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Pula
Sardinien

Pula

Pittoreske Altstadt und mediterrane Lebensfreude

Pula liegt rund 35 Kilometer südwestlich von Cagliari an der Südküste Sardiniens, dort wo die flache Küstenebene in die felsige Costa del Sud übergeht. Der Ort selbst hat gut 7.000 Einwohner und ein belebtes Zentrum mit Piazza, Cafés und dem kleinen Archäologiemuseum. Sein eigentlicher Ruf gründet aber auf dem, was zwei Kilometer weiter südlich auf einer Landzunge ins Meer ragt: die antike Stadt Nora, eine der ältesten Siedlungen der Insel. Wer Pula ansteuert, kombiniert meist zwei Dinge, die selten so nah beieinander liegen. Am Vormittag läuft man durch punische und römische Ruinen direkt an der Brandung, am Nachmittag liegt man am Sandstrand daneben. Die Landschaft ringsum bleibt flach und offen, im Hintergrund steigen die Hügel des Sulcis an, und die...

Pula liegt rund 35 Kilometer südwestlich von Cagliari an der Südküste Sardiniens, dort wo die flache Küstenebene in die felsige Costa del Sud übergeht. Der Ort selbst hat gut 7.000 Einwohner und ein belebtes Zentrum mit Piazza, Cafés und dem kleinen Archäologiemuseum. Sein eigentlicher Ruf gründet aber auf dem, was zwei Kilometer weiter südlich auf einer Landzunge ins Meer ragt: die antike Stadt Nora, eine der ältesten Siedlungen der Insel.

Wer Pula ansteuert, kombiniert meist zwei Dinge, die selten so nah beieinander liegen. Am Vormittag läuft man durch punische und römische Ruinen direkt an der Brandung, am Nachmittag liegt man am Sandstrand daneben. Die Landschaft ringsum bleibt flach und offen, im Hintergrund steigen die Hügel des Sulcis an, und die Küstenstraße nach Süden führt in eine der ruhigeren Badegegenden Sardiniens.

Verwechslungsgefahr besteht mit dem gleichnamigen Pula in Istrien: Das kroatische Pula hat sein eigenes römisches Amphitheater. Das sardische Pula ist ein anderer Ort, kleiner, und sein antikes Erbe heißt Nora.

Die Ausgrabungsstätte Nora

Nora wurde nach heutigem Kenntnisstand von den Phöniziern gegründet, die ältesten Funde reichen in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts vor Christus zurück. Später übernahmen die Punier den Platz, ab 238 vor Christus die Römer, die Nora zu einem wichtigen Verwaltungssitz auf Sardinien ausbauten. Die Stadt lag auf einer schmalen, stiefelförmigen Halbinsel, dem Capo di Pula, und war früh eine Drehscheibe im westlichen Mittelmeer. Berühmt ist die Stele von Nora, ein phönizisch beschrifteter Steinblock, auf dem der Name Sardiniens erstmals schriftlich auftaucht.

Auf dem Grabungsgelände laufen Besucher heute über gepflasterte Straßenzüge, vorbei an den Grundmauern der Wohnviertel, an römischen Thermen und farbig erhaltenen Bodenmosaiken. Herzstück ist das römische Theater aus dem 2. bis 4. Jahrhundert, das einzige Sardiniens, das unmittelbar am Wasser steht und im Sommer wieder für Aufführungen genutzt wird. Über allem wacht der Torre del Coltellazzo, ein spanischer Wachturm aus dem 17. Jahrhundert auf der Spitze der Landzunge. Die Fundstücke aus Nora, von Keramik bis Schmuck, zeigt das Museo Archeologico Giovanni Patroni im Ortskern von Pula.

Strände am Capo di Pula und die Laguna di Nora

Der Strand von Nora liegt direkt neben den Ruinen, ein heller Sandbogen, den der Torre del Coltellazzo begrenzt. Gleich westlich schließt Su Guventeddu an, eine lang gezogene Bucht mit flachem Einstieg, die bei Kite- und Windsurfern beliebt ist. Hinter der Landzunge dehnt sich die Laguna di Nora aus, ein geschütztes Lagunengebiet mit Meeresstation, in dem sich je nach Jahreszeit Wasservögel beobachten lassen. Wer weichen, feinen Sand und mehr Platz sucht, fährt wenige Kilometer weiter nach Santa Margherita di Pula, wo sich eine Reihe von Buchten mit Pinienhintergrund aneinanderreiht. Eine Übersicht der schönsten Küstenabschnitte findest du unter den Stränden Sardiniens.

