Padre Pio de Pietrelcina | italien.de

Padre Pio – Italiens populärer Heiliger

Wer hat sich nicht schon mal gefragt, wer denn der weißbärtige Mönch ist, dessen Bild man in Restaurants, Geschäften und sogar auf Lastwagen überall in Italien sehen kann?

 

Es handelt sich um Padre Pio, einem der populärsten Heiligen Italiens. Bürgerlich hieß er Francesco Forgione und wurde 1887 in Süden des Landes, in Kampanien geboren. Schon als Kind zeigt er sich sehr fromm und trat mit 16 in das Noviziat der Kapuziner ein. Fortan hieß er Frater Pio. Gesundheitlich war er schon sehr früh angeschlagen und litt unter anderem an Tuberkulose. Trotzdem wurde er 1910 zum Priester geweiht und hielt sich in verschiedenen Klöstern auf, bis er schließlich in das Kapuzinerkloster von San Giovanni Rotondo zog.

 

1918 kam es dort der Legende nach zu einem unglaublichen Ereignis. Padre Pio betete vor dem Chorkreuz und plötzlich zeigten sich an seinem Körper die Wundmale von Jesus Christus. Anfangs versuchte er, dies zu verheimlichen, aber schon bald verbreitete sich seine Stigmatisierung wie ein Lauffeuer. Padre Pio verbarg seine Wunden unter der Kleidung, litt unerträgliche Schmerzen und verlor täglich viel Blut. Alle medizinischen Untersuchungen, um die Ursache zu erforschen, blieben ergebnislos.

 

Padre Pio wurde daraufhin wie ein Heiliger verehrt und Tausende pilgerten nach San Giovanni Rotondo, um an seinen Messen teilzunehmen. Viele fanden durch ihn wieder zum katholischen Glauben zurück. Auch seine Prophezeiungen wurden gerühmt. Denn er sagte zum Beispiel dem polnischen Priester Karol Woityla seine Wahl zum Papst voraus und auch, dass ein Attentat auf ihn verübt werden würde. Viele Kranke heilte Padre Pio durch Gebete und Handauflegen und begann Spenden für ein Krankenhaus zu sammeln. 1956 wurde schließlich das Casa Sollievo della Sofferenza Krankenhaus in San Giovanni Rotondo eröffnet, das heute eine der größten und modernsten Kliniken Italiens ist.

 

Padre Pio starb 1968 und wurde in der Krypta der alten Kirche in San Giovanni Rotondo beigesetzt. 100.000 Gläubige waren damals anwesend und noch heute zählt sein Grab zu den meistbesuchten Pilgerstätten weltweit. Im Jahr 1999 wurde Padre Pio von Johannes Paul II. selig- und 2002 schließlich heiliggesprochen.