Tropea
Kalabrien

Tropea

Tropea in Kalabrien: Perle des Tyrrhenischen Meeres

Tropea auf dem Felsen über dem Tyrrhenischen Meer Tropea liegt an der Costa degli Dei im Süden von Kalabrien, gehört zur Provinz Vibo Valentia und hat rund 6.500 Einwohner. Die Altstadt sitzt auf einem Tuffsteinfelsen, der etwa 60 Meter über dem Wasser abbricht. Von oben schaust du auf helle Sandbuchten und auf ein Meer, das je nach Lichteinfall zwischen Türkis und tiefem Blau wechselt. Diese Kombination aus Steilküste, Altstadtgassen und Stränden direkt darunter macht den Ort aus, und sie erklärt auch, warum Tropea im Sommer deutlich voller ist als der Rest der Region. Das bekannteste Motiv steht nicht in der Stadt, sondern davor: die Wallfahrtskirche Santa Maria dell'Isola auf einem eigenen Felsen am Strand. Ein früheres Benediktinerkloster, heute über eine...

Tropea auf dem Felsen über dem Tyrrhenischen Meer

Tropea liegt an der Costa degli Dei im Süden von Kalabrien, gehört zur Provinz Vibo Valentia und hat rund 6.500 Einwohner. Die Altstadt sitzt auf einem Tuffsteinfelsen, der etwa 60 Meter über dem Wasser abbricht. Von oben schaust du auf helle Sandbuchten und auf ein Meer, das je nach Lichteinfall zwischen Türkis und tiefem Blau wechselt. Diese Kombination aus Steilküste, Altstadtgassen und Stränden direkt darunter macht den Ort aus, und sie erklärt auch, warum Tropea im Sommer deutlich voller ist als der Rest der Region.

Das bekannteste Motiv steht nicht in der Stadt, sondern davor: die Wallfahrtskirche Santa Maria dell'Isola auf einem eigenen Felsen am Strand. Ein früheres Benediktinerkloster, heute über eine steile Treppe zu erreichen. Wer oben ankommt, hat die Bucht, die Altstadtkante und bei klarer Sicht die Silhouette des Stromboli vor sich. Mehr Hintergrund zur Kirche findest du auf unserer Seite zu Santa Maria dell'Isola.

Tropea funktioniert als Standort für einen ruhigen Badeurlaub genauso wie als Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Küste. Die Wege sind kurz, das Umland ist abwechslungsreich, und die kalabrische Küche liefert genug Gründe, abends nicht im Hotel zu essen.

Sehenswürdigkeiten in der Altstadt

Die Altstadt liegt auf dem Felsplateau und lässt sich nur zu Fuß erkunden. Hauptachse ist der Corso Vittorio Emanuele mit kleinen Läden, Cafés und Eisdielen. Von ihm zweigen Gassen ab, die immer wieder an einem der Belvedere enden, an Aussichtsbalkonen über der Steilkante. Der bekannteste liegt an der Piazza del Cannone. Von dort hast du den Blick über die Bucht, auf den Klosterfelsen und nach Norden die Küste entlang. Bei guter Fernsicht, meist morgens oder nach einem Wetterwechsel, sind die Äolischen Inseln am Horizont zu sehen, der Stromboli als deutlich erkennbarer Kegel.

Die Cattedrale geht auf das 12. Jahrhundert zurück und wurde über die Jahrhunderte mehrfach umgebaut und wiederhergestellt, unter anderem nach Erdbebenschäden. Im Inneren lohnt der Blick auf die Ausstattung und die Marienikone, die für den Ort eine besondere Rolle spielt. Rund um die Kathedrale und entlang der Nebengassen stehen die Palazzi der alten Adelsfamilien, viele mit Portalen, Innenhöfen und Wappen über dem Eingang.

Ein Wort zur Topografie: Zwischen Oberstadt und Strandniveau liegen die erwähnten rund 60 Höhenmeter. Überwunden werden sie über Treppen und wenige Straßen, die Abgänge starten unter anderem an der Piazza del Cannone und in der Nähe der Kathedrale. Das ist gut machbar, aber mit Kinderwagen, Kühltasche und Sonnenschirm spürbar. Plane für den Rückweg am späten Nachmittag etwas Zeit ein und trage genug Wasser mit dir.

Die Strände von Tropea

Der bekannteste Strand ist die Spiaggia della Rotonda unterhalb des Klosterfelsens. Feiner heller Sand, flach abfallendes Wasser, dazu der Blick auf Altstadtkante und Inselkirche. Direkt daneben liegt die Spiaggia del Convento, benannt nach dem Kloster oberhalb. Beide Abschnitte gehen bei ruhiger See fast ineinander über, sind aber unterschiedlich stark belegt.

