Ostuni
Apulien

Ostuni

Ostuni: Besuch der "Weißen Stadt" von Apulien

Ostuni gehört zu den bekanntesten Orten in Apulien und trägt einen Beinamen, der sofort ein Bild vor Augen ruft: La Città Bianca, die Weiße Stadt. Gemeint ist die Altstadt, deren Häuser mit Kalk getüncht sind und die auf drei Hügeln in gut 200 Metern Höhe über der Ebene liegt. Von Weitem wirkt der Ort wie ein heller Fleck, der sich vom Grün der Olivenhaine und dem Blau der Adria abhebt. Die Stadt liegt in der Provinz Brindisi im Südosten Italiens, rund 8 Kilometer von der Küste entfernt. Zwischen dem historischen Kern und dem Meer erstreckt sich eine Ebene aus jahrhundertealten Olivenbäumen, die den Ruf der Region als Olivenöl-Landschaft begründet. Wer über die Serpentinen zur Altstadt hinauffährt, erreicht ein Labyrinth aus...

Ostuni gehört zu den bekanntesten Orten in Apulien und trägt einen Beinamen, der sofort ein Bild vor Augen ruft: La Città Bianca, die Weiße Stadt. Gemeint ist die Altstadt, deren Häuser mit Kalk getüncht sind und die auf drei Hügeln in gut 200 Metern Höhe über der Ebene liegt. Von Weitem wirkt der Ort wie ein heller Fleck, der sich vom Grün der Olivenhaine und dem Blau der Adria abhebt.

Die Stadt liegt in der Provinz Brindisi im Südosten Italiens, rund 8 Kilometer von der Küste entfernt. Zwischen dem historischen Kern und dem Meer erstreckt sich eine Ebene aus jahrhundertealten Olivenbäumen, die den Ruf der Region als Olivenöl-Landschaft begründet. Wer über die Serpentinen zur Altstadt hinauffährt, erreicht ein Labyrinth aus engen Gassen, Treppen und weiß gekalkten Fassaden, über dem die spätgotische Kathedrale aufragt.

Ostuni verbindet damit zwei Seiten, die einen Aufenthalt in Süditalien ausmachen: eine dicht bebaute historische Stadt mit langer Geschichte und eine Küste mit Sandstränden und geschützten Buchten. Dieser Text ordnet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ein, erklärt den Ursprung der weißen Häuser und fasst Anreise sowie die beste Reisezeit zusammen.

Die weiße Altstadt und warum Ostuni leuchtet

Das Wahrzeichen von Ostuni ist die Altstadt selbst. Die verwinkelten Gassen des mittelalterlichen Kerns, den die Einheimischen La Terra nennen, sind von Häusern gesäumt, deren Wände immer wieder mit Kalk gestrichen werden. Der Kalk ist kein reiner Schmuck. Historisch geht die Tradition auf die frühe Neuzeit zurück, als Kalkanstriche als Schutz gegen die Ausbreitung der Pest galten. Der weiße Anstrich wirkte desinfizierend und hielt die eng bebauten Viertel hygienischer. Bis heute reflektiert das helle Weiß außerdem das starke süditalienische Sonnenlicht und hält die Räume dahinter im Sommer kühler.

Der Rundgang durch die Altstadt führt durch ein System aus schmalen Gassen, Torbögen und kurzen Treppenfluchten, die sich um den höchsten Punkt winden. Viele Wege sind so eng, dass kein Auto hindurchpasst, weshalb der historische Kern weitgehend Fußgängern vorbehalten bleibt. Kleine Läden, Handwerksbetriebe, Cafés und Trattorien haben sich in den Erdgeschossen eingerichtet. Von den höher gelegenen Plätzen und Aussichtspunkten reicht der Blick über die Dächer hinweg bis zu den Olivenhainen und, bei klarer Sicht, bis zum Meer.

