Basilica San Nicola
Die Basilica San Nicola verbirgt hinter ihrer nüchternen Fassade die Reliquien des Heiligen Nikolaus und…
📍 Auf Karte anzeigen
Bari ist die Hauptstadt Apuliens, hat rund 320.000 Einwohner und ist damit eine der größten Städte Süditaliens. Für viele Reisende ist die Stadt an der Adria zuerst ein Verkehrsknoten: Hier landen die Billigflieger, hier endet die Autobahn A14, und hier legen die Fähren nach Griechenland, Albanien, Kroatien und Montenegro ab. Wer nur umsteigt, verpasst allerdings eine Stadt, die sich in den vergangenen zwanzig Jahren stark verändert hat.
Bari besteht im Kern aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen. Auf einer Halbinsel zwischen dem alten Fischerhafen und dem modernen Handelshafen liegt Bari Vecchia, ein dicht gebautes Gassenlabyrinth mit offenen Haustüren und Wäscheleinen über den Köpfen. Südlich davon, jenseits des Corso Vittorio Emanuele II, beginnt das Murat-Viertel mit seinem strengen Schachbrettraster aus dem 19. Jahrhundert. Beides zusammen lässt sich an einem langen Tag zu Fuß erlaufen.
Diese Seite beantwortet die Fragen, die vor einer Reise nach Bari am häufigsten aufkommen: wie der Fährhafen funktioniert, was in der Altstadt sehenswert ist, wo man baden kann, wie sicher Bari Vecchia wirklich ist, welche Tagesausflüge sich lohnen und wann die beste Reisezeit ist.
Bari Vecchia ist der Grund, aus dem die meisten Besucher bleiben. Die Gassen sind eng und folgen keinem Plan, sondern der jahrhundertealten Bebauung der Halbinsel. Orientierung geben zwei Plätze am südlichen Rand: die Piazza Mercantile mit der Colonna della Giustizia, an der im Mittelalter zahlungsunfähige Schuldner zur Schau gestellt wurden, und die benachbarte Piazza Ferrarese, heute der Treffpunkt für den Abend. Von der Muraglia, der Mauerpromenade an der Ostseite, blickt man direkt aufs Meer.
Das geistliche Zentrum ist die Basilica di San Nicola. 1087 brachten Seeleute aus Bari die Gebeine des heiligen Nikolaus aus dem kleinasiatischen Myra in die Stadt, unmittelbar danach begann der Bau der Kirche, die zum Vorbild der apulischen Romanik wurde. Die Reliquien liegen bis heute unter dem Altar der Krypta, die auch von orthodoxen Gläubigen genutzt wird. Der Eintritt ist frei.
Der Höhepunkt des Jahres ist die Festa di San Nicola vom 7. bis 9. Mai. Am ersten Abend zieht ein historischer Umzug in Kostümen durch die Stadt, am zweiten Tag wird die Statue des Heiligen auf einem Boot über das Wasser gefahren, begleitet von einer Flotte kleiner Schiffe. Wer in diesen Tagen anreist, sollte die Unterkunft früh buchen.
Nur wenige Gassen von der Basilika entfernt steht die Kathedrale San Sabino. Sie wirkt schlichter als San Nicola, ist aber jünger: Nachdem Wilhelm I. Bari 1156 zerstören ließ, wurde der Dom bis zum Ende des 12. Jahrhunderts neu errichtet. Sehenswert ist das Succorpo, die Unterkirche, in der bei Grabungen römisches Straßenpflaster und frühchristliche Mosaikböden freigelegt wurden. Die Kirche kostet keinen Eintritt, für das Museum in der Unterkirche wird ein kleiner Betrag verlangt. Beachte die lange Mittagspause: geöffnet ist vormittags und am späten Nachmittag, dazwischen nicht.
Am westlichen Rand der Altstadt liegt das Castello Svevo hinter einem trockenen Wassergraben. Die normannische Anlage aus dem 12. Jahrhundert ließ Kaiser Friedrich II. ab 1233 umbauen, im 16. Jahrhundert kamen unter Isabella von Aragon die mächtigen Eckbastionen dazu. Heute zeigt die Burg Wechselausstellungen und eine Gipsabgusssammlung apulischer Bauplastik. Geöffnet ist täglich außer mittwochs, der Eintritt ist kostenpflichtig.
