La Spezia
Ligurien

La Spezia

Historische Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten

La Spezia liegt am Ende einer tief eingeschnittenen Bucht an der Ostküste Liguriens, dem Golfo dei Poeti, dem Golf der Dichter. Mit rund 95.000 Einwohnern ist die Stadt nach Genua die zweitgrößte Liguriens und zugleich Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Wer sie besucht, kommt meist wegen ihrer Lage: La Spezia ist das Tor zu den Cinque Terre und der Ausgangspunkt für Ausflüge nach Portovenere und Lerici. Anders als die kleinen Fischerdörfer der Umgebung ist La Spezia eine arbeitende Hafenstadt. Seit der Militärhafen im 19. Jahrhundert entstand, prägen Werften, Docks und ein reger Warenumschlag das Bild. Das macht den Ort weniger postkartentauglich als die berühmten Nachbarn, dafür ist er lebendig, gut angebunden und deutlich günstiger als die Dörfer der Küste. Viele Urlauber...

La Spezia liegt am Ende einer tief eingeschnittenen Bucht an der Ostküste Liguriens, dem Golfo dei Poeti, dem Golf der Dichter. Mit rund 95.000 Einwohnern ist die Stadt nach Genua die zweitgrößte Liguriens und zugleich Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Wer sie besucht, kommt meist wegen ihrer Lage: La Spezia ist das Tor zu den Cinque Terre und der Ausgangspunkt für Ausflüge nach Portovenere und Lerici.

Anders als die kleinen Fischerdörfer der Umgebung ist La Spezia eine arbeitende Hafenstadt. Seit der Militärhafen im 19. Jahrhundert entstand, prägen Werften, Docks und ein reger Warenumschlag das Bild. Das macht den Ort weniger postkartentauglich als die berühmten Nachbarn, dafür ist er lebendig, gut angebunden und deutlich günstiger als die Dörfer der Küste. Viele Urlauber nehmen sich hier ein Quartier und fahren von der Stadt aus mit Bahn oder Boot in die Region.

Die Altstadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander. Wer einen oder zwei Tage einplant, kann die Museen, die Burg und die Fußgängerzone in Ruhe ansehen und trotzdem noch Zeit für einen Abstecher an die Küste finden.

Die Stadt am Golfo dei Poeti

Der Name Golf der Dichter geht auf die Schriftsteller und Künstler zurück, die die Bucht im 19. Jahrhundert für sich entdeckten. Der englische Dichter Percy Bysshe Shelley lebte in San Terenzo bei Lerici und ertrank 1822 vor der Küste, als sein Boot in einem Sturm kenterte. Lord Byron hielt sich ebenfalls in der Gegend auf, eine Felsgrotte bei Portovenere trägt bis heute seinen Namen. Der Beiname für den Golf setzte sich allerdings erst später durch: Geprägt hat ihn der Dramatiker Sem Benelli, der ihn 1910 in einer Rede in San Terenzo verwendete.

Geschützt zwischen zwei Landzungen bietet die Bucht ruhiges Wasser und ein mildes Klima. Diese geschützte Lage war schon immer der Grund, warum sich hier eine bedeutende Marine ansiedelte. Für Besucher bedeutet sie vor allem eines: Von La Spezia aus erreicht man in kurzer Zeit einige der schönsten Küstenabschnitte Italiens, ohne lange Wege in Kauf nehmen zu müssen.

Der Militär- und Handelshafen

La Spezia verdankt seine heutige Gestalt dem Bau des Marinearsenals. Nach der Einigung Italiens wählte man die geschützte Bucht als Standort für den wichtigsten Kriegshafen des jungen Königreichs. Die Arbeiten am Arsenale Militare Marittimo begannen 1862 und wurden 1869 abgeschlossen. Für den Bau wurden ganze Viertel der alten Stadt abgerissen und neue Wohnquartiere für die mehreren tausend Beschäftigten errichtet. Aus dem kleinen Ort wurde binnen weniger Jahrzehnte eine Industrie- und Militärstadt mit Eisenbahnanschluss und breiten Straßen.

Das Arsenal ist bis heute in Betrieb und daher nur eingeschränkt zugänglich, prägt aber unübersehbar den westlichen Teil der Stadt. Daneben ist La Spezia einer der bedeutendsten Handelshäfen des Mittelmeers und ein großer Umschlagplatz für Container. Wer die maritime Geschichte des Ortes verstehen will, findet den passenden Zugang im Marinemuseum direkt neben dem Haupteingang zum Arsenal.

Sehenswürdigkeiten in der Altstadt

Oberhalb des Zentrums thront das Castello San Giorgio, der älteste Bau der Stadt. Die erste Anlage entstand im 13. Jahrhundert, im Lauf der Jahrhunderte wurde die Festung mehrfach umgebaut und erweitert. Heute beherbergt sie ein archäologisches Museum mit Funden aus der Region, darunter die eigentümlichen Steinstelen der Lunigiana. Vom Wehrgang aus hat man einen weiten Blick über die Stadt, den Hafen und den Golf.

