Santuario della Madonna di San Luca
Das Heiligtum Madonna di San Luca liegt auf dem Colle della Guardia, einem Hügel südwestlich…
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Modena ist eine Stadt mit rund 186.000 Einwohnern in der Emilia-Romagna und Hauptort der gleichnamigen Provinz. Sie liegt in der Po-Ebene an der antiken Via Emilia, etwa auf halbem Weg zwischen Bologna und Parma. Wer nach Modena fährt, kommt in aller Regel aus zwei Gründen: wegen des Essens und wegen der Autos.
Die Stadt ist die Heimat des Aceto Balsamico Tradizionale, sie liegt mitten im Erzeugungsgebiet von Parmigiano Reggiano und Lambrusco, und sie ist zugleich das Zentrum der sogenannten Motor Valley: Ferrari, Maserati, Lamborghini und Pagani bauen ihre Wagen im Umkreis von wenigen Kilometern. Dazu kommt ein kompaktes historisches Zentrum, dessen Kern seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Modena eignet sich als Standort für zwei bis drei Tage oder als Tagesausflug von Bologna aus. Die Altstadt lässt sich komplett zu Fuß erlaufen. Anders als in den großen Kunststädten Italiens bleibt der Andrang überschaubar, die Stadt lebt spürbar von ihren eigenen Bewohnern und von den Studierenden der 1175 gegründeten Universität.
In Modena dreht sich alles um die Piazza Grande mit dem Dom San Geminiano und dessen Glockenturm, der Torre Ghirlandina. Der Bau des Doms begann 1099 unter dem Architekten Lanfranco, die Reliefs an Fassade und Portalen stammen vom Bildhauer Wiligelmo und gehören zu den Hauptwerken der italienischen Romanik. Die Ghirlandina misst gut 86 Meter und ist von weitem zu sehen. Seit 1997 zählt das Ensemble aus Dom, Turm und Piazza Grande samt Palazzo Comunale zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Ab 1450 residierten in Modena verschiedene Herrscher und Fürsten, allen voran die Este, die sich Paläste errichten ließen. Daher die architektonische Vielfalt der Stadt. Der Palazzo Ducale beherbergt seit dem 19. Jahrhundert die italienische Militärakademie, die Kunstsammlung der Familie ist heute in der Galleria Estense im Palazzo dei Musei zu sehen. Die beliebteste Einkaufsstraße ist die Via Emilia, ursprünglich eine römische Konsularstraße, die die Altstadt in gerader Linie durchschneidet.
Junge Leute triffst du tagsüber in den Cafés an der Piazza Grande und abends in den Altstadtbars der Via Gallucci. Ein Stück außerhalb liegt die Casa Museo Luciano Pavarotti: Der 1935 in Modena geborene Tenor starb 2007 in diesem Haus, das seit 2015 als Museum zugänglich ist.
Feinschmecker und Köche in aller Welt verbinden den Namen Modena mit dem Aceto Balsamico Tradizionale di Modena, der jahrelang in einer Fassbatterie aus verschiedenen Hölzern reift. Der Zusatz "Tradizionale" macht den Unterschied zu den industriell hergestellten Balsamicos aus. Viele Acetaie in und um Modena lassen sich nach Voranmeldung besichtigen, oft samt Verkostung mit dem kleinen Holzlöffel. Spontane Besuche funktionieren dort selten.
Auf den Tisch kommen außerdem Tortellini in Brodo, also in Fleischbrühe, sowie Zampone und Cotechino, zwei Schweinswürste mit geschützter Herkunftsbezeichnung, die traditionell an Silvester mit Linsen gegessen werden. Dazu passt Lambrusco, der leicht perlende Rotwein der Gegend, und zum Abschluss der Nocino, ein Likör aus grünen Walnüssen. Aus der Region kommen die Käsesorten Parmigiano Reggiano und Grana Padano, der Parmaschinken aus dem benachbarten Parma. Für die Spitzengastronomie steht die Osteria Francescana von Massimo Bottura mit ihren drei Michelin-Sternen. Reservierungen sind dort Monate im Voraus nötig.
Wer die Küche der Emilia an einem einzigen Ort begreifen will, geht in den Mercato Albinelli, die überdachte Markthalle südlich der Piazza Grande. Sie wurde am 28. Oktober 1931 eröffnet, ist eine Konstruktion aus Eisen und Glas und steht seit 1990 unter Denkmalschutz. In der Mitte steht ein Brunnen mit einer Figur des Modeneser Bildhauers Giuseppe Graziosi.
An den Ständen liegen Parmigiano Reggiano in verschiedenen Reifegraden, Mortadella, Salumi, frische Pasta sowie Obst und Gemüse aus der Umgebung. Der Markt ist kein Museum, sondern der Ort, an dem die Modeneser tatsächlich einkaufen. Am besten kommst du vormittags, denn nachmittags haben viele Stände geschlossen.
