Meraner Höhenweg
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Toblach, auf Italienisch Dobbiaco, liegt auf 1.241 Metern Höhe im Hochpustertal im Osten Südtirols. Die Gemeinde mit rund 3.300 Einwohnern trägt seit jeher den Beinamen "Tor zu den Dolomiten", denn hier zweigt das Höhlensteintal vom Pustertal ab und führt schnurgerade nach Süden in Richtung Cortina d'Ampezzo. Wer von Norden kommt, sieht in Toblach zum ersten Mal die hellen Kalkwände der Dolomiten aufragen, die seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören.
Eine geografische Besonderheit macht den Ort zusätzlich interessant: Auf dem Toblacher Feld verläuft eine europäische Wasserscheide. Die Rienz fließt von hier nach Westen und erreicht über Eisack und Etsch die Adria, während die Drau wenige hundert Meter weiter östlich entspringt und ihr Wasser über die Donau bis ins Schwarze Meer trägt. Zwei Meere, getrennt durch eine flache Talweitung, das gibt es in den Alpen nur an wenigen Stellen.
Bekannt ist Toblach heute vor allem für zwei Dinge: für Gustav Mahler, der hier seine letzten großen Werke komponierte, und für den Langlaufsport, der den Ort regelmäßig in die Weltcup-Berichterstattung bringt. Dazu kommen der malerische Toblacher See, ein barockes Kirchenjuwel und ein historisches Grandhotel, das eine bemerkenswerte Verwandlung hinter sich hat.
Gustav Mahler verbrachte die Sommer der Jahre 1908 bis 1910 in Toblach. Nach dem Tod seiner Tochter und dem Abschied aus Wien suchte der Komponist einen neuen Rückzugsort und fand ihn auf dem Trenkerhof im Weiler Altschluderbach, etwas außerhalb des Ortskerns. Im nahen Wald ließ er sich ein hölzernes Komponierhäuschen errichten, in dem er ungestört arbeiten konnte. Dort entstanden seine drei letzten Orchesterwerke: "Das Lied von der Erde", die Neunte Sinfonie und die unvollendet gebliebene Zehnte.
Das kleine Häuschen steht bis heute und ist als Museum zugänglich, eingebettet in einen Naturklangpark mit Klangstationen im Wald. Wer sich für Musikgeschichte interessiert, findet hier einen authentischen Ort ohne große Inszenierung. An den Komponisten erinnern außerdem die Gustav-Mahler-Musikwochen, ein Klassikfestival, das seit 1981 jeden Sommer in Toblach stattfindet und Orchester wie Solisten von internationalem Rang ins Hochpustertal holt.
Südlich des Bahnhofs steht der markanteste Gebäudekomplex des Ortes: das ehemalige Grand Hotel Toblach. Die österreichische Südbahngesellschaft ließ es 1877 und 1878 nach Plänen ihres Chefarchitekten Wilhelm von Flattich als Bahnhotel errichten, um den neuen Schienenweg durchs Pustertal touristisch zu beleben. In seiner Glanzzeit war das Haus ein Treffpunkt des europäischen Adels und Bürgertums, auch Mahler verkehrte hier: Mit Richard Strauss speiste er im Grand Hotel.
Nach Jahrzehnten des Niedergangs wurde der Komplex zwischen 1989 und 1999 umfassend saniert und beherbergt heute ein Kulturzentrum, das seit 2018 von der Stiftung Euregio-Kulturzentrum Gustav Mahler getragen wird. Herzstück ist der Gustav-Mahler-Saal mit 460 Plätzen und einer Akustik, die weit über Südtirol hinaus geschätzt wird. Im selben Gebäude sind das Naturparkhaus Drei Zinnen, eine Jugendherberge und die Musikschule des oberen Pustertals untergebracht. Ein Besuch lohnt auch außerhalb der Konzertsaison, allein wegen der Architektur und der Ausstellung des Naturparkhauses.