Das Herz der Altstadt ist die Via del Prione, eine der ältesten Straßen von La Spezia. Die lange Fußgängerzone verbindet den Bereich um den Bahnhof mit der Uferpromenade und ist zugleich die wichtigste Einkaufsstraße. Zwischen Geschäften, Cafés und Restaurants liegen kleine Plätze und historische Gebäude. Nur wenige Schritte abseits steht die Kirche Santa Maria Assunta, eine der ältesten Pfarrkirchen der Stadt. Ein weiteres Beispiel für die Architektur des späten 19. Jahrhunderts ist der Palazzo delle Poste an der Via Vittorio Veneto, das heutige Hauptpostamt im neoklassizistischen Stil.

Museen: Amedeo Lia und Tecnico Navale

Das bedeutendste Kunstmuseum der Stadt ist das Museo Civico Amedeo Lia. Es wurde 1996 im ehemaligen Kloster der Paulaner in einem Seitenweg der Via del Prione eröffnet und geht auf eine Schenkung des Sammlers Amedeo Lia zurück. In dreizehn Sälen zeigt es mehr als tausend Werke, darunter Gemälde vom Mittelalter bis zur Renaissance, Bronzen, Elfenbeinarbeiten, Glas und Miniaturen. Namen wie Tizian, Tintoretto und Pontormo machen die Sammlung zu einer der reichsten Liguriens und zu einem lohnenden Ziel auch bei schlechtem Wetter. Das Museum liegt zentral in der Altstadt und lässt sich gut mit einem Bummel über die Via del Prione verbinden.

Wer sich für die Seefahrt interessiert, sollte das Museo Tecnico Navale besuchen. Das Marinemuseum liegt neben dem Haupteingang des Arsenals und befindet sich seit 1958 an seinem heutigen Standort. Zu sehen sind Schiffsmodelle, Seekarten, historische Waffen, nautische Instrumente und Galionsfiguren alter Segelschiffe. Die Sammlung reicht von den Anfängen der Seefahrt bis zu Torpedos und frühen Funkgeräten und erzählt die enge Verbindung der Stadt mit der italienischen Marine.

Porto Mirabello und die Uferpromenade

Zwischen Altstadt und Meer liegt die Promenade Passeggiata Costantino Morin, eine breite Uferallee mit Palmen, Grünflächen und Blick auf den Golf. Hier lässt es sich am Abend flanieren, wenn die Einheimischen zum Aperitivo zusammenkommen. Am Rand des Zentrums schließt sich der moderne Yachthafen Porto Mirabello an, ein Marinabereich mit Anlegern für große Yachten, Restaurants und Geschäften. Von den Kais der Stadt legen außerdem die Ausflugsboote ab, die im Sommer nach Portovenere, Lerici und zu den Dörfern der Cinque Terre fahren.

Ausgangspunkt für die Cinque Terre

Für die meisten Besucher ist La Spezia vor allem das Sprungbrett zu den Cinque Terre. Die fünf Dörfer Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso liegen an der Steilküste nördlich der Stadt und gehören seit 1997 gemeinsam mit Portovenere und den vorgelagerten Inseln zum UNESCO-Welterbe. Autos sind in den engen Orten kaum sinnvoll, weshalb Bahn und Boot die besten Verkehrsmittel sind.

Vom Bahnhof La Spezia Centrale fährt der Cinque Terre Express, der die fünf Dörfer und das nördlich gelegene Levanto in dichtem Takt miteinander verbindet. Die Fahrt von Ort zu Ort dauert nur wenige Minuten, ein Großteil der Strecke verläuft in Tunneln unter den Weinbergen. Wer mehrere Dörfer an einem Tag ansehen möchte, ist mit der Bahn am schnellsten unterwegs. Als Alternative bietet sich die Cinque Terre Card an, die Bahnfahrten und den Zugang zu den Wanderwegen des Nationalparks bündelt. Der berühmteste Küstenweg zwischen den Dörfern ist nicht immer vollständig geöffnet, weshalb sich ein Blick auf den aktuellen Zustand der Wege vor dem Wandern lohnt.

Portovenere und die vorgelagerten Inseln

Am südlichen Ende des Golfs liegt Portovenere, ein farbenfrohes Hafenstädtchen, das viele für ebenso schön wie die Cinque Terre halten und das oft weniger überlaufen ist. Über der Landzunge steht die gotische Kirche San Pietro aus schwarz-weißem Marmor, direkt am offenen Meer. Darüber erhebt sich die Burg der Familie Doria, unterhalb liegt die nach Lord Byron benannte Grotte. In der Hochsaison fahren Boote von La Spezia direkt hierher, mit dem Bus sind es etwa dreißig Minuten.

