Limone sul Garda
Lombardei

Limone sul Garda

Limone sul Garda: Ein Ort mit besonderem Charme

Limone sul Garda liegt am steilen Nordwestufer des Gardasees, dort wo die Berge fast senkrecht ins Wasser abfallen und nur ein schmaler Streifen Platz für den Ort lässt. Verwaltungstechnisch gehört Limone zur Lombardei und zur Provinz Brescia, die Grenze zur Region Trentino verläuft wenige Kilometer nördlich. Rund 1.000 Menschen leben hier ständig, in der Sommersaison ist der kleine Ort einer der meistbesuchten am ganzen See. Der Ortskern ist weitgehend autofrei. Wer anreist, stellt den Wagen am besten auf einem der Parkplätze oberhalb des Zentrums ab und geht das letzte Stück zu Fuß. Von oben öffnet sich der Blick über die Dächer, den kleinen Hafen und das tiefblaue Wasser, das an sonnigen Tagen fast unwirklich leuchtet. Zwischen engen Gassen, überdachten Durchgängen...

Limone sul Garda liegt am steilen Nordwestufer des Gardasees, dort wo die Berge fast senkrecht ins Wasser abfallen und nur ein schmaler Streifen Platz für den Ort lässt. Verwaltungstechnisch gehört Limone zur Lombardei und zur Provinz Brescia, die Grenze zur Region Trentino verläuft wenige Kilometer nördlich. Rund 1.000 Menschen leben hier ständig, in der Sommersaison ist der kleine Ort einer der meistbesuchten am ganzen See.

Der Ortskern ist weitgehend autofrei. Wer anreist, stellt den Wagen am besten auf einem der Parkplätze oberhalb des Zentrums ab und geht das letzte Stück zu Fuß. Von oben öffnet sich der Blick über die Dächer, den kleinen Hafen und das tiefblaue Wasser, das an sonnigen Tagen fast unwirklich leuchtet. Zwischen engen Gassen, überdachten Durchgängen und der langen Uferpromenade lässt sich Limone bequem an einem halben Tag erlaufen.

Das Markenzeichen des Ortes ist die Zitrone, italienisch limone. Sie taucht auf Schildern, in Auslagen und in den terrassierten Gärten über dem See auf. Der Ortsname hat mit der Frucht allerdings höchstwahrscheinlich nichts zu tun, auch wenn der gleiche Klang das nahelegt. Wer den Zusammenhang kennt, versteht Limone besser.

Der Ort am steilen Westufer

Über Jahrhunderte war Limone von der Landseite kaum zu erreichen. Steile Felswände riegelten den Ort nach Westen ab, wer hinein oder hinaus wollte, nahm entweder beschwerliche Bergpfade oder das Boot über den See. Erst mit dem Bau der Uferstraße Gardesana Occidentale, der heutigen SS45bis, änderte sich das grundlegend. Die Straße wurde 1932 dem Verkehr übergeben, ein Bauwerk mit zahlreichen in den Fels getriebenen Tunneln und Galerien entlang des Westufers. Damit war Limone erstmals dauerhaft auf dem Landweg mit der Außenwelt verbunden.

Diese lange Abgeschiedenheit prägt den Ort bis heute. Die Wirtschaft ruhte früher auf Fischfang, Olivenanbau und dem Verkauf von Zitrusfrüchten. Von der Isolation zeugen die dicht gestaffelten Häuser der Altstadt, die sich an den Hang klammern, und die schmalen Wege, die kaum breiter als eine Türöffnung sind. Wer heute mit dem Auto über die kurvenreiche Gardesana anreist, bekommt eine Ahnung davon, wie schwer der Ort früher zugänglich war.

Geografisch ist Limone Teil der sogenannten Riviera dei Limoni, des Zitronenufers, das sich am Westufer bis nach Salò zieht. Der Ort selbst nimmt nur wenige Quadratkilometer bewohnbaren Bodens ein, der Rest des Gemeindegebiets steigt steil in die Berge auf. Diese Enge zwischen Fels und Wasser erklärt, warum sich Limone in die Höhe entwickelt hat, mit gestaffelten Gassen, Treppen und kleinen Plätzen statt breiter Straßenzüge. Hotels und Ferienwohnungen ziehen sich heute den Hang hinauf und bieten von dort weite Blicke über den See.

Woher der Name kommt

Trotz der allgegenwärtigen Zitrone geht der Name Limone nach heutigem Kenntnisstand nicht auf die Frucht zurück. Sprachforscher führen ihn eher auf das lateinische Wort limes für Grenze zurück oder auf einen älteren Wortstamm, der so viel wie Ulme bedeutet. Beide Deutungen passen zur Lage: Limone lag lange an der Grenze zwischen dem Gebiet von Riva im Norden und den lombardischen Gemeinden im Süden. Zwischen 1863 und 1905 hieß der Ort offiziell Limone San Giovanni, um Verwechslungen mit gleichnamigen Orten in Italien zu vermeiden.

