
Törggelen ist der Südtiroler Herbst in einem Wort: neuer Wein, geröstete Kastanien und deftige Bauernküche in einer Buschenschank am Hang. Die Saison läuft von Ende September bis Ende November, am dichtesten im Eisacktal und entlang der Südtiroler Weinstraße. Wer klug plant, kombiniert eine Wanderung durch die Kastanienhaine mit der Einkehr am Nachmittag.
Das Wort kommt von „Torggl“, der Weinpresse. So hieß früher auch der Raum, in dem sie stand. Nach der Lese kamen die Bauern dort zusammen, probierten den jungen Wein und aßen, was Hof und Garten hergaben. Aus dieser Verkostung unter Nachbarn ist über die Jahrzehnte ein fester Herbsttermin geworden.
Heute findet das Törggelen nicht mehr im Presskeller statt, sondern in den Buschen- und Hofschänken der Weinbauern. Der Kern ist geblieben: es gibt, was der Hof selbst erzeugt, und es gibt keine Karte mit dreißig Gerichten. Genau das macht den Reiz aus.
Und es ist kein Museumsbrauch. In den Dörfern des Eisacktals ist die Törggelezeit der Herbst, so wie anderswo die Weinlese oder die Almabtriebe. Du sitzt zwischen Einheimischen, nicht in einer Vorführung für Gäste.
Die Törggelezeit beginnt mit dem Ende der Weinlese, also meist in der letzten Septemberwoche, und läuft bis Ende November. Einzelne Betriebe machen bis in den Dezember weiter, viele schließen aber schon Mitte November wieder.
Ein praktischer Hinweis: Viele Buschenschänke öffnen nur an bestimmten Wochentagen und schließen für Wochen ganz, wenn die eigenen Vorräte aufgebraucht sind. Ein Anruf am Vortag erspart dir die Enttäuschung vor verschlossener Tür.
Brixen ist der beste Standort fürs Eisacktal: die Buschenschänke liegen ringsum an den Hängen, und wer im Tal übernachtet, kann den jungen Wein ohne Hintergedanken probieren.
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Die meisten Buschenschänke haben keinen festen Kalender, sie öffnen einfach, wenn der Wein fertig ist. Ein paar Feste sind aber jedes Jahr gesetzt, und sie geben dem Herbst seinen Rhythmus.
Rund um diese Feste sind die Zimmer im Ort schnell weg. Wer an einem Festwochenende kommt, sollte früh buchen oder im Nachbardorf schlafen und mit dem Zug anreisen.

Die beiden Begriffe werden oft durcheinandergeworfen, meinen aber Unterschiedliches:

Beide sind bäuerliche Betriebe, keine Restaurants. Das heißt: begrenzte Plätze, begrenzte Karte, oft nur Barzahlung. Und es heißt auch, dass der Wirt am Nachbartisch sitzt, wenn gerade nichts zu tun ist.
Weil „Törggelen“ inzwischen auch auf Speisekarten von Hotels und Gasthäusern steht, lohnt der zweite Blick. Drei Anhaltspunkte helfen dir weiter.
Reservieren kannst du fast überall nur telefonisch. Das ist kein Rückstand, sondern Teil der Sache: Der Wirt weiß dann, wie viel er auftischen muss.
Die Reihenfolge ist fast überall dieselbe, und sie hat ihren eigenen Rhythmus. Zuerst wird ausgeschenkt, dann wird aufgetragen, am Ende kommen die Kastanien.
Wenn du kein Fleisch isst, sag es beim Reservieren. Die meisten Höfe kochen dir dann Schlutzkrapfen, Kraut, Käse und Knödel, aber sie brauchen den Hinweis vorher, weil die Schlachtplatte für alle zusammen vorbereitet wird.
Beim Törggelen kommt der junge Wein ins Glas, den es außerhalb Südtirols kaum gibt. Wer den Geschmack mitnehmen will, greift zum Lagrein: die kräftige Rotweinsorte des Landes, dunkel, mit einer feinen Bitternote im Abgang.
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Plane genug Zeit ein und komm hungrig. Ein Törggele-Nachmittag ist selten nach zwei Stunden vorbei, und die Portionen sind für Menschen gemacht, die vorher gewandert sind. Mehr über die Rebsorten des Landes findest du im Überblick zu italienischem Wein.
Törggelen gibt es in ganz Südtirol, aber die Talschaften fühlen sich sehr unterschiedlich an. Such dir die aus, die zu deinem Herbst passt.