Der alte Ortskern von Toblach liegt etwas nördlich der Durchgangsstraße und lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Wichtigster Bau ist die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, die zwischen 1764 und 1774 unter dem Toblacher Baumeister Rudolf Schraffl ihre heutige Gestalt erhielt. Sie gilt als bedeutendste Barockkirche des Pustertals und zählt dank der Fresken von Franz Anton Zeiller zu den wichtigsten Sakralbauten Tirols überhaupt. Der achteckige Glockenturm mit Zwiebelhaube ragt 76 Meter auf und ist schon von weitem zu sehen.
Gleich daneben steht die Herbstenburg, streng genommen keine Burg, sondern ein wehrhafter spätmittelalterlicher Ansitz, den die Brüder Kaspar und Christoph Herbst um 1500 aus einem älteren Wohnturm ausbauten. Kaiser Maximilian I. nutzte das Gebäude von 1508 bis 1511 als Hoflager und traf hier 1511 die Entscheidung zum Krieg gegen Venedig. Eine überlebensgroße Statue des Kaisers erinnert seit 2009 an diese Episode. Die Herbstenburg selbst ist in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden, ebenso der Rote Turm im Nordwesten des Ortes, der einst durch einen unterirdischen Gang mit dem Ansitz verbunden war.
Rund drei Kilometer südlich des Ortes liegt der Toblacher See auf 1.259 Metern Höhe, eingerahmt von den bewaldeten Hängen am Eingang des Höhlensteintals. Der flache, maximal etwa 3,5 Meter tiefe See markiert die Grenze zwischen zwei Schutzgebieten: Westlich erstreckt sich der Naturpark Fanes-Sennes-Prags, östlich der Naturpark Drei Zinnen. Ein Naturlehrpfad mit elf Stationen führt in etwa anderthalb Stunden um das Ufer und erklärt die Tier- und Pflanzenwelt der Verlandungszonen. Im Sommer können Besucher Ruderboote mieten, im Hochwinter verwandelt sich die Eisfläche in einen natürlichen Eislaufplatz.
Vom See aus zieht sich das Höhlensteintal gut 15 Kilometer nach Süden bis zur Grenze nach Venetien. Auf halber Strecke liegt der Dürrensee auf 1.406 Metern, ein seichter Bergsee, in dem sich bei ruhigem Wetter der Monte Cristallo spiegelt. Kurz dahinter, bei Schluderbach und Landro, öffnet sich der berühmte Drei-Zinnen-Blick: Durch das Rienztal hindurch stehen die Nordwände der Drei Zinnen frei im Blickfeld, eines der meistfotografierten Motive der Dolomiten. Wer mehr Seenlandschaft sehen will, erreicht von Toblach aus in wenigen Fahrminuten auch den Pragser Wildsee im Nachbartal.
Im Winter ist Toblach vor allem eines: ein Zentrum des Langlaufsports. Die Nordic Arena am südlichen Ortsrand ist ein modernes Langlaufstadion mit FIS-homologierten Wettkampfstrecken und Anschluss an ein beschneibares Loipennetz von rund 120 Kilometern im Hochpustertal. Hier macht die Tour de Ski regelmäßig Station, hier starten der Pustertaler Ski-Marathon, das älteste Volkslanglaufrennen Südtirols mit 62 Kilometern in klassischer Technik, und der traditionsreiche Volkslauf von Toblach nach Cortina. Das Stadiongebäude selbst ist eine Kuriosität, denn die Loipe führt über das Dach. Ergänzend beherbergt die Anlage eine Kletterhalle, Tennisplätze und ein Restaurant, sie ist also auch abseits der Rennen einen Besuch wert.
Alpinskifahrer finden direkt am Ort das kleine Skigebiet Rienz mit der Trenker-Piste, die als FIS-Trainingsstrecke einen Namen hat und immer wieder Weltcup-Teams zum Training anzieht. Für ausgedehnte Skitage steht das Skigebiet 3 Zinnen Dolomiten bereit, dessen Einstiege am Helm und am Haunold von Toblach aus in rund zehn Autominuten über Vierschach und Innichen erreichbar sind. Mit fünf verbundenen Skibergen zählt es zu den vielseitigsten Gebieten der Region. Einen Überblick über weitere Wintersportziele gibt die Seite zum Skiurlaub in Italien.
