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Pesaro: Traumurlaub am Adriatischen Meer

Pesaro liegt an der Adria, dort wo die Küste der Marken beginnt und die Hügel des Monte San Bartolo bis ans Wasser reichen. Die Stadt hat rund 95.000 Einwohner, ist nach Ancona die zweitgrößte der Region und zugleich Hauptstadt der Provinz Pesaro und Urbino. Sie verbindet zwei Dinge, die sonst selten zusammenfallen: einen langen, flach abfallenden Sandstrand mit Strandbädern und ein Zentrum, in dem Musikgeschichte, römische Mosaikböden und Renaissancepaläste auf engem Raum liegen. Bekannt ist Pesaro vor allem als Geburtsstadt von Gioachino Rossini. Der Komponist kam am 29. Februar 1792 hier zur Welt, vererbte der Stadt später sein Vermögen und ist bis heute der rote Faden durch das Kulturleben: ein Geburtshaus, ein eigenes Nationalmuseum, ein Theater und im August ein...
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Pesaro liegt an der Adria, dort wo die Küste der Marken beginnt und die Hügel des Monte San Bartolo bis ans Wasser reichen. Die Stadt hat rund 95.000 Einwohner, ist nach Ancona die zweitgrößte der Region und zugleich Hauptstadt der Provinz Pesaro und Urbino. Sie verbindet zwei Dinge, die sonst selten zusammenfallen: einen langen, flach abfallenden Sandstrand mit Strandbädern und ein Zentrum, in dem Musikgeschichte, römische Mosaikböden und Renaissancepaläste auf engem Raum liegen.

Bekannt ist Pesaro vor allem als Geburtsstadt von Gioachino Rossini. Der Komponist kam am 29. Februar 1792 hier zur Welt, vererbte der Stadt später sein Vermögen und ist bis heute der rote Faden durch das Kulturleben: ein Geburtshaus, ein eigenes Nationalmuseum, ein Theater und im August ein Opernfestival, zu dem Publikum aus ganz Europa anreist. 2024 war Pesaro italienische Kulturhauptstadt, unter dem Motto La natura della cultura. Viele Orte, die davor nur schwer zugänglich waren, sind seither regulär zu besichtigen.

Gegründet wurde der Ort 184 vor Christus als römische Kolonie Pisaurum an der Via Flaminia, benannt nach dem Fluss Foglia, der am Hafen ins Meer mündet. Wer die Marken bereist, findet weitere Ziele auf unserer Übersicht zur Region Marken.

Rossini, das Geburtshaus und das Opernfestival

Die Casa Rossini in der Via Rossini 34 ist das Haus, in dem der Komponist geboren wurde. Es ist heute Museum und zeigt Porträts, Drucke, Briefe und Erinnerungsstücke, dazu Hörstationen mit Ausschnitten aus seinen Opern. Zwei Straßen weiter, im Palazzo Montani Antaldi, liegt das Museo Nazionale Rossini. Es wurde 2019 eröffnet und ordnet Leben und Werk in mehreren Räumen chronologisch, mit Bühnenbildentwürfen, Kostümen und Autografen. In der Sommersaison von Juni bis September ist es an sechs Tagen in der Woche geöffnet, im Winter mit verkürzten Zeiten, meist vormittags.

Das Teatro Rossini geht auf einen Bau von 1637 zurück, damals Teatro del Sole. In klassizistischer Form wurde es 1818 wiedereröffnet, und zwar mit La gazza ladra des damals 26 Jahre alten Rossini, der die Aufführung selbst leitete. Den heutigen Namen trägt es seit 1854. Der Saal hat gut 850 Plätze auf vier Rängen und ist eine der Spielstätten des Rossini Opera Festival, das seit 1980 jeden August stattfindet. Die Ausgabe 2026 läuft vom 11. bis 23. August, gespielt wird außerdem in der Vitrifrigo Arena am Stadtrand und im Auditorium Scavolini. Wer in dieser Zeit anreist, sollte Unterkunft und Karten früh buchen, denn die Stadt ist dann ausgebucht.

