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Monte Cassino
Latium

Monte Cassino

Monte Cassino: Klosterreise in die Mitte Italiens

Monte Cassino ist ein Felsberg über der Stadt Cassino im Süden von Latium, rund auf halbem Weg zwischen Rom und Neapel. Auf seinem Gipfel steht in etwa 520 Metern Höhe die Benediktinerabtei Montecassino, mehrere Hundert Meter über dem Talboden. Von der Terrasse reicht der Blick weit über das Liri-Tal, an klaren Tagen bis zu den Bergen der Abruzzen. Der Ort trägt zwei Geschichten in sich, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Hier gründete Benedikt von Nursia im Jahr 529 das Kloster, in dem er die Ordensregel schrieb, die das abendländische Mönchtum über Jahrhunderte prägte. Und hier tobte im Frühjahr 1944 eine der längsten und verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, an deren Ende die Abtei in Trümmern lag. Wer heute heraufkommt, findet...

Monte Cassino ist ein Felsberg über der Stadt Cassino im Süden von Latium, rund auf halbem Weg zwischen Rom und Neapel. Auf seinem Gipfel steht in etwa 520 Metern Höhe die Benediktinerabtei Montecassino, mehrere Hundert Meter über dem Talboden. Von der Terrasse reicht der Blick weit über das Liri-Tal, an klaren Tagen bis zu den Bergen der Abruzzen.

Der Ort trägt zwei Geschichten in sich, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Hier gründete Benedikt von Nursia im Jahr 529 das Kloster, in dem er die Ordensregel schrieb, die das abendländische Mönchtum über Jahrhunderte prägte. Und hier tobte im Frühjahr 1944 eine der längsten und verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, an deren Ende die Abtei in Trümmern lag.

Wer heute heraufkommt, findet ein originalgetreu wiederaufgebautes Kloster und rundherum mehrere Soldatenfriedhöfe. Monte Cassino ist damit kein klassisches Urlaubsziel, sondern ein Ort für Reisende, die Geschichte, Architektur und Erinnerung an einem einzigen Berg zusammensehen wollen. Als Tagesausflug von Rom oder als Stopp auf der Fahrt Richtung Süden lässt er sich gut einplanen.

Die Benediktinerabtei und das Grab des heiligen Benedikt

Die Abtei Montecassino gilt als Mutterkloster des Benediktinerordens. Benedikt von Nursia zog sich hierher zurück, verfasste die Regula Benedicti mit ihrem berühmten Leitwort ora et labora und legte damit das Fundament für das klösterliche Leben in ganz Europa. In seiner langen Geschichte wurde das Kloster mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, unter anderem 577 durch die Langobarden und 883 durch die Sarazenen.

Das Kloster, das du heute betrittst, stammt aus der Nachkriegszeit. Nach der völligen Zerstörung 1944 wurde die Anlage nach dem Grundsatz "wo es war, wie es war" wieder errichtet. Papst Paul VI. weihte die neue Basilika am 24. Oktober 1964. Im Inneren beeindrucken die barock nachempfundenen Kreuzgänge, die weiße Fassade und die reich ausgestattete Klosterkirche. Hinter dem Hauptaltar liegt das Grab des heiligen Benedikt und seiner Schwester Scholastica, das Ziel vieler Pilger. Neben der Kirche kannst du die Innenhöfe, das kleine Museum und die Bibliothek besichtigen.

Der Eintritt in die Abtei ist frei, gepflegte Kleidung wird wie in jeder Kirche erwartet. Für den Rundgang durch Basilika, Höfe und Museum solltest du ein bis zwei Stunden einplanen. Geöffnet ist täglich, von Ende März bis Ende Oktober meist von 8.45 bis 19.00 Uhr, im Winterhalbjahr von 9.00 bis etwa 16.00 Uhr.

Die Schlacht um Monte Cassino 1944

Im Zweiten Weltkrieg lag Monte Cassino auf der sogenannten Gustav-Linie, der deutschen Verteidigungsstellung quer über Mittelitalien, die den alliierten Vormarsch auf Rom blockierte. Von Januar bis Mai 1944 kämpften alliierte Verbände in vier Schlachten um den Berg und die Stadt Cassino im Tal. Am 15. Februar 1944 warfen alliierte Bomber Hunderte Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die Abtei, weil sie dort deutsche Truppen vermuteten. Das Kloster wurde vollständig zerstört, ohne dass zu diesem Zeitpunkt Soldaten darin lagen. Erst in den Trümmern richteten sich deutsche Fallschirmjäger als Verteidiger ein.

