Basilica di Sant'Eufemia
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Palmanova liegt in der flachen Ebene des Friaul, rund 20 Kilometer südlich von Udine und knapp 20 Kilometer nördlich der Lagune, in der Provinz Udine in Friaul-Julisch-Venetien. Von außen sieht man der Stadt ihre Besonderheit kaum an, doch aus der Luft wird sie sofort deutlich: Palmanova bildet einen exakten neunzackigen Stern. Die Republik Venedig legte hier eine komplette Idealstadt auf dem Reißbrett an, und dieser Grundriss ist bis heute unverändert erhalten.
Gegründet wurde die Festung am 7. Oktober 1593, dem 22. Jahrestag der Seeschlacht von Lepanto. Venedig brauchte ein Bollwerk gegen die Osmanen im Osten und gegen die Habsburger im Norden, und die Militäringenieure der Renaissance setzten dabei ihre Theorie der perfekten Stadt in Stein um: geometrisch, symmetrisch, bis ins Detail durchgerechnet. Heute leben etwa 5.300 Menschen innerhalb und um die Wälle. Seit Juli 2017 gehört Palmanova gemeinsam mit Bergamo, Peschiera del Garda und weiteren Orten in Italien, Kroatien und Montenegro als Teil des Welterbes Venezianische Verteidigungsanlagen des 16. bis 17. Jahrhunderts zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Ein Besuch dauert einen halben Tag und lässt sich gut mit der Lagune, mit Udine oder mit dem antiken Aquileia verbinden. Wer die Sternform wirklich begreifen will, geht auf die Wälle hinauf oder schaut sich vorab eine Luftaufnahme an, denn vom Boden aus erschließt sich die Geometrie nur nach und nach.
Im Mittelpunkt der Stadt liegt die Piazza Grande, auch Piazza d'Armi genannt. Der sechseckige Platz misst rund zwei Hektar und wirkt für eine so kleine Stadt gewaltig, denn er war als Aufmarschplatz für tausende Soldaten gedacht. Von hier gehen die Hauptstraßen strahlenförmig nach außen zu den Toren. Rund um den Platz stehen die wichtigsten venezianischen Bauten, darunter die Loggia della Gran Guardia, das Rathaus und die Kathedrale.
Der Dom, das Duomo Dogado, wurde zwischen 1615 und 1636 errichtet und hat eine breite, säulenfreie Halle, damit die versammelten Truppen den Altar von überall sehen konnten. In der Mitte des Platzes steht eine Reihe steinerner Standbilder venezianischer Provveditori, der einstigen Statthalter. Wer sich für die Baugeschichte interessiert, findet im Civico Museo Storico an der Piazza Waffen, Karten und Modelle, die den Aufbau der drei Festungsringe erklären.
In die Festung führen nur drei Tore, jedes in Richtung einer Nachbarstadt benannt: Porta Udine im Norden, Porta Aquileia im Süden und Porta Cividale im Osten. Sie entstanden im frühen 17. Jahrhundert und werden dem venezianischen Architekten Vincenzo Scamozzi zugeschrieben. Die Porta Aquileia war der repräsentative Zugang und ist am reichsten verziert, mit Friesen, Säulen und Steinreliefs im frühbarocken Stil.
Die Tore sind mehr als Durchgänge, sie sind Teil eines gestaffelten Verteidigungssystems aus Wällen, Gräben und vorgelagerten Bastionen. Ein Spaziergang auf den Wällen führt einmal um die Stadt und zeigt, wie die neun Bastionsspitzen und die dazwischenliegenden Kurtinen ineinandergreifen. Teile der unterirdischen Gänge, der sogenannten Poternen, lassen sich bei Führungen begehen und geben einen Eindruck vom militärischen Alltag der Garnison.
Palmanova besteht aus drei ineinander liegenden Festungsgürteln, die in verschiedenen Epochen gebaut wurden. Der innere Ring stammt aus der Gründungszeit ab 1593, der mittlere aus dem 17. Jahrhundert. Den äußeren, dritten Ring ließ Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts anlegen, samt vorgelagerter Lünetten. Erst dieser jüngste Zusatz gab der Stadt den Namensteil nova, während die ursprüngliche Siedlung schlicht Palma hieß.