Altstadt, Palazzo Ducale und die Kugel am Meer

Das Zentrum ordnet sich um die Piazza del Popolo. Dort steht der Palazzo Ducale aus dem 15. Jahrhundert mit seiner Arkadenfront, nacheinander Sitz der Malatesta, der Sforza und der Della Rovere und heute Präfektur. Besichtigen lässt er sich seit 2021 über die Führungen von Pesaro Musei. Etwas außerhalb des Rings der ehemaligen Stadtmauer liegt die Rocca Costanza, eine wuchtige Festung mit vier Rundtürmen, die Costanzo Sforza zwischen 1474 und 1483 errichten ließ. Von 1864 bis 1989 diente sie als Gefängnis, was ihre lange Unzugänglichkeit erklärt. Inzwischen ist sie für Besucher geöffnet.

Am Ende der Hauptachse, am Piazzale della Libertà direkt an der Strandpromenade, liegt die Sfera Grande von Arnaldo Pomodoro in einem flachen Wasserbecken. Die Bronze wurde 1998 gegossen, ihr Vorgängermodell stand seit 1971 an derselben Stelle und geht auf einen Entwurf von 1967 für die Weltausstellung in Montreal zurück. Im Ort heißt sie schlicht la palla di Pomodoro und dient als Treffpunkt und Wegmarke. Die glatte Außenhaut ist aufgebrochen und gibt den Blick auf ein Innenleben aus Zahnrädern frei.

Mosaike unter der Kathedrale, Domus und Museen

Der spektakulärste Fund der Stadt liegt unter dem Fußboden der Kathedrale Santa Maria Assunta. Dort liegen zwei Mosaikböden übereinander, jeder rund 900 Quadratmeter groß. Der untere gehört zu einem frühchristlichen Kirchenbau des späten 4. oder frühen 5. Jahrhunderts und zeigt geometrische und florale Muster neben christlichen Zeichen wie Fischen und Tauben. Der obere stammt aus einer Basilika des 6. Jahrhunderts. Entdeckt wurden sie 1865 bei einem Umbau. Heute sind große Abschnitte über Glasplatten im Kirchenboden zu sehen, weitere Teile nur bei Führungen.

In der Via dell'Abbondanza kommt die Domus dazu, die Reste eines römischen Stadthauses aus der frühen Kaiserzeit, ebenfalls mit Mosaikböden und mit dreidimensionalen Rekonstruktionen der antiken Räume auf den Wänden. Der Palazzo Mosca beherbergt die Musei Civici mit der berühmten Krönung Mariens von Giovanni Bellini, dem sogenannten Pesaro-Altar von etwa 1475, und einer großen Sammlung von Majolika, für die die Stadt jahrhundertelang bekannt war. Für all diese Häuser gibt es ein gemeinsames Ticket von Pesaro Musei, das bei rund 10 Euro liegt und sieben Tage gilt.

Über der Stadt, an den Hängen des San Bartolo, steht die Villa Imperiale. Der Bau um 1530 für Eleonora Gonzaga della Rovere gilt als eines der wichtigsten manieristischen Ensembles Italiens, mit Fresken von Malern des Cinquecento und terrassierten Gärten. Sie ist nur im Sommer zugänglich, in der Regel von Juni bis September an einem festen Wochentag und ausschließlich mit angemeldeter Führung. Etwas tiefer liegt die Villa Caprile mit ihren barocken Terrassengärten und den versteckten Wasserspielen.

Die Strände von Pesaro

Die Stadtküste zieht sich über rund sieben Kilometer und gliedert sich in drei Abschnitte. Im Süden liegt der Levante, im Zentrum der Ponente, jeweils mit feinem Sand, sehr flach abfallendem Wasser und einer dichten Reihe von Strandbädern mit Liegen, Schirmen, Duschen und Spielbereichen. Für Familien mit kleinen Kindern ist das der praktischste Teil der Küste. Freie Abschnitte ohne Konzession gibt es dazwischen, sie sind aber schmaler. Der Ponente und der Bereich Sottomonte tragen die Blaue Flagge, Pesaro hält die Auszeichnung seit über zwanzig Jahren in Folge.