Die Festa di Sant'Efisio

Einmal im Jahr rückt Pula in den Mittelpunkt einer der größten Prozessionen Italiens. Die Festa di Sant'Efisio zieht seit 1657 jedes Jahr Anfang Mai von der Stampace-Kirche in Cagliari über Pula bis nach Nora, wo der Heilige der Überlieferung nach hingerichtet wurde. Vier Tage lang bewegt sich der Zug über eine Strecke von rund 65 Kilometern, begleitet von tausenden Teilnehmern in traditionellen sardischen Trachten, geschmückten Ochsengespannen und Reitergruppen. Am 2. Mai erreicht die Prozession Pula und zieht am Abend weiter zum Strand von Nora. Wer die Insel in diesen Tagen besucht, erlebt sardische Volkskultur in ihrer dichtesten Form.

Ausflüge in die Umgebung

Pula ist ein guter Ausgangspunkt für den ganzen Südwesten. Nach Süden führt die Küstenstraße bis nach Chia mit seinen Dünen und dem Wachturm über der Bucht von Sa Colonia. Ab Chia zieht sich die Panoramastraße SP71 entlang der Costa del Sud, einem geschützten Küstenstreifen mit Aussichtspunkten und einsamen Buchten, weiter nach Teulada und zum Capo Teulada, dem südlichsten Punkt Sardiniens. Nach Norden erreichst du in gut einer halben Stunde die Inselhauptstadt Cagliari mit ihrem Altstadtviertel Castello, dem Amphitheater und dem langen Stadtstrand Poetto.

Für Tagesausflüge lohnt der Blick weiter in den Sulcis: Die Inseln Sant'Antioco und die kleine Nachbarinsel mit dem Fischerort Carloforte sind über Damm und Fähre erreichbar und ergänzen die Antike von Nora um Bergbaugeschichte und ligurisch geprägte Küche. An der Ostküste lockt das Badegebiet um Villasimius, und wer die Insel im großen Bogen erkundet, nimmt Kurs Richtung Norden bis Alghero.

Anreise und beste Reisezeit

Der nächste Flughafen ist Cagliari-Elmas, rund 37 Kilometer nordöstlich von Pula, gut 40 Autominuten über die Schnellstraße SS195. Von dort ist ein Mietwagen die praktischste Lösung, da Pula und die Costa del Sud mit öffentlichem Verkehr nur eingeschränkt zu erreichen sind. Regionalbusse der ARST verbinden Cagliari mit Pula, für Nora und die Strände ist aber ein eigenes Fahrzeug klar im Vorteil. Eine Bahnverbindung nach Pula gibt es nicht, der nächste größere Bahnhof ist Cagliari. Der Ortskern ist überschaubar, Parkplätze finden sich am Rand des Zentrums und direkt an der Ausgrabungsstätte Nora. Eine Beschränkung durch eine verkehrsberuhigte Zone wie in den großen Kunststädten besteht hier nicht.

Aus Österreich und der Schweiz führt der schnellste Weg über den Flug: Direkt- und Umsteigeverbindungen nach Cagliari gibt es saisonal ab Wien, Zürich und Genf, sonst über italienische Drehkreuze wie Mailand oder Rom. Wer mit dem eigenen Auto anreist, nimmt eine der Fährverbindungen ans Festland, etwa von Genua, Livorno oder Civitavecchia nach Cagliari oder Porto Torres, und fährt von dort weiter in den Süden.

Die beste Reisezeit für Pula liegt zwischen Mai und Anfang Oktober. Im Mai ist das Land grün, die Temperaturen sind mild und die Festa di Sant'Efisio bringt zusätzliches Leben in die Region. Juli und August sind warm und trocken, das Meer angenehm, dafür sind die Strände voller. September gilt vielen als ideal: Das Wasser ist noch sommerlich warm, die Hauptsaison ebbt ab, und die Ruinen von Nora lassen sich ohne die größte Mittagshitze erkunden.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Wetter in Pula

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Reiseplanung

Beste Reisezeit für Pula

Klima im Jahresverlauf, Monatstabelle und die Monate, die zu deinem Urlaub passen.

