Santuario della Madonna di San Luca
Das Heiligtum Madonna di San Luca liegt auf dem Colle della Guardia, einem Hügel südwestlich…
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Bologna ist die Hauptstadt der Emilia-Romagna und liegt in der Poebene am Fuß des Apennin, zwischen den Flüssen Reno und Savena. Meer gibt es hier keins, dafür eine der besterhaltenen Altstädte Italiens, rund 40 Kilometer überdachte Gehwege allein im Zentrum und eine Küche, an der sich der Rest des Landes misst. Wer mit dem Zug durch Italien reist, kommt fast zwangsläufig hier durch: Bologna ist der wichtigste Eisenbahnknoten des Landes, von hier gehen die Schnellzugstrecken nach Mailand, Venedig, Florenz und Rom auseinander.
Die Stadt trägt drei Beinamen, und alle drei erklären dir, warum sich ein Aufenthalt lohnt. La dotta, die Gelehrte, wegen der Universität von 1088, mit der die europäische Hochschulgeschichte überhaupt beginnt. La grassa, die Fette, wegen Tortellini, Mortadella und Ragù. La rossa, die Rote, wegen der ziegelroten Fassaden und Dächer, an denen sich das Stadtbild seit dem Mittelalter kaum geändert hat, und wegen der linken Stadtpolitik der Nachkriegszeit. Bologna ist keine Kulissenstadt für einen Fotostopp, sondern ein Ort, an dem gearbeitet, studiert und sehr ernsthaft gegessen wird. Zwei bis drei Tage sind ein guter Zuschnitt.
Bologna lässt sich fast vollständig zu Fuß erkunden, und dank der Arkaden meist im Schatten oder Trockenen. Diese Sehenswürdigkeiten stehen bei einem ersten Besuch ganz oben, die meisten liegen im Umkreis von zwanzig Gehminuten um die Piazza Maggiore.




Die Portici, also die Arkadengänge, sind das Erkennungszeichen der Stadt. Sie entstanden ab dem 12. Jahrhundert, weil die wachsende Studentenschaft Wohnraum brauchte und die Bürger ihre Obergeschosse einfach über die Gasse hinaus vorbauten, gestützt auf Pfeiler. Am 28. Juli 2021 hat die UNESCO die Portici di Bologna als Welterbe eingetragen, und zwar nicht alle, sondern zwölf ausgewählte Abschnitte samt ihrem baulichen Umfeld. Insgesamt kommt das Stadtgebiet auf etwa 62 Kilometer Arkaden, rund 42 Kilometer davon liegen in der historischen Innenstadt. Praktisch heißt das: Du kannst bei Regen oder in der Mittagshitze halb Bologna durchqueren, ohne nass oder gar zu warm zu werden.
Herzstück ist die Piazza Maggiore mit dem Palazzo del Podestà, dem Palazzo Comunale und der Basilika San Petronio. Deren Bau begann 1390, geplant war sie größer als der Petersdom, gebaut wurde am Ende deutlich weniger, und die Fassade blieb unvollendet: unten Marmor, darüber nackter Backstein. Direkt nebenan steht der Neptunsbrunnen von Giambologna aus dem 16. Jahrhundert, der Treffpunkt schlechthin. Im 12. und 13. Jahrhundert standen in Bologna weit über hundert Geschlechtertürme, heute sind es noch etwa zwanzig. Die beiden bekanntesten, Asinelli und Garisenda, sind derzeit nicht zu besteigen: Die stark geneigte Garisenda ist wegen Einsturzgefahr eingerüstet und mit Stahlseilen gesichert, der Platz darunter ist seit 2023 gesperrt, und auch der 97 Meter hohe Asinelli mit seinen 498 Stufen ist deswegen geschlossen. Plane den Aufstieg also nicht fest ein, sondern prüfe den Stand kurz vor der Reise. Als Ersatz für den Blick über die roten Dächer wird derzeit der Uhrturm am Palazzo Comunale angeboten.
