San Fruttuoso
Malerisch gelegener Klosterkomplex in einer Bucht am Golfo Paradiso
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Levanto liegt an der Riviera di Levante im äußersten Osten von Ligurien, in der Provinz La Spezia und nur wenige Kilometer nördlich der Cinque Terre. Der Ort mit seinen gut 5.000 Einwohnern liegt in einer breiten Bucht, umgeben von Hügeln mit Olivenhainen, Weinbergen und Pinien. Anders als die eng in den Fels gebauten Dörfer der Cinque Terre öffnet sich Levanto flach zum Meer und besitzt etwas, das an der ligurischen Küste selten ist: einen langen, zusammenhängenden Sandstrand.
Genau diese Mischung macht den Ort für viele Urlauber interessant. Wer die Cinque Terre besuchen will, aber nicht in den überlaufenen Dörfern selbst wohnen möchte, findet in Levanto eine ruhige Basis mit eigener Bahnstation, Strand, einer sehenswerten Altstadt und guten Verbindungen in beide Richtungen. Hinzu kommt die Bucht, die bei bestimmten Windlagen ordentliche Wellen bekommt und Levanto zu einem der bekanntesten Surfreviere Liguriens gemacht hat.
Der historische Kern liegt etwas zurückgesetzt hinter der Strandpromenade. Hier stehen die Bauwerke, die den mittelalterlichen Rang des Ortes belegen: eine markante gestreifte Kirche, Reste der Stadtmauer, eine gut erhaltene Burg und eine offene Markthalle aus dem 13. Jahrhundert. Zusammen mit dem Strand und den Küstenwegen ergibt das ein Ziel, das mehr bietet als einen reinen Badeaufenthalt.
Der Hauptstrand von Levanto zieht sich in weitem Bogen durch die gesamte Bucht und ist damit einer der längsten Sandstrände dieses Küstenabschnitts. Das Wasser fällt vielerorts flach ab, weshalb sich der Ort gut für einen Familienurlaub eignet. Es gibt sowohl freie Strandabschnitte als auch kostenpflichtige Bäder mit Liegen und Sonnenschirmen. Die Strandpromenade ist begrünt und verbindet den Badebereich mit dem Ortszentrum.
Bekannt ist Levanto in Italien vor allem als Surfspot. Wenn Wind aus der richtigen Richtung in die offene Bucht drückt, bauen sich Wellen auf, die für ligurische Verhältnisse ungewöhnlich sind. In der kühleren Jahreszeit trifft man deshalb regelmäßig Surfer im Wasser, und im Ort gibt es Verleihstationen und Schulen für Wassersport. Weitere Badeplätze finden sich in den kleinen Buchten der Umgebung, die teils zu Fuß oder über die Küstenwege erreichbar sind. Einen Überblick über die Strände der Region gibt die Seite zu den Stränden in Ligurien.
Das Wahrzeichen von Levanto ist die Pfarrkirche Sant'Andrea, ein Hauptwerk der ligurischen Gotik. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1222, Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche erweitert, und ihr heutiges Erscheinungsbild geht auf eine Restaurierung um die Wende zum 20. Jahrhundert zurück. Auffällig ist die zweifarbig gestreifte Fassade aus abwechselnd hellem Carrara-Marmor und dunklem, grünlichem Serpentin, ein Dekor, das für die genuesische Gotik typisch ist.
Über dem spitzbogigen Portal sitzt eine Fensterrose, im Bogenfeld darunter befindet sich ein Fresko aus dem 15. Jahrhundert. Das Innere ist in mehrere Schiffe gegliedert, die durch zweifarbige Säulen und Pfeiler getrennt sind. Die Kirche steht leicht erhöht am Rand des historischen Kerns, von hier reicht der Blick über die Dächer und die Bucht. Rund um die Kirche zieht sich die Altstadt mit engen Gassen, bemalten Häuserfronten und kleinen Läden.
