Portonovo
Marken

Portonovo

Kristallklares Wasser und weißer Kieselstrand

Wer die Adriaküste vor allem mit langen, flachen Sandstränden verbindet, wird an Portonovo eine andere Seite Italiens kennenlernen. Die kleine Bucht liegt in der Region Marken, eingebettet zwischen dem steil abfallenden Monte Conero und dem Meer. Statt Strandpromenade und Hochhauszeile findet man hier Kiesstrände, dichte Macchia und ein Wasser, das an vielen Stellen in ein klares Türkis übergeht. Portonovo ist kein eigenständiger Ort, sondern ein Ortsteil der Provinzhauptstadt Ancona, von der es nur wenige Kilometer entfernt liegt. Die Bucht gehört zum Regionalpark Conero, weshalb Bebauung und Verkehr hier stark begrenzt sind. Nur eine schmale Straße führt von der Höhe des Bergs hinunter ans Wasser, gesäumt von Wald und Felsen. Diese Abgeschiedenheit macht den besonderen Reiz des Ortes aus, verlangt in...

Wer die Adriaküste vor allem mit langen, flachen Sandstränden verbindet, wird an Portonovo eine andere Seite Italiens kennenlernen. Die kleine Bucht liegt in der Region Marken, eingebettet zwischen dem steil abfallenden Monte Conero und dem Meer. Statt Strandpromenade und Hochhauszeile findet man hier Kiesstrände, dichte Macchia und ein Wasser, das an vielen Stellen in ein klares Türkis übergeht.

Portonovo ist kein eigenständiger Ort, sondern ein Ortsteil der Provinzhauptstadt Ancona, von der es nur wenige Kilometer entfernt liegt. Die Bucht gehört zum Regionalpark Conero, weshalb Bebauung und Verkehr hier stark begrenzt sind. Nur eine schmale Straße führt von der Höhe des Bergs hinunter ans Wasser, gesäumt von Wald und Felsen. Diese Abgeschiedenheit macht den besonderen Reiz des Ortes aus, verlangt in der Hochsaison aber auch etwas Planung bei der Anreise.

Zwischen Kirche, Wehrturm und Napoleon-Fort erzählt die Bucht zugleich viel Geschichte. Wer gerne badet, wandert oder einfach frischen Fisch mit Blick aufs Meer genießen möchte, findet in Portonovo einen der stimmungsvollsten Küstenabschnitte der mittleren Adria.

Die Bucht am Fuße des Monte Conero

Portonovo liegt am Fuß des Monte Conero, der mit 572 Metern steil aus dem Meer aufragt und einen der wenigen echten Küstenberge der Adria bildet. Zwischen Ancona im Norden und den Badeorten Sirolo und Numana im Süden fällt der bewaldete Hang hier direkt zur Küste ab. Der Kalkstein des Bergs prägt die gesamte Landschaft, von den hellen Felsen über die Kiesstrände bis zu dem Baustein, aus dem viele historische Gebäude der Umgebung errichtet wurden.

Die Bucht ist Teil der Riviera del Conero, jenes grünen Küstenabschnitts der Marken, der sich rund um den Berg zieht und sich deutlich von den Sandküsten weiter nördlich unterscheidet. Wegen der üppigen Vegetation, die bis ans Wasser reicht, wird Portonovo oft die grüne Bucht genannt. Genau dieses Zusammenspiel von Berg, Wald und klarem Wasser hat dem Ort seinen Ruf als eines der schönsten Naturbadegebiete an der Adria eingebracht. Die weißen Klippen, die stellenweise fast senkrecht ins Meer stürzen, verleihen dem Wasser seine typische, ins Türkis spielende Farbe und machen die Bucht auch von See aus unverwechselbar.

Die Strände von Portonovo

Die Strände von Portonovo sind keine feinen Sandstrände, sondern bestehen aus hellem Kies und Kieselsteinen. Der zentrale Strandabschnitt, die Spiaggia di Portonovo, ist am leichtesten zu erreichen und teilt sich in frei zugängliche Bereiche und einige Strandbäder mit Liegen und Sonnenschirmen. Wegen des klaren, schnell tiefer werdenden Wassers empfiehlt sich für empfindliche Füße festes Badeschuhwerk.

