
Santa Lucia ist in Italien die Lichterbotin des 13. Dezember. In der Nacht vom 12. auf den 13. bringt sie den Kindern Süßigkeiten und kleine Geschenke, die sie am Morgen auf der Fensterbank oder in den Schuhen finden. Vor allem im Norden Italiens ist sie damit wichtiger als der Nikolaus, der am 6. Dezember kommt.
Lucia wurde um 283 in Syrakus auf Sizilien geboren und starb dort 304 als Märtyrerin. Der Überlieferung nach brachte sie nachts heimlich Lebensmittel zu den Armen. Damit sie beide Hände frei hatte und trotzdem den Weg sah, setzte sie sich einen Kranz mit Kerzen auf den Kopf. Daher kommt das Licht, das bis heute zu ihr gehört.
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Ihr Name leitet sich von lux ab, dem lateinischen Wort für Licht. Angerufen wird sie bis heute bei Augenleiden. Syrakus und Venedig verehren sie als Stadtpatronin, ihre Reliquien liegen seit 1204 in der venezianischen Kirche San Geremia.
Am größten ist das Fest in Syrakus, wo die Silberstatue der Heiligen in einer Prozession durch die Stadt getragen wird. Als Geschenkebringerin ist sie dagegen vor allem im Norden zu Hause, etwa in Bergamo, Brescia, Cremona und rund um Verona. Dort schreiben Kinder ihr Briefe, so wie anderswo dem Christkind.
Traditionell stellten Familien am Abend des 12. Dezember eine Tasse Milch und trockenes Brot vor die Tür, gedacht für den Esel, der Santa Lucia die Geschenke tragen hilft. Weil die Heilige ihr Vermögen den Armen vermachte, wird an ihrem Tag der Torrone dei poveri zubereitet, ein fester Aufstrich aus Kichererbsen, die so lange mit Zucker gekocht werden, bis die Masse fest wird.
In Syrakus kommt an diesem Tag traditionell kein Brot und keine Pasta auf den Tisch, sondern Gerichte aus ganzen Weizenkörnern.
Der 13. Dezember fällt mitten in die Zeit der Weihnachtsbräuche in Italien. Er ist kein landesweiter gesetzlicher Feiertag, das Fest prägt aber in vielen Städten das Straßenbild. Alle offiziellen Termine findest du in der Übersicht der Feiertage in Italien.