Der mittelalterliche Grundriss geht auf die Zeit zurück, als Ostuni von einer Stadtmauer umschlossen war. Reste dieser Befestigung und einzelne Stadttore sind bis heute erhalten und markieren den Übergang zwischen dem alten Kern und den jüngeren Vierteln der Unterstadt. Wer sich beim Gehen einfach den Gassen überlässt, entdeckt immer wieder kleine Plätze, blumengeschmückte Treppen und Durchblicke auf die umliegende Landschaft. Ein festes Programm braucht es dafür nicht, die Altstadt selbst ist die Hauptsehenswürdigkeit.

Die Concattedrale Santa Maria Assunta

Am höchsten Punkt der Altstadt steht die Concattedrale Santa Maria Assunta, die Kathedrale von Ostuni. Der Bau wurde 1435 begonnen und zwischen 1469 und 1495 vollendet, er zählt damit zu den bedeutenden spätgotischen Kirchen Apuliens. Die Fassade aus hellem Stein ist durch Lisenen in drei Felder gegliedert und öffnet sich über drei Spitzbogenportalen. Blickfang ist die große zentrale Fensterrose mit 24 fein gearbeiteten Speichen, die zu den größten Rosetten Italiens gehört. Über den beiden seitlichen Portalen sitzen kleinere Rosetten.

Der Kirchplatz vor der Kathedrale ist einer der stimmungsvollsten Orte der Stadt, vor allem am späten Nachmittag, wenn das schräge Licht die Steinmetzarbeiten der Fassade betont. Gleich in der Nähe verbindet ein Bogengang, der Arco Scoppa, zwei historische Gebäude über der Gasse hinweg. Wer die Altstadt erkundet, sollte den Weg hinauf zur Kathedrale einplanen, denn hier laufen die Gassen des historischen Kerns zusammen.

Durch die Gassen: die Piazza della Libertà

Der Übergang zwischen Altstadt und Unterstadt liegt an der Piazza della Libertà, dem großen zentralen Platz von Ostuni. Er ist der belebteste Punkt der Stadt und Ausgangspunkt für die meisten Rundgänge. Am Platz steht die Guglia di Sant'Oronzo, eine barocke Säule zu Ehren des Stadtpatrons, an deren Spitze eine Statue des Heiligen thront. Rundherum reihen sich Cafés, Restaurants und öffentliche Gebäude.

Der Heilige Oronzo prägt auch das wichtigste Fest der Stadt. Die Cavalcata di Sant'Oronzo findet jeden Sommer Ende August rund um den Feiertag am 26. August statt. Reiter in historischen Kostümen ziehen dann durch die geschmückten Gassen, begleitet von Musik und Veranstaltungen. Für viele Besucher ist es der Höhepunkt des Sommers in Ostuni, allerdings sind Stadt und Unterkünfte in diesen Tagen besonders voll.

Die Donna di Ostuni und die Frühgeschichte

Die Gegend um Ostuni ist seit der Steinzeit besiedelt, und dafür gibt es einen bemerkenswerten Beleg. In der Grotta di Santa Maria di Agnano, wenige Kilometer außerhalb der Stadt, wurde 1991 das Skelett einer jungen Frau entdeckt, die vor rund 28.000 Jahren lebte. Die sogenannte Donna di Ostuni war zum Zeitpunkt ihres Todes hochschwanger, die kleinen Knochen des Fötus sind im Becken erhalten geblieben. Der Fund gilt als eine der ältesten bekannten Bestattungen einer schwangeren Frau überhaupt.

Die Fundstelle liegt heute im Parco Archeologico e Naturalistico di Santa Maria di Agnano. Das Skelett und weitere Funde aus der Altsteinzeit werden im örtlichen Museo di Civiltà Preclassiche della Murgia Meridionale gezeigt. Der archäologische Park und das Museum ergänzen den Besuch der Altstadt um eine Perspektive, die weit über das Mittelalter hinausreicht.

