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Wer aus der Metrostation Colosseo ans Tageslicht kommt, steht ohne Übergang vor der Travertinwand des größten Amphitheaters der Antike. Vier Geschosse hoch, dreimal achtzig Bögen übereinander, dahinter der Verkehr der Via dei Fori Imperiali und links der Konstantinsbogen. Die Nordseite steht noch in voller Höhe, die Südseite ist seit dem Erdbeben von 1349 nur noch ein Rumpf, und genau dieser Bruch zwischen Ruine und Fassade macht das Kolosseum zum Wahrzeichen von Rom. Innen läufst du über die Ränge und blickst in die freigelegten Kellergänge unter der Arena.
Die Fakten in Kürze: Das Kolosseum heißt eigentlich Amphitheatrum Flavium, italienisch Anfiteatro Flavio oder kurz Colosseo. Kaiser Vespasian ließ ab dem Jahr 72 bauen, sein Sohn Titus weihte den Bau im Jahr 80 mit hundert Tagen Spielen ein, Domitian vollendete ihn mit dem Untergeschoss und dem obersten Rang. Das Oval misst 188 mal 156 Meter, der Umfang liegt je nach Messung bei 527 bis 545 Metern, die Außenmauer ist heute rund 48,5 Meter hoch, ursprünglich waren es etwa 52 Meter. Die Zuschauerzahl wird je nach Quelle mit 50.000 bis 80.000 angegeben. Der Name kommt vom Koloss, einer rund 30 Meter hohen Bronzestatue Neros, die daneben stand. Das Kolosseum liegt im Tal zwischen Palatin, Esquilin und Caelius, dort, wo vorher der künstliche See von Neros Domus Aurea lag, und gehört seit 1980 zum UNESCO-Welterbe.
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Die wichtigsten Zahlen im Überblick:
Die Außenwand besteht aus drei Arkadengeschossen mit je 80 Bögen, die Halbsäulen folgen von unten nach oben der dorischen, ionischen und korinthischen Ordnung. Darüber sitzt ein geschlossenes Attikageschoss mit kleinen Fenstern und Konsolen, in denen einst 240 Masten steckten. An ihnen spannten Matrosen der Flotte von Misenum das Velarium auf, ein Sonnensegel aus Leinenbahnen, das die Ränge beschattete.
Innen war die Sitzordnung ein Abbild der römischen Gesellschaft. Ganz unten am Podium saßen Kaiser, Senatoren und Vestalinnen auf Marmor, darüber die Ritter, dann die Bürger, ganz oben auf Holzbänken Frauen und Arme. Nummerierte Bögen, Treppen und Gänge brachten die Menge schnell auf die Plätze und hinaus.
Unter der Arena liegt das Hypogäum, ein zweistöckiges Labyrinth aus Gängen, Käfigen und Kammern, das Domitian nachträglich einbauen ließ. Aufzüge und Falltüren beförderten Tiere und Kulissen nach oben, ein Tunnel führte zur Gladiatorenkaserne Ludus Magnus nebenan. Der Holzboden der Arena ist verschwunden, deshalb siehst du heute von den Rängen direkt in die Kellermauern; nur ein Teilstück des Bodens wurde nachgebaut, und über diese Fläche wie durch die Gänge darunter kommst du mit einem Zusatzticket. Naumachien, nachgestellte Seeschlachten in der gefluteten Arena, sind nur für die Anfangsjahre überliefert, das Hypogäum machte sie unmöglich.
Ein Spieltag begann morgens mit den Venationes, den Tierhetzen, mittags folgten Hinrichtungen, am Nachmittag traten die Gladiatoren an. Dass hier massenhaft Christen den Löwen vorgeworfen wurden, ist historisch nicht belegt, die Verehrung als Märtyrerstätte kam erst viel später. Gladiatorenkämpfe endeten im 5. Jahrhundert, Tierhetzen sind noch für das Jahr 523 überliefert. Im Jahr 217 zerstörte ein Blitzschlag die hölzernen Obergeschosse, der Bau blieb jahrelang geschlossen.
