insel zwischen offenem Meer und weiter Lagune liegt und die Strände nach Süden zeigen. Für Familien mit Kindern zählt der Urlaub in Grado in Italien deshalb zu den beliebtesten an der italienischen Adriaküste: flaches Wasser, kurze Wege und ein Ort, der Badeurlaub, Kurbad und Altstadtbummel auf engem Raum verbindet.
Wer seinen Urlaub in Grado verbringt, dem wird die Stadt im Golf von Venedig lange in Erinnerung bleiben. Sie hat einen belebten Hafen, breite Sandstrände und eine historische Altstadt, in deren Cafés du den Blick über die Laguna di Grado schweifen lassen kannst. Bekannt ist Grado im Nordosten Italiens auch für seine vielfältige Flora und Fauna. Grado liegt in der Region Friaul-Julisch Venetien, weitere Reiseziele findest du auf unserer Seite zu Friaul-Julisch Venetien.
Das Herz von Grado ist die Altstadt auf der Insel, ein Gewirr enger Gassen und kleiner Plätze, das den Charakter eines alten Fischerorts bewahrt hat. Ihr eindrucksvollstes Bauwerk ist die Basilica di Sant'Eufemia, ein Sakralbau aus dem 6. Jahrhundert mit frühchristlichem Mosaikboden und freistehendem Glockenturm. Gleich daneben stehen das ältere Kirchlein Santa Maria delle Grazie und das achteckige Baptisterium, sodass du auf wenigen Schritten ein ganzes frühchristliches Ensemble vor dir hast. Rund um den alten Hafen reihen sich kleine Trattorien, in denen der frische Fang der Lagunenfischer auf den Tisch kommt, oft als Boreto alla graisana, dem kräftigen Fischeintopf des Ortes.
Zwischen Altstadt und Strand liegt die Uferpromenade, an der du bequem von einem Ende des Ortes zum anderen kommst. Weil Grado kompakt ist, brauchst du vor Ort kaum ein Auto: Hafen, Gassen, Thermalbad und Strandbäder liegen in Gehweite zueinander.
Hinter dem Ort breitet sich die Lagune von Grado aus, ein rund 12.000 Hektar großes Netz aus Kanälen, Sandbänken und winzigen Inseln. Auf vielen davon stehen die Casoni, die reetgedeckten Hütten der Lagunenfischer, die früher ganze Saisons dort draußen verbrachten. Bei einem Bootsausflug kommst du der Vogelwelt und den stillen Ecken der Lagune nahe, und du verstehst schnell, warum Grado nie ein reiner Badeort geblieben ist.
Ziel vieler Fahrten ist die Wallfahrtsinsel Barbana, seit dem Jahr 582 ein Pilgerort und bis heute von Ordensleuten betreut. Anfang Juli führt das Fest Perdòn de Barbana über das Wasser: Die Madonnenstatue wird auf einem festlich geschmückten Schiff von der Basilica zur Insel gebracht, begleitet von einer langen Prozession aus Booten.
Grados Hauptstrand fällt flach und sandig ins Meer ab und ist ganz nach Süden ausgerichtet, sodass er den ganzen Tag Sonne bekommt. Das seicht ansteigende Wasser und die gepflegten Strandbäder mit Liegen, Schirmen und Spielbereichen machen ihn ideal für den Urlaub mit kleinen Kindern.
Einen Punkt solltest du vorher wissen: Der zentrale Stadtstrand wird von der städtischen Gesellschaft GIT bewirtschaftet und ist in der Saison von Mai bis September eintrittspflichtig. Du zahlst also nicht nur für Liege und Schirm, sondern für den Zugang selbst. Kostenlos ans Wasser kommst du im Westen an der Costa Azzurra, wo der Zugang frei ist und nur die bewirtschafteten Bereiche etwas kosten. Im Osten schließt sich Grado Pineta an, ruhiger und mit Pinienwald bis fast an den Sand. Einen Überblick über weitere Küstenabschnitte der Region gibt dir unsere Seite zu den Stränden in Friaul-Julisch Venetien.
Neben dem Strand ist Grado ein traditionsreicher Kurort. Das Thermalbad direkt am Meer nutzt Meerwasser und Sole für seine Anwendungen und bietet beheizte Becken, sodass die Saison länger reicht als die reine Badezeit. Damit eignet sich Grado auch im Frühjahr und Herbst gut für einen Aufenthalt, wenn die Strandbäder noch nicht oder nicht mehr voll besetzt sind.
Bei den Unterkünften reicht die Spanne vom Klassiker bis zum Neubau. Das Grand Hotel Astoria steht für das alte Kurbad-Grado und liegt zentral zwischen Altstadt und Strand. Moderner und bei Wiederholungsgästen beliebt ist das Hotel Fonzari mit seinem Pool auf dem Dach. Dazu kommen viele Familienbetriebe und Apartments, besonders in Pineta. Ein ehrlicher Hinweis: In Grado wird derzeit viel gebaut und saniert. Wenn dir Ruhe wichtig ist, frag vor der Buchung nach der Lage und danach, ob in der Nachbarschaft eine Baustelle läuft.