Am nördlichen Ende der Bucht liegt Mezzavalle, ein langer, weitgehend naturbelassener Strand, der nur über schmale Pfade von der Höhenstraße aus zu Fuß erreichbar ist. Wer den Abstieg auf sich nimmt, wird mit viel Platz und einer wilden Kulisse belohnt, sollte für den Rückweg bergauf aber genügend Zeit und Wasser einplanen. Am südlichen Ende schließt die Spiaggia della Vela an, benannt nach einem großen, segelförmigen Felsen, der aus dem Wasser ragt und zum Wahrzeichen der Bucht geworden ist. Vor der Küste erstreckt sich zudem der Trave, ein natürlicher Felsriegel, der weit ins Meer hinausreicht und die Wasserfläche in ruhigere Zonen unterteilt.

Santa Maria di Portonovo und die Wehrbauten

Direkt am Hang über dem Strand steht die Kirche Santa Maria di Portonovo, ein romanischer Bau aus dem 11. Jahrhundert. Sie geht auf ein Benediktinerkloster zurück, das nach 1034 in der Bucht gegründet wurde. Das Kloster selbst wurde im Lauf der Jahrhunderte zerstört, die Kirche aus hellem Conero-Kalkstein blieb jedoch erhalten und zählt heute zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken der Marken. Ihre Lage zwischen Berghang und Meer macht sie zu einem der meistfotografierten Motive der Region.

Etwas oberhalb erhebt sich der Wehrturm, der als Torre di Guardia oder Torre Clementina bekannt ist. Er wurde 1716 unter Papst Clemens XI. errichtet, um die Küste vor Piratenüberfällen zu schützen und herannahende Schiffe rechtzeitig zu erkennen. Von seiner erhöhten Position ließ sich ein weiter Abschnitt der Küste überblicken.

Ein jüngeres Bauwerk ist das Napoleonische Fort, das Fortino Napoleonico. Es entstand um 1810 auf Anordnung der französischen Verwaltung unter Eugène de Beauharnais, um die Bucht gegen die englische Flotte zu sichern. Die Festung mit ihrem fünfeckigen, laternenförmigen Grundriss und den abgerundeten Eckbastionen liegt unmittelbar am Strand und beherbergt heute ein Hotel. Zusammen ergeben Kirche, Wachturm und Fort ein dichtes Bild aus tausend Jahren Küstengeschichte, das man bei einem Spaziergang durch die Bucht bequem an einem Nachmittag erkunden kann. Die Türme und Befestigungen erinnern zugleich daran, dass die scheinbar idyllische Küste über Jahrhunderte immer wieder von Überfällen bedroht war.

Die Laghetti und der Naturpark Conero

Hinter dem Strand, im Schutz der Vegetation, liegen zwei kleine Brackwasserseen. Der Lago Profondo und der Lago del Calcagno, letzterer auch Lago Grande genannt, entstanden vor langer Zeit durch Erdrutsche vom Monte Conero. Ihr Wasser ist eine Mischung aus Meer- und Süßwasser, umgeben von dichtem Schilf. Ein Teil dieser Feuchtgebiete ist im Zuge des Küstentourismus verloren gegangen, doch die verbliebenen Seen sind ein wertvoller Lebensraum geblieben.

Für Vögel sind die Laghetti ein wichtiger Rückzugsort. Standvögel wie Blässhühner und Teichhühner leben hier, während Zugvögel wie Haubentaucher und Reiher auf ihren Wanderungen Rast einlegen. Die Seen sind damit ein beliebtes Ziel für Naturbeobachter. Die gesamte Bucht liegt innerhalb des Parco del Conero, eines Regionalparks, der die Küste des Monte Conero mit ihren Wäldern, Klippen und markierten Wanderwegen schützt und den naturnahen Charakter Portonovos bis heute bewahrt.

Die Moscioli von Portonovo

Ein besonderes Kapitel gehört den Miesmuscheln, die hier moscioli heißen. Anders als Zuchtmuscheln wachsen sie wild an den Felsen entlang der Küste zwischen Ancona und Sirolo. Taucher lösen sie von Hand mit einem speziellen Werkzeug von den Steinen, was sie zu einem seltenen und geschätzten Produkt macht. Die moscioli gelten als besonders fleischig und aromatisch und sind fester Bestandteil der lokalen Küche.

