Ein Trabucco, in den Abruzzen meist Trabocco genannt, ist eine traditionelle hölzerne Fischfang-Konstruktion an der italienischen Adriaküste. Charakteristisch ist ein Pfahlbau, der vom Ufer oder von einem Felsvorsprung aus über das Meer ragt und mit langen, auslegerartigen Armen ein großes Fangnetz trägt. Die markante Silhouette dieser Bauten zählt zu den prägendsten Küstenmotiven der Region.
Funktional gleicht ein Trabucco einer Fischfang-Maschine: Über Winden und ein Seilsystem wird das an den seitlichen Auslegern befestigte Netz ins Wasser herabgelassen und mit dem Fang wieder gehoben, und das ganz ohne Boot und weitgehend unabhängig vom Wetter. Die aus widerstandsfähigem Holz errichteten Plattformen entstanden in ihrer heutigen Form vor allem ab dem 18. Jahrhundert.
Trabucchi finden sich entlang der Gargano-Küste in Apulien sowie an der Costa dei Trabocchi in den Abruzzen, teils auch im benachbarten Molise. Viele stehen heute unter Denkmalschutz, einige wurden zu stimmungsvollen Fischrestaurants umgebaut. Ein Tipp: Wer hier einkehrt, genießt frischen Fisch direkt über dem Meer.
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