Bei einem Stadtbummel siehst du auffällig viele Wagen der Nobelmarken Maserati, Lamborghini und Ferrari. Sie werden rund um Modena gebaut. Maserati produziert direkt in der Stadt, Ferrari im etwa 20 Kilometer entfernten Maranello, Lamborghini im nahen Sant'Agata Bolognese und Pagani in San Cesario sul Panaro.
Für Besucher gibt es zwei Ferrari-Museen: das Museo Enzo Ferrari in Modena, das um das Geburtshaus des Firmengründers herum gebaut wurde und dessen gelbes Dach die Form einer Motorhaube hat, sowie das Museo Ferrari in Maranello mit Rennwagen und Formel-1-Technik. Beide lassen sich mit einem Kombiticket besuchen, zwischen den Standorten verkehrt ein Shuttlebus. Lamborghini unterhält in Sant'Agata Bolognese ein eigenes Museum. Die Autobauer nutzen die Straßen des Apennin für Testfahrten. Wer sich geduldig auf die Lauer legt, erhascht den einen oder anderen Blick auf einen Erlkönig.
Modena liegt verkehrsgünstig. Bologna erreichst du mit dem Regionalzug in rund einer halben Stunde, Parma liegt in ähnlicher Distanz in die andere Richtung. Beide eignen sich als Tagesausflug, Maranello ist mit Bus oder Auto in etwa einer halben Stunde erreicht.
Südlich der Stadt steigt das Land zum Apennin an. Dort liegen die Burg von Vignola, die Weinberge des Lambrusco Grasparossa rund um Castelvetro und weiter oben Wanderwege und kleine Skigebiete. Weitere Ziele findest du in unserem Überblick zur Emilia-Romagna.
Mit dem Auto liegt Modena am Kreuzungspunkt zweier Autobahnen: Die A1 verbindet Mailand über Bologna mit Florenz und Rom, die A22 Brennerautobahn endet nach 314 Kilometern bei Modena und mündet in die A1. Auf italienischen Autobahnen zahlst du an Mautstationen nach gefahrener Strecke, das Ticket ziehst du bei der Auffahrt.
Aus Österreich führt der direkteste Weg über die Brennerautobahn: Ab Innsbruck sind es rund 360 Kilometer, ab Wien etwa 730 Kilometer, wobei die Route über Villach und Venedig meist gleichwertig ist. In Österreich brauchst du die Vignette, für die Brennerstrecke der A13 fällt zusätzlich eine Sondermaut an. Aus der Schweiz rechnest du ab Zürich mit rund 450 Kilometern über den Gotthard oder den San Bernardino und weiter über Mailand. Für Schweizer Nationalstraßen ist die Jahresvignette Pflicht, sie gilt unabhängig von der Fahrtdauer.
Mit der Bahn ist Modena gut angebunden: Die Station liegt an der Strecke Mailand bis Bologna, Regionalzüge fahren dicht getaktet. Der nächstgelegene Flughafen ist Bologna Marconi, rund 40 Kilometer entfernt und per Zug mit Umstieg in Bologna Centrale in gut 40 Minuten erreichbar. Auch Verona, Mailand und Florenz kommen infrage. Weitere Hinweise findest du auf unserer Seite zur Anreise nach Italien.
Die angenehmste Reisezeit sind Frühling und Frühherbst. Von April bis Juni und im September ist es mild, im September liegen die Höchstwerte im Schnitt noch bei etwa 25 Grad. Der Hochsommer erreicht in der Po-Ebene regelmäßig 30 Grad und mehr, und viele Betriebe machen im August Ferien. Der Winter ist kalt und häufig neblig, dafür sind die Museen leer und Zampone und Cotechino haben Saison.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Region | Emilia-Romagna |
| Provinz | Modena |
| Einwohnerzahl | 184.727 |
| Provinzkürzel | MO |
| Postleitzahl | 41100 |
| Vorwahl | 059 |
| Prominente Bürger | Luciano Pavarotti (Opernsänger) Nicoló dell' Abbate (Maler) Guarino Guarini (Architekt, Mathematiker) Maria Beatrice d'Este (Königin) Enzo Ferrari (Sportwagenhersteller) Arrigo Levi (Journalist) Maurizio Cheli (Astronaut) Lorenzo Fonda (Künstler) |
| Produkte / Marken | Maserati Pagani Automobili Panini |
| Städtepartnerschaft | Linz (Österreich) Londrina (Brasilien) Novi Sad (Serbien) Saint Paul (USA) |
| Sport | FC Modena (Fußball) |
| Spezialitäten des Ortes | Lambrusco Aceto Balsamico di Modena Grana Padano Parmigiano Reggiano |
| Geschichte | Die Universität wurde bereits 1175 gegründet. Trotzdem war die Stadt oft Spielball der Mächte. |
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