Die Gleichsetzung von Ortsname und Zitrone ist also eher ein glücklicher Zufall als eine sprachliche Tatsache. Für den Tourismus ist sie trotzdem ein Glücksfall, denn kaum ein anderer Ort am See verbindet seinen Namen so eng mit einem einzigen Produkt. Ganz falsch ist die Verbindung auch nicht, denn Zitronen wurden hier über Jahrhunderte tatsächlich in großem Stil angebaut.

Zitronengärten und die Limonaia del Castèl

Die Zitrusgärten von Limone gehören zu den nördlichsten der Welt. Damit die empfindlichen Bäume die kühlen Winter am Alpenrand überstehen, bauten die Gärtner ab dem Spätmittelalter aufwendige Terrassenanlagen mit hohen gemauerten Pfeilern. Im Winter wurden Balken und Bretter zwischen die Pfeiler gelegt und die Anlage so zu einem geschlossenen Gewächshaus umgebaut, das die Bäume vor Frost schützte. Schon Johann Wolfgang von Goethe beschrieb diese eigentümlichen Pfeilergärten, als er 1786 auf seiner Italienreise am See entlangfuhr.

Die bekannteste dieser historischen Anlagen ist die Limonaia del Castèl, die von der Gemeinde restauriert wurde und für Besucher geöffnet ist. Hier lässt sich das System aus Pfeilern, Terrassen und Wasserleitungen aus nächster Nähe betrachten, dazu wachsen Zitronen, Orangen und Zedratzitronen auf den Etagen. Die Anlage erklärt anschaulich, warum der Zitrusanbau hier so mühsam war und dennoch über Generationen betrieben wurde. Wer die Verbindung zwischen Frucht und Ort verstehen will, ist hier richtig. Passend dazu findet sich die Zitrone auch im berühmten Zitronenlikör wieder, dem Limoncello Süditaliens.

Durch die Altstadt und über die Uferpromenade

Das Herz von Limone ist die kleine, verwinkelte Altstadt, die zum See hin in einer langen Promenade ausläuft. Teilweise überdachte Gassen führen zwischen alten Häusern hindurch, in denen kleine Geschäfte, Eisdielen und Restaurants untergebracht sind. Mittendrin liegt der Porto Vecchio, der alte Fischerhafen, in dem die Boote sanft im Wasser schaukeln. Von der Promenade aus reicht der Blick über den See bis zum gegenüberliegenden Ostufer mit dem Monte Baldo.

Zu den Bauwerken des Ortes zählt die Kirche San Rocco etwas oberhalb der Altstadt, deren Ursprünge bis ins Spätmittelalter zurückreichen. Die Pfarrkirche San Benedetto stammt aus dem späten 17. Jahrhundert und ist im barocken Stil gehalten. In ihr hängen mehrere Gemälde des venezianischen Malers Andrea Celesti, der von 1637 bis 1712 lebte und einen Teil seines Werks am Gardasee schuf. Rund um den Ort ziehen sich Olivenhaine die Hänge hinauf, das hier gepresste Öl gehört zu den nördlichsten Erzeugnissen Italiens.

Die Promenade ist tagsüber wie abends belebt. In den Auslagen der Geschäfte stapeln sich Zitronenseifen, Limoncello und Olivenöl, an der Uferlinie reihen sich Cafés und Restaurants mit Blick aufs Wasser. Vom Hafen legen im Sommer regelmäßig Ausflugsschiffe ab, mit denen sich die umliegenden Orte bequem ansteuern lassen. Am frühen Morgen, bevor die Tagesgäste eintreffen, und am Abend, wenn das Licht flach über den See fällt, zeigt sich Limone von seiner ruhigsten Seite.

Der Radweg über dem See

Seit Juli 2018 hat Limone eine Attraktion, die weit über die Region hinaus bekannt wurde. Ein Abschnitt der Ciclovia del Garda, des geplanten Radrundwegs um den gesamten See, verläuft hier als auskragender Steg direkt über dem Wasser. Der Weg ist mit Stahlkonstruktionen in der Felswand verankert und schwebt streckenweise frei über dem See, was spektakuläre Ausblicke ermöglicht. Der Abschnitt bei Limone ist rund zweieinhalb Kilometer lang und für Radfahrer und Fußgänger freigegeben.

Der Steg führt in Richtung Norden zur Regionsgrenze zwischen der Lombardei und dem Trentino. Das gesamte Radwegprojekt rund um den Gardasee ist noch nicht vollständig geschlossen, einzelne Verbindungsstücke werden weiter gebaut. Der Limone-Abschnitt ist aber bereits fertig und einer der meistfotografierten Punkte am See. Wer gerne im Sattel unterwegs ist, findet auf unserer Seite zum Radfahren in Italien weitere Strecken und Hinweise.

