Teatro Massimo
Grandiose Baukunst, fulminante Opernaufführungen oder Juwelen der Filmgeschichte, das Teatro Massimo von Palermo verbindet jeder…
Messina liegt an der nordöstlichen Ecke von Sizilien, dort wo die Insel dem italienischen Festland am nächsten kommt. Zwischen der Stadt und Kalabrien liegt die Straße von Messina, eine Meerenge, die an der schmalsten Stelle nur rund drei Kilometer misst. Für die meisten Gäste ist Messina deshalb das Tor zu Sizilien: Wer mit dem Auto oder mit der Bahn anreist, setzt hier über.
Die Stadt hat eine lange Geschichte. Erste Besiedlungen gehen auf das achte Jahrhundert vor Christus zurück, und zahlreiche Eroberer haben ihre Spuren hinterlassen. Vieles davon ist verloren, denn Messina wurde immer wieder von Erdbeben und Bränden getroffen. Das solltest du wissen, bevor du kommst: Messina ist keine gewachsene Altstadtkulisse wie Taormina, sondern eine breit angelegte, moderne Hafenstadt mit einzelnen sehr alten Bauwerken dazwischen.
Der halbmondförmige Naturhafen gehört zu den sichersten des Mittelmeers, die Uferstraße öffnet den Blick auf die kalabrische Küste gegenüber, und im Rücken der Stadt steigen die Peloritani-Berge steil an. Dazu kommt die Lage als Ausgangspunkt: Ätna, Taormina und die Äolischen Inseln sind von hier aus alle in Tagesausflügen erreichbar.
Der Dom Santa Maria Assunta an der Piazza del Duomo geht auf das 12. Jahrhundert zurück, wurde nach Erdbeben und einem Brand im Zweiten Weltkrieg aber mehrfach wieder aufgebaut. Sehenswert ist vor allem das Portal der Westfassade mit dem gotischen Bogenschmuck.
Der eigentliche Publikumsmagnet steht daneben: der Glockenturm mit der astronomischen Uhr, die 1933 von der Straßburger Firma Ungerer eingebaut wurde und als größte und komplexeste mechanische Uhr der Welt gilt. Jeden Tag um zwölf Uhr mittags setzt sich das Figurenwerk in Bewegung. Ein bronzener Löwe schwenkt die Fahne und brüllt, ein Hahn schlägt mit den Flügeln und kräht, die Frauengestalten Dina und Clarenza schlagen die Stunde. Die beiden erinnern an zwei Bürgerinnen, die bei der Sizilianischen Vesper die Stadt gewarnt haben sollen. Das Schauspiel dauert einige Minuten, und auf dem Platz wird es kurz vor zwölf voll. Sei rechtzeitig da und stell dich weit genug zurück, sonst siehst du von den oberen Etagen nichts.
Am frühen Morgen des 28. Dezember 1908 erschütterte ein schweres Erdbeben die Region um die Meerenge, danach lief eine Flutwelle durch die Straße von Messina. Messina, Reggio Calabria und Palmi wurden fast vollständig zerstört, zehntausende Menschen kamen ums Leben. Auch die Palazzata, die geschlossene Häuserfront am Hafen, brach zusammen.
Das heutige Stadtbild ist im Kern das Ergebnis des Wiederaufbaus danach. Die Straßen wurden bewusst breit angelegt, die Bebauung niedriger gehalten, und Italien führte 1909 erstmals landesweite Bauvorschriften für Erdbebengebiete ein. Eine mittelalterliche Gassenstadt findest du hier also nicht. Die wenigen Gebäude, die 1908 stehen blieben, erkennst du meist daran, dass sie heute tiefer liegen als das Straßenniveau ringsum.
Der Hafen ist der Grund, warum es Messina gibt, und er bestimmt bis heute den Rhythmus der Stadt. Die kürzeste Verbindung zum Festland führt von Villa San Giovanni in Kalabrien herüber. Die Autofähren fahren rund um die Uhr, befördern Reisende mit und ohne Fahrzeug und brauchen für die Überfahrt etwa 20 Minuten. Nach Reggio Calabria gibt es zusätzlich schnelle Personenfähren, die den historischen Hafen von Messina anlaufen.
Die Überfahrt selbst ist ein Erlebnis: Frachter laufen durch die Enge, im Wasser stehen die Strömungen sichtbar gegeneinander, und bei klarer Sicht liegt der Ätna als Silhouette im Süden. Bleib an Deck, das ist die beste Einführung in die Geografie Siziliens.
Die Chiesa della Santissima Annunziata dei Catalani stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und ist eines der wenigen Bauwerke, die 1908 stehen blieben. Normannische Bauform, arabische Dekorationsmuster und byzantinische Einflüsse mischen sich hier zu einer sehr sizilianischen Melange. Die Kirche liegt heute rund drei Meter unter dem neu aufgeschütteten Straßenniveau.