Ulivi secolari und das Olivenöl der Region

Die Ebene zwischen Ostuni und der Küste ist von jahrhundertealten Olivenbäumen bedeckt, den ulivi secolari. Viele dieser Bäume sind mehrere hundert Jahre alt, ihre knorrigen Stämme haben teils groteske Formen angenommen und stehen unter besonderem Schutz. Die Olivenkultur bestimmt hier seit Langem die Landschaft und die Wirtschaft.

Aus den Oliven der Region entsteht ein Öl mit geschützter Ursprungsbezeichnung, das Olio Extravergine di Oliva Collina di Brindisi DOP. Es wird überwiegend aus der Sorte Ogliarola gewonnen, die mindestens 70 Prozent des Bestands ausmachen muss, und reicht farblich von Grün bis Gelb mit einer leicht bitteren, würzigen Note. Der Kauf direkt bei einer der Ölmühlen oder Masserien der Umgebung gehört für viele zu einem Aufenthalt in Ostuni dazu. Auch für die Küche der Region, die stark von Gemüse, Hülsenfrüchten und Meeresfrüchten geprägt ist, spielt das Öl eine zentrale Rolle.

Prägend für die Landschaft rund um Ostuni sind die Masserien, ehemals landwirtschaftliche Gutshöfe, die oft wehrhaft angelegt waren, um Vieh, Ernte und Bewohner zu schützen. Viele dieser Anwesen sind heute zu Landhotels, Restaurants oder Agriturismi umgebaut und ermöglichen einen Aufenthalt mitten in den Olivenhainen. Sie sind ein guter Ausgangspunkt, um die Gegend abseits der Stadt kennenzulernen, und verbinden häufig die Übernachtung mit regionaler Küche und der eigenen Ölproduktion.

Marina di Ostuni und die Strände an der Adria

Zwischen der Stadt und dem Meer liegen rund 8 Kilometer, sodass die Küste von Ostuni in wenigen Minuten mit dem Auto erreichbar ist. Der Küstenstreifen wird als Marina di Ostuni bezeichnet und umfasst mehrere Badeorte und Strandabschnitte. Er wird regelmäßig mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, einem Umweltsiegel für gute Wasserqualität und Strandmanagement.

Die Küste wechselt zwischen feinen Sandstränden und felsigen Abschnitten. Zu den bekannten Zielen zählen Rosa Marina, Pilone, Costa Merlata und Torre Pozzelle mit seinen kleinen Buchten. Ein Stück nördlich, bereits bei Carovigno, beginnt das Naturschutzgebiet Torre Guaceto mit unverbautem Strand und geschützter Macchia. An der Küste wechseln sich frei zugängliche Strandabschnitte und kostenpflichtige Strandbäder mit Liegen und Sonnenschirmen ab, sodass sowohl der spontane Badestopp als auch der geplante Strandtag möglich sind. Wer den Badeurlaub mit Kultur verbinden will, findet in Ostuni damit eine günstige Ausgangslage. Einen Überblick über weitere Küstenabschnitte der Region bietet die Seite zu den Stränden in Apulien.

Das Valle d'Itria und Ausflüge in die Umgebung

Ostuni liegt am Rand des Valle d'Itria, des Itria-Tals, das für seine Trulli bekannt ist. Diese runden Steinhäuser mit kegelförmigen Dächern prägen die gesamte Gegend. Das berühmteste Ziel ist Alberobello, dessen Trulli-Viertel zum UNESCO-Welterbe gehören und rund eine halbe Autostunde entfernt liegen. In der Nähe laden weitere Orte des Itria-Tals zum Bummeln ein, darunter Martina Franca mit seinem barocken Zentrum sowie das kleine Cisternino und Locorotondo.