Nördlich der Foglia-Mündung folgt die Baia Flaminia, ein ruhigerer Abschnitt mit Sand und stellenweise Kies, hinter dem gleich der Hügel ansteigt. Genau dort endet die Sandküste. Weiter nördlich, im Gebiet des Monte San Bartolo, fällt das Land als Steilküste ins Meer, und die kleinen Strände darunter erreicht man nur über Treppen und steile Pfade. Wer das flache Adriawasser sucht, bleibt also in der Stadt oder fährt nach Süden. Eine Übersicht über die weiteren Küstenabschnitte gibt unsere Seite zu den Stränden in den Marken.

Monte San Bartolo und die Panoramastraße nach Gabicce

Der Parco Naturale Monte San Bartolo wurde 1994 eingerichtet, umfasst rund 1.600 Hektar und liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Pesaro und Gabicce Mare. Er schützt einen der wenigen Abschnitte der italienischen Adriaküste, an dem noch Kliffs direkt ins Meer abfallen. In den Steilhängen finden sich Fischfossilien, oben wechseln Felder, Hecken und verwilderte Flächen.

Durch den Park führt die Strada Panoramica, die Provinzstraße 44, auf rund 15 Kilometern von Pesaro nach Gabicce Monte. Sie verläuft meist auf dem Kamm, mit Blick auf offenes Meer und, bei klarer Luft, bis zum Monte Conero. Unterwegs liegen die kleinen Orte Santa Marina Alta, Casteldimezzo und Fiorenzuola di Focara, das auf einem Felssporn über dem Wasser sitzt. Dante erwähnt den Wind von Focara im 28. Gesang des Inferno als Gefahr für die Seefahrer. Unten am Wasser liegt die geschützte Bucht von Vallugola mit einem kleinen Hafen. Wer zu Fuß gehen möchte, nimmt den Weg 151, der die ganze Strecke von Pesaro nach Gabicce Mare als Wanderung abbildet.

Pesaro mit dem Rad und die Bicipolitana

Pesaro gilt als Fahrradstadt Italiens, und das ist mehr als ein Werbewort. Seit 2005 baut die Stadt die Bicipolitana auf, ein Radwegnetz, das nach dem Vorbild eines U-Bahn-Plans aufgebaut ist: vierzehn nummerierte und farbig markierte Linien, die radial und quer durch das Stadtgebiet laufen, mit Schildern an den Kreuzungen wie an Umsteigebahnhöfen. Inzwischen sind rund 90 Kilometer ausgebaut. Die blaue Linie verbindet den Hafen mit Fosso Sejore im Süden, die grüne führt von der Baia Flaminia am Fluss Foglia entlang ins Landesinnere.

Für Urlauber heißt das: Vom Strand ins Zentrum, zum Bahnhof oder zum Hafen kommt man bequem ohne Auto, das Gelände in der Stadt ist flach. Leihräder gibt es an mehreren Stellen. Wer mehr Steigung sucht, fährt die Panoramica in Richtung Gabicce, ein bei Rennradfahrern beliebter Abschnitt, oder südwärts Richtung Fano.

Ausflüge in die Umgebung

Der wichtigste Ausflug führt rund 35 Kilometer ins Landesinnere nach Urbino. Die Stadt der Herzöge von Montefeltro steht seit 1998 mit ihrem historischen Zentrum auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Im Palazzo Ducale hängt heute die Galleria Nazionale delle Marche mit Werken von Piero della Francesca und Raffael, der hier geboren wurde. Für den Besuch sollte man einen ganzen Tag einplanen, die Anfahrt geht über die Landstraße oder mit dem Bus.

Weitere Ziele liegen dicht beieinander:

  • Fano, rund zwölf Kilometer südlich, mit dem Augustusbogen und einem der ältesten Karnevalsfeste Italiens
  • Gradara, etwa fünfzehn Kilometer nordwestlich, mit einer vollständig erhaltenen Burg und der Geschichte von Paolo und Francesca
  • Rimini, rund vierzig Kilometer im Norden, mit römischem Erbe, langer Strandpromenade und einem großen Freizeitangebot
  • Ancona, etwa fünfundsechzig Kilometer südlich, Hauptstadt der Marken und Fährhafen nach Kroatien und Griechenland

Wer länger bleibt, findet weitere Ziele im Binnenland und an der Küste auf unserer Seite zu den Ausflugszielen in den Marken.

