Bussana Vecchia
Von der Geisterstadt zur Künstlerkolonie
Savona ist die drittgrößte Stadt Liguriens und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Sie liegt an der Riviera di Ponente zwischen Genua und der französischen Grenze, auf jenem Küstenabschnitt, den man wegen der von Palmen gesäumten Uferstraßen Palmenriviera oder "Riviera delle Palme" nennt. Rund 58.000 Menschen leben hier zwischen dem Ligurischen Meer und den Ausläufern der Ligurischen Alpen.
Savona ist keine reine Ferienkulisse, sondern eine Arbeitsstadt mit Hafen und einem der wichtigsten Kreuzfahrtterminals Italiens. Berühmt wurde sie für ihren Hafen im späten Mittelalter, und noch heute zählt sie zu den bedeutenden Hafenstädten des Landes. Du findest hier eine dicht bebaute Altstadt mit Laubengängen, Türmen und Kirchen, eine Festung über dem Meer, Stadtstrände in Gehweite und eine Küste voller Badeorte und mittelalterlicher Dörfer.
Als Standort taugt Savona für Badegäste, für Kreuzfahrtpassagiere und für Städtereisende, die den Ort mit dem nahen Genua verbinden.
Das Wahrzeichen der Stadt steht am Wasser: die Torre Leon Pancaldo, von den Einheimischen schlicht "Torretta" genannt. Der mittelalterliche Turm am alten Hafenbecken trägt den Namen eines Seefahrers aus Magellans Mannschaft. Wenige Schritte entfernt steht die Torre del Brandale, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen und die wegen ihrer Glocke aus dem 14. Jahrhundert "Campanassa" heißt. Beide erinnern daran, dass Savona im Mittelalter eine Seerepublik und lange Konkurrentin Genuas war.
Der Dom Santa Maria Assunta wurde Anfang des 17. Jahrhunderts fertiggestellt, nachdem die alte Kathedrale dem Festungsbau hatte weichen müssen, und ist heute Bischofssitz des Bistums Savona-Noli. Direkt daneben liegt die Cappella Sistina, die Sixtinische Kapelle von Savona: Papst Sixtus IV. ließ sie als Grabstätte für seine Eltern errichten, im 18. Jahrhundert kam die Rokoko-Ausstattung dazu. Auch die Kirche San Giovanni Battista lohnt einen Blick.
Savona gilt als "Stadt der Päpste": Aus der Familie Della Rovere stammen Sixtus IV., geboren 1414 im nahen Celle Ligure, und sein Neffe Julius II., geboren 1443 im benachbarten Albisola. Im Palazzo Gavotti sind die Pinacoteca Civica und das Keramikmuseum untergebracht, das eine über sechs Jahrhunderte alte lokale Handwerkstradition zeigt. Zum Bummeln taugt die Via Paleocapa mit ihren Arkaden am besten.
Auf dem Felsvorsprung zwischen Altstadt und Meer liegt die Fortezza del Priamar. Die Republik Genua ließ sie 1542 nach Plänen des Architekten Giovanni Maria Olgiati errichten, um die unterlegene Rivalin zu kontrollieren. Für den Bau wurde ein ganzes Altstadtviertel abgerissen, darunter die alte Kathedrale Santa Maria di Castello, später diente der Komplex als Gefängnis.
Heute ist die Anlage öffentlich zugänglich und beherbergt Museen, darunter das Archäologische Stadtmuseum, dazu Ausstellungsräume und ein Freilufttheater. Vom Rundgang über die Wälle blickst du über Hafen, Stadt und Küste.
Der Kreuzfahrtterminal Palacrociere wurde 2003 nach Plänen des spanischen Architekten Ricardo Bofill eröffnet, 2014 kam ein zweites Gebäude dazu. Savona ist der wichtigste Heimathafen von Costa Crociere im westlichen Mittelmeer, der Jahresumschlag liegt bei etwa 800.000 Passagieren.
Viele Gäste haben deshalb nur einen halben Tag in der Stadt. Dafür reicht die Zeit: Vom Terminal sind es wenige Minuten zu Fuß bis zur Torretta, zum alten Hafenbecken Darsena mit seinen Fischrestaurants und weiter in die Altstadt. Wer einen ganzen Tag hat, schafft zusätzlich den Priamar.
Savona hat eigene, gut erreichbare Stadtstrände. Zwischen dem Bach Letimbro und dem Priamar liegt das Prolungamento a Mare, eine Promenade mit Strandbädern und frei zugänglichen Abschnitten. Westlich davon liegt der etwa einen Kilometer lange Sandstrand Fornaci, der über Jahre hinweg mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurde, dahinter Zinola mit rund 1,2 Kilometern goldfarbenem Sand und flach abfallendem Wasser, was Familien entgegenkommt.