  • Strandbäder mit Liegen und Schirmen wechseln sich mit freien Abschnitten ab. Wer ohne Vorbuchung kommt, findet auch im Hochsommer freie Flächen, aber selten die besten Plätze.
  • Schatten ist das Hauptthema. Natürlicher Schatten fehlt fast vollständig, der Felsen wirft erst am späten Nachmittag etwas davon auf den Sand. Ohne Schirm wird der Mittag anstrengend.
  • Die Zugänge führen über Treppen. Barrierefrei ist das nicht, gute Schuhe für den Weg hinunter helfen mehr als Badelatschen.
  • Nördlich und südlich der Stadt liegen weitere Buchten, die sich zu Fuß oder mit dem Auto erreichen lassen und meist ruhiger sind.

Wie warm das Wasser zu deinem Reisezeitraum ist, kannst du vorab in unserer Übersicht zur Wassertemperatur nachsehen. Einen breiteren Überblick über die Küste gibt unsere Seite zu den Stränden in Kalabrien.

Capo Vaticano und die Costa degli Dei

Rund neun Kilometer südlich von Tropea springt Capo Vaticano ins Meer, ein Granitkap mit Felsnasen, kleinen Buchten und Badestellen, die teils nur über Treppen oder schmale Pfade erreichbar sind. Der Leuchtturm und die Aussichtspunkte darüber gehören zu den lohnendsten Stellen der ganzen Küste, besonders am Abend, wenn die Sonne Richtung Sizilien absackt.

Die Costa degli Dei zieht sich von Pizzo im Norden bis in die Gegend von Nicotera im Süden. Pizzo liegt gut 20 Kilometer entfernt und ist vor allem für das Tartufo bekannt, eine Eisspezialität mit flüssigem Schokoladenkern, die dort erfunden wurde und auf der Piazza serviert wird. Sehenswert sind außerdem das Aragonesische Kastell und die in den Fels gehauene Kirche Piedigrotta außerhalb des Ortes. Als Provinzhauptstadt im Hinterland lohnt Vibo Valentia einen halben Tag, weiter südlich liegen Scilla mit dem Fischerviertel Chianalea und Reggio Calabria mit den Bronzen von Riace.

Bootstouren zu den Äolischen Inseln

Vom Hafen unterhalb der Altstadt starten in der Saison Ausflugsboote zu den Liparischen Inseln, die auch Äolische Inseln heißen. Üblich sind Tagesfahrten nach Lipari und Vulcano sowie Abendtouren zum Stromboli, bei denen das Boot nach Sonnenuntergang vor der Sciara del Fuoco liegt und du die Auswürfe des Vulkans vom Wasser aus siehst. Die Fahrten hängen vom Seegang ab und werden bei Wind kurzfristig abgesagt, plane sie deshalb nicht auf den letzten Urlaubstag.

Kürzere Touren führen an der Küste entlang zu Grotten und Buchten, die vom Land aus nicht zugänglich sind. Wer lieber selbst steuert, findet im Hafen Anbieter für kleine Boote, die sich ohne Führerschein bewegen lassen. Schnorchelausrüstung gehört ins Gepäck, das Wasser ist klar und an vielen Stellen felsig genug.

Cipolla rossa und kalabrische Küche

Die rote Zwiebel von Tropea, die Cipolla rossa di Tropea, trägt das IGP-Siegel und ist milder und süßer als gewöhnliche Zwiebeln. Du bekommst sie roh im Salat, als Marmelade zu Käse, in Focaccia, als Beilage und tatsächlich auch als Eis. In den Gassen hängen die geflochtenen Zwiebelzöpfe an fast jedem zweiten Laden.

Daneben lohnen die scharfe Streichwurst Nduja aus Spilinga, ein Ort wenige Kilometer landeinwärts, Schwertfisch und Thunfisch aus dem Tyrrhenischen Meer, Pecorino aus dem Hinterland sowie die Zitrusfrüchte und die Bergamotte aus dem Süden der Region. Bei Wein solltest du nach Cirò fragen, dem bekanntesten Anbaugebiet Kalabriens. Restaurants mit Terrasse an der Steilkante verlangen für den Blick meist einen Aufschlag, die ehrlicheren Küchen findest du eine Gasse weiter innen.

