Schloss Rametz
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Levico Terme liegt auf einem kegelförmigen Landstück im südöstlichen Trentino, dort wo sich das breite Tal der Valsugana zwischen zwei Seen öffnet. Der Ort trägt bis heute die Handschrift der k.u.k. Zeit: breite Alleen, Kurvillen mit Türmchen und Balkonen, ein weitläufiger Park und die stille Eleganz eines Bades, das einst den halben Adel Mitteleuropas empfing. Der deutsche Name Löweneck erinnert an die Jahrhunderte, in denen das Gebiet zu Österreich-Ungarn gehörte. Seit 1919 ist Levico italienisch und Teil der Provinz Trient, doch der Kurort-Charakter blieb erhalten.
Wer heute anreist, findet eine seltene Mischung aus Badeurlaub, Bergen und Geschichte. Zwei Seen laden zum Schwimmen und zum Wassersport, ringsum steigen die Hänge der Lagorai-Kette und der Hochebene von Lavarone auf, und mitten im Ort führen arsen- und eisenhaltige Thermalquellen ihr traditionsreiches Programm für Atemwege und Haut fort. Levico Terme ist damit weniger ein Ausflugsziel für einen Tag als ein Standort für eine ganze Woche, an dem sich Erholung, Natur und Kultur bequem miteinander verbinden lassen.
Der Aufstieg des Ortes begann mit dem Wasser. Bereits 1814 entstand hoch oben bei der Quelle von Vetriolo, auf rund 1.500 Metern, eine erste Einrichtung, die das sulfat-arsen-eisenhaltige Heilwasser nutzte, das die Einheimischen Acqua Forte, starkes Wasser, nannten. 1860 öffnete das erste Kurgebäude im Tal, und ab 1870 entwickelte sich Levico mit dem Bau des Palazzo delle Terme zu einem bedeutenden Bad, das Gäste von weit jenseits der Alpen anzog. Ärzte schickten ihre Patienten hierher, wohlhabende Familien richteten sich für Wochen ein, und rund um das Thermalzentrum wuchs eine Sommerfrische im großen Stil.
Das Haus Habsburg prägte diese Blüte unmittelbar. Die Monarchie ließ die Parkanlagen anlegen, förderte den Bau der Hotels und machte Levico zu einer Adresse, die man in Wien und Budapest kannte. Die glanzvollste Kurgästin war Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Kaiserin Sissi, deren Aufenthalt bis heute zum Selbstverständnis des Ortes gehört. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs fiel das Gebiet 1919 an Italien, doch das Bad blieb in Betrieb. 1965 wurden die Anlagen deutlich erweitert, und so verbindet Levico Terme bis heute historische Kulisse mit modernem Kurbetrieb.
Das Herz des Ortes ist bis heute das Wasser aus Vetriolo. Es zählt zu den seltenen arsen- und eisenhaltigen Quellen und enthält die wirksamen Stoffe in therapeutisch nutzbaren, aber unbedenklichen Konzentrationen. Wegen des hohen Sulfatanteils gilt es als sulfat-arsen-eisenhaltiges Heilwasser. In den Thermen von Levico kommt es vor allem bei Inhalationen und Bädern zum Einsatz. Die Anwendungen richten sich traditionell an Menschen mit Beschwerden der Atemwege sowie mit Hautproblemen, dazu kommen Kuren zur allgemeinen Erholung und Regeneration.
Wer die Kur nicht als medizinisches Programm sucht, kann die Thermen auch für ein paar entspannte Stunden nutzen. Der Ablauf folgt dabei einer langen Tradition: erst die Anwendung, dann der Spaziergang im Grünen, so wie es die Kurgäste schon vor über hundert Jahren hielten. Genau dafür wurde der große Park geschaffen, der die Bäder umgibt.
Direkt an das Thermalzentrum grenzt der Parco secolare degli Asburgo, der jahrhundertealte Park der Habsburger. Er entstand in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts nach den Plänen des eigens aus Nürnberg berufenen Landschaftsgärtners Georg Ziehl und erstreckt sich über rund dreizehn Hektar. Ursprünglich war er der Erholung der habsburgischen Gäste vorbehalten, die hier zwischen den Anwendungen spazieren gingen.
Heute ist der Park für alle offen und einer der schönsten historischen Gärten des Trentino. Über geschwungene Wege verteilen sich mächtige, oft exotische Baumarten aus aller Welt, dazu Blumenbeete, Wiesen und stille Winkel. Für Familien mit Kindern, für einen ruhigen Nachmittag oder als grüne Verbindung zwischen Ort und Thermen ist er ein idealer Anlaufpunkt und ein Stück gelebte Kurgeschichte.
Was Levico Terme unter den Trentiner Kurorten besonders macht, sind seine beiden Seen. Der Levicosee liegt gleich unterhalb des Ortes, ist vergleichsweise klein und gehört zu den wärmeren Badeseen der Region. Seine Ufer mit den gepflegten Badestränden wurden mit der Bandiera Blu ausgezeichnet, dem blauen Gütesiegel für saubere Gewässer und gute Infrastruktur. Der See eignet sich damit gut für Familien, für einen ruhigen Badetag und für erste Runden auf dem Wasser.