Im Sommer ist Toblach ein Knotenpunkt für Radfahrer. Der Fernradweg von München nach Venedig verlässt hier das Pustertal und steigt sanft durch das Höhlensteintal an, größtenteils auf der Trasse der alten Dolomitenbahn, die einst Toblach mit Cortina verband. Die Strecke gilt als einer der landschaftlich schönsten Bahntrassenradwege der Alpen: erst am Toblacher See vorbei, dann am Dürrensee mit Blick auf Cristallo und Drei Zinnen, schließlich hinüber nach Cortina d'Ampezzo. Wer lieber im Haupttal bleibt, folgt dem Pustertal-Radweg nach Westen Richtung Bruneck oder nach Osten über Innichen nach Lienz, wo der Drauradweg beginnt. Mehr Strecken und Tipps bündelt die Übersicht zum Radfahren in Italien.
Wanderer haben die Wahl zwischen gemütlichen Talwegen und hochalpinen Zielen. Direkt vom Ort führen Wege auf das sonnige Toblacher Feld und in das stille Silvestertal nordöstlich des Ortes, wo die Silvesteralm auf rund 1.800 Metern ein lohnendes Ziel für Familien ist. Ambitionierte starten von der Südseite des Höhlensteintals zu Touren im Naturpark Drei Zinnen, etwa zur Dreizinnenhütte oder auf den Spuren des Ersten Weltkriegs, dessen Frontverlauf das Tal einst durchschnitt. Die Seilbahnen der Umgebung, allen voran jene auf den Helm, verkürzen den Aufstieg zu Panoramawegen mit weitem Blick über die Sextner Dolomiten.
Toblach ist ungewöhnlich gut mit der Bahn erreichbar. Der Bahnhof liegt an der 1871 eröffneten Pustertalbahn, die Franzensfeste mit Lienz in Osttirol verbindet. Regionalzüge verkehren tagsüber in dichtem Takt, mit Anschluss in Franzensfeste an die Brennerlinie Richtung Bozen, Innsbruck und München. Mit dem Auto führt der Weg über die Brennerautobahn A22 bis zur Ausfahrt Brixen/Pustertal und weiter auf der Pustertaler Staatsstraße SS49, von Osten über Lienz und Innichen. Vor Ort erschließen Citybusse und in der Saison Shuttlelinien die Ausflugsziele im Höhlensteintal, was angesichts der knappen Parkplätze an See und Naturpark die entspannteste Lösung ist.
Bei der Reisezeit sollte die Höhenlage einkalkuliert werden. Toblach zählt zu den kältesten bewohnten Orten Südtirols, im Winter sind Nächte mit strengem Frost normal, der Kälterekord unter den bewohnten Orten des Landes, minus 29 Grad, wurde 1969 hier gemessen. Genau das macht den Ort von Dezember bis März zum verlässlichen Langlaufrevier. Für Wanderer und Radfahrer sind Juni bis September die beste Wahl, mit warmen Tagen um 20 bis 25 Grad und kühlen Nächten, wobei im Hochsommer regelmäßig Gewitter niedergehen. Ruhig und günstig sind die Übergangszeiten: Der Mai bringt Schmelzwasser und erste grüne Almen, der Oktober klare Fernsicht und Lärchengold im Höhlensteintal. Wer zu den Gustav-Mahler-Musikwochen im Juli und August anreist, verbindet Bergurlaub mit einem Konzertprogramm, wie es sonst nur Großstädte bieten.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: März bis Mai sowie September bis Oktober.
Tipp: In den Wintermonaten Schnee und Skisaison; der Hochsommer bleibt angenehm mild.
| Region | Trentino-Südtirol |
| Provinz | Bozen |
| Einwohnerzahl | 3.360 |
| Provinzkürzel | BZ |
| Postleitzahl | 39034 |
| Vorwahl | 0474 |
| Italienischer Name | Dobbiaco |
| Reisezeit-Hinweise | die Sommer sind sehr mild und nicht besonders warm. |
| Geschichte | die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 827 |
| Lage | im Pustertal an den 3 Zinnen gelegen |
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