Zwischen den Wällen liegt heute viel Grün, und die alten Gräben und Glacis sind zu Spazierwegen und Wiesen geworden. Wer mag, umrundet die gesamte Anlage zu Fuß oder mit dem Rad. Die Strecke ist eben und familientauglich und verbindet die drei Tore zu einem geschlossenen Rundweg.
Palmanova liegt zentral zwischen den Höhepunkten des unteren Friaul. Nur etwa 18 Kilometer südlich liegt Aquileia, einst eine der größten Städte des Römischen Reiches, mit einer Basilika, deren Bodenmosaike zum UNESCO-Welterbe gehören. Von dort ist es nicht weit bis Grado, dem Lagunen- und Badeort rund 30 Kilometer entfernt, dessen flache Strände sich gut mit einem Festungstag kombinieren lassen; einen Überblick zur Küste bietet die Seite zu den Stränden in Friaul-Julisch-Venetien.
Nach Norden erreichst du in gut 20 Kilometern Udine mit seinem venezianisch geprägten Zentrum und der Piazza Libertà. Weiter östlich lohnt das langobardische Cividale del Friuli mit der Teufelsbrücke über den Natisone und dem Tempietto Longobardo, ebenfalls UNESCO-Welterbe. Und rund 55 Kilometer südöstlich wartet Triest mit seinen Kaffeehäusern und der Piazza Unità d'Italia am Meer. Auch Venedig ist mit etwa 120 Kilometern in gut anderthalb Stunden erreichbar.
Wer den Ausflug mit einem Einkaufsbummel verbinden will, findet wenige Kilometer außerhalb das Palmanova Outlet Village, ein Designer-Outlet mit Markengeschäften nahe der Autobahn. Es liegt verkehrsgünstig an der Strecke zwischen Festung und Küste und lässt sich gut mit einem Besuch in Aquileia oder Grado kombinieren.
Der nächste Flughafen ist Triest-Ronchi dei Legionari (Trieste Airport, TRS), rund 30 bis 35 Kilometer entfernt. Praktisch ist die eigene Bahnstation direkt am Flughafen: Von dort erreichst du Palmanova mit dem Regionalzug, meist mit Umstieg in Cervignano, in etwa 40 Minuten; der Bahnhof von Palmanova liegt an der Linie Udine-Cervignano. Alternativ bieten sich die Flughäfen Venedig-Marco-Polo und Treviso an, beide rund anderthalb Stunden westlich. Mit dem Auto führt die Autobahn A4 (Venedig-Triest) direkt an Palmanova vorbei, die Ausfahrt ist ausgeschildert. Innerhalb der Wälle ist der Verkehr beruhigt, Parkplätze liegen an den drei Toren, sodass du zu Fuß ins Zentrum gehst.
Aus Österreich reist du von Wien am schnellsten über die Südautobahn und die Tauern- beziehungsweise A2-Route Richtung Villach und weiter über Tarvis und die A23 nach Udine, von dort sind es nur noch wenige Kilometer bis Palmanova; die Fahrt dauert etwa fünf bis sechs Stunden. Aus der Schweiz ist Zürich der übliche Startpunkt, von wo du über Mailand und die A4 nach Osten fährst und in rund sechs bis sieben Stunden ankommst. Bahnreisende nutzen ab Wien und Klagenfurt die Verbindung über Udine.
Die beste Reisezeit sind das Frühjahr von April bis Juni und der Herbst von September bis Oktober, wenn die Temperaturen mild sind und sich die Wälle bei klarer Sicht angenehm begehen lassen. Der Hochsommer im Juli und August kann in der friaulischen Ebene heiß und schwül werden, lässt sich aber gut mit einem Badetag in Grado verbinden. Im Winter ist es ruhig und oft feucht, dafür hast du die menschenleere Sternstadt fast für dich allein. Ein besonderer Termin ist das historische Fest im Spätsommer, wenn Gruppen in Renaissancekostümen die Gründungszeit der Festung nachstellen.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Region | Friaul-Julisch Venetien |
| Provinz | Udine |
| Einwohnerzahl | 5.422 |
| Provinzkürzel | UD |
| Prominente Bürger | Rodolfo Cimino (Comicautor) |
| Geschichte | im 16. Jahrhundert als Planstadt mit sternförmigen Grundriss angelegt. |
| Lage | Südlich von Udine gelegen |
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