Chiesa del Gesù (Genua)
Die wunderschöne, im 16. Jahrhundert erbaute Chiesa del Gesù (auch Chiesa del Gesù e dei…
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Genua ist die Hauptstadt der Region Ligurien und mit rund 560.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt Italiens. Die Hafenstadt erstreckt sich über gut 30 Kilometer entlang der Küste, eingeklemmt zwischen dem Ligurischen Meer und den steil aufsteigenden Hängen des Apennin. Wer zum ersten Mal ankommt, sollte sich auf eine Stadt einstellen, die anders funktioniert als Florenz oder Venedig: Genua ist kein herausgeputztes Freilichtmuseum, sondern eine lebendige Hafenmetropole, in der sich prunkvolle Adelspaläste und enge Handwerkergassen auf wenigen Metern abwechseln.
Der Beiname der Stadt lautet La Superba, die Stolze. Er geht auf den Dichter Petrarca zurück und beschreibt das Selbstbewusstsein einer Seerepublik, die im Mittelalter zu den mächtigsten Handelsmächten des Mittelmeers gehörte. Aus dieser Epoche stammt die Altstadt, die als eine der größten zusammenhängenden mittelalterlichen Altstädte Europas gilt. Dazu kommen ein Weltkulturerbe der UNESCO, das größte Aquarium Italiens und eine Küche, die mit Pesto und Focaccia zwei Klassiker hervorgebracht hat, die weit über Ligurien hinaus bekannt sind.
Genua war vom 11. bis zum 18. Jahrhundert eine unabhängige Seerepublik und stieg im Mittelalter zu einer der führenden Handelsmächte des Mittelmeers auf. Genuesische Flotten kontrollierten Handelsrouten bis ins Schwarze Meer, genuesische Kaufleute unterhielten Niederlassungen von Konstantinopel bis auf die Krim. Im Jahr 1284 besiegte die Republik in der Seeschlacht bei Meloria die Konkurrentin Pisa und übernahm deren Vormachtstellung im Tyrrhenischen Meer. Es folgte eine jahrhundertelange Rivalität mit Venedig, die in mehreren Kriegen ausgetragen wurde und erst im späten 14. Jahrhundert nach dem Krieg von Chioggia zugunsten der Lagunenstadt ausging.
Seine zweite Blüte erlebte Genua im 16. Jahrhundert, als der Admiral und Staatsmann Andrea Doria die Republik neu ordnete und genuesische Bankiers zu den wichtigsten Geldgebern der spanischen Krone wurden. Aus dieser Zeit stammen die prächtigen Renaissancepaläste, die das Stadtbild bis heute prägen. Der berühmteste Sohn der Stadt wurde allerdings schon früher geboren: Christoph Kolumbus kam 1451 höchstwahrscheinlich in Genua zur Welt. Nahe dem mittelalterlichen Stadttor Porta Soprana steht die Casa di Colombo, ein im 18. Jahrhundert wiederaufgebautes Häuschen an der Stelle, an der die Familie des Entdeckers nachweislich gelebt hat.
Das Herz Genuas sind die Caruggi, ein dichtes Labyrinth aus schmalen Gassen, in denen sich die Häuser so nah gegenüberstehen, dass kaum Tageslicht auf das Pflaster fällt. Hier reihen sich seit Jahrhunderten Handwerksbetriebe, Lebensmittelläden, Friggitorie und kleine Weinschenken aneinander. Wer sich treiben lässt, stößt immer wieder auf romanische Kirchen, versteckte Plätze und Marmorportale, die vom Reichtum vergangener Jahrhunderte erzählen. Als Orientierungsachse dient die Via San Lorenzo, die vom Hafen hinauf zur Kathedrale und weiter zur Piazza De Ferrari führt, dem zentralen Platz der Stadt mit seinem großen Bronzebrunnen, dem Opernhaus Teatro Carlo Felice und dem Palazzo Ducale, dem einstigen Sitz der Dogen.
