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Portofino: Idyllischer Urlaub im kleinen Fischerdorf

Portofino: was dich erwartet Portofino ist ein winziger Hafenort an der Riviera di Levante, östlich von Genua am Golfo del Tigullio. Es liegt in der Region Ligurien und gehört verwaltungstechnisch zur Metropolitanstadt Genua, nicht zu einer Provinz Ligurien, die es so gar nicht gibt. Mit rund zweieinhalb Quadratkilometern ist Portofino die flächenmäßig kleinste Gemeinde dieser Metropolitanstadt, und mit etwa 350 gemeldeten Einwohnern (Stand Ende 2024) ist es auch eine der kleinsten überhaupt. Die Römer nannten die Bucht Portus Delphini, urkundlich taucht der Ort 986 auf, ab 1229 gehörte er als geschützter Naturhafen zur Republik Genua. Damit du richtig planst: Portofino ist kein Badeort und kein unentdecktes Fischerdorf. Der Ort lebt heute praktisch vollständig vom Tourismus, gilt als eine der teuersten...
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Portofino: was dich erwartet

Portofino ist ein winziger Hafenort an der Riviera di Levante, östlich von Genua am Golfo del Tigullio. Es liegt in der Region Ligurien und gehört verwaltungstechnisch zur Metropolitanstadt Genua, nicht zu einer Provinz Ligurien, die es so gar nicht gibt. Mit rund zweieinhalb Quadratkilometern ist Portofino die flächenmäßig kleinste Gemeinde dieser Metropolitanstadt, und mit etwa 350 gemeldeten Einwohnern (Stand Ende 2024) ist es auch eine der kleinsten überhaupt. Die Römer nannten die Bucht Portus Delphini, urkundlich taucht der Ort 986 auf, ab 1229 gehörte er als geschützter Naturhafen zur Republik Genua.

Damit du richtig planst: Portofino ist kein Badeort und kein unentdecktes Fischerdorf. Der Ort lebt heute praktisch vollständig vom Tourismus, gilt als eine der teuersten Adressen Italiens und ist im Sommer tagsüber von Tagesgästen und Kreuzfahrtpassagieren geprägt. An starken Tagen zählt die Gemeinde mehrere tausend Besucher pro Tag auf einer Fläche, die du in zwanzig Minuten abgelaufen hast. Einen eigenen Badestrand hat Portofino nicht. Wer trotzdem kommt, kommt wegen der Hafenkulisse, wegen der Wanderwege über die Halbinsel und wegen der Bucht von San Fruttuoso. Das trägt einen ganzen Tag, für mehr brauchst du die Nachbarorte.

Der Ort selbst: Piazzetta, San Giorgio, Castello Brown

Das Zentrum ist die Piazza Martiri dell'Olivetta, von allen nur Piazzetta genannt. Sie öffnet sich zum Hafenbecken, an drei Seiten stehen die schmalen, hohen Häuser in Ocker, Rot und Grün, in den Erdgeschossen sitzen Cafés, Restaurants und Boutiquen internationaler Modehäuser. Hinter der Piazzetta führen wenige Gassen und Treppen den Hang hinauf, mehr Ortskern gibt es nicht.

Vom Hafen steigt ein gepflasterter Weg zur Chiesa di San Giorgio. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1950 wieder aufgebaut, sie bewahrt Reliquien des heiligen Georg, des Ortspatrons, dessen Fest am 23. April begangen wird. Von der Terrasse davor siehst du über die Bucht zurück auf den Ort.

Kurz darüber liegt das Castello Brown. Der Bau geht auf eine alte Befestigung über der Hafeneinfahrt zurück und hieß früher Castello di San Giorgio. 1870 kaufte Montague Yeats Brown die Anlage, Sohn einer britischen Konsulatsfamilie in Genua, und ließ sie zur privaten Wohnvilla umbauen; für die Arbeiten war der Architekt Alfredo d'Andrade zuständig, die frühere Geschützstellung wurde zur Terrasse mit Pinien. Der Name des Käufers blieb hängen. 1961 ging das Anwesen an die Gemeinde Portofino über und dient seither als Museum und Veranstaltungsort. Ein Aufenthalt hier inspirierte Elizabeth von Arnim zu ihrem Roman „The Enchanted April" von 1922.