Anreise und beste Reisezeit

Mit der Bahn ist Pesaro unkompliziert zu erreichen. Der Bahnhof liegt an der Adriastrecke Bologna nach Ancona, die seit 1861 in Betrieb ist, und wird von Frecciarossa, Intercity und Regionalzügen bedient. Vom Bahnhof bis zum Meer sind es etwa anderthalb Kilometer, zu Fuß rund zwanzig Minuten, mit dem Stadtbus oder Rad deutlich weniger. Aus Deutschland fährt man üblicherweise über München, den Brenner und Bologna und steigt dort in einen Zug der Adriastrecke um.

Mit dem Auto führt der Weg über die A14 Bologna nach Ancona, Ausfahrt Pesaro-Urbino. Von München sind es je nach Route etwa 800 Kilometer. Parken direkt an der Promenade ist im Sommer schwierig und überwiegend gebührenpflichtig, größere Parkflächen liegen etwas zurückgesetzt. Der nächste Flughafen ist Rimini Federico Fellini, rund 45 Kilometer entfernt und in etwa 40 Minuten erreichbar, allerdings mit begrenztem Linienangebot. Mehr Verbindungen bietet Ancona Falconara, rund 60 Kilometer südlich und in knapp einer Stunde zu erreichen. Die meisten Reisenden aus dem deutschsprachigen Raum landen in Bologna, rund 200 Kilometer entfernt, von dort sind es etwa zwei Stunden mit Auto oder Zug. Eine Übersicht über die Wege nach Italien gibt unsere Seite zur Anreise.

Die Badesaison reicht von Juni bis Anfang September, am wärmsten ist das Wasser im August. Juli und August sind zugleich die vollsten und teuersten Wochen, verstärkt durch das Opernfestival in der zweiten Augusthälfte. Ruhiger und trotzdem warm sind Juni und die erste Septemberhälfte. Frühjahr und Herbst eignen sich für den San Bartolo, die Panoramastraße und Ausflüge nach Urbino, weil es dann angenehm zu wandern und zu radeln ist und die Museen leer sind. Wie warm die Adria gerade ist, zeigt unsere Seite zu den aktuellen Wassertemperaturen.

Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Bildnachweis: Florian Prischl, Lizenz: CC BY-SA 3.0

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Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis November.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

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Gut zu wissen

Informationen

Informationen über Pesaro

Region Marken
Provinz Pesaro und Urbino
Einwohner­zahl 94.813
Provinzkürzel PU
Postleitzahl 61100
Vorwahl 0721
Prominente Bürger Riz Ortolani (Filmkomponist)
Gioachino Antonio Rossini (Komponist)
Renata Tebaldi (Opernsängerin)
Städte­partnerschaft Rovigno (Kroatien)
Nanterre (Frankreich)
Ljubjana (Slowenien)
Watford (Großbritannien)
Qinhuangdao (China)
Rafah (Palästina)
Keita (Niger)
Sport Victoria Libertas (Basketball)
Robursport Pesaro (Volleyball)
Spezialitäten des Ortes Casciotta d'Urbino
Colli Pesaresi rosso e bianco
Cannelloni alla Rossini
Lage An der Adria an der Mündung des Foglia gelegen
Häufige Fragen

Pesaro: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Wann ist die beste Reisezeit für Pesaro?
Zum Baden ist Juni bis September die richtige Zeit, dann ist das Wasser warm genug. Für Besichtigungen und Wanderungen sind April bis Mai sowie September bis November angenehmer. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 30 Grad.
Wie reist man nach Pesaro an?
Die meisten Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen mit dem eigenen Auto. Wer fliegen möchte, nutzt den nächstgelegenen Flughafen Ancona (AOI) und fährt von dort mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter.

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