Bastione
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Trient, italienisch Trento, ist die Hauptstadt der autonomen Provinz Trient und liegt im Etschtal zwischen den letzten Ausläufern der Dolomiten und dem Gardaseegebiet. Die Stadt zählt rund 118.000 Einwohner und breitet sich am Fuß des Monte Bondone entlang der Etsch aus. Wer aus dem Norden über den Brenner kommt, erreicht hier die erste größere italienischsprachige Stadt, in der sich alpine Lebensart und mediterranes Flair mischen.
Gegründet als römisches Tridentum, war Trient über Jahrhunderte Sitz mächtiger Fürstbischöfe, die als weltliche und geistliche Herren regierten. Diese Doppelrolle prägt bis heute das Stadtbild mit seinen Schlössern, Kirchen und bemalten Palazzi. Weltbekannt wurde Trient durch das Konzil von Trient, das zwischen 1545 und 1563 hier tagte und den Verlauf der katholischen Kirchengeschichte entscheidend bestimmte.
Heute verbindet die Stadt ihr historisches Erbe mit einem lebendigen Universitäts- und Museumsbetrieb. Rund 16.000 Studierende geben Trient ein junges Gesicht, während moderne Einrichtungen wie das Wissenschaftsmuseum MUSE die Stadt weit über die Region hinaus bekannt gemacht haben. Die kompakte Altstadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden und eignet sich sowohl für einen Tagesausflug als auch als Ausgangspunkt für die umliegenden Berge und Seen im Trentino-Südtirol.
Das Konzil von Trient gilt als eine der bedeutendsten Kirchenversammlungen der Neuzeit. In drei langen Sitzungsperioden zwischen 1545 und 1563 berieten hier Bischöfe, Kardinäle und Theologen über die Antwort der katholischen Kirche auf die Reformation. Die Beschlüsse des Konzils leiteten die Gegenreformation ein und regelten Fragen der Glaubenslehre, der Liturgie und der kirchlichen Ordnung, die teils bis ins 20. Jahrhundert Bestand hatten.
Die feierlichen Sitzungen fanden vor allem im Dom San Vigilio und in der Kirche Santa Maria Maggiore statt. Letztere zeigt an ihrer Fassade und im Inneren Spuren der Renaissance und beherbergt eine kunstvolle Orgelempore. Wer die Geschichte des Konzils vertiefen möchte, findet in mehreren Kirchen und Palästen der Stadt Hinweise auf die Ereignisse jener Jahre, die Trient einen festen Platz in der europäischen Geschichte sicherten.
Das Herz der Altstadt ist die Piazza Duomo, ein weiter Platz, der von historischen Bauten gerahmt wird. In seiner Mitte steht der Neptunbrunnen, eine barocke Fontäne aus den Jahren 1767 bis 1769, deren zentrale Figur den Meeresgott Neptun mit dem Dreizack zeigt. Der Brunnen ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden und ein beliebter Treffpunkt.
Den Platz beherrscht der Dom San Vigilio, ein Meisterwerk der romanischen Baukunst, das zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert entstand. Die machtvolle Fassade, die Rosette und der wuchtige Glockenturm prägen den Eindruck, während im Inneren mittelalterliche Fresken und die Krypta zu entdecken sind. An der Nordseite der Piazza fallen die Case Cazuffi-Rella auf, zwei Bürgerhäuser mit farbenprächtig bemalten Renaissancefassaden.
Ebenfalls am Platz erheben sich der Palazzo Pretorio und die Torre Civica. Der Palazzo Pretorio entstand im frühen 13. Jahrhundert unter dem Fürstbischof Federico Vanga und diente lange als bischöfliche Residenz. Heute beherbergt er das Diözesanmuseum Tridentino mit einer reichen Sammlung sakraler Kunst aus dem Trentino. Der benachbarte Stadtturm Torre Civica ragt rund 45 Meter in die Höhe und war einst Wachturm und Gefängnis.