Grado entstand als Hafen des römischen Aquileia. Als 452 die Hunnen unter Attila und später, im Jahr 568, die Langobarden ins Land kamen, flohen die Bewohner Aquileias auf die geschützte Insel. Aus dem Ausweichquartier wurde eine eigene Macht: Ab dem 6. Jahrhundert residierten in Grado eigene Patriarchen. 1156 wurde der Sitz nach Venedig verlegt, der Titel bestand aber bis 1451 fort, ehe er im Patriarchat von Venedig aufging. Die Republik Venedig bestimmte bis 1797 über den Ort, danach kam er zur Habsburgermonarchie.
Genau daraus erklärt sich die Kurtradition. 1892 erhob Kaiser Franz Joseph I. den Fischerort per Erlass zum k. u. k. Seebad, im selben Jahr eröffnete eine der ersten Sandbadeanstalten Europas. Ab 1910 brachte eine Bahnlinie über Cervignano und Aquileia die Gäste bis an den Anleger Belvedere, das letzte Stück ging per Boot, erst 1926 kam dort eine Brücke dazu, und Namen wie Otto Wagner, Arthur Schnitzler und Stefan Zweig standen in den Kurlisten. Seit 1919 gehört Grado zu Italien, doch der Anteil österreichischer Gäste ist bis heute hoch. Wer den Ort jenseits der Reiseführer kennenlernen will, findet ihn übrigens in den Büchern von Stefan Maiwald: Der deutsche Journalist und Autor, der unter anderem für das SZ-Magazin, Merian und GEO Saison schreibt, lebt seit Jahren ganzjährig mit seiner Familie in Grado und erzählt in seinen Büchern und in seinem Blog vom italienischen Alltag auf der Insel. 1936 bekam die Insel mit der rund fünf Kilometer langen Dammstraße nach Aquileia eine feste Verbindung zum Festland.
Der wichtigste Ausflug führt nur rund zehn Kilometer über die Dammstraße nach Aquileia. Die einstige römische Großstadt und ihre Patriarchenbasilika stehen seit 1998 auf der Liste des UNESCO-Welterbes. In der Basilika liegt der größte erhaltene frühchristliche Mosaikboden des Abendlandes, entstanden zur Zeit des Bischofs Theodorus im frühen 4. Jahrhundert. Draußen ziehen sich die Ausgrabungen mit Forum, Hafenanlage und Wohnvierteln durch die Felder, dazu kommt das Archäologische Nationalmuseum. Für den Besuch solltest du einen halben Tag einplanen.
Weitere lohnende Ziele liegen alle im Umkreis einer Autostunde:
Am östlichen Rand der Lagune liegt das Naturschutzgebiet Valle Cavanata, ein ehemaliges Fischereibecken, das seit 1978 als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention geschützt ist und heute zum Netz Natura 2000 gehört. Über 260 Vogelarten wurden hier nachgewiesen, das Wahrzeichen des Gebiets ist die Graugans, die seit 1987 regelmäßig brütet. Vom Besucherzentrum führen Wege zu mehreren Beobachtungshütten.
Noch etwas weiter östlich, an der Mündung des Isonzo, schließt sich die Isola della Cona an, Teil des rund 2.400 Hektar großen Reservats Foce dell'Isonzo. Es umfasst die letzten Flusskilometer vor dem Meer und gilt als eines der besten Vogelbeobachtungsgebiete Italiens, mit weit über 300 nachgewiesenen Arten und einer Herde halbwilder Pferde auf den Feuchtwiesen. Ferngläser bekommst du im Besucherzentrum, Führungen laufen über Voranmeldung. Beste Zeiten sind Frühjahr und Herbst, wenn der Zug durchs Gebiet läuft.
Für Radreisende ist Grado ein Ziel mit Symbolwert: Hier endet der Alpe-Adria-Radweg, der auf 415 Kilometern und acht Etappen von Salzburg über Villach, Tarvis und Udine bis ans Meer führt. Ein großer Teil der Alpenquerung verläuft auf stillgelegten Bahntrassen mit Tunneln und Galerien, was die Steigungen erträglich hält. Wer die Tour fährt, rollt am letzten Tag über die Dammstraße in den Ort. Auch für Tagesausflüge ist die flache Ebene rund um die Lagune ideal.
Aus Deutschland fährst du am zügigsten über München und die Tauernautobahn nach Villach, weiter durchs Kanaltal Richtung Udine und dann auf der A4 bis zur Ausfahrt Palmanova, von der eine Landstraße direkt nach Grado führt. Aus dem Südwesten Deutschlands ist die Route über den Brenner, Verona und die A4 ostwärts die Alternative. Mit der Bahn nimmst du einen Fernzug über Villach nach Udine oder Triest, denn Grado selbst hat keinen Bahnhof. Nächstgelegene Stationen sind Cervignano-Aquileia-Grado und Monfalcone, von beiden fahren regelmäßig Busse in den Ort.