Von Bozen aus erreichst du die Weinstraße, den Ritten und das untere Eisacktal ohne Auto. Im Oktober ist die Stadt gut belegt, im November wird es deutlich ruhiger.
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Einen Überblick über das ganze Land, von den Tälern bis zur Reisezeit, bekommst du auf unserer Seite zu Südtirol.
Die schönste Art anzukommen ist zu Fuß. Der Keschtnweg zieht sich vom Kloster Neustift bei Brixen über die Hänge des Eisacktals und das Hochplateau des Ritten bis zum Schloss Runkelstein bei Bozen, immer durch die alten Kastanienhaine. Er ist in vier Etappen eingeteilt, und praktisch jede endet in der Nähe einer Buschenschank.
Für einen Tag reicht eine einzelne Etappe völlig. Beliebt sind die Abschnitte um Feldthurns, Villanders und Barbian: moderate Höhenmeter, weite Blicke ins Tal, und am Nachmittag die Einkehr. Wer mit dem Zug ins Eisacktal fährt, braucht dafür kein Auto und muss beim Wein nicht rechnen.

Bozen und Brixen sind mit dem Zug aus München und Innsbruck gut erreichbar, von dort fahren Regionalzüge und Busse in die Seitentäler. Mit dem Auto führt der Weg über den Brenner. In der Hauptzeit an Wochenenden sind die Parkplätze an den bekannten Höfen schnell voll.
Für die Übernachtung lohnt es sich, im Tal zu bleiben und für die Einkehr hochzufahren oder zu wandern. Die Preise liegen in der Nachsaison spürbar unter denen des Sommers, und die Betriebe sind im Oktober noch gut belegt, im November deutlich ruhiger.
Wenn du dranbleiben willst: Auf die Törggelezeit folgt in denselben Orten die Adventszeit. Wie die aussieht, steht auf unserer Seite zu den Weihnachtsmärkten in Südtirol.
Termin eingeben, Preise für Brixen, Klausen, Bozen und die Weinstraße direkt vergleichen. Im Oktober lohnt die frühe Suche, im November wird es deutlich ruhiger.
Der Begriff kommt von „Torggl“, der Weinpresse, und bezeichnete ursprünglich den Raum, in dem sie stand. Nach der Weinlese trafen sich dort die Bauern, um den neuen Wein zu verkosten. Heute steht Törggelen für die herbstliche Einkehr in einer Südtiroler Buschenschank mit jungem Wein, Kastanien und Bauernküche.
Von Ende September bis Ende November. Die Hauptzeit liegt zwischen Mitte Oktober und Anfang November, wenn Kastanien, Nüsse und junger Wein gleichzeitig verfügbar sind. Einzelne Betriebe machen bis in den Dezember weiter, viele schließen jedoch schon Mitte November.
Im Eisacktal eröffnet das Gassltörggelen in Klausen vom 18. bis 20. September 2026 die Saison. Die Höfe mit dem Gütesiegel „Törggelen am Ursprung“ starten traditionell am ersten Samstag im Oktober. Die großen Kastanienwochen laufen dann ab dem 15. beziehungsweise 17. Oktober bis in den November hinein.
Die höchste Dichte an Buschenschänken hat das Eisacktal zwischen Brixen und Bozen, dazu kommt dort der Keschtnweg für die Wanderung davor. Die zweite klassische Region ist die Südtiroler Weinstraße südlich von Bozen um Kaltern und Tramin. Auf dem Ritten und im Meraner Land lässt sich Törggelen gut mit Seilbahn und Waalwegen verbinden.
Eine Buschenschank liegt im Weinbaugebiet und schenkt selbst erzeugten Wein aus. Eine Hofschank liegt außerhalb davon und stellt keinen eigenen Wein her, serviert aber ebenfalls Hofküche. Beide sind bäuerliche Betriebe mit begrenzter Platzzahl und kleiner Karte, keine Restaurants.
Meist in dieser Reihenfolge: Gerstsuppe oder Schlutzkrapfen als Auftakt, dann eine Schlachtplatte mit Hauswürsten, Selchfleisch, Kraut und Knödeln. Dazwischen oder alternativ gibt es Speck und Kaminwurzen. Zum Abschluss kommen Keschtn, also geröstete Kastanien, dazu Nüsse und Krapfen.
An Wochenenden in der Hauptzeit unbedingt. Aber auch unter der Woche lohnt der Anruf am Vortag: Viele Betriebe öffnen nur an bestimmten Tagen und schließen ganz, wenn die eigenen Vorräte aufgebraucht sind. Rechne außerdem damit, dass nicht überall mit Karte gezahlt werden kann.
Ja, und das ist die schönste Variante. Der Keschtnweg führt vom Kloster Neustift bei Brixen über den Ritten bis Schloss Runkelstein bei Bozen durch die Kastanienhaine. Er ist in vier Etappen unterteilt, von denen fast jede in der Nähe einer Buschenschank endet. Für einen Tag reicht eine einzelne Etappe.
Ja, und es ist die bessere Wahl, weil Siaßer und Nuier stärker sind, als sie schmecken. Brixen, Klausen und Bozen liegen an der Bahnstrecke über den Brenner, von den Bahnhöfen fahren Busse in die Seitentäler. Auf den Ritten bringt dich die Seilbahn von Bozen in wenigen Minuten hinauf.