Wer weitergeht, erreicht nach wenigen Minuten den Leuchtturm an der Punta del Capo, dem äußersten Zipfel der Landzunge. Der Weg führt zwischen Mauern und Olivenbäumen hindurch, am Ende blickst du auf das offene Meer und bei klarer Sicht weit in den Golf hinein. Das ist der lohnendste Spaziergang im Ort selbst und er kostet nichts.

Naturpark und Meeresschutzgebiet

Der eigentliche Grund, länger zu bleiben, liegt hinter dem Ort. Die bewaldete Halbinsel ist seit 1935 als Parco Naturale Regionale di Portofino geschützt und verteilt sich auf die Gemeinden Portofino, Santa Margherita Ligure und Camogli. Das markierte Wegenetz umfasst mehr als 80 Kilometer und reicht von schattigen Steineichen- und Kastanienwäldern auf der Nordseite bis zu trockenen Macchia-Hängen zum Meer hin. Beliebt ist der Weg vom Ort über San Sebastiano hinauf zum Kamm und weiter Richtung Pietre Strette, von wo Abstiege nach mehreren Seiten abzweigen. Feste Schuhe sind Pflicht, die Steige sind steinig und teils steil.

Im Wasser schließt sich die Area Marina Protetta Portofino an, 1999 per Ministerialdekret eingerichtet, rund 3.000 Hektar groß, mit Sitz in Santa Margherita Ligure. Die Steilwände unter Wasser mit ihren Rotkorallen und Gorgonien machen die Zone zu einem der bekanntesten Tauchreviere des Mittelmeers. Für Tauchgänge und teils auch fürs Ankern gelten je nach Zone eigene Regeln, das läuft über die zugelassenen Basen vor Ort.

San Fruttuoso und der Cristo degli Abissi

Auf der Nordwestseite der Halbinsel liegt San Fruttuoso di Capodimonte, eine schmale Bucht mit einer mittelalterlichen Abtei direkt am Kiesstrand. Eine Straße dorthin gibt es nicht: Du kommst zu Fuß über die Wanderwege von Portofino oder Camogli oder mit dem Ausflugsboot. Die Abtei gehört zusammen mit dem Wachturm zum Ensemble der Familie Doria, in den Krypten liegen Gräber des Geschlechts. 1983 schenkten die Doria Pamphilj den Komplex der Denkmalstiftung FAI, die ihn seither betreut und öffentlich zugänglich hält.

Vor der Bucht steht seit 1954 der Cristo degli Abissi auf dem Meeresgrund, eine Bronzefigur mit erhobenen Armen in etwa 15 Metern Tiefe, gedacht als Zeichen für die Toten des Meeres. Taucher besuchen sie direkt, Schnorchler sehen bei ruhiger See von oben zumindest die Umrisse. Ein Abguss steht in der Abtei, sodass du die Figur auch ohne Ausrüstung ansehen kannst.

Baden und Bootsausflüge

Zum Baden fährt man von Portofino weg. Der einzige nennenswerte Strand der Gemeinde ist die kleine Bucht Paraggi auf halbem Weg nach Santa Margherita Ligure, ein schmaler Sandstreifen mit grünlichem Wasser. Der größte Teil davon ist an Strandbäder vergeben und im Sommer teuer, nur ein kleiner Abschnitt ist frei zugänglich und entsprechend früh belegt. Parken an der Bucht ist eng und kostspielig. Plane Paraggi also als kurzen Stopp ein, nicht als Badeurlaub.

Vom Hafen legen in der Saison Ausflugsboote ab, unter anderem nach Santa Margherita Ligure, Rapallo, Camogli und San Fruttuoso. Fahrpläne und Preise ändern sich jährlich und saisonal, sieh sie am Anleger oder beim Betreiber nach, bevor du planst. Bei starkem Wind fallen Verbindungen aus, das betrifft San Fruttuoso besonders oft, weil die Bucht offen liegt.

Nachbarorte und weitere Ziele

Übernachten solltest du in aller Regel nicht in Portofino selbst, sondern nebenan. Santa Margherita Ligure ist der praktischste Standort: eigener Bahnhof, Hotels in allen Klassen, Strandbäder und Bus- wie Bootsanbindung nach Portofino. Rapallo ist größer, günstiger und gut vernetzt, Camogli auf der anderen Seite der Halbinsel ist ruhiger und der klassische Startpunkt für die Wanderung nach San Fruttuoso. Weiter östlich lohnt Sestri Levante mit seinen zwei Buchten. Als zweites Küstenziel bieten sich die Cinque Terre an, per Bahn ab Santa Margherita mit einem Umstieg erreichbar und ein eigener Tag.