Von der Piazza Duomo führen enge Gassen tiefer in die Altstadt. Besonders reizvoll ist die Via Belenzani, eine breite Straße, deren Palazzi mit farbig bemalten Fassaden an venezianische Vorbilder erinnern und den italienischen Charakter der Stadt betonen. Dort, wo die Via Belenzani auf die Via Roma trifft, steht die barocke Kirche San Francesco Saverio. Zwischen Arkadengängen, kleinen Läden und Cafés lässt sich die Verbindung von norditalienischer und mitteleuropäischer Kultur überall spüren, die für Trient bis heute typisch ist.
Das Castello del Buonconsiglio ist das größte und wichtigste historische Bauwerk der Stadt. Die weitläufige Anlage geht auf das 13. Jahrhundert zurück und war über Jahrhunderte Residenz und Machtzentrum der Fürstbischöfe von Trient. Verschiedene Bauphasen von der mittelalterlichen Burg bis zum Renaissancepalast lassen sich an den unterschiedlichen Gebäudeteilen ablesen.
Zu den Höhepunkten zählt der Torre Aquila mit dem berühmten Freskenzyklus der Monatsbilder, der das höfische und bäuerliche Leben des ausgehenden Mittelalters in seltener Anschaulichkeit zeigt. Heute dient das Schloss als Museum und präsentiert Sammlungen zur Kunst und Geschichte der Region. Von den Zinnen und Innenhöfen bietet sich zugleich ein weiter Blick über die Dächer der Altstadt.
Ein Gegenpol zur historischen Altstadt ist das MUSE, das Wissenschaftsmuseum von Trient. Der markante Bau nach einem Entwurf des Architekten Renzo Piano wurde 2013 eröffnet und greift mit seiner gestaffelten Dachlandschaft die Silhouette der umliegenden Berge auf. Auf sechs Ebenen widmet sich das Haus den Themen Natur, Biodiversität, Nachhaltigkeit und Technik, mit interaktiven Stationen und einem tropischen Gewächshaus.
Das MUSE liegt im modernen Stadtviertel Le Albere, das ebenfalls von Renzo Piano geplant wurde. In der Nachbarschaft steht der Palazzo delle Albere, eine Renaissancevilla aus dem 16. Jahrhundert. Neben dem MUSE verfügt Trient über weitere sehenswerte Sammlungen, darunter das Luftfahrtmuseum Gianni Caproni, das die Pioniergeschichte der italienischen Fliegerei dokumentiert. Zusammen unterstreichen diese Häuser den Ruf Trients als kulturell aktive Universitätsstadt.
Das kulturelle Leben zeigt sich auch im Veranstaltungskalender. International bekannt ist das Trento Film Festival, das 1952 gegründet wurde und als ältestes Bergfilmfestival der Welt gilt. Jedes Frühjahr rückt es Filme über Bergsteigen, alpine Erkundung und Naturthemen in den Mittelpunkt. Dazu kommen Konzerte, Ausstellungen und Feste im Jahreslauf. Im Herbst locken Märkte mit regionalen Spezialitäten, und das Umland bringt bekannte Erzeugnisse hervor, vom kräftigen Rotwein Teroldego bis zum Grappa aus den Brennereien des Trentino.
Über dem westlichen Etschufer erhebt sich der Doss Trento, ein markanter Felshügel, von dem sich ein weiter Blick auf die Stadt eröffnet. Auf seiner Kuppe befinden sich das Mausoleum des Freiheitskämpfers Cesare Battisti sowie das Nationale Historische Museum der Alpini, das der Geschichte der italienischen Gebirgsjäger gewidmet ist. Der Aufstieg lohnt vor allem im weichen Abendlicht, wenn die Stadt und das Tal in warmes Licht getaucht sind. Der Doss Trento war schon in römischer Zeit besiedelt, wovon Fundamente einer frühchristlichen Basilika am Fuß des Hügels zeugen.
Wer die Aussicht bequemer genießen möchte, nimmt die Seilbahn Funivia Trento-Sardagna. Sie startet am Etschufer nahe der San-Lorenzo-Brücke und überwindet in wenigen Minuten den Höhenunterschied hinauf zum Bergdorf Sardagna am Hang des Monte Bondone. Von oben reicht der Blick über das gesamte Etschtal und die Dächer der Stadt. Die Fahrt ist Teil des städtischen Nahverkehrs und damit eine unkomplizierte kleine Bergtour mitten aus dem Zentrum heraus.