Die Alma Mater Studiorum wird auf das Jahr 1088 datiert und gilt als älteste durchgehend bestehende Universität der Welt, nicht nur Italiens. Sie war eine Gründung der Studenten selbst, die sich zu Gemeinschaften zusammenschlossen und ihre Lehrer bezahlten. Das Wort universitas stammt aus genau diesem Zusammenhang. Später kamen Dante, Petrarca und Kopernikus hierher.
Das ist kein Museumsthema. Rund 90.000 Studierende prägen bis heute den Ton der Stadt, besonders im Viertel um die Via Zamboni mit dem Palazzo Poggi und der alten Anatomie im Archiginnasio, deren Hörsaal ganz mit Zedernholz verkleidet ist. Für dich als Gast heißt das: günstige Osterien, volle Plätze am Abend, ein Nachtleben, das nicht auf Touristen zugeschnitten ist, und außerhalb der Semesterferien eine Stadt, die spürbar wach ist.
Der bekannteste Irrtum zuerst: Spaghetti Bolognese stammen nicht aus Bologna. In der Stadt selbst gilt die Kombination aus Spaghetti und Fleischsauce als Touristengericht, in guten Häusern findest du sie schlicht nicht auf der Karte. Das Original heißt Tagliatelle al ragù: breite Eierbandnudeln, weil die raue, poröse Oberfläche die Sauce hält, was runde Spaghetti nicht tun. Das Rezept für den Ragù alla bolognese hat die Bologneser Delegation der Accademia Italiana della Cucina 1982 notariell bei der örtlichen Handelskammer hinterlegt und 2024 in einer überarbeiteten Fassung erneut beurkundet. Ragù ist dort kein Hackfleischsugo in Tomatensauce, sondern langsam geschmortes Rindfleisch mit Pancetta, Soffritto, wenig Tomate, Wein und Milch.
Was du sonst probieren solltest:
Zum Einkaufen und Schauen gehst du ins Quadrilatero, das Gassengeviert östlich der Piazza Maggiore. Hier lagen im Mittelalter die Zünfte, heute reihen sich Metzger, Fischhändler, Pastaläden und Feinkostgeschäfte aneinander, dazwischen Theken, an denen man im Stehen ein Glas Pignoletto trinkt. Am dichtesten ist es am späten Vormittag und zur Aperitivo-Zeit.
Die Region zwischen Bologna, Modena und Maranello nennt sich Motor Valley, und die Zuordnung der Marken lohnt sich, weil sie oft durcheinandergeht. In Bologna selbst sitzt Ducati, im Stadtteil Borgo Panigale, mit Werk und Museum. Lamborghini hat Sitz und Museum in Sant'Agata Bolognese, etwa 30 Kilometer nordwestlich. Ferrari baut in Maranello bei Modena und zeigt dort das Museo Ferrari, ein zweites Haus, das Museo Enzo Ferrari, steht in Modena selbst. Maserati gehört ebenfalls nach Modena, nicht nach Bologna. Dazu kommen Pagani und die Rennstrecke von Imola.
Die Standorte liegen alle rund eine Autostunde auseinander, Bologna ist also ein brauchbares Quartier für ein oder zwei Museumstage. Wer sich weniger für Motoren als für Formen interessiert, findet in derselben Region einen guten Teil dessen, was italienisches Design ausmacht.
Der berühmteste Arkadengang führt aus der Stadt hinaus: Der Portico di San Luca zieht sich über 3.796 Meter und 666 Bögen den Colle della Guardia hinauf zur Wallfahrtskirche Madonna di San Luca. Der Weg ist ordentlich steil, die Aussicht über die Poebene entschädigt, und überdacht bist du auf der ganzen Strecke.