Anreise und beste Reisezeit

Wichtigster Punkt zuerst: Portofino hat keinen Bahnhof. Die Bahnstation heißt Santa Margherita Ligure-Portofino und liegt im Nachbarort. Von dort bringt dich die Buslinie 782 in etwa einer Viertelstunde nach Portofino, alternativ das Boot. Die Zufahrt mit dem eigenen Auto ist stark reglementiert, in der Saison wird die schmale Küstenstraße zeitweise für Ortsfremde gesperrt, und die wenigen Stellplätze im Ort gehören zu den teuersten Italiens. Stell den Wagen in Santa Margherita ab und nimm Bus oder Boot. Eintritt kostet Portofino nicht, es gibt aber eine wiederkehrende Verordnung mit sogenannten roten Zonen an den Engstellen zwischen Piazzetta und Mole, wo du in bestimmten Tagesstunden nicht stehen bleiben darfst; Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 275 Euro geahndet werden. Gehen und fotografieren ist erlaubt, nur das Blockieren nicht.

Aus Deutschland führt die schnellste Autoroute über den Brenner, Verona und Mailand nach Genua und von dort auf der Küstenautobahn A12 bis Rapallo oder Santa Margherita. Mit der Bahn fährst du über München oder Zürich nach Mailand und weiter nach Genua, wo Regionalzüge Richtung La Spezia in Santa Margherita halten. Wer fliegt, nimmt Genua oder einen der Mailänder Flughäfen und steigt auf die Bahn um.

Aus Österreich bietet sich ab Wien, Linz oder Salzburg die Strecke über Tarvisio, Venedig und Mailand an, ab Tirol und Vorarlberg der Brenner oder der Weg über die Schweiz. Mit der Bahn läuft es meist über Verona oder Mailand nach Genua, Nachtzugverbindungen Richtung Norditalien verkürzen die Anreise spürbar.

Aus der Schweiz ist die Anfahrt am kürzesten: über den Gotthard oder den San Bernardino nach Mailand beziehungsweise über Alessandria direkt nach Genua, von dort noch eine gute halbe Stunde an der Küste entlang. Ab Zürich, Basel oder Luzern schaffst du das an einem Vormittag.

Die beste Reisezeit sind Mai und Juni sowie September und Oktober. Dann ist es warm genug für Wanderungen und Bootsfahrten, das Meer im Frühherbst noch angenehm, und der Ort ist deutlich leerer als im Hochsommer. Juli und August sind heiß und voll, an Kreuzfahrttagen wird es im Ortskern eng. Im Winter ruht vieles, viele Betriebe und auch Bootsverbindungen pausieren, dafür hast du die Wege über die Halbinsel fast für dich allein.

Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis November.

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Gut zu wissen

Informationen

Informationen über Portofino

Region Ligurien
Provinz Genua
Einwohner­zahl 416
Provinzkürzel GE
Postleitzahl 16034
Vorwahl 0185
Prominente Bürger George Herbert, 5. Earl of Carnarvon (Archäologe)
Frederico Schiaffino (Künstler)
Städte­partnerschaft Kinsale (Irland)
Palma de Mallorca (Spanien)
Lage am Meeresschutzgebiet Portofino und im Naturpark Portofino gelegen

 

Häufige Fragen

Portofino: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Portofino?
Zu den bekanntesten zählen Le Strade Nuove, Basilica di Santa Maria di Castello und Cattedrale di San Lorenzo. Die vollständige Übersicht findest du im Abschnitt Sehenswürdigkeiten.
Wann ist die beste Reisezeit für Portofino?
Zum Baden ist Juli bis September die richtige Zeit, dann ist das Wasser warm genug. Für Besichtigungen und Wanderungen sind April bis Juni sowie September bis November angenehmer. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 28 Grad.
Wie reist man nach Portofino an?
Die meisten Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen mit dem eigenen Auto. Wer fliegen möchte, nutzt den nächstgelegenen Flughafen Genua (GOA) und fährt von dort mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter.
Wie viele Tage sollte man für Portofino einplanen?
Für die wichtigsten Höhepunkte solltest du zwei bis drei Tage einplanen. Wer auch die Umgebung erkunden möchte, bleibt gern länger.
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