Grotte di Castellana
Verpassen Sie bei einer Apulien-Reise nicht eine der Hauptattraktionen der italienischen Provinz Bari, die Grotte…
Brindisi liegt an der Adriaküste von Apulien, rund 60 Kilometer nordwestlich von Lecce und etwa 110 Kilometer südöstlich von Bari. Sie ist Hauptort der gleichnamigen Provinz mit gut 85.000 Einwohnern. Ihr Kapital ist der Naturhafen: eine tief ins Land greifende Bucht, die sich in zwei Arme teilt. Der messapische Name Brenda oder Brunda wird meist mit "Hirschkopf" übersetzt, weil die Form der Hafenarme an ein Geweih erinnert. Daraus wurde das lateinische Brundisium.
Brindisi ist zuerst Ankunfts- und Durchgangsstadt. Die meisten kommen wegen einer Fähre nach Griechenland oder Albanien oder wegen des Flughafens Brindisi-Salento, einem der beiden Lufttore Apuliens. Als Badeziel steht die Stadt hinter dem Salento zurück, ihr Zentrum ist kleiner als das von Lecce. Wer aber einen halben Tag einplant, bekommt eine eigenständige antike Stadt mit einem der wichtigsten Endpunkte des römischen Straßennetzes, einer Rundkirche aus der Normannenzeit und zwei Jahrtausenden Hafengeschichte. Als Basis für Ausflüge taugt Brindisi gut, weil Bahn, Flughafen und Autobahn dicht beieinanderliegen.
Der historische Kern der Stadt liegt am Wasser. Über der Uferpromenade steht eine antike Marmorsäule von rund 18,7 Metern Höhe, deren Schaft aus acht Trommeln besteht. Sie markiert den Endpunkt der Via Appia, der Straße, die Rom über Capua, Benevent und Tarent mit dem Hafen an der Adria verband. Wer weiter nach Griechenland wollte, ging hier an Bord. Das Kapitell wird auf das 2. oder frühe 3. Jahrhundert nach Christus datiert.
Ursprünglich waren es zwei Säulen. Die zweite stürzte am 20. November 1528 nach einem Erdbeben ein und lag über hundert Jahre am Boden. 1659 überließ Brindisi die Reste der Stadt Lecce, wo sie in die Säule des Stadtpatrons Sant'Oronzo eingebaut wurden. Auch das Original-Kapitell der erhaltenen Säule steht nicht mehr im Freien: Es wird im Palazzo Granafei-Nervegna gezeigt, auf der Säule sitzt seit der Restaurierung eine Kopie.
Vom Hafen führt die Scalinata Virgiliana zu den Säulen hinauf, benannt nach Vergil. Der Dichter starb 19 vor Christus in Brundisium, als er von einer Reise nach Griechenland zurückkam. Der Blick von oben über das Hafenbecken ist der beste Punkt der Stadt und kostet nichts. Seit Juli 2024 steht die Via Appia auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Damit ist der Platz an den Säulen das Ende einer Welterbestraße.
Vor den Römern gehörte die Stadt den Messapiern. Rom nahm Brundisium im 3. Jahrhundert vor Christus ein, meist auf 267 oder 266 vor Christus datiert, die Gründung als lateinische Kolonie folgte 244 vor Christus. Der Zusatz "vor Christus" ist entscheidend, denn die oft gelesene Angabe "im dritten Jahrhundert erobert" verschiebt das Ereignis sonst um ein halbes Jahrtausend. Von da an war Brundisium der Standardhafen Roms für alles, was nach Osten ging.
Die Altstadt lässt sich in zwei bis drei Stunden zu Fuß abgehen. Diese Ziele lohnen:
Beides wird häufig verwechselt. Das Castello Svevo ist die Landburg, die Friedrich II. im 13. Jahrhundert am inneren Hafen anlegen ließ und die später erweitert wurde. Sie gehört der italienischen Marine und ist Sitz einer Marineeinheit, deshalb nicht regulär zu besichtigen. Zugang gibt es nur an einzelnen Terminen.
Das Castello Alfonsino, auch Castello Aragonese oder Forte a Mare genannt, ist die Seefestung auf der Insel Sant'Andrea vor der Hafeneinfahrt. Sie steht auf den Resten einer Benediktinerabtei und wurde ab dem 15. Jahrhundert unter aragonesischer Herrschaft gebaut. Diese Anlage lässt sich besichtigen, aber nur per Boot und mit Führung, für die du vorher buchen musst. Ablegepunkt ist der Hafen unterhalb der Vergil-Treppe.
Der Fährverkehr läuft nicht am Stadtkai ab, sondern am Terminal Costa Morena am äußeren Hafen, einige Kilometer vom Zentrum entfernt. Plane den Transfer ein, zu Fuß geht das nicht. Regelmäßige Verbindungen bestehen nach Igoumenitsa in Griechenland, saisonal nach Korfu und nach Vlora in Albanien. Fahrpläne und Preise ändern sich je nach Saison und Reederei, prüfe sie direkt beim Anbieter.
