Insel Giglio, Toskana | italien.de

Giglio


Venus, die Göttin der Liebe, verlor einst sieben Juwelen aus ihrem Geschmeide. Als sie vor der toskanischen Küste ins Meer fielen, entsprangen aus ihnen sieben Inseln von göttlicher Schönheit - so erzählt es die Legende. Eine von ihnen war die Insel Giglio. Elba, Giglio, Giannutri, Capraia, Pianosa, Gorgona und Montecristo heißen die Eilande des toskanischen Archipels, die allesamt zur toskanischen Provinz Grosseto gehören. Giglio ist nach Elba die zweitgrößte Insel. Eine versunkene Villa und eine berühmte Seeschlacht Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Vorgeschichte zurück. Etrusker und Römer herrschten nacheinander über die Insel. Vor Giglio Porto sind noch heute die Ruinen einer im Meer versunkenen römischen Villa zu finden. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage im Tyrrhenischen Meer war die...

Venus, die Göttin der Liebe, verlor einst sieben Juwelen aus ihrem Geschmeide. Als sie vor der toskanischen Küste ins Meer fielen, entsprangen aus ihnen sieben Inseln von göttlicher Schönheit - so erzählt es die Legende. Eine von ihnen war die Insel Giglio.

Elba, Giglio, Giannutri, Capraia, Pianosa, Gorgona und Montecristo heißen die Eilande des toskanischen Archipels, die allesamt zur toskanischen Provinz Grosseto gehören. Giglio ist nach Elba die zweitgrößte Insel.

Eine versunkene Villa und eine berühmte Seeschlacht

Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Vorgeschichte zurück. Etrusker und Römer herrschten nacheinander über die Insel. Vor Giglio Porto sind noch heute die Ruinen einer im Meer versunkenen römischen Villa zu finden.

Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage im Tyrrhenischen Meer war die Insel immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Berühmt ist die Seeschlacht von Giglio, in der im Jahre 1241 die Kriegsschiffe Friedrichs II der Flotte der Republik Genua, die sich auf dem Weg zu Papst Gregor IX nach Rom befand, eine vernichtende Niederlage beibrachte. Später fiel die Insel zunächst an Pisa, geriet dann unter die Herrschaft der Medici und musste sich bis ins späte 18. Jahrhundert immer wieder gegen den Einfall der Sarazenen verteidigen.

Schroffe Felsen, unberührte Naturlandschaft

Giglios Landschaft ist gebirgig und durch Granitgestein geprägt. Der Granit- und Pyritabbau waren in früheren Jahrhunderten Haupteinnahmequellen der Insel. Den höchsten Punkt Giglios bildet der fast 500 Meter hohe Poggio della Pagana. Von seinem Gipfel aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Toskanischen Archipel.

Nur etwa ein Zehntel der Insel ist bewohnt, weshalb der Besucher hier noch eine weitgehend unberührte Naturlandschaft vorfindet. Berühmt ist die artenreiche mediterrane Flora aber auch die Fauna der Insel, die ein wichtiges Rückzugsgebiet geschützter Tierarten bildet. Seltene Möwenarten und Wanderfalken sind hier heimisch.

Sightseeing, Strandleben, Tauchsport

Weniger als 2000 Einwohner, die sich vornehmlich auf drei Hauptorte verteilen, zählt das Eiland.

Das Bergdorf Giglio Castello, der Hauptort der Insel, ist weithin für seine außergewöhnliche Schönheit bekannt. Das Kastell und die zahllosen pittoresken bunten Häuschen verzaubern jeden Besucher. Im Ort gibt es einige nette kleine Gaststätten, in denen man den Ansonaco, den berühmten Weißwein der Insel, ausschenkt. In Giglio Porto befindet sich der Hafen, und im Touristenort Campese, im Westen, liegt der Hauptbadestrand der Insel. Eine Straße verbindet die drei Hauptortschaften miteinander.

Besonders beliebt ist Giglio bei Tauchern; seine Gewässer zählen zu den attraktivsten Revieren Italiens. Tauchbasen gibt es sowohl in Campese als auch in Porto. Wer hier abtaucht, der schwärmt später vom klaren blaugrünen Wasser, von Riffen und Gorgonien, von Muränen, Langusten und Mondfischen. Sogar Delfine können hier gesichtet werden.

Eine „Sehenswürdigkeit“ der etwas anderen Art findet man dagegen heute nicht mehr in den Gewässern Giglios. Das Wrack der Costa Concordia, die 2012 vor der Küste kenterte und die kleine Insel plötzlich weltberühmt machte, wurde 2014 geborgen und abgeschleppt.


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Bildnachweis: aagotaa – Lizenz: CC BY 2.0

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