Mitten in der Altstadt steht die Kathedrale San Lorenzo mit ihrer markanten Fassade aus schwarzen und weißen Marmorstreifen, den Farben der Stadt. Der Bau wurde im 12. Jahrhundert begonnen und über Jahrhunderte erweitert. Im Inneren erinnert ein kurioses Ausstellungsstück an den Zweiten Weltkrieg: Am 9. Februar 1941 durchschlug eine britische Schiffsgranate das Dach der Kathedrale, explodierte aber nicht. Eine Nachbildung des Blindgängers ist bis heute im rechten Seitenschiff zu sehen. Sehenswert ist auch das Museo del Tesoro im Untergeschoss mit dem Sacro Catino, einer Glasschale, die der Legende nach beim letzten Abendmahl verwendet wurde.
Ein praktischer Hinweis: Die Altstadt ist weitgehend autofrei und stellenweise steil. Bequeme Schuhe sind Pflicht, und abseits der Hauptachsen empfiehlt es sich, nachts auf gut beleuchtete Wege zu achten, wie in jedem großen Hafenviertel. Tagsüber gehören die Caruggi zu den lohnendsten Stadterlebnissen Italiens, gerade weil hier nicht der Tourismus, sondern der Alltag den Ton angibt.
Am Nordrand der Altstadt liegt das genuesische Prachtviertel: die Strade Nuove, die neuen Straßen, die im 16. Jahrhundert für den Stadtadel angelegt wurden. Die bekannteste ist die Via Garibaldi, eine nur etwa 250 Meter lange Straße, an der sich ein Renaissancepalast an den nächsten reiht. Die Palazzi dei Rolli verdanken ihren Namen den Rolli, amtlichen Listen, in denen der Senat ab 1576 festhielt, welche Adelsfamilien verpflichtet waren, Staatsgäste der Republik in ihren Privathäusern zu beherbergen. Im Jahr 2006 erklärte die UNESCO 42 dieser insgesamt 163 Paläste zusammen mit den Strade Nuove zum Weltkulturerbe.
Drei der Paläste an der Via Garibaldi bilden heute die Musei di Strada Nuova: Palazzo Rosso, Palazzo Bianco und Palazzo Doria Tursi beherbergen eine bedeutende Gemäldesammlung mit Werken von Van Dyck, Rubens und Caravaggio sowie die berühmte Geige des Genueser Virtuosen Niccolò Paganini. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, öffnen bei den Rolli Days zahlreiche sonst verschlossene Paläste kostenlos ihre Türen, ein guter Anlass, den Städtebesuch entsprechend zu legen.
Der alte Hafen war jahrzehntelang vom Rest der Stadt abgeriegelt, bis der Genueser Architekt Renzo Piano das Areal zur Kolumbus-Weltausstellung 1992, dem 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas, komplett umgestaltete. Heute ist der Porto Antico die beliebteste Flaniermeile der Stadt, mit Museen, Restaurants, einem Kino und dem Panoramalift Bigo, dessen Form an die alten Ladekräne des Hafens erinnert. Ebenfalls von Piano stammt die Biosfera, eine gläserne Kugel direkt am Wasser, in der auf 20 Metern Durchmesser ein kleines tropisches Ökosystem mit Pflanzen, Vögeln und Reptilien untergebracht ist.
Hauptattraktion des Viertels ist das Aquarium von Genua, das 1992 eröffnet wurde und bis heute das größte Aquarium Italiens ist. In rund 70 Becken auf etwa 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche leben Haie, Delfine, Robben, Pinguine und tausende weitere Meerestiere. Das Aquarium zählt zu den meistbesuchten Attraktionen des Landes, an Wochenenden und in den Ferien lohnt sich deshalb ein Online-Ticket mit Zeitfenster. Für den Besuch sollten mindestens zweieinhalb Stunden eingeplant werden.