Oberhalb des Ortes steht das Castello di Levanto, eine mittelalterliche Burganlage aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist gut erhalten, befindet sich jedoch in Privatbesitz und ist von innen nicht öffentlich zugänglich. Von den Mauern und den umliegenden Wegen aus ergeben sich Ausblicke auf die Küste. Zur mittelalterlichen Anlage gehören außerdem gut erhaltene Reste der Stadtmauer, die einen Eindruck von der Ausdehnung des befestigten Ortes vermitteln.
Im Zentrum steht mit der Loggia del Comune ein weiterer Bau aus dem 13. Jahrhundert. Die offene Bogenhalle diente einst als Ort für Versammlungen, Handel und Markt. Sie wurde von der UNESCO in die Liste der Monumente aufgenommen, die als Botschafter einer Kultur des Friedens gelten. Zusammen mit der Kirche, der Burg und der Stadtmauer bildet die Loggia ein zusammenhängendes historisches Ensemble, das sich zu Fuß in kurzer Zeit ablaufen lässt.
Eine der Besonderheiten von Levanto ist der autofreie Rad- und Fußweg, der von hier aus nach Norden führt. Er verläuft auf der Trasse der alten Küstenbahn, die im 19. Jahrhundert direkt am Meer durch den Fels getrieben wurde. Als in den 1970er Jahren eine neue Bahnlinie mit modernen Tunneln entstand, wurde die alte Strecke aufgegeben und später zum Geh- und Radweg umgebaut. Der Weg heißt Ciclopedonale Maremonti und ist Teil des Sentiero Verdeazzurro.
Der befestigte Weg ist rund sechs Kilometer lang und verbindet Levanto mit Bonassola und weiter mit Framura. Ein großer Teil der Strecke führt durch die ehemaligen Eisenbahntunnel, die hoch, breit und beleuchtet sind. Zwischen den Tunneln öffnet sich der Blick immer wieder auf Meer und Felsküste. Weil der Weg fast eben verläuft, ist er auch mit Kindern, dem Fahrrad oder zu Fuß gut zu bewältigen. In Levanto und Bonassola gibt es Verleihstationen für Fahrräder. Wer die Küste lieber sportlich erkundet, findet in der Region auch Reviere zum Wandern.
Levanto liegt an der Bahnlinie zwischen Genua und La Spezia und ist damit der nördliche Ausgangspunkt für Ausflüge in die Cinque Terre. Vom Bahnhof Levanto fährt der Cinque Terre Express in wenigen Minuten nach Monterosso, dem nächstgelegenen der fünf Dörfer. Weiter geht es entlang der Küste nach Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. In der Hauptsaison verkehren die Züge im dichten Takt, sodass sich die Dörfer bequem nacheinander ansteuern lassen.
Der Vorteil von Levanto liegt darin, dass der Ort selbst nicht zum Nationalpark gehört und daher deutlich ruhiger ist als die fünf Dörfer, die in der Hochsaison sehr voll werden. Wer hier übernachtet, hat abends den Strand und die Altstadt für sich und ist tagsüber trotzdem schnell mitten in den Cinque Terre. Auch La Spezia am südlichen Ende der Linie ist mit dem Zug gut erreichbar und dient als Tor zum Golf der Dichter mit Portovenere und Lerici.
Für Ausflüge in den Nationalpark lohnt sich meist die Cinque Terre Card. Die Variante Cinque Terre Treno umfasst neben der Nutzung der kostenpflichtigen Wanderwege auch beliebig viele Fahrten mit dem Cinque Terre Express zwischen Levanto und La Spezia. Die Preise hängen von der Saison ab und liegen im niedrigen Bereich bei rund 20 Euro pro Tag, an stark besuchten Tagen der Hochsaison deutlich darüber. In der Nebensaison fällt die Karte günstiger aus. Wer nur einzelne Strecken fährt, kann auch reguläre Bahntickets lösen, bei mehreren Fahrten am Tag rechnet sich die Karte jedoch schnell. Erhältlich ist sie an den Bahnhöfen und den Infopoints des Parks.