Rund um Savona wechseln Sand- und Kieselstrände. Nördlich schließen Albissola Marina und das Fischerdorf Celle Ligure an, wo du in kleinen Restaurants sehr frischen Fisch bekommst. Südwestlich reihen sich die Badeorte der Riviera delle Palme aneinander, unter anderem Finale Ligure und weiter Richtung Westen Alassio. Einen Überblick über die Küstenabschnitte der Region findest du auf unserer Seite zu den Stränden in Ligurien.
Etwa 20 Kilometer von Savona entfernt liegt Varigotti, ein Ortsteil von Finale Ligure mit ockerfarbenen Fischerhäusern am Wasser und einer der bekanntesten Strandbuchten der Provinz. Finale Ligure selbst ist ein Ferienort mit breitem Strand, dazu kommt der mittelalterliche Ortskern Finalborgo hinter einer weitgehend erhaltenen Stadtmauer. Das Umland ist ein bekanntes Klettergebiet.
Zwischen Savona und Finale liegt Noli, eine ehemalige Seerepublik mit Türmen, engen Gassen und der romanischen Kirche San Paragorio. Noli, Finalborgo, Verezzi, Celle Ligure, Laigueglia, Millesimo und Zuccarello zählen zu den offiziell ausgezeichneten schönsten Dörfern Italiens. Im Hinterland liegt Sassello, die erste italienische Gemeinde mit der Orange Flagge des Touring Club und Ausgangspunkt für Wanderungen im Naturpark Beigua.
Das rund 40 bis 45 Kilometer entfernte Genua erreichst du mit dem Regionalzug in etwa einer Stunde, mit dem Auto über die A10 schneller. Die Hafenstadt hat eine der größten historischen Altstädte Europas, die Via Garibaldi mit den Rolli-Palästen aus Renaissance und Barock gehört seit 2006 zum UNESCO-Welterbe. Dazu kommen der Alte Hafen mit Aquarium und die engen Gassen, die Carruggi. In die andere Richtung liegt die Côte d'Azur: Bis Nizza sind es rund 145 Kilometer entlang der Küstenautobahn.
Mit dem Auto führt der Weg über die Küstenautobahn A10 (Genua nach Ventimiglia) oder über die A6, die Savona in gut 120 Kilometern mit Turin verbindet. Der Bahnhof Savona liegt an derselben Küstenlinie, bis Genova Piazza Principe sind es etwa 39 Bahnkilometer. Nächster Flughafen ist Genua (GOA) in rund 30 Kilometern Entfernung, Nizza liegt etwa 120 Kilometer entfernt, dazu kommen die Mailänder Flughäfen.
Aus der Schweiz ist Savona besonders gut erreichbar: Ab Zürich sind es grob 450 Kilometer und etwa viereinhalb Stunden über den Gotthard, dann Richtung Mailand und weiter über Genua an die Küste. Alternativ nimmst du den San Bernardino, der sich aus der Ostschweiz und bei Stau am Gotthard anbietet. Für die Schweizer Nationalstraßen brauchst du die Autobahnvignette, in Italien wird streckenbezogen an Mautstationen kassiert.
Aus Österreich läuft die Anreise über den Brenner oder über Tarvis. Ab Innsbruck sind es über Brenner, Verona und Mailand grob 550 bis 600 Kilometer, ab Wien über Tarvis und die Poebene rund 1.000 Kilometer, also eher eine Etappenfahrt. Auch in Österreich gilt Vignettenpflicht, für Brenner- und einige Alpenstrecken kommt eine gesonderte Streckenmaut dazu.
Die Badesaison reicht üblicherweise von Juni bis in den Oktober, in diesen Monaten liegt die Wassertemperatur in Savona meist nicht unter 20 Grad. Am wärmsten ist das Meer im Juli und August, dann sind aber auch die Strände am vollsten. Juni und September bringen warmes Wasser bei mehr Ruhe, Oktober und November sind die niederschlagsreichsten Monate. Für Stadtbesuche und Wandern im Hinterland eignen sich Frühjahr und Herbst besser als der Hochsommer. Wie warm das Meer gerade ist, zeigt dir unsere Übersicht zur Wassertemperatur in Italien.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis November.
| Region | Ligurien |
| Provinz | Savona |
| Einwohnerzahl | 61.057 |
| Provinzkürzel | SV |
| Prominente Bürger | Fabio Fazio (Moderator) Renata Scotto (Opernsängerin) Stephan El Shaarawy (Fußballspieler) |
| Städtepartnerschaft | Villingen-Schwenningen (Deutschland) |
| Spezialitäten des Ortes | Farinata Panissa Amaretti |
| Lage | wichtiger Hafen und Fährhafen nach Korsika |
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