Trabucco
Die Trabucchi an Italiens Adriaküste: historische hölzerne Fischerkonstruktionen, vor allem in Apulien und den Abruzzen.…
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Pescara ist die größte Stadt der Abruzzen und liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses in die Adria, rund 200 km von Rom entfernt. Die Stadt ist modern und lebendig, ihr Herzstück ist der lange Stadtstrand mit der breiten Uferpromenade. Berühmt ist Pescara außerdem als Geburtsort des Schriftstellers Gabriele d'Annunzio, dessen Spuren sich bis heute durch die Stadt ziehen. Anders als die alten Kunststädte wurde Pescara im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen und neu aufgebaut. Was du heute siehst, ist deshalb keine mittelalterliche Kulisse, sondern eine italienische Alltagsstadt am Meer.
Schon in den 1960er Jahren war die italienische Adria bei deutschen Urlaubern beliebt, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Pescara liegt mitten in den Abruzzen und lässt sich ganzjährig besuchen. Im Sommer locken die kilometerlangen Sandstrände, romantische Buchten und eine gute Wasserqualität machen die Region zu einem Ziel für die ganze Familie. Im Rücken der Küste erhebt sich das Massiv des Gran Sasso, sodass Meer und Berge nah beieinander liegen. Du wohnst am Strand und stehst nach gut einer Autostunde auf einer Hochebene über 1.500 Metern.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Ponte del Mare, eine geschwungene Fuß- und Radbrücke, die am Hafen über die Flussmündung führt. Die Brücke zählt zu den größten ihrer Art in Italien und verbindet die beiden Uferseiten mit ihren Stränden. Über die spiralförmigen Rampen kommst du auch mit Rad oder Kinderwagen hinauf, der Blick reicht bei klarer Luft bis zu den Gipfeln im Hinterland. Von hier aus lohnt der Weg ins Zentrum entlang des Corso Umberto I, der wichtigsten Einkaufsstraße, die den Bahnhof mit dem Meer verbindet und Geschäft an Café reiht.
Kulturell dreht sich in Pescara vieles um Gabriele d'Annunzio. Sein Geburtshaus ist heute ein Museum und zeigt zahlreiche Originaldokumente aus seinem Leben. Ein besonderer Ort ist außerdem das Aurum, eine ehemalige Likörfabrik am Rand der Pineta Dannunziana, dem städtischen Pinienwald, die heute als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt wird. Sehenswert sind zudem das Museo d'Arte Moderna Vittoria Colonna mit wechselnden Ausstellungen sowie die Keramiken von Castelli im Museo delle Maioliche. Wer den Alltag der Stadt sehen will, geht morgens auf den Markt an der Piazza Muzii oder abends an die Piazza Salotto zum Aperitivo.
Auch der Veranstaltungskalender hat Gewicht. Das Pescara Jazz Festival wird seit 1969 jährlich im Juli veranstaltet und zählt zu den ältesten Jazz-Festivals Italiens. Im Sommer finden an verschiedenen Orten der Stadt zudem kostenlose Konzerte statt.
Der Stadtstrand von Pescara zieht sich rund sieben Kilometer an der Adria entlang und wird von einer breiten Promenade, der Riviera, begleitet. Feiner Sand, flach abfallendes Wasser und zahlreiche Strandbäder mit Liegen und Bars machen ihn zum Mittelpunkt des Sommers. Der Ponte del Mare teilt die Küste: nördlich der Mündung liegen die klassischen Bäder mit Reihen aus Sonnenschirmen, südlich davon geht es ruhiger zu. Wer es einfacher mag, findet in Laufweite auch frei zugängliche Abschnitte ohne Bewirtschaftung.