Wer die Cinque Terre nicht nur mit dem Zug, sondern zu Fuß erreichen möchte, startet direkt in Levanto. Von hier führt eine Etappe des Sentiero Verdeazzurro über die Hügel nach Monterosso, dem ersten der fünf Dörfer. Der Weg beginnt am Ortsrand, steigt zunächst spürbar an und verläuft dann als Höhenweg über den Bergrücken, der Levanto von den Cinque Terre trennt.
Für die Strecke sollte man je nach Tempo rund zwei bis zweieinhalb Stunden einplanen. Unterwegs bieten sich Ausblicke auf die Küste, und weil dieser Abschnitt weniger begangen wird als die klassischen Wege zwischen den fünf Dörfern, geht es hier ruhiger zu. Festes Schuhwerk und ausreichend Wasser sind wegen der Steigungen zu empfehlen. In Monterosso angekommen, kann man den Rückweg bequem mit dem Zug antreten. Für weniger geübte Wanderer bleibt die Bahn als schnelle Alternative jederzeit verfügbar.
Wie überall in Ligurien prägt das Meer die Küche. Auf den Karten stehen Fisch und Meeresfrüchte, dazu die regionalen Klassiker wie Pesto alla genovese, Focaccia und die dünne Fladenspezialität Farinata aus Kichererbsenmehl. Im Ortskern und rund um den Hafenbereich gibt es Trattorien, Cafés und kleine Läden. Der ligurische Weißwein aus den Hügeln der Umgebung passt zu den einfachen, auf gute Zutaten gestützten Gerichten. Wer selbst kochen möchte, findet in den Läden der Altstadt frischen Fisch, Gemüse und lokale Erzeugnisse.
Ein fester Termin ist der Wochenmarkt, der die Gassen des Ortskerns belebt und neben Lebensmitteln auch Kleidung und Haushaltswaren bietet. Im Sommer beleben zudem kleine Feste und Veranstaltungen den Ort. Trotz seiner Nähe zu den viel besuchten Cinque Terre bewahrt sich Levanto den Charakter eines gewachsenen Küstenstädtchens, in dem sich das Leben nicht nur um den Tourismus dreht.
Auch die weitere Umgebung lohnt einen Ausflug. Nach Norden reihen sich entlang der Küste Orte wie Moneglia und Sestri Levante mit seinen beiden Buchten. Die Regionalmetropole Genua mit ihrem großen Aquarium und der Altstadt ist mit dem Zug erreichbar und füllt einen kompletten Tagesausflug. Wer länger bleibt, findet in der Region ein breites Angebot an Unterkünften, von Hotels bis zu Ferienhäusern.
Am einfachsten reist man mit der Bahn an. Der Bahnhof Levanto liegt an der Küstenlinie zwischen Genua und La Spezia, auf der auch der Cinque Terre Express verkehrt. Aus Deutschland und Österreich erreicht man den Ort über Umsteigeverbindungen, meist über Mailand oder Genua. Wer mit dem Auto kommt, verlässt die Autobahn A12 an der Ausfahrt Carrodano und fährt von dort über eine kurvige Landstraße hinunter an die Küste. Im Ort selbst sind die Parkmöglichkeiten in der Hauptsaison begrenzt, weshalb sich Bahn und der Küstenradweg für Ausflüge anbieten.
Die nächstgelegenen Flughäfen sind Pisa und Genua, von beiden bestehen Bahn- oder Busverbindungen in Richtung Küste. Hinweise zu Verbindungen und Verkehrsmitteln fasst die Seite zur Anreise nach Italien zusammen.
Die beste Reisezeit für Levanto liegt zwischen Mai und September. Im Frühsommer und im September ist es angenehm warm, die Wanderwege sind gut begehbar und der Ort ist weniger überlaufen als im Hochsommer. Juli und August bringen die höchsten Temperaturen und volle Strände, dann sind Unterkünfte früh ausgebucht. Wer surfen möchte, kommt eher in der Übergangszeit im Herbst und Winter auf seine Kosten, wenn die Bucht die passenden Wellen bekommt. Für den Strandurlaub und die Ausflüge in die Cinque Terre bleibt der Zeitraum vom späten Frühjahr bis in den Frühherbst die sicherste Wahl.
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Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis November.
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