Chiesa del Gesù (Genua)
Die wunderschöne, im 16. Jahrhundert erbaute Chiesa del Gesù (auch Chiesa del Gesù e dei…
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Rapallo liegt in Ligurien an der Riviera di Levante, rund 33 Kilometer südöstlich von Genua, und ist mit knapp 30.000 Einwohnern der größte Badeort am Golf von Tigullio. Die Stadt zieht sich in einem weiten Bogen um die Bucht: vorne die Uferpromenade mit Palmen und Strandbädern, dahinter ein dicht bebauter Ortskern mit Gassen, Markthalle und Cafés, an den Hängen Villen und Olivenhaine. Rapallo ist dabei kein stilles Fischerdorf, sondern eine richtige Kleinstadt mit Verkehr, Geschäften und Alltag.
Genau das ist die ehrliche Einordnung: Rapallo ist voller und lauter als die Postkartenorte nebenan, dafür ganzjährig belebt, gut versorgt und deutlich günstiger. Es hat einen eigenen Bahnhof, eine große Marina, Supermärkte, Ärzte und Busverbindungen, und von hier erreichst du die gesamte Halbinsel von Portofino in wenigen Minuten mit Zug, Bus oder Boot. Als Standort für eine Woche an der Levante ist Rapallo deshalb die praktischste Wahl der Gegend, auch wenn andere Orte am Golf hübscher fotografieren.
Das Rückgrat des Ortes ist die Uferstraße Lungomare Vittorio Veneto. Sie führt am Wasser entlang, vorbei an Strandbädern, Bars und Bootsanlegern, und endet im Osten am Hafen. Auf halber Strecke steht das Wahrzeichen der Stadt: das Castello sul mare, eine kleine Hafenburg aus dem 16. Jahrhundert, die auf einem Felsen direkt im Wasser sitzt und über einen kurzen Steg erreichbar ist. Gebaut wurde sie gegen Angriffe von See, heute dient sie Ausstellungen.
Hinter der Promenade beginnt der historische Kern. Rund um die Piazza Cavour sitzt man am Abend im Freien, hier steht auch die Pfarrkirche Santi Gervasio e Protasio mit ihrem hohen Glockenturm. Wenige Schritte weiter führen enge Gassen mit den typisch ligurischen Schiefereinfassungen und bemalten Fassaden in Richtung Markthalle. Sehenswert sind außerdem das mittelalterliche Stadttor Porta delle Saline und die Bogengänge entlang der Via Mazzini, wo die meisten Läden liegen. Der Ort ist kompakt, in zwei Stunden hast du ihn zu Fuß abgegangen.
Der beliebteste Ausflug führt nach oben. Die Seilbahn von Rapallo nach Montallegro wurde 1934 gebaut und ist bis heute die einzige Anlage dieser Art in Ligurien. Die Talstation liegt am Piazzale Federico Solari knapp über dem Meeresspiegel, die Bergstation auf rund 600 Metern. Die Fahrt überwindet etwa 600 Höhenmeter auf gut 2.390 Metern Schrägstrecke und dauert je nach Angabe sieben bis acht Minuten. Zwei Kabinen pendeln weitgehend ganzjährig, für Wartungsarbeiten pausiert die Anlage zeitweise. Fahrplan und Preise prüfst du am besten kurz vorher, sie ändern sich saisonal.
Oben steht die Wallfahrtskirche Nostra Signora di Montallegro. Sie geht auf eine Marienerscheinung zurück, die 1557 dem Bauern Giovanni Chichizola zugeschrieben wird; die Bevölkerung von Rapallo errichtete daraufhin 1557 und 1558 die erste Kirche samt Pilgerherberge. Die heutige Marmorfassade stammt von 1896. Seit 1739 ist die Madonna von Montallegro Stadtpatronin, ihr Fest Anfang Juli ist der größte Termin im Ortsjahr. Vom Vorplatz reicht der Blick über den ganzen Golf bis zur Landzunge von Portofino, an klaren Tagen weiter die Küste hinunter.
Wer laufen will, nimmt einen der markierten Wege durch Olivenhaine und Macchia; der Aufstieg zu Fuß dauert deutlich länger als die Seilbahn und ist stellenweise steil. Von oben führen Höhenwege weiter in das Hinterland des Tigullio, im Frühjahr und Herbst am angenehmsten.
Gebadet wird in Rapallo eher pragmatisch. Die Ufer bestehen überwiegend aus Kies und grobem Sand, teils aus aufgeschütteten Plattformen, und der größte Teil der Strandlinie gehört privaten Bagni mit Liegen, Sonnenschirmen, Duschen und Bar. Freie Abschnitte gibt es, sie sind aber schmal und im Hochsommer voll. An den steinigen Stellen helfen Wasserschuhe. Kinder kommen gut zurecht, weil das Wasser meist flach einsetzt und die Bagni bewacht sind.
Der zweite Wasserzugang ist der Hafen. Rapallo hat eine große Marina mit mehreren hundert Liegeplätzen. Vom Anleger an der Promenade fährt das Servizio Marittimo del Tigullio ganzjährig Richtung Santa Margherita Ligure, Portofino und San Fruttuoso, in der Saison kommen weitere Ziele entlang der Küste dazu. Vom Wasser aus siehst du dabei die Steilküste des Naturparks, an die man von Land kaum herankommt.
