Basilica di Santo Stefano
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Imola liegt am Fuße der ersten Apenninhügel im Osten der Emilia-Romagna, dort wo die schnurgerade Via Emilia die Ebene durchquert. Die Stadt zählt rund 70.000 Einwohner und liegt etwa 35 Kilometer südöstlich von Bologna. Bekannt ist sie vor allem für eines: den Autodromo Enzo e Dino Ferrari, eine der geschichtsträchtigsten Rennstrecken Europas, die mitten im Stadtpark am Ufer des Flusses Santerno verläuft.
Doch Imola ist mehr als Motorsport. In römischer Zeit hieß der Ort Forum Cornelii, benannt nach dem Diktator Lucius Cornelius Sulla, der die Siedlung um 82 v. Chr. anlegte. Sie entstand an der Via Emilia, jener Konsularstraße, die der Konsul Marcus Aemilius Lepidus 187 v. Chr. von Rimini nach Piacenza bauen ließ und die der ganzen Region ihren Namen gab. Bis heute folgt die Hauptachse der Altstadt exakt diesem antiken Verlauf.
Wer die Formel 1 mit Imola verbindet, kennt vor allem die dunkelste Seite der Strecke. Im Zentrum aber steht eine mächtige Backsteinfestung, umgeben von Weinbergen, Sangiovese und der stillen Küche der Romagna. Diese Mischung aus Rennsport, Renaissance und Landküche macht einen Halt lohnend.
Die 4,909 Kilometer lange Strecke mit ihren 19 Kurven ist nach Enzo Ferrari und seinem früh verstorbenen Sohn Dino benannt. Sie gilt als Heimatkurs von Ferrari, dessen Werk in Maranello nur gut 80 Kilometer entfernt liegt. Jahrzehntelang wurde hier der Große Preis von San Marino ausgetragen, seit 2020 kehrte die Formel 1 als Großer Preis der Emilia-Romagna zurück. Anders als moderne Retortenkurse führt die Strecke gegen den Uhrzeigersinn durch bewaldetes Parkgelände, mit legendären Passagen wie Tamburello, Tosa und der Acque Minerali.
Untrennbar mit Imola verbunden bleibt das Rennwochenende vom 30. April und 1. Mai 1994. Am Samstag verunglückte der Österreicher Roland Ratzenberger im Qualifying tödlich, am Sonntag verlor der dreifache Weltmeister Ayrton Senna in der Tamburello-Kurve sein Leben. An beide erinnern heute Gedenkstellen im Parco delle Acque Minerali, die Senna-Statue nahe der Unglücksstelle ist ein stiller Wallfahrtsort für Motorsportfans aus aller Welt. Außerhalb der Rennwochenenden ist das Areal frei zugänglich, du kannst am Streckenrand entlanglaufen und die berühmten Kurven zu Fuß erleben.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die Rocca Sforzesca, eine wuchtige Festung mit vier runden Ecktürmen. Ihre Ursprünge reichen ins 13. Jahrhundert zurück, zwischen 1472 und 1484 ließ die Mailänder Familie Sforza sie für die Verteidigung gegen Feuerwaffen umbauen und mit Wohntrakten wie dem Palazzetto del Paradiso versehen. Von 1488 bis 1500 herrschte hier Caterina Sforza, die als Löwin der Romagna in die Geschichte einging, bevor Cesare Borgia die Stadt eroberte. Bitte prüfe vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten, da die Rocca zeitweise für Restaurierungen geschlossen ist.
In der Altstadt lohnt der Palazzo Tozzoni, eine adlige Stadtresidenz aus dem 18. Jahrhundert, die als Museum mit original erhaltener Einrichtung besichtigt werden kann, in der Regel mit Voranmeldung. Sehenswert sind außerdem der Dom San Cassiano und die langen Arkadengänge entlang der Via Emilia. Ein Bummel durch das Zentrum dauert kaum eine Stunde, lässt sich aber gut mit einem Espresso in einer der Bars an der Hauptstraße verbinden.