Die Kämpfe zählen zu den verlustreichsten des Krieges in Italien. Auf alliierter Seite gab es rund 55.000 Gefallene, Verwundete und Vermisste, auf deutscher Seite etwa 20.000, dazu zahllose zivile Opfer. Erst am 18. Mai 1944 nahmen Soldaten des polnischen 2. Korps die Ruine ein und hissten dort ihre Fahne. Die Historiale von Cassino, ein Multimedia-Museum in der Stadt im Tal, ordnet diese Ereignisse mit Karten, Filmen und Inszenierungen ein und ist eine sinnvolle Ergänzung zum Besuch oben am Berg.

Die Soldatenfriedhöfe rund um den Berg

Rund um Monte Cassino liegen mehrere große Kriegsgräberstätten, die an die Gefallenen erinnern. Direkt unterhalb der Abtei, auf dem Sattel zur Höhe 593, breitet sich der polnische Soldatenfriedhof aus. Hier ruhen mehr als 1.000 Soldaten des polnischen 2. Korps, die bei der Erstürmung des Bergs fielen. Der Blick von dort hinauf zum Kloster macht die Härte der Kämpfe unmittelbar begreifbar.

Am Ortsrand von Cassino im Tal liegt der Commonwealth-Friedhof mit über 4.200 Gräbern britischer, neuseeländischer, indischer und weiterer Soldaten der alliierten Verbände. Rund drei Kilometer nördlich der Stadt, beim Weiler Caira, befindet sich die deutsche Kriegsgräberstätte mit etwas mehr als 20.000 Bestatteten, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zwischen 1959 und 1964 anlegte. Alle drei Friedhöfe sind frei zugänglich und werden bis heute gepflegt.

Ausflüge in die Umgebung

Monte Cassino lässt sich gut mit weiteren Zielen in Süd-Latium verbinden. An der Küste, etwa eine Autostunde entfernt, liegt die Hafenstadt Gaeta mit ihrer Altstadt auf der Landzunge und den Stränden der Riviera di Ulisse. Nördlich davon reihen sich Formia und das für seine Tiberius-Grotte bekannte Sperlonga aneinander, das mit seinen weißen Gassen und Buchten zu den schönsten Orten der Region zählt.

Nach Norden ist Rom mit seinen Wahrzeichen wie dem Kolosseum und dem Vatikan in rund anderthalb Stunden erreichbar und eignet sich als Ausgangspunkt für den Tagesausflug zur Abtei. Nach Süden führt die Route in die Kampanien, wo Neapel und die Ausgrabungen von Pompeji warten. So lässt sich Monte Cassino gut als Zwischenstation auf einer größeren Italien-Rundreise einplanen.

Anreise und beste Reisezeit

Der nächste große Flughafen ist Rom-Fiumicino, rund 140 Kilometer entfernt, gefolgt von Neapel-Capodichino in etwa 100 Kilometern. Mit dem Zug erreichst du den Bahnhof Cassino auf der Hauptstrecke Rom-Neapel; von Rom Termini dauert die Fahrt je nach Verbindung ein bis eineinhalb Stunden. Vom Bahnhof im Tal fährst du mit Taxi oder einem der wenigen Linienbusse die kurvenreiche Straße hinauf zur Abtei. Wer flexibel sein will, ist mit dem Auto klar im Vorteil.

Mit dem Auto nimmst du die Autobahn A1 zwischen Rom und Neapel und verlässt sie an der Ausfahrt Cassino. Von dort schlängelt sich eine gut ausgebaute, aber enge Bergstraße über etwa neun Kilometer und viele Kehren hinauf zum Kloster, wo ein kostenpflichtiger Parkplatz wartet. Beachte, dass Cassino wie viele italienische Städte eine verkehrsbeschränkte Zone (ZTL) in der Innenstadt hat; die Auffahrt zur Abtei ist davon aber nicht betroffen. Aus Österreich fährst du über den Brenner nach Bologna und weiter auf der A1 Richtung Rom und Süden, aus der Schweiz über den Gotthard und Mailand auf dieselbe Achse. Für die Strecke ab München oder Zürich solltest du eine lange Tagesetappe einplanen und die Fahrt am besten mit einer Übernachtung teilen.

Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst, also April bis Juni sowie September und Oktober. Dann ist es auf dem exponierten Berg angenehm mild, die Fernsicht über das Tal ist oft klar, und die Andrangspitzen halten sich in Grenzen. Im Hochsommer kann es heiß werden, und im Winter ist es oben deutlich kühler und windiger als im Tal, mit verkürzten Öffnungszeiten der Abtei. Rund um den 18. Mai finden regelmäßig Gedenkveranstaltungen zur Schlacht statt, was den Besuch besonders eindrücklich, aber auch voller macht.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Wetter in Monte Cassino

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Reiseplanung

Beste Reisezeit für Monte Cassino

Klima im Jahresverlauf, Monatstabelle und die Monate, die zu deinem Urlaub passen.