Auch für längere Ausflüge ist Ostuni gut gelegen. Nach Süden erreicht man Lecce, das für seinen überbordenden Barock als Florenz des Südens gilt, sowie die Hafenstadt Brindisi. Nach Norden liegen die apulische Hauptstadt Bari und die kleine Küstenstadt Monopoli. Als unterirdisches Naturwunder lohnen die Grotte di Castellana, ein weit verzweigtes Höhlensystem westlich der Stadt, das in geführten Rundgängen besichtigt werden kann. Durch die zentrale Lage im Südosten Apuliens lassen sich viele dieser Ziele problemlos als Tagesausflug mit dem eigenen oder gemieteten Auto verbinden.

Anreise und beste Reisezeit

Für die Anreise mit dem Flugzeug bieten sich zwei Flughäfen an. Der Flughafen Brindisi liegt rund 35 Kilometer entfernt und ist am schnellsten zu erreichen. Der größere Flughafen Bari ist etwa 100 Kilometer entfernt und über Autobahn und Landstraße gut angebunden. Von beiden Flughäfen kommt man mit Mietwagen, Zug oder Bus nach Ostuni.

Ostuni liegt an der Bahnstrecke Bari-Lecce, sodass die Anreise mit dem Zug unkompliziert ist. Der Bahnhof befindet sich allerdings rund 2,5 Kilometer unterhalb der Altstadt in der Ebene. In der Sommersaison verkehrt ein Shuttlebus zwischen Bahnhof und Zentrum, außerhalb der Saison bietet sich ein Taxi an. Wer mit dem Auto kommt, nutzt die Küstenstraße SS16 Adriatica sowie die Schnellstraße SS379, die von Bari über Ostuni Richtung Brindisi führt. Innerhalb der Altstadt ist das Parken schwierig, deshalb bieten sich die Parkplätze an den Rändern des Zentrums an, von wo aus man den historischen Kern zu Fuß erkundet.

Die beste Reisezeit für Ostuni sind das Frühjahr und der Herbst. In den Monaten von Mai bis Juni sowie September und Oktober ist es angenehm warm, die Altstadt gut besuchbar und die Strände noch oder wieder nutzbar, ohne dass der Andrang der Hauptsaison herrscht. Der Hochsommer im Juli und August bringt viel Sonne und warmes Badewasser, dann sind Stadt und Küste aber stark besucht und die Temperaturen können hoch sein. Wer vor allem die Altstadt, das Valle d'Itria und die Ausflüge in der Umgebung im Blick hat, ist in der Nebensaison meist besser aufgehoben.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Reiseplanung

Klima & beste Reisezeit

Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.

Klima im Jahresverlauf

Am angenehmsten: März bis Mai sowie September bis November.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.

Wo liegt Ostuni?

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Gut zu wissen

Informationen

Informationen über Ostuni

Region Apulien
Provinz Brindisi
Einwohner­zahl 31.318
Provinzkürzel BR
Postleitzahl 72017
Vorwahl 0831
Spezialitäten des Ortes Le Orecchiette al ragù con polpette
Aleatico di Puglia DOC
Ostuni (DOC)
Brindisi (DOC)
Geschichte die Gegend wird seit der Altsteinzeit bewohnt. Unter den Normannen begann die Entwicklung auf dem Gipfel.
Lage etwa 8 km von der Adria entfernt

 

Häufige Fragen

Ostuni: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Wann ist die beste Reisezeit für Ostuni?
Am angenehmsten sind März bis Mai sowie September bis November. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 31 Grad, der Winter fällt ruhiger und kühler aus.
Wie reist man nach Ostuni an?
Der nächstgelegene Flughafen ist Bari (BRI). Von dort geht es mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter. Die Anreise mit dem eigenen Auto ist möglich, aus dem deutschsprachigen Raum aber eine lange Strecke.
Wie viele Tage sollte man für Ostuni einplanen?
Für die wichtigsten Ziele genügt oft ein Tag, etwa als Tagesausflug in Kombination mit der Umgebung.
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