Sylvester in Florenz | italien.de

Silvester in Italien – die Unterwäsche muss rot sein

Silvester stammt namentlich von Papst Silvester I. ab, der am 31. Dezember 335 in Rom starb. Durch seine Verdienste um das Christentum wurde er von der Kirche heiliggesprochen und seitdem verehrt. Das Neujahrsfest dagegen ist weltlichen Ursprungs. Schon die alten Römer feierten es mit ausschweifenden Gelagen. Und auch heute ist Silvester (ital.: Capodanno) in Italien laut, fröhlich und bunt.

 

Ein Teil der Italiener verreist zwar über Silvester, zum Beispiel auf die Malediven, nach Ägypten oder in die Berge, aber die Mehrheit bleibt zu Hause und feiert mit allen – vom Opa bis zum Enkelkind – in der Großfamilie.

Zu Silvester in Italien trägt man rote Unterwäsche

Kurz nach Weihnachten sieht man in den Schaufenstern der Kaufhäuser und Boutiquen rote Dessous in allen Variationen liegen. Denn traditionell tragen die Italiener am Silvesterabend rote Unterwäsche, egal ob Spitzenhöschen, Seidenpanty oder Baumwolltanga – Dessous in der Farbe Rot sind für Männer wie Frauen Pflicht. Das soll Glück, aber vor allem Liebesglück im neuen Jahr bringen.

Gefeiert wird oft im Restaurant mit einem ausgiebigen Festmahl und anschließend wird getanzt. Andere spielen stattdessen Karten oder veranstalten eine Lotterie. Wie überall auf der Welt legt man an Silvester in Italien besondere Sorgfalt auf die Zubereitung des Silvestermenüs, das regional unterschiedlich sein kann, aber eines gemeinsam hat – es gibt viel Fisch und vor allem Meeresfrüchte. Damit der Wein nicht zu früh das fröhliche Treiben beendet, werden kleine Biscotti – Kekse dazu gegessen.

Um Mitternacht gibt es an Silvester in Italien Linsen

Neben dem Feuerwerk knallen um Mitternacht auch die Schaumwein-Korken und es wird ein mit Puderzucker bestäubter Pandoro gereicht, zu dem Vanilleeis sehr gut passt. Streicht man sich etwas Sekt hinter´s Ohr, soll das fürs neue Jahr Glück bringen.

 

Früher war es zu Silvester in Italien außerdem üblich, sich einen mit Linsen gefüllten Geldbeutel zu schenken. Das sollte Reichtum bescheren. Heute gibt es diesen Brauch nicht mehr, aber die Verbindung zwischen Linsen und Geld trotzdem noch. Nach Mitternacht verzehrt man für zukünftigen Geldsegen traditionell Linsen. Dazu gibt es Cotechino (gekochte Schweinswurst) oder Zampone (gefüllten Schweinefuß).

 

Weil es ebenfalls Glück bringen soll, wurden früher in Neapel zur Mitternachtsstunde alte Möbel aus dem Fenster auf die Straße geworfen. Deshalb benutzten die Passanten in den Altstadtvierteln nachts vorsichtshalber die Straßenmitte. Heute belässt man es beim Zerschlagen von Geschirr auf dem Bürgersteig.

 

Felice Anno Nuovo!