Westlich des Hafenbeckens steht das Wahrzeichen Genuas: die Lanterna, der historische Leuchtturm der Stadt. Der Turm selbst misst 77 Meter und erhebt sich auf einem rund 40 Meter hohen Felssockel, was ihn zum höchsten Leuchtturm des Mittelmeers und zum zweithöchsten Europas macht. Ein erster Turm stand hier bereits im 12. Jahrhundert, seine heutige Gestalt erhielt der Bau im Jahr 1543. Über 172 Stufen erreichen Besucher die erste Aussichtsterrasse mit weitem Blick über Hafen und Stadt, am Fuß des Turms informiert ein kleines Museum über die Geschichte des Leuchtfeuers. Der Zugang erfolgt über einen Fußweg, der vom Fährterminal aus an der alten Stadtmauer entlangführt.
Östlich des Zentrums zeigt Genua ein völlig anderes Gesicht. Das ehemalige Fischerviertel Boccadasse liegt am Ende der eleganten Uferpromenade Corso Italia und wirkt wie ein in die Großstadt verpflanztes Riviera-Dorf: pastellfarbene Häuser drängen sich um eine kleine Kiesbucht, in der noch immer Boote liegen. Vor allem am späten Nachmittag füllt sich die Bucht mit Genuesen, die hier ein Eis essen oder den Sonnenuntergang abwarten. Wer mehr Badestrand sucht, findet entlang der ligurischen Küste bessere Optionen, eine Übersicht bietet die Seite zu den Stränden in Ligurien.
Noch weiter östlich liegt der Stadtteil Nervi, der mit zwei Attraktionen lockt: den Parchi di Nervi, einem weitläufigen Verbund ehemaliger Villengärten mit altem Baumbestand und Rosengarten, und der Passeggiata Anita Garibaldi, einem rund zwei Kilometer langen Spazierweg, der direkt an der Steilküste über dem Meer entlangführt. Nervi ist mit der S-Bahn in etwa 20 Minuten vom Hauptbahnhof erreichbar und eignet sich gut als ruhiger Kontrast zum dichten Zentrum.
Genua gilt als eine der großen Genussstädte Italiens, und das mit gutem Grund: Das Pesto alla genovese stammt von hier, traditionell im Mörser aus Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Parmesan, Pecorino und ligurischem Olivenöl zubereitet. Das Basilikum dafür wächst an den Hängen westlich der Stadt und trägt als Basilico Genovese eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Serviert wird Pesto klassisch mit Trofie oder Trenette, oft ergänzt um Kartoffeln und grüne Bohnen.
Zweiter Klassiker ist die Focaccia, das flache Hefebrot mit Olivenöl und grobem Salz, das die Genuesen zu jeder Tageszeit essen, auch zum Frühstück in den Cappuccino getunkt. Dazu kommt die Farinata, ein hauchdünner Fladen aus Kichererbsenmehl, der im Holzofen gebacken und heiß aus der Pfanne verkauft wird. Am besten probiert man sie in einer der traditionellen Sciamadde, einfachen Bratküchen in der Altstadt. Auch für Fisch und Meeresfrüchte ist die Stadt eine gute Adresse, von der gemischten Frittura bis zum Stockfischgericht Brandacujun.
Genua ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Riviera di Levante. Das berühmte Portofino mit seinem malerischen Hafenbecken liegt etwa 35 Kilometer östlich und ist mit dem Zug bis Santa Margherita Ligure und von dort per Bus oder Boot erreichbar. Deutlich ruhiger geht es im Fischerort Camogli auf der Westseite der Halbinsel von Portofino zu, dessen hohe bemalte Häuserfront direkt am Strand zu den schönsten Ortsbildern Liguriens zählt. Camogli ist mit der Regionalbahn in rund 30 bis 40 Minuten zu erreichen.
