Basilika San Francesco
Die Basilika San Francesco in Assisi: Grabkirche des heiligen Franziskus mit Giotto-Fresken, UNESCO-Welterbe. Geschichte und…
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Gubbio gehört zwar nicht zu den bekanntesten Städten Umbriens, dafür aber zu den am besten erhaltenen. Die mittelalterliche Bergstadt liegt am Fuß des Monte Ingino im Nordosten der Region, rund 40 Kilometer von Perugia entfernt, und klettert in dichten Terrassen aus grauem Kalkstein den Hang hinauf. Ihre Gassen, Treppen und Plätze wirken bis heute geschlossen mittelalterlich, weil die Stadt in späteren Jahrhunderten kaum überbaut wurde.
Gubbio ist eine der ältesten Siedlungen Umbriens. Schon in vorrömischer Zeit lebte hier das Volk der Umbrer, damals hieß der Ort Ikuvium. Aus dieser Epoche stammen die Iguvinischen Tafeln, sieben Bronzetafeln mit einem der wichtigsten religiösen Texte der italischen Antike. Nach der römischen Zeit erlebte Gubbio zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert als weitgehend eigenständiger Stadtstaat seine zweite Blüte. In diese Jahrhunderte fallen der berühmte Palazzo dei Consoli, der Dom und der Großteil der erhaltenen Altstadt.
Wer Gubbio besucht, kommt meist wegen dieser Verbindung aus antiker Geschichte, gotischer Architektur und lebendigem Brauchtum. Die Stadt ist überschaubar und lässt sich gut an einem Tag erkunden, bietet aber genug Substanz für einen längeren Aufenthalt, zumal sie ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in ganz Umbrien ist.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Palazzo dei Consoli, ein gewaltiger gotischer Bau, der über der Piazza Grande aufragt. Er entstand zwischen 1332 und 1349 nach einem Entwurf, der Angelo da Orvieto zugeschrieben wird, am Bau war auch der Eugubiner Baumeister Matteo di Giovannello, genannt Gattapone, beteiligt. Der Palast wurde bewusst auf einer künstlichen Terrasse errichtet, damit er über dem steilen Hang zu schweben scheint. Sein Glockenturm und die weite Fassadentreppe prägen bis heute das Stadtbild.
Seit 1909 beherbergt der Palazzo dei Consoli das Museo Civico. Sein bekanntestes Stück sind die Iguvinischen Tafeln, auf Italienisch Tavole Eugubine. Es handelt sich um sieben beschriftete Bronzetafeln, die zwischen dem 3. und 1. Jahrhundert vor Christus entstanden und in umbrischer Sprache abgefasst sind, teils im etruskischen, teils im lateinischen Alphabet. Sie beschreiben die Riten einer Priesterschaft und gelten als der längste und bedeutendste religiöse Text, der aus dem antiken Italien überliefert ist. Gefunden wurden die Tafeln um die Mitte des 15. Jahrhunderts in der Nähe des römischen Theaters.
Dieses Teatro Romano liegt etwas außerhalb der historischen Altstadt am Rand der Ebene und stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Erhalten sind die halbrunden Sitzstufen und Teile der Bühnenmauern. In den Sommermonaten dient die Anlage gelegentlich als Kulisse für Freilichtaufführungen. Das Theater belegt, wie bedeutend Gubbio bereits in römischer Zeit war.
Gegenüber dem Palazzo dei Consoli steht an der Piazza Grande der Palazzo del Podestà, in dem heute das Rathaus untergebracht ist. Der weite, teils auf Bögen gebaute Platz ist das Herz der Stadt und bietet einen Ausblick über die Dächer bis in die umbrische Ebene. Von hier führen steile Gassen weiter bergauf zum oberen Teil der Altstadt.
Etwas höher gelegen erreicht man den Dom von Gubbio, die Kathedrale der Heiligen Mariano und Giacomo aus dem 13. Jahrhundert. Ihre schlichte rosafarbene Fassade mit dem gotischen Spitzbogenportal steht in bewusstem Gegensatz zu der Pracht des gegenüberliegenden Bauwerks. Denn direkt gegenüber liegt der Palazzo Ducale, den Federico da Montefeltro, der Herzog von Urbino, um 1480 errichten ließ. Der Palast gilt als das erste Renaissancebauwerk der Stadt und ist um einen eleganten Innenhof, den Cortile d'Onore, angelegt. Sein berühmtes Studiolo, ein mit kunstvollen Holzintarsien verkleidetes Studierzimmer, befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York, im Palast erinnert eine Nachbildung an das Original.
Über der Stadt erhebt sich der Monte Ingino, auf dessen Gipfel die Basilica di Sant'Ubaldo steht. Hier ruht der heilige Ubaldus, Bischof und Schutzpatron von Gubbio, der 1160 starb. In der Kirche werden auch die drei hölzernen Ceri aufbewahrt, die bei der berühmtesten Feier der Stadt zum Einsatz kommen.