Im Mittelalter wurde das Kolosseum Festung der Familie Frangipane, Werkstatt, Wohnhaus und Steinbruch. Die Erdbeben von 847 und vor allem 1349 brachten die Südseite zum Einsturz, und der Travertin wanderte in Adelspaläste und in den Petersdom. Erst Papst Benedikt XIV. beendete um 1750 die Plünderung, indem er den Bau den christlichen Märtyrern weihte. Seit 1964 führt der Papst am Karfreitag den Kreuzweg um das Kolosseum, im Jahr 2026 trug Leo XIV. das Kreuz durch alle vierzehn Stationen. Von 2013 bis 2016 finanzierte der Schuhhersteller Tod's die erste Komplettreinigung der Fassade, im März 2026 wurde vor der Südseite ein neuer Travertinboden nach dem Muster der antiken Umgänge eröffnet.
Betreiber ist der Parco archeologico del Colosseo, ein staatlicher Park, zu dem auch Forum Romanum, Palatin und Domus Aurea gehören. Tickets gibt es nur über die offizielle Verkaufsplattform des Parks, an den Kassen vor Ort und am Callcenter. Der Verkauf startet 30 Tage vor dem Besuchstag, und für das Kolosseum wählst du beim Kauf ein festes Zeitfenster. In den Ferien und an Wochenenden sind die Vormittage schnell vergriffen.
Seit Oktober 2023 sind alle Tickets namensgebunden. Beim Kauf gibst du Vor- und Nachnamen jeder Person an, am Eingang musst du einen Ausweis vorzeigen, der zum Namen passt. Eine Namensänderung ist seit Mai 2026 nur noch einmal und nur bis zum siebten Tag vor dem Besuch möglich, und nur bei Tippfehlern, einer falsch zugeordneten Ermäßigung in derselben Buchung oder schwerwiegenden, belegten Gründen. Die Tickets im Überblick:
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kommen frei hinein, brauchen aber ebenfalls ein reserviertes Zeitfenster. Für EU-Bürger zwischen 18 und 25 Jahren gibt es einen ermäßigten Tarif gegen Ausweis. Am ersten Sonntag im Monat sowie am 25. April, 2. Juni und 4. November ist der Eintritt frei, dann gibt es keine Online-Reservierung, keine Arena und keinen Untergrund, nur eine Warteschlange an der Kasse. Abendführungen unter dem Titel Una Notte al Colosseo laufen an zwei Wochentagen mit Arena und Untergrund.
Rechne für die Sicherheitskontrolle mit einer Viertelstunde und komm pünktlich, denn laut Betreiber kommst du zu einer anderen als der gebuchten Zeit nicht hinein. Große Rucksäcke, Koffer, Glasflaschen, Spraydosen und Alkohol bleiben draußen, ein Gepäckdepot gibt es nicht, Handgepäck bis 30 mal 40 mal 15 Zentimeter ist erlaubt. Für das Kolosseum selbst gilt laut Betreiber je nach Ticket eine Aufenthaltsdauer von 75 bis 90 Minuten. Zusammen mit Forum und Palatin brauchst du einen halben Tag, im Sommer mit Hut und Wasser.
Die Treppen sind steil und die antiken Böden uneben, von Flipflops und Absätzen rät der Park ab. Ein Aufzug bringt Rollstuhlfahrer auf den ersten Rang. Die kostenlose App MyColosseum des Parks enthält einen Audioguide auf Italienisch und Englisch, die App Y&Co Routen in neun Sprachen, darunter Deutsch, und eine Kinderroute.
Anreise: Die Metrostation Colosseo der Linie B liegt direkt gegenüber. Seit Dezember 2025 hält hier auch die Linie C an der neuen Station Colosseo Fori Imperiali, die als Museumsstation mit Funden aus dem Bau angelegt ist. Tram 3 und Busse halten an der Piazza del Colosseo. Das Auto lässt du stehen, das Kolosseum liegt in der ZTL, der Zone mit Zufahrtsbeschränkung, und Parkplätze gibt es keine.