Anreise und beste Reisezeit

Aus Deutschland ist der Flug die naheliegende Lösung. Nächstgelegener Flughafen ist Lamezia Terme, rund 60 Kilometer nördlich, mit dem Mietwagen etwa eine Stunde entfernt. Direkt neben dem Flughafen liegt ein Bahnhalt, von dem Regionalzüge auf der Tyrrhenischen Küstenlinie in etwa 45 bis 60 Minuten bis zum Bahnhof Tropea fahren. Der Bahnhof liegt am oberen Stadtrand, der Weg in die Altstadt ist zu Fuß machbar. Wer mit dem Auto anreist, fährt über Brenner oder Gotthard, dann über Bologna, Rom und Neapel auf die A2 Richtung Reggio Calabria, die früher A3 hieß, und verlässt sie bei Pizzo oder Sant'Onofrio Richtung Küste. Das sind je nach Startpunkt gut 1.500 Kilometer, realistisch zwei Tagesetappen mit einer Übernachtung etwa auf Höhe der Toskana.

Aus Österreich läuft die Autoanreise über Tarvis und Venedig oder über den Brenner, danach identisch weiter über die A1 und die A2. Auch von Wien oder Graz aus bleibt es eine Zweitagesstrecke. Flüge nach Lamezia Terme gibt es ab Wien saisonal, sonst führt der Weg über Rom, Mailand oder München mit Umstieg. Die Bahnverbindung ist möglich, aber lang: über Villach und Rom mit mindestens einem Umstieg und der letzten Etappe auf der Küstenlinie.

Aus der Schweiz ist der Gotthard die übliche Route, danach Mailand, Bologna und weiter nach Süden. Auch hier liegt die Strecke im Bereich von rund 1.500 Kilometern. Ab Zürich, Basel oder Genf sind Flüge nach Lamezia Terme meist nur mit Umstieg zu haben, häufig über Rom oder Mailand. Eine Fährverbindung brauchst du für Tropea nicht. Die Fähren ab Villa San Giovanni, etwa 70 Kilometer weiter südlich, sind für die Weiterreise nach Sizilien gedacht, nicht für die Anfahrt.

Die Badesaison reicht ungefähr von Juni bis Anfang Oktober. Am wärmsten ist das Wasser im August und September. Juli und August sind gleichzeitig die vollsten und heißesten Wochen, im August kommen viele italienische Urlauber dazu, Unterkünfte sind dann teuer und früh ausgebucht. Parken wird in diesen Wochen zum eigenen Thema: Die Plätze an der Strandpromenade und am oberen Stadtrand sind vormittags belegt, viele Unterkünfte in der Altstadt haben keinen eigenen Stellplatz. Kläre das bei der Buchung ab. Angenehmer sind Juni und September mit warmem Wasser und ruhigeren Stränden. Mai und Oktober eignen sich für Wanderungen, Ausflüge ins Hinterland und Besichtigungen, das Meer ist dann eher etwas für Hartgesottene. Im Winter ist Tropea ruhig, ein Teil der Gastronomie und viele Bootsanbieter machen Pause.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Klima & beste Reisezeit

Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.

Klima im Jahresverlauf

Am angenehmsten: März bis Mai sowie Oktober bis Dezember.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.

Wo liegt Tropea?

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Gut zu wissen

Informationen

Informationen über Tropea

Region Kalabrien
Provinz Vibo Valentia
Einwohner­zahl 6.326
Provinzkürzel VV
Postleitzahl 89861
Vorwahl 0963
Prominente Bürger Albert Anastasia (Mafioso)
Pasquale Galluppi (Philosoph)
Städte­partnerschaft Swenigorod (Russland)
Spezialitäten des Ortes Cipolle di Tropea - rote Zwiebeln
Geschichte Herkules soll sich hier nach seinen Abenteuern zur Erholung niedergelassen haben.
Lage Nahe des Capo Vaticano
Häufige Fragen

Tropea: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Wann ist die beste Reisezeit für Tropea?
Zum Baden ist Juni bis Oktober die richtige Zeit, dann ist das Wasser warm genug. Für Besichtigungen und Wanderungen sind März bis Mai sowie Oktober bis Dezember angenehmer. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 31 Grad.
Wie reist man nach Tropea an?
Der nächstgelegene Flughafen ist Lamezia Terme (SUF). Von dort geht es mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter. Die Anreise mit dem eigenen Auto ist möglich, aus dem deutschsprachigen Raum aber eine lange Strecke.
Wie viele Tage sollte man für Tropea einplanen?
Für die wichtigsten Ziele genügt oft ein Tag, etwa als Tagesausflug in Kombination mit der Umgebung.
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