Für die Wasserqualität ist Pescara seit Jahren mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, dem europäischen Kennzeichen für saubere und gut betreute Badestellen. Direkt hinter dem südlichen Strandabschnitt liegt die Riserva Dannunziana, ein Naturschutzgebiet von rund 53 Hektar mit altem Pinienbestand, Wegen zum Spazieren und Radfahren und deutlich kühlerer Luft als auf dem offenen Sand. Einen Überblick über die schönsten Küstenabschnitte der Region findest du auf unserer Seite zu den Stränden in den Abruzzen.
Der stärkste Ausflugsgrund der Gegend beginnt südlich der Stadt. Zwischen Ortona und San Salvo zieht sich die Costa dei Trabocchi, benannt nach den Trabocchi, den hölzernen Fischerkonstruktionen auf Stelzen, die wie Spinnen über dem Wasser stehen. Früher fischte man von ihnen aus mit großen Netzen, ohne aufs offene Meer hinaus zu müssen. Viele der erhaltenen Bauten sind heute restauriert, einige werden als Restaurants betrieben, in denen du auf wenigen Quadratmetern über dem Wasser isst. Ein Platz dort will rechtzeitig reserviert sein.
Erschlossen wird der Küstenstreifen durch die Via Verde, einen Rad- und Fußweg auf der Trasse der alten Adriabahn. Die Strecke ist auf rund 42 Kilometer angelegt und führt dicht am Meer entlang, teils durch die alten Bahntunnel. Das Kernstück zwischen Ortona und Torino di Sangro ist asphaltiert und mit Rastplätzen und Strandzugängen ausgestattet, hier fährst du ohne Unterbrechung. Durchgehend ist die Via Verde aber noch nicht: Bei Punta Aderci zwingt ein Hangrutsch zu einer Umleitung, an anderen Stellen fehlen kurze Verbindungsstücke. Im Norden wird an der Verlängerung Richtung Francavilla gearbeitet, die den Radweg näher an Pescara heranführen soll. Erkundige dich vor der Tour nach den offenen Abschnitten.
Wenige Kilometer landeinwärts wird aus dem Badeort ein Bergziel. Auf der Hochebene Campo Imperatore am Fuß des Corno Grande weiden im Sommer Pferde und Schafe, die weite baumlose Landschaft hat der Gegend den Beinamen kleines Tibet eingetragen. Eine Seilbahn führt von Fonte Cerreto hinauf. Südlich davon liegt der Nationalpark Majella, seit 2021 als UNESCO Global Geopark anerkannt, mit rund 74.000 Hektar und 39 Gemeinden. Charakteristisch sind Einsiedeleien in den Felswänden, tiefe Schluchten und die Passstraße über Passo Lanciano hinauf zum Blockhaus auf über 2.100 Metern, die Radfahrern aus dem Giro d'Italia ein Begriff ist.
Dazu die Dörfer, für die die Abruzzen bekannt sind. Santo Stefano di Sessanio sitzt auf einem Felsrücken über dem Hochland, Rocca Calascio darüber ist eine der höchstgelegenen Burgruinen Italiens und diente mehrfach als Filmkulisse. Auch die Städte der Umgebung lohnen einen Tag: Chieti mit seinem archäologischen Museum liegt auf einem Hügel gleich hinter Pescara, Vasto markiert das südliche Ende der Trabocchi-Küste, und L'Aquila im Landesinneren zeigt, wie eine Stadt nach einem schweren Beben wieder aufsteht.
Im August herrscht vor Pescara oft Fischfangverbot, und viele Fischer nutzen die Zeit, um Gäste zu Ausfahrten auf echten Fischerbooten einzuladen. Mit dem Schnellboot sind von hier aus in etwa 2,5 Stunden auch die Tremiti-Inseln zu erreichen, ein kleines Archipel mit klarem Wasser und steilen Felsküsten. Am Hafen solltest du Maccheroni alla Chitarra oder den Parrozzo probieren, einen Kuchen mit Schokoladenüberzug. Dazu kommen der Fischeintopf Brodetto alla pescarese, die Lammspieße Arrosticini vom Holzkohlegrill und Safran aus Navelli. Typische Weine sind Montepulciano d'Abruzzo und Trebbiano d'Abruzzo, dazu der Cerasuolo, ein kräftiger Rosé.