Zum Gipfel gelangt man zu Fuß über einen Wanderweg oder bequem mit der Seilbahn Funivia Colle Eletto. Die Bahn ist eine Sehenswürdigkeit für sich, denn statt geschlossener Kabinen fahren offene, körbchenartige Gondeln den Hang hinauf, in denen jeweils zwei Personen stehen. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und endet auf rund 800 Metern Höhe. Von der Bergstation und der Basilika reicht der Blick weit über Gubbio und die umliegenden Hügel Umbriens.
Derselbe Hang wird jedes Jahr im Winter zur Bühne für eine der bekanntesten Attraktionen der Stadt. Seit 1981 werden tausende bunte Lichter so über den Monte Ingino verteilt, dass sie von der Stadt aus die Silhouette eines gigantischen Weihnachtsbaums ergeben, gekrönt von einem leuchtenden Stern auf dem Gipfel. Die Anlage erstreckt sich über mehrere hundert Meter Höhenunterschied und wurde von den Guinness World Records als größter Weihnachtsbaum der Welt anerkannt. Entzündet wird der Baum traditionell rund um den 7. Dezember, er leuchtet bis in den Januar hinein und macht Gubbio in der Vorweihnachtszeit zu einem beliebten Ausflugsziel.
Das wichtigste Fest der Stadt ist die Corsa dei Ceri, die jedes Jahr am 15. Mai stattfindet und zu den ältesten Volksfesten Italiens zählt. Im Mittelpunkt stehen drei sogenannte Ceri, mächtige hölzerne Türme von mehreren Metern Höhe, die jeweils die Figur eines Heiligen tragen: Sant'Ubaldo, San Giorgio und Sant'Antonio. Drei Mannschaften tragen die schweren Gestelle im Laufschritt durch die Gassen und schließlich den steilen Weg auf den Monte Ingino hinauf. Das Fest ist ein Wettlauf, dessen Ausgang durch die Tradition allerdings von vornherein feststeht, da der Cero des Sant'Ubaldo immer zuerst die Basilika erreicht. Die Feier geht auf das Mittelalter und die Verehrung des Stadtpatrons zurück.
Am letzten Sonntag im Mai folgt mit dem Palio della Balestra ein weiterer traditioneller Wettkampf. Dabei treten Armbrustschützen in historischen Gewändern auf der Piazza Grande gegen Schützen aus der Nachbarstadt Sansepolcro an. Beide Feste machen Gubbio im Mai zu einem der lebendigsten Orte Umbriens, entsprechend voll ist die Stadt zu diesen Terminen.
Mit Gubbio verbindet sich eine der bekanntesten Legenden um den heiligen Franz von Assisi. Der Überlieferung nach wurde die Stadt um 1220 von einem gefährlichen Wolf heimgesucht, der Vieh und Menschen bedrohte. Franziskus soll dem Tier vor den Toren der Stadt begegnet sein und es mit Worten so weit gezähmt haben, dass es fortan friedlich in Gubbio lebte und von den Bewohnern versorgt wurde. Die Geschichte vom Wolf von Gubbio ist bis heute eng mit dem Ort verbunden und wird in Kirchen und auf Bildern immer wieder aufgegriffen.
Ein heiteres Wahrzeichen ist die Fontana dei Matti, der Brunnen der Verrückten, der eigentlich Fontana del Bargello heißt und aus dem 16. Jahrhundert stammt. Nach einem alten Brauch erhält, wer den Brunnen im Beisein eines Einheimischen dreimal umrundet, eine spöttische Urkunde, die ihn zum offiziellen Verrückten von Gubbio ernennt. Der Brauch spielt auf den eigenwilligen Ruf der Eugubiner an und ist bei Besuchern beliebt.
Gubbio ist seit dem Mittelalter für seine Keramik bekannt. Ihren Höhepunkt erreichte diese Tradition in der Renaissance mit Mastro Giorgio Andreoli, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Gubbio arbeitete. Er gilt als Meister der sogenannten Lüstertechnik, bei der Gefäße durch ein besonderes Brennverfahren einen metallisch schimmernden Glanz erhalten. Berühmt wurde vor allem sein rubinrotes Lüster, das als eines der schwierigsten Verfahren der italienischen Majolika galt.
Noch heute gibt es in der Altstadt Werkstätten, die handbemalte Keramik nach überlieferten Mustern herstellen. Eine Abteilung des Museo Civico im Palazzo dei Consoli zeigt zudem historische Stücke und dokumentiert die Bedeutung, die das Handwerk für die Stadt über die Jahrhunderte hatte. Wer ein Andenken sucht, findet in den Läden entlang der Gassen Teller, Schalen und Kacheln aus lokaler Produktion.
Neben der Keramik prägen weitere Handwerksbetriebe das Bild der Altstadt, von Schmiedearbeiten bis zu Textilien. Viele Werkstätten liegen entlang der Hauptgasse, die sich durch das Zentrum zieht, sodass sich ein Bummel durch Gubbio auch ohne festes Ziel lohnt. Die gute Erhaltung der mittelalterlichen Bausubstanz sorgt dabei für eine geschlossene Kulisse, wie sie in dieser Form nur wenige Städte Umbriens bieten.