Klima im Jahresverlauf

Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis Oktober.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

Wo liegt Monte Cassino?

Karte von Italien mit Markierung Monte Cassino

Klimatabelle Monte Cassino: Monat für Monat

In Monte Cassino ist der August mit 29 Grad am Tag der wärmste Monat, am kühlsten bleibt es im Januar mit 9 Grad. Am meisten Regen fällt im November (151 mm), am wenigsten im Juli (32 mm).

MonatTagNachtRegenEinordnung
Jan9 °C1 °C84 mmWinter
Feb10 °C2 °C76 mmKühl
Mär13 °C4 °C74 mmKühl
Apr16 °C7 °C72 mmAngenehm
Mai21 °C11 °C54 mmAngenehm
Jun25 °C15 °C38 mmAngenehm
Jul28 °C18 °C32 mmWarm
Aug29 °C18 °C32 mmWarm
Sep24 °C14 °C82 mmAngenehm
Okt19 °C11 °C115 mmAngenehm
Nov14 °C6 °C151 mmKühl
Dez9 °C2 °C111 mmWinter

Klimanormalwerte 1991 bis 2020 (Tageshöchst- und Tiefstwerte, Monatsniederschlag) aus TerraClimate, 4-km-Raster, gerundet, höhenkorrigiert auf 519 m.

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Häufige Fragen

Monte Cassino: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Was kann man in der Abtei Montecassino besichtigen?
Besichtigen kannst du die wiederaufgebaute Basilika mit dem Grab des heiligen Benedikt hinter dem Hauptaltar, die barock nachempfundenen Kreuzgänge, ein kleines Museum und die Bibliothek. Das gesamte Kloster wurde nach der Zerstörung von 1944 originalgetreu neu errichtet und 1964 von Papst Paul VI. geweiht. Für den Rundgang solltest du ein bis zwei Stunden einplanen.
Warum wurde die Abtei Monte Cassino im Zweiten Weltkrieg zerstört?
Alliierte Bomber zerstörten die Abtei am 15. Februar 1944, weil sie deutsche Truppen im Kloster vermuteten, das auf der deutschen Verteidigungslinie quer durch Mittelitalien lag. Tatsächlich befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Soldaten in der Anlage; erst danach verschanzten sich deutsche Fallschirmjäger in den Ruinen. Die Kämpfe dauerten von Januar bis Mai 1944.
Welche Soldatenfriedhöfe gibt es rund um Monte Cassino?
Rund um den Berg liegen drei große Kriegsgräberstätten. Direkt unterhalb der Abtei befindet sich der polnische Soldatenfriedhof mit über 1.000 Gräbern, am Ortsrand von Cassino der Commonwealth-Friedhof mit mehr als 4.200 Gräbern und beim Weiler Caira die deutsche Kriegsgräberstätte mit gut 20.000 Bestatteten. Alle drei sind frei zugänglich.
Wie kommt man zur Abtei Montecassino hinauf?
Am einfachsten fährst du mit dem Auto: Über die Autobahn A1 nimmst du die Ausfahrt Cassino und dann die etwa neun Kilometer lange, kurvenreiche Bergstraße bis zum kostenpflichtigen Parkplatz am Kloster. Ohne Auto erreichst du den Bahnhof Cassino auf der Strecke Rom-Neapel und fährst von dort mit Taxi oder einem der wenigen Linienbusse hinauf zur Abtei.
Kostet der Eintritt in die Abtei Montecassino etwas?
Der Eintritt in die Abtei selbst ist kostenlos, für den Parkplatz oben am Kloster fällt eine Gebühr an. Geöffnet ist täglich, von Ende März bis Ende Oktober meist von 8.45 bis 19.00 Uhr, im Winterhalbjahr etwa von 9.00 bis 16.00 Uhr. Wie in jeder Kirche wird angemessene Kleidung erwartet.
Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch in Monte Cassino?
Am angenehmsten sind Frühling und Herbst, also April bis Juni sowie September und Oktober, wenn es auf dem exponierten Berg mild ist und die Fernsicht über das Tal oft klar bleibt. Im Hochsommer wird es heiß, im Winter oben deutlich kühler und windiger als im Tal, mit verkürzten Öffnungszeiten. Rund um den 18. Mai finden Gedenkveranstaltungen zur Schlacht statt.

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