Direkt neben dem Kolosseum steht der Konstantinsbogen, ein Triumphbogen aus dem Jahr 315 mit Reliefs, die zum Teil von älteren Bauten stammen. Hinter ihm beginnt der Weg auf den Palatin mit den Kaiserpalästen und dem Blick auf den Circus Maximus, und vom Palatin steigst du direkt ins Forum Romanum hinab. Beide Bereiche sind im Kolosseum-Ticket enthalten.
Auf dem Hügel gegenüber, unter den Bäumen des Colle Oppio, liegt die Domus Aurea, Neros Palast, der freitags bis sonntags mit Führung zu besichtigen ist. Wenige Minuten bergauf steht die Kirche San Pietro in Vincoli mit dem Moses von Michelangelo. Mehr findest du bei den Sehenswürdigkeiten in Rom.
Das Kolosseum steht in Rom, im Zentrum der Stadt an der Piazza del Colosseo, am Ende der Via dei Fori Imperiali. Es liegt im Tal zwischen den Hügeln Palatin, Esquilin und Caelius, direkt neben dem Forum Romanum. Die Metrostation Colosseo der Linie B und seit Dezember 2025 die Station Colosseo Fori Imperiali der Linie C liegen unmittelbar davor.
Die erhaltene Außenmauer ist rund 48,5 Meter hoch, ursprünglich waren es etwa 52 Meter. Vier Geschosse tragen die Höhe: drei Arkadenreihen und ein geschlossenes Attikageschoss mit den Halterungen für das Sonnensegel.
Schätzungen nennen 50.000 bis 80.000 Zuschauer. Sichere Zahlen gibt es nicht, weil die Holzbänke der obersten Ränge nicht erhalten sind. Sicher ist, dass 76 nummerierte Eingänge die Menge in kurzer Zeit auf die Plätze brachten.
Das Oval misst 188 Meter in der Länge und 156 Meter in der Breite, der Umfang liegt je nach Messung bei 527 bis 545 Metern. Die Grundfläche liegt bei rund 24.000 Quadratmetern, die Arena selbst misst je nach Quelle 76 bis 86 mal 46 bis 54 Meter.
Kaiser Vespasian begann den Bau im Jahr 72 n. Chr., sein Sohn Titus weihte das Amphitheater im Jahr 80 mit hundert Tagen Spielen ein. Domitian, der jüngere Sohn, ergänzte danach das Untergeschoss und den obersten Rang. Nach der Kaiserdynastie der Flavier heißt der Bau offiziell Amphitheatrum Flavium.
Auf Italienisch heißt es Colosseo, offiziell Anfiteatro Flavio. Der Name geht auf den Koloss zurück, eine rund 30 Meter hohe Bronzestatue Neros, die neben dem Amphitheater stand. Der Betreiber heißt Parco archeologico del Colosseo.
Ja, in der Praxis schon. Der Verkauf startet 30 Tage vorher auf der offiziellen Plattform des Parks, jedes Ticket ist an ein Zeitfenster und an den Namen des Besuchers gebunden, am Eingang wird der Ausweis kontrolliert. Kinder unter 18 kommen frei hinein, brauchen aber ebenfalls eine Reservierung. Ohne Ticket bleiben nur Restkarten an der Kasse oder der freie erste Sonntag im Monat mit langer Schlange.
Wenn du Zeit hast, ja. Die Full Experience Sotterranei e Arena führt dich auf den Arenaboden und mit Begleitung durch die Gänge des Hypogäums, wo einst Tiere und Kulissen nach oben gezogen wurden. Sie gilt zwei Tage und enthält die SUPER-Stätten im Forum. Für einen ersten, kurzen Besuch reicht das Standardticket mit den beiden unteren Rängen.
Ein Pass, viele Sehenswürdigkeiten: oft günstiger und ohne Anstehen. Buchbar über GetYourGuide.
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