
Die Palladio-Villen sind die von Andrea Palladio im 16. Jahrhundert errichteten Landvillen in Venetien, die die antik-römische Baukunst wiederbelebten. Zusammen mit der Stadt Vicenza zählen sie zum UNESCO-Welterbe und lösten mit dem Palladianismus eine weltweite Architekturströmung aus.
Andrea Palladio (1508 in Padua bis 1580 in Vicenza) war der bedeutendste Architekt der Renaissance in Norditalien. Sein Hauptwirkungsort war Vicenza in der Region Venetien. Für den venezianischen Adel entwarf er Landvillen, die repräsentatives Wohnhaus und landwirtschaftlichen Gutsbetrieb verbanden und sich streng an der Antike orientierten: Symmetrie, Säulenportiken und Tempelfronten. Über sein Traktat „I quattro libri dell’architettura“ (1570) machte er seine Formensprache weltweit lehrbar.
Das bekannteste Werk ist die Villa Almerico Capra, genannt La Rotonda, bei Vicenza: ein vollkommen symmetrischer Zentralbau unter einer Kuppel, von allen vier Seiten mit einer Tempelfront versehen. Ebenso berühmt sind die Villa Foscari (La Malcontenta) an der Brenta, die Villa Barbaro in Maser mit ihren Fresken von Paolo Veronese und die Villa Emo in Fanzolo. Viele der Villen sind heute ganz oder teilweise für Besucher geöffnet und stehen im Umland von Vicenza, Treviso und Venedig.
Wer Palladio verstehen will, beginnt in Vicenza, das man zu Recht die „Stadt des Palladio“ nennt. Sein Wahrzeichen ist die Basilica Palladiana mit ihren eleganten Loggien an der Piazza dei Signori. Ganz in der Nähe steht das Teatro Olimpico, Palladios letztes Werk und das älteste erhaltene Theater in einem geschlossenen Bau der Neuzeit, mit einer verblüffenden gemalten Perspektivbühne. Dazu kommen Stadtpaläste wie der Palazzo Chiericati. Die gesamte Altstadt gehört gemeinsam mit den Villen zum UNESCO-Welterbe.
Seit 1994 sind die Bauten als „Stadt Vicenza und die Villen Palladios in Venetien“ UNESCO-Welterbe. Palladios an der Antike geschulte Formensprache verbreitete sich über sein Traktat in ganz Europa und Nordamerika. Der so entstandene Palladianismus prägte unzählige Landhäuser und öffentliche Bauten, bis hin zu Thomas Jeffersons Monticello und dem Weißen Haus in Washington. Kaum ein Architekt hat die abendländische Baukunst so nachhaltig geprägt.
Die schönste Art, die Villen zu entdecken, ist die Riviera del Brenta: Entlang des Brenta-Kanals zwischen Venedig und Padua reihen sich die Sommervillen des venezianischen Adels aneinander, darunter die Villa Foscari. Klassische Ausflugsschiffe fahren die Strecke ab und machen an mehreren Villen halt, eine entspannte Reise durch die Renaissance. Wer lieber an Land bleibt, verbindet einen Tag in Vicenza (Teatro Olimpico, Basilica Palladiana) mit einem Abstecher zur Villa Rotonda. Beides lässt sich gut mit einer Reise nach Venedig verbinden.
Sie stehen in der Region Venetien, vor allem im Umland von Vicenza sowie in den Provinzen Treviso und Venedig, viele davon entlang der Riviera del Brenta.
Ja, viele Villen sind ganz oder teilweise für Besucher geöffnet, darunter die Villa Rotonda bei Vicenza. Entlang der Brenta fahren zudem Ausflugsschiffe an mehreren Villen vorbei.
Der Palladianismus ist die von Andrea Palladio ausgelöste Architekturströmung, die seine an der Antike orientierte Formensprache weltweit verbreitete, besonders in England und Nordamerika.
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