Gubbio eignet sich gut als Basis für Ausflüge in Umbrien und die angrenzenden Marken. Die Regionalhauptstadt Perugia mit ihrer etruskischen Vergangenheit und dem lebhaften Corso Vannucci liegt rund 40 Kilometer entfernt. Nach Assisi, der Stadt des heiligen Franziskus mit ihrer weltberühmten Basilika, sind es etwa 50 Kilometer, was die Franziskus-Legende von Gubbio besonders greifbar macht.
Jenseits der Bergkette in den Marken liegt Urbino, die Renaissancestadt Federico da Montefeltros, dessen Palazzo Ducale in Gubbio an seine Herrschaft erinnert. Wer weiter in Umbrien bleiben möchte, erreicht auch Spoleto und Orvieto gut mit dem Auto. Kulinarisch lohnt sich die Region ohnehin, denn die Wälder rund um Gubbio sind für ihren weißen Trüffel bekannt, der im Herbst auf den Speisekarten der Stadt eine große Rolle spielt.
Gubbio hat keinen eigenen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof ist Fossato di Vico, rund 20 Kilometer entfernt, von dort verkehren Busse in die Stadt. Alternativ bietet sich die Anreise über Perugia an, das über Regionalzüge gut erreichbar ist und von wo aus ebenfalls Busse nach Gubbio fahren. Wer mit dem Auto kommt, nutzt in der Regel die Staatsstraße SS298, die Perugia mit Gubbio verbindet. Am Rand der Altstadt stehen mehrere Parkplätze zur Verfügung, da das historische Zentrum weitgehend für den Verkehr gesperrt ist.
Der nächste Flughafen ist der Aeroporto Internazionale dell'Umbria bei Perugia, der einige internationale Verbindungen bedient. Größere Auswahl bieten die Flughäfen von Rom und Florenz, von denen aus die Weiterreise mit Bahn oder Mietwagen erfolgt.
Als beste Reisezeit gelten das Frühjahr und der frühe Herbst. Im Mai steht die Stadt ganz im Zeichen der Corsa dei Ceri und des Palio della Balestra, im Herbst locken mildes Wetter und die Trüffelsaison. Die Sommermonate können in der Höhenlage Umbriens heiß werden, sind aber wegen der Freilichtveranstaltungen dennoch reizvoll. Im Dezember zieht der beleuchtete Weihnachtsbaum am Monte Ingino zahlreiche Besucher an. Wer die Altstadt in Ruhe erleben möchte, meidet am besten die großen Festtermine und reist unter der Woche an.
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Am 15. Mai tragen die Ceraioli drei riesige Holzkerzen im Laufschritt hinauf zur Basilika des Stadtheiligen. Eines der ältesten und leidenschaftlichsten Volksfeste Italiens.
Zur Festa dei Ceri →Die Basilika San Francesco in Assisi: Grabkirche des heiligen Franziskus mit Giotto-Fresken, UNESCO-Welterbe. Geschichte und…
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Klima im Jahresverlauf, Monatstabelle und die Monate, die zu deinem Urlaub passen.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis Oktober.
In Gubbio ist der Juli mit 29 Grad am Tag der wärmste Monat, am kühlsten bleibt es im Januar mit 8 Grad. Am meisten Regen fällt im November (125 mm), am wenigsten im Juli (47 mm).
| Monat | Tag | Nacht | Regen | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Jan | 8 °C | 1 °C | 65 mm | Winter |
| Feb | 9 °C | 1 °C | 75 mm | Winter |
| Mär | 13 °C | 4 °C | 80 mm | Kühl |
| Apr | 17 °C | 7 °C | 85 mm | Angenehm |
| Mai | 22 °C | 12 °C | 89 mm | Angenehm |
| Jun | 26 °C | 15 °C | 74 mm | Warm |
| Jul | 29 °C | 18 °C | 47 mm | Warm |
| Aug | 29 °C | 18 °C | 61 mm | Warm |
| Sep | 24 °C | 14 °C | 95 mm | Angenehm |
| Okt | 19 °C | 11 °C | 108 mm | Angenehm |
| Nov | 13 °C | 7 °C | 125 mm | Kühl |
| Dez | 9 °C | 3 °C | 94 mm | Winter |
Klimanormalwerte 1991 bis 2020 (Tageshöchst- und Tiefstwerte, Monatsniederschlag) aus TerraClimate, 4-km-Raster, gerundet.
Unterkunft in Gubbio zur besten Reisezeit Eine Woche, Samstag bis Samstag, zwei Personen. Datum lässt sich bei Booking.com anpassen.
| Region | Umbrien |
| Provinz | Perugia |
| Einwohnerzahl | 31.939 |
| Provinzkürzel | PG |
| Postleitzahl | 06024, 06020 |
| Vorwahl | 075 |
| Prominente Bürger | Frederico da Montefeltro (Herzog) Terence Hill (Schauspieler) |
| Städtepartnerschaft | Salon-de Provence (Frankreich) Villerupt (Frankreich) Wertheim (Deutschland) Thann (Frankreich) |
| Geschichte | In der Antike war die Stadt ein bedeutendes Zentrum der Umbrer |
| Lage | im Apennin gelegen, etwa 35 km von Perugia entfernt |
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