Pescara ist besser angebunden, als seine Lage vermuten lässt. Direkt vor der Stadt liegt der Abruzzo Airport, ein kleiner internationaler Flughafen mit kurzen Wegen. Ab Deutschland fliegt Ryanair Pescara unter anderem ab Weeze und Frankfurt-Hahn an, dazu kommen saisonale Strecken etwa ab Memmingen. Weil die Flugpläne jährlich wechseln, prüfe vor der Buchung, was in deinem Reisezeitraum bedient wird. Mit dem Zug führt der Weg über München und Bologna auf die Adria-Bahnlinie Bologna nach Bari, an der Pescara Centrale liegt. Mit dem Auto fährst du über den Brenner nach Bologna und dann auf der A14 die Adria entlang.
Aus Österreich bietet sich die Straße an. Ab Wien und Graz geht es über den Semmering und Tarvisio nach Udine und weiter über die A4 auf die A14, ab Salzburg und Innsbruck über den Brenner und Bologna. Direktflüge ab Wien gibt es nicht durchgehend, meist ist der Umstieg in Rom oder Mailand die praktischere Lösung. Aus der Schweiz fährst du über den Gotthard oder San Bernardino nach Mailand, dann auf der A1 nach Bologna und von dort auf die A14. Mit der Bahn funktioniert die Kette Zürich, Mailand, Bologna und weiter an die Adria, plane für die letzte Etappe aber Zeit ein, weil die Küstenzüge langsamer sind.
Im Landesinneren verbindet die Autobahn A25 Pescara mit dem Raum Rom und macht die Hauptstadt zu einem machbaren Tagesziel. Vom Hafen aus gibt es außerdem eine saisonale Fährverbindung nach Kroatien: SNAV bedient in den Sommermonaten mit Schnellfähren die Insel Hvar über den Hafen Stari Grad. Der Fahrplan wird jedes Jahr neu festgelegt, verlass dich also nicht auf Angaben aus dem Vorjahr.
Die Badesaison an der Adria reicht üblicherweise von Juni bis September, am wärmsten ist das Wasser im Juli und August. Im Juni und September ist es angenehm warm bei ruhigeren Stränden und günstigeren Unterkünften. Wie warm das Meer gerade ist, zeigt dir unsere Übersicht zur Wassertemperatur in Italien. Frühjahr und Herbst passen am besten zum Wandern und Radfahren. Im Winter wird Pescara zum Standort für den Schnee: Die Abruzzen haben mehrere Skigebiete im Apennin, darunter Campo Imperatore, Ovindoli, Campo Felice und das große Gebiet um Roccaraso, das zu den bestausgestatteten Skiorten Mittelitaliens zählt. Damit passen hier Strandtag und Skitag in dieselbe Reiseplanung. Weitere Ziele und Tipps findest du in unserem Überblick zur Region Abruzzen.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis November.
| Region | Abruzzen |
| Provinz | Pescara |
| Einwohnerzahl | 120.420 |
| Provinzkürzel | PE |
| Postleitzahl | 65100 |
| Vorwahl | 085 |
| Prominente Bürger | Gabriele d'Annunzio (Schriftsteller) Ennio Flaiano (Autor) Ildebrando d'Arcangelo (Opernsänger) Floria Sigismondi (Regisseurin, Fotografin) Marco Verratti (Fußballspieler) |
| Produkte / Marken | Compagna Italia Rimorchi |
| Städtepartnerschaft | Arcachon (Frankreich) Miami Beach (USA) Split (Kroatien) Lima (Peru) Messina (Italien) Neapel (Italien) |
| Sport | Pescara Calcio (Fußball) |
| Reisezeit-Hinweise | Im Sommer vor allem bei Badegästen beliebt, im Winter vor allem als Kurort. |
| Lage | An der Mündung des Flusses Pescara in die Adria gelegen |
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