Das eigentliche Argument für Rapallo ist die Lage. Santa Margherita Ligure ist der nächste Nachbar, eleganter, mit Palmenpromenade und guten Fischlokalen, in wenigen Minuten per Zug oder Bus erreichbar. Dahinter liegt Portofino, das berühmte Hafenrund mit den bunten Häusern; die Anfahrt mit dem Auto ist im Sommer mühsam, mit dem Boot oder Bus deutlich entspannter.
Über den Bergrücken der Halbinsel liegt Camogli mit seinen hohen, schmalen Fassaden, und in einer eigenen Bucht die Abtei San Fruttuoso, die nur zu Fuß oder per Boot erreichbar ist. In die andere Richtung folgen Sestri Levante mit seinen zwei Buchten und weiter südlich die Cinque Terre, die du von Rapallo aus mit einem Umstieg per Bahn erreichst. Nach Norden bringt dich der Regionalzug in gut einer halben Stunde nach Genua, wo Altstadt, Aquarium und die Palazzi dei Rolli einen ganzen Tag füllen.
Rapallo taucht in Geschichtsbüchern gleich zweimal auf, und die beiden Verträge werden gern verwechselt. Der erste, im November 1920 geschlossen, regelte die Grenze zwischen dem Königreich Italien und dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, also Jugoslawien, samt der Frage von Fiume. Der zweite und bekanntere wurde am 16. April 1922 im Hotel Imperiale unterzeichnet, von Außenminister Walther Rathenau für das Deutsche Reich und Georgi Tschitscherin für Sowjetrussland.
Wichtig ist die genaue Bezeichnung: Vertragspartner war die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik, denn die Sowjetunion wurde erst im Dezember 1922 gegründet, also Monate nach Rapallo. Inhaltlich verzichteten beide Seiten wechselseitig auf finanzielle Forderungen aus dem Krieg und nahmen diplomatische Beziehungen auf. Beide Staaten waren damals isoliert, was das Abkommen für die Westmächte unangenehm machte. Die französische Ruhrbesetzung im Januar 1923 war allerdings nicht die direkte Folge; ausgelöst wurde sie durch deutsche Rückstände bei den Reparationslieferungen. Rapallo wirkte indirekt, indem es das Misstrauen gegenüber Berlin verstärkte.
Älter und friedlicher ist die zweite kulturelle Spur der Stadt: die Klöppelspitze, das pizzo al tombolo. Seit dem 16. Jahrhundert wird sie an der Riviera di Levante gefertigt, und Rapallo besitzt dazu das einzige Museum Liguriens. Es sitzt in der Villa Tigullio im Parco Casale und zeigt über 1.400 Spitzenarbeiten vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, dazu alte Klöppel und Entwurfszeichnungen.
Aus Deutschland fährst du über den Brenner oder über die Schweiz nach Mailand und weiter über die Autobahn nach Genua, von dort auf der A12 Richtung La Spezia bis zur Ausfahrt Rapallo. Ab München sind es ungefähr acht Stunden. Bequemer ist die Bahn: Rapallo hat einen eigenen Bahnhof an der Küstenlinie zwischen Genua und La Spezia, du steigst in Mailand oder Genua um und stehst danach direkt im Ort. Genau das macht Rapallo zum praktischsten Standort der Gegend, weil du ohne Auto auskommst. Nächster Flughafen ist Genua.
Aus Österreich läuft die Fahrt über den Brenner und Verona nach Mailand oder über Tarvis, Venedig und Parma an die Küste. Von Innsbruck aus bist du in etwa sieben Stunden da, von Wien deutlich länger. Ab Wien lohnt sich der Nachtzug oder ein Flug nach Mailand mit anschließender Bahnfahrt.
Aus der Schweiz ist Rapallo besonders gut erreichbar. Über den Gotthard fährst du via Lugano und Chiasso nach Mailand und weiter nach Genua, über den San Bernardino via Bellinzona auf dieselbe Achse. Ab Zürich rechnest du mit ungefähr fünf Stunden, ab Lugano mit gut drei. Mit der Bahn geht es über Mailand ebenso zügig, meist mit einem Umstieg in Genua.
Die beste Reisezeit reicht vom Frühjahr bis in den Herbst. Mai und Juni sind angenehm zum Wandern und für Montallegro, das Meer ist da noch frisch. Die Badesaison läuft von Juni bis September, im August ist es voll und teuer. September und Anfang Oktober bringen die beste Mischung aus warmem Wasser und ruhigen Promenaden. Der Winter ist mild, aber ruhig: Viele Bagni und ein Teil der Hotels schließen, die Seilbahn pausiert zeitweise für Wartung, dafür hast du den Ort fast für dich.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis November.
| Region | Ligurien |
| Provinz | Genua |
| Einwohnerzahl | 29.778 |
| Provinzkürzel | GE |
| Postleitzahl | 16035 |
| Vorwahl | 0185 |
| Prominente Bürger | Luciano Bottaro (Comiczeichner) Scipione Riva-Rocci (Arzt) Anna Maria Ortese (Schriftstellerin) |
| Spezialitäten des Ortes | Cubeletto di Rapallo |
| Lage | der größte Badeort an der Riviera di Levante |
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