Nur wenige Kilometer entfernt schließt sich der Caldonazzosee an, mit rund 4,7 Kilometern Länge der größte See, der vollständig im Trentino liegt. Er zählt zu den wärmsten Gewässern der Alpen und ist von Mai bis September gut zum Baden geeignet. Vor allem aber ist er ein Revier für Wassersport: Surfen, Segeln und Rudern haben hier ihren Platz, und als einer der wenigen Seen der Umgebung ist auf ihm sogar Wasserski erlaubt. Zusammen decken die beiden Seen fast jeden Wunsch ab, vom stillen Bad bis zum sportlichen Tag auf dem Wasser.
Über dem Levicosee erhebt sich der Colle delle Benne, und auf seiner Kuppe auf 649 Metern steht das Forte delle Benne, auch Forte di San Biagio genannt. Die Österreicher errichteten es zwischen 1880 und 1882 als Teil ihres Festungsgürtels. Als Zwillingswerk des Forts von Tenna auf der Südseite des Sees diente es vor allem als Beobachtungsposten und Depot. Heute ist das Fort ein Ort für Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen und ein lohnendes Ziel für einen Spaziergang mit weitem Blick über das Tal. In der weiteren Umgebung der Valsugana reihen sich weitere Festungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, die sich zu Touren durch die Frontgeschichte verbinden lassen.
Ein stilles Gegenstück dazu ist die kleine Kirche San Biagio am gleichnamigen Hügel. Ihr ältester Teil bewahrt Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert, gemalt von verschiedenen Künstlern, überwiegend der venezianischen Schule. Sie gelten als eines der wichtigsten Zeugnisse der Wandmalerei jener Zeit, die in der Valsugana erhalten geblieben ist. Im Winter zieht es Wintersportler hinauf zur Panarotta, dem Skigebiet über dem Ort, das mit überschaubaren Pisten und Blick auf die Berge vor allem für Familien und Genießer gedacht ist.
Rund um Levico Terme beginnt eine der abwechslungsreichsten Wanderregionen des Trentino. Im Nordosten steigt die wilde, seenreiche Lagorai-Kette auf, ein weitgehend unberührtes Gebirge, das ambitionierte Bergwanderer bis auf die Kammwege der Translagorai führt. Im Süden breitet sich die sanftere Hochebene von Lavarone aus, mit Wäldern, Almen und leichten Wegen. Dazwischen liegen unzählige Routen für jedes Niveau, dazu Kletterfelsen und Trails für das Mountainbike.
Bequemer und für Familien besonders reizvoll ist der Valsugana-Radweg, der auf rund 80 Kilometern durch das Tal verläuft und dabei fast durchgehend dem Fluss Brenta folgt. Die Strecke ist nahezu vollständig asphaltiert und verläuft sehr flach, was sie ideal für entspannte Touren mit Kindern macht. Wer unterwegs einkehrt, lernt die Trentiner Küche kennen: Käse und Speck von den umliegenden Höfen, Polenta, hausgemachte Nudelgerichte und Wildgerichte gehören ebenso dazu wie die Weine und Obstbrände der Region. So verbindet sich ein Tag im Sattel oder auf dem Berg mit einem guten Abendessen im Tal.
Levico Terme ist unkompliziert zu erreichen. Mit dem Auto führt der Weg über die Brennerautobahn A22 bis Trient und von dort in gut zwanzig Minuten ostwärts ins Valsugana-Tal zum Ort. Wer mit der Bahn kommt, nutzt die Valsugana-Linie, die von Trient durch das Tal bis nach Bassano del Grappa führt und in Levico Terme hält, was die An- und Weiterreise ohne Auto leicht macht. Der nächste größere Flughafen ist Verona, von dem aus sich die Strecke über die A22 fortsetzt.
Die beste Reisezeit hängt vom Vorhaben ab. Für Badeurlaub und Wassersport an den beiden Seen sind die warmen Monate von Juni bis September ideal, dann ist auch der Caldonazzosee angenehm temperiert. Wer wandern oder radeln möchte, findet von Mai bis Oktober beste Bedingungen, wobei der Frühherbst mit klarer Luft und ruhigeren Wegen besonders schön ist. Eine Kur in den Thermen ist ganzjährig möglich, und im Winter lohnt sich die Panarotta für ein paar entspannte Tage auf Ski. So bietet Levico Terme in jeder Jahreszeit einen guten Grund für einen Aufenthalt.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: März bis Mai sowie September bis Oktober.
Tipp: In den Wintermonaten Schnee und Skisaison; der Hochsommer bleibt angenehm mild.
| Region | Trentino-Südtirol |
| Provinz | Trient |
| Einwohnerzahl | 7.919 |
| Provinzkürzel | TN |
| Postleitzahl | 38056 |
| Vorwahl | 0461 |
| Städtepartnerschaft | Hausham (Deutschland) |
| Lage | im Suganertal gelegen |
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