Vor Portovenere liegen die drei Inseln Palmaria, Tino und Tinetto, die zum selben Welterbe gehören. Palmaria ist die größte und kann mit einer kurzen Bootsfahrt erreicht und zu Fuß erkundet werden. Tino und Tinetto sind kleiner und teils militärisch genutzt oder unbewohnt. Zusammen bilden sie mit Portovenere und den Cinque Terre eine der eindrucksvollsten Küstenlandschaften Italiens, geprägt vom jahrhundertelangen Terrassenbau an den steilen Hängen.

Lerici und der Ostufer des Golfs

Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht liegt Lerici, ein eleganter Badeort mit einer mächtigen Burg über dem Hafen. Der benachbarte Ortsteil San Terenzo war das Zuhause von Shelley und gehört zu den Orten, die dem Golf seinen literarischen Beinamen gaben. Lerici hat kleine Buchten und Strände und ist von La Spezia aus mit dem Bus gut zu erreichen. Wer den Trubel der Cinque Terre meiden möchte, findet an diesem Ufer eine ruhigere Alternative mit ähnlich schönem Blick über den Golf.

Essen und Wein

Die Küche rund um La Spezia ist ligurisch geprägt und stützt sich auf einfache, gute Zutaten. Das bekannteste Gericht der Region ist das Pesto alla genovese aus Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Olivenöl und Käse, das zu langen, gedrehten Nudeln wie Trofie serviert wird. Dazu kommen Focaccia, gefüllte Muscheln nach spezzinischer Art und viel frischer Fisch aus dem Golf. In den Trattorien der Altstadt und an der Uferpromenade findet man beides, die einfache Hausmannskost der Region und gehobene Fischküche. Ein Markt in der Nähe der Via del Prione versorgt die Stadt täglich mit Gemüse, Obst und Fisch.

Aus den Weinbergen der Cinque Terre stammt der trockene Weißwein Cinque Terre DOC, der zu Fisch und Meeresfrüchten passt. Eine Spezialität ist der Sciacchetrà, ein süßer Dessertwein aus getrockneten Trauben, der in den Terrassen der Steilküste erzeugt wird und wegen der aufwendigen Handarbeit selten und entsprechend geschätzt ist. Wer die Umgebung besucht, sollte beide Weine wenigstens einmal probieren.

Anreise und beste Reisezeit

La Spezia liegt an der Bahnstrecke von Genua nach Pisa und Rom und ist per Zug hervorragend erreichbar. Der Bahnhof La Spezia Centrale ist ein wichtiger Knotenpunkt, hier halten Fern- und Regionalzüge, und hier beginnt der Cinque Terre Express. Wer mit der Bahn anreist, braucht vor Ort kein Auto, da sich Stadt und Küste bequem mit Zug und Boot bereisen lassen.

Mit dem Auto führt die Küstenautobahn A12 von Genua nach Livorno an La Spezia vorbei, aus dem Landesinneren kommt man über die A15 aus Richtung Parma. In der Stadt selbst ist Parken begrenzt und in der Altstadt teuer, für Ausflüge in die Cinque Terre ist das Auto ohnehin ungeeignet. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Pisa mit dem Flughafen Galileo Galilei in gut einer Stunde Fahrzeit und Genua mit dem Flughafen Cristoforo Colombo etwas weiter entfernt. Von beiden Flughäfen bestehen Bahnverbindungen nach La Spezia.

Die beste Reisezeit sind das späte Frühjahr und der Frühherbst. Von Mai bis Juni und im September bis Anfang Oktober ist das Wetter mild, das Meer angenehm warm und die Cinque Terre nicht so überlaufen wie im Hochsommer. Der Juli und August sind heiß und stark besucht, gerade an den schmalen Wegen und in den kleinen Dörfern der Küste kann es dann sehr eng werden. Wer das Wandern plant, ist im Frühjahr und Herbst deutlich im Vorteil.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis November.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

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Gut zu wissen

Informationen

Informationen über La Spezia

Region Ligurien
Provinz La Spezia
Einwohner­zahl 93.678
Provinzkürzel SP
Prominente Bürger Giancarlo Giannini (Schauspieler)
Produkte / Marken Oto Melara (Rüstung)
Termomeccanica (Metallverarbeitung)
Enel(Wärmekraftwerk)
Fincantieri (Werft)
Cantiere navale del Muggiano (Werft)
Städte­partnerschaft Toulon (Frankreich)
Bayreuth (Deutschland)
Reisezeit-Hinweise vermehrter Niederschlag im Herbst und Frühling, sonst eher milde Winter und warme Sommer
Lage direkt am Meer im Nationalpark der Cinque Terre
Häufige Fragen

La Spezia: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Wann ist die beste Reisezeit für La Spezia?
Zum Baden ist Juli bis September die richtige Zeit, dann ist das Wasser warm genug. Für Besichtigungen und Wanderungen sind April bis Juni sowie September bis November angenehmer. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 28 Grad.
Wie reist man nach La Spezia an?
Die meisten Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen mit dem eigenen Auto. Wer fliegen möchte, nutzt den nächstgelegenen Flughafen Genua (GOA) und fährt von dort mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter.

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