Santa Maria dell'Isola
Sakralbauwerk mit Aussicht
Lamezia Terme liegt an der Westküste Kalabriens, dort wo sich die schmalste Stelle der Halbinsel zwischen Tyrrhenischem und Ionischem Meer öffnet. Die Stadt breitet sich vom Golf von Sant'Eufemia bis in die Hügel am Fuß des Reventino-Massivs aus, das Zentrum von Nicastro liegt auf gut 200 Metern Höhe. Für die meisten Reisenden ist Lamezia der erste Boden, den sie in Kalabrien betreten, denn hier landet der größte Flughafen der Region.
Diese Rolle als Verkehrstor prägt den Ort. Wer weiter nach Tropea, an die Küste des Capo Vaticano oder in die Berge der Sila will, wechselt in Lamezia von Flugzeug auf Bahn, Mietwagen oder Bus. Doch die Stadt lohnt auch einen eigenen Halt: eine normannisch-staufische Burg über den Dächern, schwefelhaltige Thermalquellen, die schon die Römer nutzten, und eine Wachfestung der Malteserritter direkt am Meer.
Lamezia Terme in seiner heutigen Form ist jung. Erst 1968 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Nicastro, Sambiase und Sant'Eufemia Lamezia zu einer Kommune zusammengelegt. Diese Herkunft merkt man der Stadt bis heute an: Sie hat kein einzelnes historisches Zentrum, sondern drei Kerne mit eigenem Charakter. Nicastro im Landesinneren trägt die Altstadt und die Burg, Sambiase liegt an den Thermen, und Sant'Eufemia zieht sich zur Küstenebene mit Flughafen und Bahnhof hinunter.
Das Wahrzeichen von Lamezia thront über dem Viertel Nicastro. Die Normannen errichteten die Burg im 11. Jahrhundert, unter Kaiser Friedrich II. wurde sie im 13. Jahrhundert zur staufischen Festung ausgebaut. Das schwere Erdbeben von 1638 legte weite Teile in Trümmer, erhalten sind Mauerzüge, Bögen und Turmreste. Der Aufstieg durch die engen Gassen der Altstadt lohnt sich vor allem wegen des Blicks: Von der Ruine reicht die Sicht über die Dächer bis zur Küstenebene und zum Meer.
Am Fuß der Altstadt steht die Cattedrale dei Santi Pietro e Paolo, der Dom von Nicastro. Die alten Gassen darunter mit ihren Steinhäusern, kleinen Plätzen und Handwerksläden geben ein Bild davon, wie das mittelalterliche Kalabrien aussah, bevor Erdbeben und Wiederaufbau die Region prägten.
Unten an der Ebene von Sant'Eufemia steht mit dem Bastione di Malta ein zweites markantes Bauwerk. Der wuchtige Wachturm stammt aus dem 16. Jahrhundert und geht auf den Malteserorden zurück, der die Küste gegen die Überfälle sarazenischer und osmanischer Piraten sichern sollte. Von der Reihe der Küstentürme, die einst die ganze kalabrische Küste überwachten, ist der Bastione einer der besterhaltenen.
Die Küste selbst ist flach und breit. Am Lungomare Falcone-Borsellino reihen sich Sandstrände mit Strandbädern, dahinter liegt die Ebene mit ihren Zitrus- und Olivenhainen. Wer im Sommer in Lamezia landet und gleich ans Wasser will, findet hier ohne lange Anfahrt einen ersten Badeplatz, bevor es weiter an die bekannteren Strände Kalabriens geht.
Der zweite Namensteil der Stadt kommt von den Thermen. Im Viertel Sambiase, am Lauf des Bagni-Bachs, treten die Quellen der Terme Caronte zutage. Schon in der römischen Antike waren sie als Aquae Angae bekannt. Das schwefelhaltige Wasser kommt mit rund 39 Grad aus dem Boden und wird für Bäder, Schlammpackungen und Inhalationen genutzt.
Es gibt zwei Wege, das Wasser zu erleben. Kostenlos badet man in der sogenannten Gurna, einem natürlichen Becken im Grünen, das ganzjährig warm bleibt. Wer mehr will, bucht im Kurbetrieb Terme Caronte Wellness- und Heilanwendungen. Der schwefelige Geruch gehört dazu, das Wasser gilt seit jeher als heilsam für Haut und Atemwege.
Die zentrale Lage macht Lamezia zu einem guten Ausgangspunkt. Rund 30 Kilometer südlich liegt Pizzo, bekannt für sein Kastell und das Eisdessert Tartufo. Noch weiter südlich an der Küste folgen Tropea mit seiner Altstadt auf dem Felsen und die Steilküste des Capo Vaticano, beide gut 50 bis 75 Kilometer entfernt und über die Küstenstraße oder die Autobahn A2 zu erreichen.
Nach Osten führt die Staatsstraße 280 in gut einer halben Stunde zur Regionalhauptstadt Catanzaro und weiter ans Ionische Meer. Wer die Berge sucht, fährt landeinwärts in die kalabrische Hochebene der Sila mit ihren Wäldern und Seen. Auch die Küstenorte Scilla und die Provinzhauptstadt Reggio Calabria im Süden sind als Tagesausflug machbar.
Der Flughafen Lamezia Terme (IATA-Code SUF) liegt in der Ebene von Sant'Eufemia, nur wenige Kilometer westlich der Stadt. Er ist der größte und meistgenutzte Flughafen Kalabriens und wird von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus im Sommer direkt angeflogen. Rund zwei Kilometer vom Terminal entfernt liegt der Bahnhof Lamezia Terme Centrale, den ein Shuttle oder Taxi anbindet. Von dort fahren Züge der Tyrrhenischen Linie nach Norden Richtung Neapel und nach Süden nach Reggio Calabria, die Stadt ist damit auch ohne Auto ein praktischer Knotenpunkt.
Mit dem Auto erreicht man Lamezia über die mautfreie Autobahn A2 (Autostrada del Mediterraneo), die Salerno mit Reggio Calabria verbindet und direkt an der Stadt vorbeiführt. Aus Österreich und der Schweiz ist die Anfahrt allerdings lang: Von der Grenze am Brenner oder in Chiasso sind es rund 1.200 Kilometer bis nach Kalabrien, sinnvoll nur mit einer Übernachtung unterwegs. Wer aus dem deutschsprachigen Raum kommt, fliegt in aller Regel und mietet vor Ort einen Wagen. Im Ortskern von Nicastro gibt es enge Gassen und teils Zonen mit Zufahrtsbeschränkung (ZTL), Parkplätze findet man am besten am Rand der Altstadt.
Die beste Reisezeit ist das späte Frühjahr von Mai bis Juni sowie der September, wenn es warm, aber nicht drückend heiß ist und das Meer noch angenehme Temperaturen hat. Der Hochsommer im Juli und August bringt an der Küste viel Sonne und volle Strände, im Landesinneren kann es dann sehr heiß werden. Die Thermen von Caronte lassen sich das ganze Jahr über nutzen und sind gerade in der kühleren Jahreszeit ein guter Grund für einen Besuch.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: März bis Mai sowie Oktober bis Dezember.
Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.
| Region | Kalabrien |
| Provinz | Catanzaro |
| Einwohnerzahl | 70.891 |
| Provinzkürzel | CZ |
| Postleitzahl | 88046 |
| Vorwahl | 0968 |
| Prominente Bürger | Guido d'Ippolito (Autorennfahrer) |
| Lage | an der tyrrhenischen Küste gelegen |
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