Das Murat-Viertel geht auf Joachim Murat zurück, der ab 1813 südlich der Altstadt eine Neustadt im rechtwinkligen Raster anlegen ließ. Hauptachse ist die Via Sparano da Bari, eine Fußgängerzone mit Läden und Palazzi. Zwei Straßen weiter steht das Teatro Petruzzelli, 1903 eröffnet und eines der größten Opernhäuser Italiens. In der Nacht auf den 27. Oktober 1991 brannte es nach Brandstiftung fast vollständig aus, erst am 4. Oktober 2009 wurde es mit Beethovens Neunter wiedereröffnet.
Die Strada Arco Basso am nordwestlichen Rand von Bari Vecchia ist die bekannteste Gasse der Stadt. Auf wenigen Dutzend Metern sitzen Frauen vor ihren Haustüren und formen Orecchiette, die typische Pasta Apuliens, aus nichts als Hartweizengrieß, Wasser und Salz. Der Teig wird mit einem stumpfen Messer abgeschabt und über den Daumen gestülpt, danach trocknen die Nudeln auf Gitterrahmen im Freien. Klassisch gegessen werden sie mit Stängelkohl als Orecchiette alle cime di rapa.
Der Verkauf direkt aus der Haustür ist Teil des Stadtbildes, rechtlich aber eine Grauzone, und es hat deswegen schon mehrfach Kontrollen gegeben. Wer Pasta mitnehmen will, kauft sie besser in einem der Ladengeschäfte in derselben Gasse, dort gibt es sie auch getrocknet und transportfähig. Fotografieren geht in Ordnung, wenn man vorher fragt, denn die Gasse ist eine Wohnstraße und kein Freilichtmuseum.
Rund um die Altstadt lohnt sich das Straßenessen: Focaccia barese mit Tomaten und Oliven, Sgagliozze aus frittierter Polenta, Panzerotti mit Mozzarella. Am alten Hafen bieten Fischer rohe Meeresfrüchte an, was Tradition ist, bei empfindlichem Magen aber besser gemieden wird. Die Grundlagen für den Teig stehen auf unserer Seite zu selbstgemachten Nudeln.
Der Lungomare Nazario Sauro entstand ab 1927 als monumentale Kette aus Verwaltungspalästen entlang der Küste und zieht sich mehrere Kilometer nach Süden. Direkt am alten Hafen steht das Teatro Margherita, ein Jugendstilbau auf Pfählen im Wasser, der heute als Ausstellungshaus dient. Die Promenade am frühen Abend abzulaufen, wenn halb Bari spazieren geht, ist die beste Art, die Stadt kennenzulernen.
Baden lässt sich mitten in der Stadt am Stadtstrand Pane e Pomodoro, gut zwei Kilometer südlich der Altstadt am Lungomare. Er ist frei zugänglich, besteht aus Sand mit Kieselanteil und ist an heißen Wochenenden entsprechend voll. Für einen Badeurlaub fährt man hinaus: nach Norden in die Vororte Santo Spirito und Palese, nach Süden über Torre a Mare an die Felsküste bei Polignano a Mare und zu den Sandstränden von Capitolo bei Monopoli. Einen Überblick gibt unsere Seite zu den Stränden in Apulien, wie warm das Wasser gerade ist, steht bei den aktuellen Wassertemperaturen.
Bari ist einer der wichtigsten Fährhäfen der Adria und für viele Reisende der eigentliche Grund, in die Stadt zu kommen. Der Hafen liegt nordwestlich der Altstadt, die Zufahrt für Fahrzeuge ist das Varco della Vittoria am Lungomare Starita, die Abfertigungsgebäude verteilen sich entlang des Corso Antonio De Tullio und auf der aufgeschütteten Halbinsel Colmata di Marisabella. Prüfe vor der Anfahrt, welches Tor auf dem Ticket steht, denn die Terminals liegen mehrere hundert Meter auseinander.
Ganzjährig verkehren Fähren nach Igoumenitsa und Patras in Griechenland sowie nach Durrës in Albanien. Im Sommer kommen Korfu, Kefalonia und das albanische Saranda dazu, die Linien nach Dubrovnik in Kroatien und nach Bar in Montenegro laufen etwa vom Frühjahr bis in den Herbst. Bedient werden die Strecken von Ventouris Ferries, Anek Superfast und Blue Star Ferries, Grandi Navi Veloci, Adria Ferries und der kroatischen Jadrolinija. In der Hochsaison zählt der Hafen weit über hundert Abfahrten pro Woche.