In der Umgebung erreichst du mit dem Zug in kurzer Zeit Ferrara mit seiner Renaissance-Stadtanlage, Ravenna mit den frühchristlichen Mosaiken, Parma für Schinken und Käse sowie Florenz, das mit dem Hochgeschwindigkeitszug unter 40 Minuten entfernt liegt. Damit lässt sich Bologna gut als Standort für eine ganze Woche nutzen, ohne das Hotel zu wechseln.
Aus Deutschland fährst du am bequemsten mit dem Zug über den Brenner: von München mit dem EuroCity nach Verona und dort weiter mit Frecciarossa oder Italo nach Bologna Centrale. Mit dem Auto sind es von München rund 700 Kilometer über Brenner und Verona, von Frankfurt oder Köln entsprechend mehr, gerechnet wird über Gotthard oder Brenner. Direktflüge nach Bologna gibt es ab mehreren deutschen Flughäfen.
Aus Österreich ist die Bahn besonders stark: Der ÖBB Nightjet von Wien Richtung Rom hält frühmorgens in Bologna, du steigst also praktisch ausgeschlafen mitten in der Stadt aus. Von Innsbruck geht es über den Brenner nach Verona und weiter, mit dem Auto sind es von Innsbruck rund 500 Kilometer.
Aus der Schweiz nimmst du den EuroCity durch den Gotthard nach Mailand und von dort den Schnellzug, der die Strecke Mailand bis Bologna in gut einer Stunde schafft. Mit dem Auto führt der Weg von Zürich über Gotthard und Mailand, von Genf über den Simplon oder den Großen Sankt Bernhard. Wer fliegt, landet am Flughafen Guglielmo Marconi nordwestlich der Stadt und nimmt die Hochbahn Marconi Express, die in gut sieben Minuten zum Hauptbahnhof fährt.
Die beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, etwa April bis Juni und September bis Oktober. Dann ist es mild genug für lange Wege zu Fuß und die Stadt lebt im Takt des Semesters. Der Sommer in der Poebene wird heiß und schwül, viele Familienbetriebe schließen im August für ein paar Wochen. Der Winter ist kalt und oft neblig, hat aber seinen eigenen Reiz, weil dann Tortellini in brodo Saison haben und die Arkaden genau das leisten, wofür sie gebaut wurden.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Region | Emilia-Romagna |
| Provinz | Bologna |
| Einwohnerzahl | 384.202 |
| Provinzkürzel | BO |
| Postleitzahl | 40100 |
| Vorwahl | 051 |
| Prominente Bürger | Giorgio Morandi (Maler und Grafiker) Andre de' Bartoli (Maler) Katharina von Bologna (Klarissin, Klostergründerin, Mystikerin, Malerin) Francesco Francia (Maler, Goldschmied, Bildhauer) Innozenz IX (Papst) Benedikt XIV (Papst) Guglielmo Marconi (Forscher, Nobelpreisträger) Gino Cervi (Schauspieler) Pierfrancesco Chili (Motorradrennfahrer) Alberto Tomba (Skirennläufer) Simone Bolelli (Tennisspieler) Sara Errani (Tennisspielerin) Umberto Eco (Kulturwissenschaftler, Autor) |
| Produkte/Marken | Ducati |
| Italienischer Name | Bologna |
| englischer Name | Bologna |
| Städtepartnerschaft | Charkow (Ukraine) Coventry (Vereinigtes Königreich) La Plata (Argentinien) Leipzig (Deutschland) Saint-Louis (Senegal) Saint-Louis (USA) San Carlos (Nicaragua) Thessaloniki (Griechenland) Toulouse (Frankreich) Tuzla (Bosnien Herzegowina) Valencia (Spanien) Zagreb (Kroatien) |
| Sport | FC Bologna - Stadio Renato Dall'Ara Virtus (Basketball) Fortitudo (Basketball) |
| Spezialitäten des Ortes | Tortellini Sugo Bolognese Mortadella Lasagne gelbe Tagliatelle |
| Geschichte | Bologna ist seit Jahrhunderten ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und die älteste Universitätsstadt Europas |
| Lage | am Fuße des Apennin |
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