Das Gen von Limone

Limone ist über die Grenzen Italiens hinaus in der Medizin bekannt geworden. Bei Bewohnern des Ortes entdeckten Forscher Ende der 1970er Jahre eine seltene Genvariante, die eine besondere Form des Eiweißes Apolipoprotein A-1 hervorbringt, bekannt als Apolipoprotein A-1 Milano. Träger dieser Variante haben trotz ungünstiger Blutfettwerte ein auffallend niedriges Risiko für Arterienverkalkung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Variante lässt sich auf einen einzelnen Vorfahren zurückführen, der im 17. Jahrhundert in Limone lebte.

Möglich wurde diese Konzentration einer einzigen Genvariante gerade durch die jahrhundertelange Abgeschiedenheit des Ortes. Weil Limone lange nur über den See oder über Bergpfade erreichbar war, blieb die Bevölkerung weitgehend unter sich, und die Mutation wurde über viele Generationen weitergegeben. Die Entdeckung machte den kleinen Ort zu einem Fall, der in der Herzforschung bis heute untersucht wird. Für Besucher ist das eine Randnotiz, es zeigt aber, wie stark die Isolation Limone geprägt hat.

Ausflüge in die Nachbarschaft

Limone ist ein guter Ausgangspunkt für Touren rund um das nördliche Seebecken. Nur wenige Kilometer weiter nördlich liegt Riva del Garda, die größte Stadt am Nordufer, mit ihrer weitläufigen Altstadt und der Uferpromenade. Gleich daneben liegt Torbole, das bei Surfern und Seglern wegen der zuverlässigen Winde beliebt ist. Beide Orte sind über die Gardesana in kurzer Zeit erreichbar.

Auf der anderen Seeseite liegt Malcesine mit seiner Burg und der Seilbahn auf den Monte Baldo. Zwischen Limone und Malcesine verkehren im Sommer regelmäßig Fähren, sodass sich der See auch ohne Auto überqueren lässt. Nach Süden hin lohnen die Nachbargemeinden Tremosine auf der Hochebene über dem See und der alte Zitronenort Gargnano. Wer den ganzen See kennenlernen möchte, findet in unserer Übersicht zum Gardasee alle Orte und Themen gebündelt.

Anreise und beste Reisezeit

Limone hat keinen eigenen Bahnhof. Wer mit der Bahn anreist, fährt am besten bis Desenzano del Garda am Südufer oder bis Rovereto im Trentino und steigt dort auf Bus oder Fähre um. Mit dem Auto erreicht man Limone über die Gardesana Occidentale SS45bis, die sich entlang des Westufers durch zahlreiche Tunnel zieht. Von Norden kommend führt der Weg über Riva del Garda, von Süden über Salò und Gargnano. In der Hauptsaison sind die Parkplätze im Ort schnell belegt, ein frühes Eintreffen lohnt sich.

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Verona, Bergamo und Brescia, alle drei liegen rund ein bis anderthalb Autostunden entfernt. Auch die Flughäfen von Verona und Bergamo werden von vielen deutschsprachigen Reisenden genutzt. Eine reizvolle Alternative zur Straße ist die Anreise per Schiff, denn die Fähren der Seenschifffahrt verbinden Limone mit Riva, Malcesine und weiteren Orten am See. Details zu Zug, Auto und Flug fasst unsere Seite zur Anreise nach Italien zusammen.

Die beste Reisezeit für Limone liegt zwischen Mai und September. Im Frühsommer sind die Zitronengärten grün und die Temperaturen angenehm, ohne dass der Ort schon überlaufen ist. Der Hochsommer bringt warmes Badewetter und volle Gassen, während der September oft noch stabiles Wetter bei etwas ruhigerer Stimmung bietet. Wer vor allem wandern oder Rad fahren möchte, findet im Frühjahr und Herbst die angenehmsten Bedingungen. Im Winter ruht der Tourismus weitgehend, viele Betriebe schließen dann bis zum Frühjahr.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Informationen

Informationen über Limone sul Garda

Region Lombardei
Provinz Brescia
Einwohner­zahl 1.181
Provinzkürzel BS
Postleitzahl 25010
Vorwahl 0365
Prominente Bürger Daniele Comboni (Missionar)
Spezialitäten des Ortes Limonen
Lage am Gardasee gelegen

 

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Häufige Fragen

Limone sul Garda: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Limone sul Garda?
Zu den bekanntesten zählen Chiesa di San Pietro in Mavino und Grotte di Catullo. Die vollständige Übersicht findest du im Abschnitt Sehenswürdigkeiten.
Wann ist die beste Reisezeit für Limone sul Garda?
Am angenehmsten sind April bis Mai sowie September bis Oktober. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 30 Grad, der Winter fällt ruhiger und kühler aus.
Wie reist man nach Limone sul Garda an?
Die meisten Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen mit dem eigenen Auto. Wer fliegen möchte, nutzt den nächstgelegenen Flughafen Mailand-Malpensa (MXP) und fährt von dort mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter.
Wie viele Tage sollte man für Limone sul Garda einplanen?
Für die wichtigsten Ziele genügt oft ein Tag, etwa als Tagesausflug in Kombination mit der Umgebung.
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