Die Überfahrten sind lang und laufen überwiegend nachts. Nach Igoumenitsa dauert es je nach Schiff etwa neun bis zwölf Stunden, nach Durrës ähnlich lang bei meist abendlicher Abfahrt gegen 22 Uhr, nach Patras deutlich länger, in Einzelfällen bis zu siebzehn Stunden. Wer eine Kabine will, bucht früh, gerade um Ferragosto Mitte August. Der Check-in schließt bei den meisten Reedereien zwei Stunden vor Abfahrt, für Albanien und Montenegro sind gültige Ausweispapiere Pflicht.
Ohne Auto ist der Weg vom Bahnhof zum Hafen kurz, aber nicht schön. Vom Bari Centrale an der Piazza Aldo Moro sind es rund zwei bis drei Kilometer, zu Fuß eine gute halbe Stunde quer durch das Murat-Viertel. Bequemer sind die Stadtbuslinien 20 und 50, die vom Bahnhofsvorplatz in etwa zehn bis fünfzehn Minuten zum Hafen fahren, mit schwerem Gepäck ist das Taxi die vernünftigere Wahl. Kreuzfahrtschiffe machen am 2023 eröffneten Terminal Crociere fest, von dem aus man in wenigen Minuten in Bari Vecchia steht.
Bari hat aus den 1980er und 1990er Jahren einen schlechten Ruf mitgeschleppt, der mit der heutigen Lage wenig zu tun hat. Bari Vecchia ist saniert und tagsüber wie am Abend gut besucht. Es gelten dieselben Regeln wie in jeder größeren Stadt: Wertsachen nicht sichtbar tragen, die Tasche zur Hauswand hin, im Auto nichts zurücklassen, auch nicht im Kofferraum. Wer spät nachts allein unterwegs ist, bleibt besser auf den belebten Achsen.
Die Altstadt lässt sich am besten am Vormittag erkunden, wenn die Läden offen sind, die Pasta gemacht wird und der Fischmarkt am alten Hafen läuft. Am frühen Nachmittag ist fast alles geschlossen, das ist die Zeit für den Strand. Für die reine Stadtbesichtigung reichen zwei Tage, für Bari als Standort mit Ausflügen plant man besser vier bis fünf.
Bari eignet sich gut als Basis, weil mehrere Bahngesellschaften von der Piazza Aldo Moro aus in verschiedene Richtungen fahren. Entlang der Küste bringen dich Regionalzüge in gut einer halben Stunde nach Polignano a Mare mit der Bucht Lama Monachile unter der Altstadt und weiter nach Monopoli. Nach Norden liegt Trani, dessen romanische Kathedrale unmittelbar am Wasser steht.
Ins Landesinnere fahren die Ferrovie del Sud Est nach Alberobello mit seinen Trulli, die seit 1996 zum Unesco-Welterbe gehören, und die Ferrovie Appulo Lucane nach Matera mit den Höhlenvierteln der Sassi. Beide Fahrten dauern rund anderthalb Stunden, beide Bahnen sind auf Pendler und Schüler ausgelegt, sonntags ist der Fahrplan dünn und wird teilweise durch Busse ersetzt. Wer Wert auf Zeitpläne legt, prüft die Verbindung am Vortag oder nimmt einen Mietwagen.
Nur mit dem Auto sinnvoll erreichbar ist Castel del Monte, die achteckige Burg Friedrichs II. auf einem Hügel der Murgia, ebenfalls Unesco-Welterbe und von der italienischen Ein-Cent-Münze bekannt. Der Parkplatz liegt unterhalb, den Rest fährt ein Shuttlebus. Weitere Ziele stehen auf unserer Seite zu den Ausflugszielen in Apulien.
Der Flughafen Bari Karol Wojtyla liegt im Stadtteil Palese rund acht Kilometer nordwestlich des Zentrums und wird aus dem deutschsprachigen Raum direkt angeflogen. Die bequemste Verbindung in die Stadt ist der Zug der Ferrotramviaria: Die Station liegt am Terminal und ist über einen Tunnel angebunden, die Fahrt nach Bari Centrale dauert rund 17 Minuten und kostet etwa 5,30 Euro. Tagsüber fahren die Züge im halbstündlichen Takt, abends und sonntags übernimmt ein Shuttlebus.
Mit der Bahn ist Bari über die Adriastrecke an Bologna und Mailand angebunden, nach Rom und Neapel führen Direktzüge quer durch die Halbinsel. Bari Centrale ist der Knotenpunkt für alles: Fernverkehr, Regionalzüge an der Küste, die beiden Regionalbahnen ins Hinterland und die Stadtbusse. Mit dem Auto endet die A14 Adriatica bei Bari und geht in die Schnellstraße SS16 über. Die Anfahrt aus Deutschland ist weit, von München sind es rund 1.700 Kilometer, weshalb die meisten fliegen und vor Ort einen Mietwagen nehmen. Im Zentrum ist Parkraum knapp, blau markierte Flächen sind gebührenpflichtig.