Rund um Imola beginnt eines der guten Weingebiete der Romagna. Der Sangiovese di Romagna und der weiße Albana prägen die Hänge zwischen den Apenninausläufern. Wer Wein und Ortsbild verbinden will, fährt sechs Kilometer nach Dozza, ein mittelalterliches Bergdorf, dessen Hausfassaden mit Wandmalereien geschmückt sind und in dessen Festung die Enoteca Regionale Emilia-Romagna untergebracht ist.
Auf dem Teller dominiert die kräftige Küche der Emilia-Romagna: handgemachte Pasta wie Tagliatelle und Cappelletti, dazu Piadina, das dünne Fladenbrot der Region. Von Imola sind es nur etwa 15 Kilometer nach Faenza, das weltweit für seine Majolika-Keramik berühmt ist und dem das französische Wort Fayence seinen Namen verdankt.
Imola ist ein guter Ausgangspunkt, um die Romagna zu erkunden. Bologna mit seinen Arkaden und Türmen erreichst du in einer knappen halben Stunde mit dem Regionalzug. Nach Osten liegt Ravenna, rund 50 Kilometer entfernt, mit seinen frühchristlichen Mosaiken und acht UNESCO-Weltkulturerbestätten. Weiter an der Adria folgen die Badeorte um Rimini und Cesena mit der Biblioteca Malatestiana.
Wer Kunststädte mag, kombiniert Imola gut mit Ferrara im Norden oder mit Modena, der Heimat von Balsamico und der Motor Valley. Für Aktive lohnt eine Fahrt in die Apennintäler südlich der Stadt, wo sich Wein- und Genussrouten durch die Hügel ziehen.
Der nächste Flughafen ist Bologna (BLQ), etwa 47 Kilometer entfernt und in gut 45 Minuten über die Autobahn A14 erreichbar. Imola liegt an der Bahnlinie Bologna nach Ancona, Regionalzüge aus Bologna Centrale brauchen rund 30 Minuten und halten am Bahnhof am Piazzale Marabini. Mit dem Auto erreichst du die Stadt über die Ausfahrt Imola der A14, das historische Zentrum ist teils verkehrsberuhigte Zone (ZTL), Parkplätze findest du am besten am Rand der Altstadt, etwa nahe der Rocca.
Aus Österreich fährst du über den Brenner und Verona auf der A22 und A1 bis Bologna, dann weiter auf der A14 Richtung Adria, die Strecke ab Innsbruck beträgt rund 550 Kilometer. Aus der Schweiz führt der Weg über den Gotthard nach Mailand und weiter auf der A1 über Bologna, von Zürich sind es etwa 600 Kilometer. Wer zu einem Rennwochenende kommt, sollte Unterkunft und Anreise früh planen, da die Kapazitäten in und um Imola dann knapp werden.
Die beste Reisezeit sind Frühjahr und Frühherbst. Von April bis Juni und im September ist das Klima mild, die Weinhügel grünen und die Städte sind angenehm zu erkunden. Der Hochsommer wird in der Po-Ebene oft schwül und heiß, während der Winter neblig und feucht ausfallen kann. Fällt der Große Preis der Emilia-Romagna in deinen Zeitraum, prägt er das ganze Wochenende, für einen ruhigen Städtebesuch wählst du besser einen anderen Termin.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Mai sowie September bis Oktober.
| Region | Emilia-Romagna |
| Provinz | Bologna |
| Einwohnerzahl | 69.951 |
| Provinzkürzel | BO |
| Postleitzahl | 40026 |
| Vorwahl | 0542 |
| Prominente Bürger | Andrea Costa (Politiker) Fausto Gresini (Motorradrennfahrer) Antonio Maria Valsalva (Arzt) |
| Städtepartnerschaft | Weinheim (Deutschland) Gennevilliers (Frankreich) Colchester (Vereinigtes Königreich) Pula (Kroatien) |
| Sport | Rennstrecke Autodromo Enzo e Dino Ferrari |
| Geschichte | An einer Straßenkreuzung in der Antike errichtet, ist die Stadt Heute für ihre Rennstrecke bekannt |
| Lage | Am Fluss Santerno gelegen |
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