Wegen ihrer Besonderheit wurde die wilde Muschel von Portonovo im Jahr 2004 zu einem Slow-Food-Presidio erklärt, also unter besonderen Schutz gestellt. In den vergangenen Jahren hat der Bestand allerdings stark abgenommen, unter anderem durch steigende Wassertemperaturen und Überfischung, sodass zeitweise sogar Fangverbote gefordert und verhängt wurden. Wer die moscioli in einem der Fischrestaurants direkt an der Bucht probiert, sollte sich daher bewusst sein, dass es sich um eine echte regionale Rarität handelt. Frischer Fisch und Meeresfrüchte gehören ohnehin zu den größten Stärken der Küche in Portonovo und den umliegenden Orten der Marken.

Aktivitäten rund um die Bucht

Portonovo ist in erster Linie ein Ort zum Baden, Schwimmen und Entspannen, doch die Umgebung bietet noch mehr. Das klare Wasser und die Felsformationen machen die Bucht zu einem guten Revier zum Schnorcheln, und der Park lädt zu Wanderungen ein. Vom Höhenweg des Monte Conero aus führen mehrere Pfade hinunter zur Küste und eröffnen dabei weite Ausblicke über die Adria. Ruderboote und Stand-up-Paddling sind ebenfalls beliebt, um die Bucht vom Wasser aus zu erkunden. Vom Meer aus lassen sich einzelne Strandabschnitte und Höhlen erreichen, die vom Land aus gar nicht zugänglich sind, und der segelförmige Fels vor der Vela sowie der lange Riegel des Trave zeigen sich aus dieser Perspektive besonders eindrucksvoll.

Auch die Nachbarschaft lohnt einen Abstecher. Die Badeorte Sirolo und Numana auf der Südseite des Bergs sind schnell erreicht und ergänzen das Angebot um weitere Strände und Altstädte. Wer sich für Kultur und Stadtleben interessiert, findet in Ancona mit seinem Hafen und der romanischen Kathedrale ein lohnendes Ziel. Einen Überblick über weitere Küstenabschnitte der Region gibt die Auswahl der schönsten Strände in den Marken.

Anreise und beste Reisezeit

Die Anreise nach Portonovo erfolgt am einfachsten über Ancona. Von der Stadt und der nahen Autobahn A14 führt eine Straße über die Höhe des Monte Conero und dann in Serpentinen hinunter zur Bucht. In den Sommermonaten ist der Zugang jedoch geregelt, um den Naturraum zu schützen. Es gibt kostenpflichtige Parkplätze in der Bucht selbst sowie einen größeren Parkplatz oberhalb, von dem aus in der Hochsaison ein kostenloser Shuttlebus zu den Stränden fährt. An heißen Tagen im Juli und August sind die Parkplätze schnell belegt, weshalb sich eine frühe Ankunft oder die Nutzung des Busses empfiehlt. Zusätzlich verkehren Linienbusse zwischen Ancona und Portonovo.

Die beste Reisezeit für einen Badeurlaub liegt zwischen Juni und September, wenn das Wasser angenehm warm ist. Im Hochsommer ist die Bucht allerdings am stärksten besucht, sodass die frühen Morgenstunden die ruhigsten sind. Wer es entspannter mag, reist im späten Frühjahr oder im September an. Dann sind die Temperaturen mild, das Meer noch oder schon zum Baden geeignet und die Strände deutlich leerer. Auch für Wanderungen im Park und für die Vogelbeobachtung an den Seen sind diese Randmonate ideal, da die Natur der Bucht dann besonders zur Geltung kommt.

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Über den Autor

Jürgen Lex

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Weingüter

Jürgens Liebe zu Italien begann bereits in der Kindheit mit den alljährlichen Ferien in Lido di Jesolo. Seither hat er das Land von den Dolomiten bis in den tiefen Süden bereist, doch seine Neugier ist bis heute ungebrochen. Abseits der bekannten Routen entdeckt er immer wieder neue Lieblingsorte. Und an einem interessanten Weingut führt für ihn kaum ein Weg vorbei.

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Wann ist die beste Reisezeit für Portonovo?
Zum Baden ist Juni bis September die richtige Zeit, dann ist das Wasser warm genug. Für Besichtigungen und Wanderungen sind April bis Mai sowie September bis November angenehmer. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 30 Grad.
Wie reist man nach Portonovo an?
Die meisten Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen mit dem eigenen Auto. Wer fliegen möchte, nutzt den nächstgelegenen Flughafen Ancona (AOI) und fährt von dort mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter.
Wie viele Tage sollte man für Portonovo einplanen?
Für die wichtigsten Ziele genügt oft ein Tag, etwa als Tagesausflug in Kombination mit der Umgebung.
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