Die beste Reisezeit für Bari sind April bis Juni sowie September und Oktober. Dann liegen die Temperaturen tagsüber angenehm, die Altstadt ist nicht überlaufen, und Ausflüge ins Landesinnere sind erträglich. Im Juli und August wird es in der Stadt oft über 35 Grad heiß, dafür ist das Meer von Juli bis September am wärmsten. Drei Termine lohnen die Planung: die Festa di San Nicola Anfang Mai, das Jazzfestival Bari in Jazz im Juli unter der Leitung des Saxofonisten Roberto Ottaviano und die Messe Fiera del Levante im September, die die Hotels füllt. Der Winter ist mild, aber windig und nass, die Stadt funktioniert trotzdem, weil sie kein reiner Badeort ist. Unterkünfte abseits der Hotels stehen auf unserer Seite zu Ferienhäusern in Apulien.
Hotels, B&Bs und Resorts mit Live-Preisen und Gästebewertungen auf Booking.com.
Unterkünfte in Bari ansehen →Vermittelt über Booking.com. Bei einer Buchung erhält italien.de eine Provision, für dich ohne Aufpreis.
Alle Touren & Tickets für Basilica San Nicola auf GetYourGuide ansehen →
Affiliate-Links: Bei einer Buchung erhält italien.de ggf. eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.
Hotels, Apartments und Ferienwohnungen mit Live-Preisen – ohne Umweg, direkt bei Booking.com.
Die Basilica San Nicola verbirgt hinter ihrer nüchternen Fassade die Reliquien des Heiligen Nikolaus und…
📍 Auf Karte anzeigenDas 1903 eingeweihte Theater, ein Projekt der Gebrüder Petruzzelli, wurde errichtet nachdem das vorhandene zu…
📍 Auf Karte anzeigenDie romanische Kathedrale San Sabino in der Altstadt ist mit ihrem weißen Laternenturm nicht zu…
📍 Auf Karte anzeigenDas Castello Svevo im historischen Kern Baris stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde auf…
📍 Auf Karte anzeigenSkip-the-Line-Tickets, Touren und Stadtpässe. Buchbar über GetYourGuide.
Affiliate-Links: Bei einer Buchung erhält italien.de ggf. eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.
Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: März bis Mai sowie September bis November.
Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.
| Region | Apulien |
| Provinz | Bari |
| Einwohnerzahl | 324.198 |
| Provinzkürzel | BA |
| Postleitzahl | 70100 |
| Vorwahl | 080 |
| Prominente Bürger | Emil Roth (Architekt) Guido Marzulli (Maler) Gianluca Pozzi (Tennisspieler) Antonio Fanelli (Radrennfahrer) Ivan Fanelli (Radrennfahrer) Eugenio Loria (Radrennfaher) Antoni Cassano (Fussballspieler) Petro Waloschek (Teilchenphysiker) Gianrico Carofiglio (Schriftsteller, Jurist, Senator) Nicolò Piccinni (Komponist) |
| Italienischer Name | Bari |
| englischer Name | Bari |
| Städtepartnerschaft | Guangzhou (China) Batumi (Georgien) Mar del Plata (Argentinien) Korfu (Griechenland) Banja Luka (Bosnien Herzegowina) Durrës (Albanien) Patras (Griechenland) San Nicolás de Bari (Kuba) |
| Sport | AS Bari - Stadio San Nicola |
| Geschichte | Universitätsstadt und bedeutende Hafenstadt, deren Anfänge bis in die Bronzezeit zurückreichen |
| Lage | Südliche Adria |
Hotels, Apartments und Ferienwohnungen von Booking.com, Hotels.com u. a. mit Live-Preisen auf einen Blick.
Anzeige · Preise & Verfügbarkeit von Booking.com, Hotels.com, FeWo u. a. auf einen Blick.
Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.
Passende Reiseideen rund um Bari.
Handverlesene Reiseführer für die beste Vorbereitung deiner Reise.
Bari, Küste und Trulli-Land.
Bei Amazon ansehen →Bari und der Süden ausführlich.
Bei Amazon ansehen →Altstadt, Hafen und Basilika San Nicola.
Bei Amazon ansehen →Anzeige · Affiliate-Links: Bei einem Kauf über Amazon erhält italien.de eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.
Sichere dir die besten Hotels, Tickets ohne Anstehen und den kompletten Reiseführer in Bari.