Unmittelbar am Dom steht die Fontana di Orione, 1553 von Giovanni Angelo Montorsoli geschaffen und dem Sagengründer der Stadt gewidmet. Eine zweite Brunnenanlage desselben Bildhauers, die Fontana del Nettuno, steht an der Uferstraße. Nicht auslassen solltest du das Museo Regionale im Norden der Stadt. Es zeigt die Kunstgeschichte Messinas vom 12. bis ins 18. Jahrhundert, darunter das Polyptychon des San Gregorio von Antonello da Messina und zwei Gemälde von Caravaggio, der 1608 und 1609 in der Stadt arbeitete: die Anbetung der Hirten und die Auferweckung des Lazarus.
Nach Süden führt die Küstenautobahn in gut einer Stunde nach Taormina mit seinem antiken Theater und dem Blick über die Bucht, und weiter nach Catania am Fuß des Vulkans. Der Ätna selbst lässt sich als Tagestour machen, von der Auffahrt zu den Bergstationen bis zu geführten Wanderungen in den höheren Zonen.
Nach Westen führt die Küstenstraße nach Milazzo, dem wichtigsten Fährhafen für die Liparischen Inseln, die auch Äolische Inseln heißen und zum UNESCO-Welterbe zählen. Lipari, Vulcano und Stromboli sind von dort im Tagesausflug erreichbar, Wanderungen auf den aktiven Stromboli nur mit Führer.
Ganz nah liegt der Norden der Stadt: Bei Ganzirri und Capo Peloro, dem nordöstlichsten Punkt Siziliens, liegen zwei Brackwasserseen, in denen seit langem Miesmuscheln gezüchtet werden. Das Gebiet ist Naturschutzgebiet, und am Kap steht der 224 Meter hohe Stahlmast einer stillgelegten Stromleitung, das Wahrzeichen der Meerenge.
Mit dem Auto kommst du über die Fähre ab Villa San Giovanni nach Messina, die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Mit der Bahn geht es ebenfalls: Die Fernzüge aus Rom und Mailand werden in Villa San Giovanni zerlegt und waggonweise auf die Fähre gerollt, es ist die letzte Eisenbahnfähre im Mittelmeer. Der nächstgelegene große Flughafen ist Catania Fontanarossa, rund 91 Kilometer entfernt, mit mehrmals täglichen Direktbussen nach Messina. Kleiner und näher am Festlandufer liegt der Flughafen Reggio Calabria, von dort setzt du mit der Fähre über.
Aus Österreich ist der Flug der realistische Weg: Ab Wien nach Catania bist du in etwa zwei Stunden am Ziel, während die Autostrecke über die gesamte Länge Italiens rund 1.800 Kilometer und zwei lange Fahrtage bedeutet. Aus der Schweiz gilt dasselbe: Ab Zürich dauert der Direktflug nach Catania gut zwei Stunden, mit dem Auto solltest du ab Zürich mindestens zwei Etappen einplanen, oder du kombinierst den Nachtzug ab Mailand mit der Zugfähre.
Messina hat mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern. Im Juli und August liegen die Höchstwerte im Schnitt bei etwa 30 Grad, und wenn Wind aus der Sahara kommt, sind auch über 40 Grad möglich. Die Nächte kühlen kaum unter 22 Grad ab. Für Stadtbesichtigungen ist das anstrengend. Angenehmer sind Mai, Juni, September und Oktober: warm genug zum Baden, aber ohne die Hitzespitzen und mit deutlich mehr Ruhe an den Sehenswürdigkeiten. Für Wanderungen am Ätna oder in den Peloritani-Bergen sind Frühling und Herbst ohnehin die bessere Wahl.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: März bis Mai sowie Oktober bis Dezember.
Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.
| Region | Sizilien |
| Provinz | Messina |
| Einwohnerzahl | 236.962 |
| Provinzkürzel | ME |
| Postleitzahl | 98100 |
| Vorwahl | 090 |
| Prominente Bürger | Antonello da Messina (Maler) Giuseppe Prinzi (Bildhauer) Laura Gonzenbach (Märchenerzählerin) Adolfo Celi (Schauspieler) Michele Giuttari (Polizist, Schriftsteller) Maria Grazia Cucinotta (Schauspielerin) Antonino Fogliani (Dirigent) Vincenzo Nibali (Radrennfahrer) |
| Sport | FC Messina (Fußball) Stadio San Filippo |
| Reisezeit-Hinweise | milde Winter, die jedoch recht nass werden können und warme trockene Sommer prägen diese Stadt. |
| Geschichte | unter wechselnden Herrschnern erlebte Messina Blütezeiten und Zerstörungen. Schwere Erdbeben und Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg zerstörten immer wieder große Teile, dennoch ist heute Messina ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. |
| Lage | Gegenüber des italienischen Festlandes, deswegen oft Tor Siziliens genannt. |
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