Der Flughafen Brindisi-Salento liegt wenige Kilometer nordwestlich der Stadt und ist neben Bari der zweite Zugang nach Apulien, für das Salento der nähere von beiden. Zum Bahnhof und ins Zentrum fährt ein Busshuttle.
An der Stadt ist die Küste industriell geprägt, Baden findest du erst weiter nördlich und südlich. Der Höhepunkt der Gegend liegt rund 15 Kilometer nordwestlich bei Carovigno: das 1991 eingerichtete Meeresschutzgebiet Torre Guaceto. Es umfasst etwa 2.200 Hektar Meeresfläche und rund 1.200 Hektar Land an einem acht Kilometer langen Küstenstreifen mit Dünen, Feuchtgebiet und dem namengebenden Wachturm. Der Zugang zum Strand ist bewusst beschränkt, in der Saison bringt dich ein Shuttle vom Parkplatz an die Küste. Wer Apulien ohne Liegenreihen sehen will, fährt hierher. Weitere Küstenabschnitte findest du in der Übersicht zu Stränden in Italien.
Landeinwärts liegen die bekannten Ziele dicht beieinander. Ostuni steht als weiß gekalkte Stadt auf einem Hügel über den Olivenhainen, rund 35 Kilometer nordwestlich. Lecce mit seinem Barock erreichst du in etwa 40 Minuten mit dem Zug, dort steht das Kapitell der eingestürzten Brindisi-Säule. Alberobello mit den Trulli liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich, Monopoli und Bari folgen an der Küste. Nach Süden führt der Weg über Otranto ins Salento.
Über das Umland verteilt liegen die Masserie: landwirtschaftliche Gutshöfe, oft mit Mauern, Wachturm und eigener Zisterne, weil sie im Freien gegen Überfälle bestehen mussten. Viele sind heute Hotels oder Agriturismi, ein Teil wird weiter für Olivenöl und Viehwirtschaft genutzt. Erwarte also keine Burgen, sondern befestigte Wirtschaftshöfe.
Aus Deutschland ist der Flug die vernünftige Wahl. Brindisi-Salento wird saisonal direkt angeflogen, sonst kommst du mit einem Umstieg in Rom oder Mailand hin. Alternativ fliegst du nach Bari und fährst mit dem Zug weiter, gut eineinhalb Stunden auf der Adrialinie. Mit der Bahn ab München sind es mit Umstieg in Bologna oder Rom rund 16 bis 20 Stunden. Die Autoanreise ist sehr weit: ab München etwa 1.550 Kilometer, ab Frankfurt rund 1.900 Kilometer, also zwei Fahrtage mit Übernachtung. Sinnvoll nur bei längerem Aufenthalt.
Aus Österreich ist Brindisi näher als aus dem Norden Deutschlands. Ab Wien sind es über Slowenien und die Adriaroute rund 1.250 Kilometer, ab Klagenfurt etwa 1.000 Kilometer. Trotzdem bleibt das eine lange Fahrt. Per Flug gehst du meist über Rom oder nach Bari. Wer Zeit hat, kombiniert die Bahn bis Bologna oder Ancona mit dem Adria-Zug nach Brindisi.
Aus der Schweiz führt der Landweg über den Gotthard und Mailand auf die Adriaroute, ab Zürich sind es rund 1.400 Kilometer, ab Genf eher 1.600 Kilometer. Als reine Anfahrt ist das zu lang, als Etappenreise mit Zwischenstopp in der Emilia-Romagna oder in den Marken machbar. Flüge gehen meist mit Umstieg in Rom oder Mailand, saisonal auch nach Bari.
Die beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst. Von April bis Anfang Juni lassen sich Stadt und Naturschutzgebiet ohne Hitzedruck begehen, September und Oktober bringen warmes Meer bei geringerem Andrang. Der Hochsommer ist sehr heiß, im Juli und August sind Werte über 35 Grad normal, dazu gibt es wenig Schatten in der offenen Landschaft. Wenn du dann kommst, lege Besichtigungen auf den Vormittag und den späten Nachmittag. Im Winter bleibt Brindisi als Fähr- und Flughafenstadt aktiv, viele Angebote im Umland pausieren jedoch.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: März bis Mai sowie September bis November.
Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.
| Region | Apulien |
| Provinz | Brindisi |
| Einwohnerzahl | 87.820 |
| Provinzkürzel | BR |
| Postleitzahl | 72100 |
| Vorwahl | 0831 |
| Prominente Bürger | Roger de Flor (militärischer Abenteurer) Laurentius von Brindisi (Theologe) Flavia Pennetta (Tennisspielerin) |
| Städtepartnerschaft | Lushnja (Albanien) Patras (Griechenland) Korfu (Griechenland) |
| Spezialitäten des Ortes | Rot- und Roséweine |
| Geschichte | Von der Bronzezeit bis in das Mittelalter ein wichtiger Handelshafen. Ein Erdbeben zerstörrte die Stadt 1456 und erst 1775 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, und ist seitdem wieder eine wichtige Hafenstadt. |
| Lage | wichtiger Hafen an der Adria |
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