Für einen Tagesausflug in die Cinque Terre sollte man früh starten: Die Regionalzüge Richtung La Spezia halten in Monterosso, dem ersten der fünf Dörfer, nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt. Zwischen den Dörfern verkehren die Züge im dichten Takt, sodass sich mehrere Orte an einem Tag kombinieren lassen. In der Hochsaison sind die Cinque Terre allerdings sehr voll, wer flexibel ist, weicht auf das Frühjahr oder den Oktober aus.
Genua besitzt mit dem Aeroporto Cristoforo Colombo einen eigenen Flughafen, der auf einer künstlichen Halbinsel rund sechs Kilometer westlich des Zentrums liegt und unter anderem ab München direkt angeflogen wird. Alternativ bieten sich die Flughäfen Mailands an, von dort fahren Züge in etwa zwei Stunden nach Genua. Die Stadt hat zwei große Bahnhöfe: Genova Piazza Principe nahe dem Hafen und Genova Brignole im Osten des Zentrums. Von Mailand aus dauert die Zugfahrt rund eineinhalb bis zwei Stunden. Autofahrer erreichen die Stadt über die A7 aus Mailand, die A10 aus Richtung Westen und die A12 aus Richtung Osten, sollten das Auto aber am besten in einem der Parkhäuser am Rand der Altstadt abstellen, denn das Zentrum ist für den Verkehr weitgehend gesperrt. Vom Fährterminal, einem der größten Italiens, legen zudem Fähren nach Sardinien und Sizilien sowie nach Korsika ab, was Genua zu einem praktischen Startpunkt für kombinierte Reisen macht.
Die beste Reisezeit für Genua sind die Monate April bis Juni sowie September und Oktober. Dann ist es angenehm warm, ohne dass die feuchte Sommerhitze die Stadtbesichtigung anstrengend macht, und auch die Rolli Days fallen meist in diese Zeiträume. Der Hochsommer eignet sich gut, wenn Stadtbesuch und Badeurlaub an der Riviera kombiniert werden sollen. Selbst im Winter bleibt das Klima mild, viele Museen und das Aquarium sind ganzjährig geöffnet, sodass sich Genua auch für eine Städtereise in der Nebensaison anbietet. Regenreichster Monat ist erfahrungsgemäß der Oktober, ein Schirm gehört in Ligurien im Herbst ins Gepäck.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis November.
| Region | Ligurien |
| Provinz | Genua |
| Einwohnerzahl | 583.601 |
| Provinzkürzel | GE |
| Postleitzahl | 16100 |
| Vorwahl | 010 |
| Prominente Bürger | Raniero Grimaldi (Politiker) Leon Battista Alberti (Humanist, Schriftsteller, Mathematiker, Kryptologe, Architekt) Christoph Kolumbus (Seefahrer) Juan Bautista Pastene (Seekapitän und Konquistador) Niccolò Paganini (Violinist, Gitarrist, Komponist) Guiseppe Mazzini (Jurist, Nationalist, Demokrat) Guiseppe Taddei (Opernsänger) Vittorio Grassman (Schauspieler) Renzo Piano (Architekt) Claudio Paglieri (Schriftsteller) Stefano Eranio (Fußballspieler) Enrico Casarosa (Animationsfilmer) Enrico Chiesa (Fußballspieler) Mary Shelley (britische Schriftstellerin) |
| Italienischer Name | Genova |
| englischer Name | Genova |
| Städtepartnerschaft | Baltimore (USA) Chios (Griechenland) Columbus, Ohio (USA) Rijeka (Kroatien) Marseille (Frankreich) Odessa (Ukraine) |
| Sport | Genoa Cricket and Football Club (Genoa) (Fußball) U.C. Smpdoria (Fußball) beide Stadio Luigi Ferraris |
| Spezialitäten des Ortes | Pesto Genovese Minestrone alla genovese Cappon Magro Pandolce natalizio genovese |
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