Für Österreich ist Grado eines der am schnellsten erreichbaren Meeresziele überhaupt. Von Kärnten aus liegt die Adria hinter einer einzigen Alpenquerung, und auch aus Wien, Graz oder Salzburg ist die Fahrt an einem halben Tag zu schaffen. Das erklärt, warum viele Familien seit Generationen immer wieder hierher kommen und warum du im Ort ständig Deutsch hörst. Wer ohne Auto reist, kombiniert den Zug bis Cervignano mit dem Bus oder nutzt die saisonalen Direktbusse aus Kärnten.
Aus der Schweiz gibt es zwei sinnvolle Wege. Von Zürich und der Ostschweiz führt die Strecke nördlich der Alpen über Innsbruck, Villach und das Kanaltal, aus dem Tessin und der Westschweiz über den Gotthard, Mailand und dann quer durch die Poebene auf der A4 nach Osten. Beide Varianten münden am Ende auf derselben Autobahn. Per Bahn fährst du über Mailand oder über Villach, in beiden Fällen mit Umstieg in Richtung Cervignano.
Der nächste Flughafen ist Triest in Ronchi dei Legionari, rund eine halbe Autostunde entfernt. Die Badesaison reicht von Juni bis September, am wärmsten ist das Wasser im Juli und August. Wer den größten Trubel meiden will, reist im Juni oder September, wenn es ruhiger und trotzdem angenehm warm ist. Im April, Mai und Oktober sprechen die Thermen, die Lagunentouren und die Vogelbeobachtung für eine Reise, auch wenn das Meer dann noch kühl ist. Wie warm die Adria gerade ist, siehst du tagesaktuell auf unserer Seite zu den aktuellen Wassertemperaturen.
Hotels, B&Bs und Resorts mit Live-Preisen und Gästebewertungen auf Booking.com.
Unterkünfte in Grado ansehen →Vermittelt über Booking.com. Bei einer Buchung erhält italien.de eine Provision, für dich ohne Aufpreis.
Hotels, Apartments und Ferienwohnungen von Booking.com, Hotels.com u. a. mit Live-Preisen auf einen Blick.
Anzeige · Preise & Verfügbarkeit von Booking.com, Hotels.com, FeWo u. a. auf einen Blick.
Hotels, Apartments und Ferienwohnungen mit Live-Preisen – ohne Umweg, direkt bei Booking.com.
Ein frühchristlicher Mosaikboden aus dem 6. Jahrhundert, fast vollständig erhalten, dazu Baptisterium und Lapidarium: die…
📍 Auf Karte anzeigenFür den Bau der eindrucksvollen Kathedrale von Triest wurden im 14. Jahrhundert mehrere historische Gebäude…
📍 Auf Karte anzeigenDie romanische Basilika von Aquileia: UNESCO-Welterbe mit berühmtem frühchristlichem Bodenmosaik im Friaul. Geschichte und Tipps…
📍 Auf Karte anzeigenIhre fünf blauen Kuppel machen sie unverwechselbar: Die 1866 von Carlo Maciachini erbaute Kirche San…
📍 Auf Karte anzeigenFast 250 Meter ragt sie ins Meer hinaus: Die Molo Audace in Triest. Der Steg…
📍 Auf Karte anzeigenDas Civico Museo Revoltella ist eine der namhaftesten Galerien für moderne Kunst in ganz Italien.…
📍 Auf Karte anzeigenDie Grotta Gigante, auch Riesenhöhle von Triest gennant, liegt in der Region Venetien. Als größte…
📍 Auf Karte anzeigenIdyllisch an der Küste gelegen, hat Schloss Duino im Laufe der Jahrhunderte manch Großen aus…
📍 Auf Karte anzeigenSkip-the-Line-Tickets, Touren und Stadtpässe. Buchbar über GetYourGuide.
Affiliate-Links: Bei einer Buchung erhält italien.de ggf. eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.
Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Region | Friaul-Julisch Venetien |
| Provinz | Görz |
| Einwohnerzahl | 8.222 |
| Provinzkürzel | GO |
| Postleitzahl | 34073 |
| Vorwahl | 0431 |
| Prominente Bürger | Biagio Marin (Dichter) |
| Städtepartnerschaft | Freistritz bei Knittelfeld (Österreich) Sankt Lorenzen bei Knittelfeld (Österreich) |
| Spezialitäten des Ortes | Gradeser Boreto |
| Geschichte | In der Antike ein Militärhafen, dann kaiserlich-königliches Seebad, heute beliebter Badeort |
| Lage | An der Adria auf einer Sanddüne im Golf von Venedig |
Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.
Passende Reiseideen rund um Grado.
Sichere dir die besten Hotels, Tickets ohne Anstehen und den kompletten Reiseführer in Grado.