Im Conero gibt es einen Ort, der nicht nur wegen seiner historischen Gebäude und Kirchen einen Besuch lohnt, sondern in dem es auch mysteriöse, jahrtausendealte Geheimnisse zu entdecken gibt: Die ehemalige Römerstadt Auximum, heute unter dem Namen Osimo bekannt.
Sakralbauten und kopflose Statuen
Über der auf einem Hügel gelegenen Altstadt von Osimo ragt der eindrucksvolle Duomo di San Leopardo aus dem 13. Jahrhundert in den Himmel. Er wurde auf den Fundamenten einer antiken Kirche errichtet, zeigt sowohl romanische als auch gotische Stilmerkmale und besticht besonders durch seine imposanten Portale. Kurz innehalten sollte der Besucher der Altstadt aber auch an den zahlreichen Palazzi aus dem 16. und 17. Jahrhundert, am Rathaus, an der Porta Musune und an der Kirche San Francesco mit dem angeschlossenen Kloster des Heiligen San Giuseppe, des Schutzpatrons der Studierenden.
Überall in Osimo stößt man auch noch auf Spuren seiner römischen Geschichte: Antike Mauerreste, römische Quellen und Brunnen sowie die rätselhaften „kopflosen Statuen“ am Rathaus, die in früheren Zeiten das Forum schmückten. Der Überlieferung nach sollen sie einst bei Kampfhandlungen enthauptet worden sein.
Eine Stadt unter der Stadt
Einzigartig sind die Hypogäen unter der Stadt, ein kilometerlanges, verzweigtes Sandsteintunnel- und Grottensystem. Einige der unterirdischen Gänge wurden bereits in der Antike geschaffen, Teile des Systems baute man im Mittelalter weiter aus. Die Grotten von Cantinone liegen in der Nähe der alten römischen Stadtmauern und der “Fonte Magna”. In ihren labyrinthartigen Gängen finden sich Brunnen und Wandreliefs, auf denen Menschen, Tiere und Dämonen dargestellt sind. Auch die Grotte di Piazza Dante, die von dem gleichnamigen Platz aus zu erreichen sind, weisen in ihren Gewölbegängen mystisch anmutende Flachreliefs auf. In der Grotta Simonetti, nahe dem Palazzo Hercolani Fava Simonetti, die nur eingeschränkt zugänglich ist, sind Inschriften erhalten, die auf den Orden der Tempelritter zurückgehen; Spuren der Templer finden sich auch in der Kirche San Filippo de Plano in Casenuove di Osimo.
Etwas außerhalb der Stadt ist das wunderschöne Kloster Campocavallo einen Abstecher wert. Es ist insbesondere für sein Marienbild berühmt, das von gläubigen Katholiken mit Wunderphänomenen in Verbindung gebracht wird: Es heißt, dass die Madonna im 19. Jahrhundert wiederholt Tränen vergossen habe.