Klima im Jahresverlauf

Am angenehmsten: März bis Mai sowie Oktober bis Dezember.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.

Wo liegt Pula?

Karte von Italien mit Markierung Pula

Klimatabelle Pula: Monat für Monat

In Pula ist der August mit 32 Grad am Tag der wärmste Monat, am kühlsten bleibt es im Januar mit 15 Grad. Am meisten Regen fällt im November (70 mm), am wenigsten im Juli (2 mm). Badezeit: Juli bis September, das Wasser hat dann 24 bis 26 Grad.

MonatTagNachtRegenMeerEinordnung
Jan15 °C6 °C45 mm15 °CKühl
Feb15 °C6 °C44 mm14 °CKühl
Mär17 °C8 °C37 mm14 °CAngenehm
Apr20 °C10 °C41 mm15 °CAngenehm
Mai24 °C13 °C26 mm18 °CAngenehm
Jun29 °C17 °C9 mm22 °CWarm
Jul32 °C20 °C2 mm25 °CBadezeit
Aug32 °C21 °C7 mm26 °CBadezeit
Sep29 °C18 °C35 mm24 °CBadezeit
Okt24 °C15 °C60 mm22 °CAngenehm
Nov19 °C11 °C70 mm19 °CAngenehm
Dez16 °C8 °C60 mm16 °CAngenehm

Klimanormalwerte 1991 bis 2020 (Tageshöchst- und Tiefstwerte, Monatsniederschlag) aus TerraClimate, 4-km-Raster, gerundet; Meerestemperatur: Open-Meteo Marine 2020 bis 2024.

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Häufige Fragen

Pula: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Was kann man in Pula auf Sardinien sehen?
Das wichtigste Ziel in Pula ist die antike Ausgrabungsstätte Nora, zwei Kilometer südlich auf der Landzunge Capo di Pula. Dort stehen ein römisches Theater direkt am Wasser, Thermen mit Bodenmosaiken und der spanische Wachturm Torre del Coltellazzo. Im Ort selbst zeigt das Museo Archeologico Giovanni Patroni die Fundstücke aus den Grabungen.
Wie weit ist Nora von Pula entfernt?
Die Ruinen von Nora liegen rund zwei Kilometer südlich von Pula auf der Halbinsel Capo di Pula und sind mit dem Auto in wenigen Minuten erreichbar. Parkplätze gibt es direkt am Eingang der Ausgrabungsstätte. Der Strand von Nora schließt unmittelbar an das Gelände an.
Wie kommt man von Cagliari nach Pula?
Von Cagliari nach Pula fährt man rund 35 Kilometer über die Schnellstraße SS195 und ist in etwa 40 Minuten da. Regionalbusse der ARST verbinden beide Orte, für Nora und die Strände der Costa del Sud ist ein Mietwagen aber deutlich praktischer. Eine Bahnverbindung nach Pula gibt es nicht.
Welche Strände gibt es bei Pula?
Direkt neben den Ruinen liegt der Sandstrand von Nora, begrenzt vom Torre del Coltellazzo, daneben die windsurftaugliche Bucht Su Guventeddu. Wenige Kilometer weiter reihen sich in Santa Margherita di Pula mehrere Buchten mit Pinienhintergrund aneinander. Nach Süden führt die Costa del Sud bis zu den Dünen von Chia.
Wann ist die beste Reisezeit für Pula?
Die beste Reisezeit für Pula liegt zwischen Mai und Anfang Oktober. Der Mai ist mild und grün und fällt mit der Festa di Sant'Efisio zusammen, der September bietet warmes Meer bei nachlassender Hauptsaison. Juli und August sind heiß und trocken, dafür sind die Strände am vollsten.
Was ist die Festa di Sant'Efisio in Pula?
Die Festa di Sant'Efisio ist eine der größten Prozessionen Italiens und zieht seit 1657 jedes Jahr Anfang Mai von Cagliari über Pula nach Nora. Vier Tage lang bewegt sich der Zug über rund 65 Kilometer, begleitet von tausenden Teilnehmern in traditionellen sardischen Trachten. Am 2. Mai erreicht die Prozession Pula und den Strand von Nora.
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