Der Hausberg der Stadt ist der Monte Bondone, gut eine halbe Autostunde südwestlich des Zentrums gelegen. Im Sommer laden Almwiesen, Wanderwege und ein botanischer Alpengarten zu Ausflügen, im Winter wird das Hochplateau zum Skigebiet mit Pisten für Alpin- und Langlaufsport. Wegen seiner sonnigen Lage oberhalb der Stadt gilt der Bondone auch als Naherholungsgebiet der Trientiner.
Trient ist zudem ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die weitere Region. Nach Süden führt das Etschtal in kurzer Zeit zum nördlichen Gardasee mit Orten wie Riva del Garda. Östlich der Stadt öffnet sich das Valsugana mit seinen Badeseen, während im Norden und Osten die Dolomiten locken. Die Nachbarstadt Bozen und das übrige Trentino-Südtirol sind ebenfalls schnell erreichbar, sodass sich Trient gut mit einer längeren Rundreise verbinden lässt.
Im Valsugana laden vor allem der Caldonazzosee und der Levicosee zum Baden ein, beide gehören zu den wärmsten Badeseen der Alpen und sind im Sommer beliebte Ausflugsziele. Nach Süden lohnt ein Abstecher nach Rovereto mit seiner Friedensglocke und dem Kunstmuseum MART, nach Norden reihen sich Weinorte und Burgen entlang der Etsch. Wer mehr Zeit mitbringt, kann von Trient aus in die Skigebiete und Wandertäler der Brenta-Dolomiten aufbrechen, die mit ihren markanten Felstürmen zu den eindrucksvollsten Landschaften des Trentino zählen.
Trient liegt an der wichtigen Nord-Süd-Achse über den Brenner und ist dadurch sehr gut erreichbar. Mit dem Auto folgt man der Brennerautobahn A22, die das Etschtal durchzieht; die Ausfahrten Trento Nord und Trento Süd führen direkt in die Stadt. Mit der Bahn ist Trient über die Brennerbahn an das internationale Streckennetz angebunden, Züge aus München, Innsbruck, Verona und Venedig halten im zentralen Bahnhof. Weitere Hinweise zu Wegen und Verbindungen finden sich auf der Seite zur Anreise nach Italien.
Die beste Reisezeit hängt vom Ziel des Aufenthalts ab. Für Stadtbesichtigungen und Wanderungen in der Umgebung eignen sich die Monate Mai bis September mit angenehmen bis warmen Temperaturen, wobei im Hochsommer auch Tage um 30 Grad vorkommen. Der Frühsommer und der Herbst bieten mildes Wetter und weniger Andrang. Wer die verschneite Bergkulisse und die Skigebiete am Monte Bondone erleben möchte, reist im Winter an, wenn zudem der bekannte Weihnachtsmarkt die Altstadt mit Lichtern und Ständen füllt.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: März bis Mai sowie September bis Oktober.
Tipp: In den Wintermonaten Schnee und Skisaison; der Hochsommer bleibt angenehm mild.
| Region | Trentino-Südtirol |
| Provinz | Trient |
| Einwohnerzahl | 117.417 |
| Provinzkürzel | TN |
| Postleitzahl | 38121-38123 |
| Vorwahl | 0461 |
| Prominente Bürger | Cesare Battisti (Politiker, Irredentist) Chiara Lubich (Gründerin Fokolar-Bewegung) Mirko Bortolotti (Autorennfahrer) Moreno Moser (Radrennfahrer) |
| Italienischer Name | Trento |
| Städtepartnerschaft | Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin (Deutschland) Danosta San Sebastián (Spanien) Kempten (Deutschland) Bezirk Prag 1 (Tschechien) Ergolding (Deutschland) Fließ (Österreich) Herrsching am Ammersee (Deutschland) Laconi (Italien) Neufahrn bei Freising (Deutschland) Prjedor (Bosnien und Herzegowina) Schwaz (Österreich) Znaim (Tschechien) |
| Sport | Trentino Volley (Volleyball) Trento Calcio 1921 (Fußball) |
| Lage | an der Etsch 55 km südlich von Bozen |
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