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Der Markusplatz ist das unbestrittene Zentrum von Venedig und für viele Besucher der erste und wichtigste Anlaufpunkt in der Lagunenstadt. Auf einer Fläche von rund 175 Metern Länge und bis zu 82 Metern Breite versammelt er auf engem Raum einige der bekanntesten Bauwerke Italiens: den Markusdom, den fast 100 Meter hohen Glockenturm, den Dogenpalast und den Uhrturm. Wer sich in Venedig verabredet und schlicht sagt, man treffe sich "an der Piazza", der meint immer diesen einen Platz.
Das ist kein Zufall der Sprache. Der Markusplatz, mit vollem Namen Piazza San Marco, ist der einzige Platz der Stadt, der offiziell die Bezeichnung Piazza tragen darf. Alle anderen Plätze Venedigs heißen Campo, das italienische Wort für Feld, weil sie ursprünglich nicht gepflastert, sondern schlichte Freiflächen waren. Nur zwei kleinere Vorplätze am Markusplatz führen die Verkleinerungsform Piazzetta: die Piazzetta San Marco zur Lagune hin und die Piazzetta dei Leoncini an der Nordseite des Doms.
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Napoleon soll den Markusplatz den schönsten Festsaal Europas genannt haben, und dieser Ruf hält sich bis heute. Von den Cafés unter den Arkaden aus lässt sich das Treiben in Ruhe beobachten, während Orchester aufspielen und Tauben über das Pflaster streichen. Der Platz ist zugleich Postkartenmotiv, Freilichtmuseum und lebendiger Mittelpunkt einer Stadt, die es in dieser Form kein zweites Mal gibt.
Die Unterscheidung zwischen Piazza und Campo ist typisch venezianisch. Als die Stadt auf den Inseln der Lagune wuchs, blieben die meisten öffentlichen Flächen unbefestigt und dienten als Weide, Garten oder Regenwasserfänger. Solche Flächen nannten die Venezianer Campo. Der Markusplatz dagegen wurde früh gepflastert und repräsentativ ausgebaut, weil hier das religiöse und politische Herz der Republik lag. So blieb er der einzige Platz, dem die Bezeichnung Piazza vorbehalten war.
Der Platz ist auf drei Seiten von langen Arkadengängen umschlossen, den sogenannten Prokuratien. In diesen ehemaligen Amtsgebäuden der Prokuratoren, hoher Beamter der Republik Venedig, sind heute Geschäfte, Cafés und Museen untergebracht. Am Übergang zum Wasser öffnet sich der Platz zur vierten Seite hin und gibt den Blick über die Piazzetta auf die Lagune und die Insel San Giorgio Maggiore frei. Diese offene Flanke macht den besonderen Reiz des Ortes aus, denn kaum ein anderer großer Platz Europas grenzt so unmittelbar ans Meer.
Prägend für den Platz ist die Basilica di San Marco, der Markusdom. Die Kirche gilt als eines der bedeutendsten Beispiele byzantinischer Baukunst im Abendland. Sie wurde errichtet, um die Reliquien des Evangelisten Markus aufzunehmen, des Schutzpatrons der Stadt, und diente über Jahrhunderte als private Kapelle der Dogen. Der heutige Bau geht im Kern auf das 11. Jahrhundert zurück, wurde jedoch über die Jahrhunderte immer weiter ausgeschmückt.
Fünf Kuppeln und fünf Portale bestimmen das Erscheinungsbild des Doms. Über den Portalen erzählen farbige Mosaike auf goldenem Grund Geschichten aus der Bibel. Auch im Inneren dominiert das Gold: Auf mehreren tausend Quadratmetern überziehen Mosaike aus unzähligen kleinen Steinchen die Gewölbe und Kuppeln und lassen den Raum bei Lichteinfall geradezu schimmern. Der Dom zählt damit zu den größten zusammenhängenden Mosaikflächen der Welt.
Über dem Hauptportal stehen vier bronzene Pferde, die Cavalli di San Marco. Sie kamen 1204 nach dem Vierten Kreuzzug als Beutekunst aus Konstantinopel nach Venedig und wurden zum Sinnbild venezianischer Macht. Die Figuren an der Fassade sind Kopien, die Originale werden aus Gründen des Denkmalschutzes im Inneren des Doms bewahrt.
Frei stehend neben dem Dom erhebt sich der Campanile di San Marco, der Glockenturm, mit einer Höhe von 98,6 Metern. Er ist der höchste Kirchturm der Stadt und diente einst zugleich als Leuchtturm und Wachturm für die Schiffe in der Lagune. Von der Aussichtsplattform in rund 50 Metern Höhe reicht der Blick bei klarem Wetter über die Dächer Venedigs bis zu den Alpen. Ein Aufzug bringt Besucher bequem nach oben.
Der Turm, wie man ihn heute sieht, ist ein Wiederaufbau. Am 14. Juli 1902 stürzte der Campanile in sich zusammen, nachdem sich Risse im Mauerwerk gebildet hatten. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Die Stadt beschloss noch am selben Tag, den Turm an gleicher Stelle und in gleicher Form neu zu errichten. Nach neunjähriger Bauzeit wurde der wiederaufgebaute Campanile am 25. April 1912, dem Markustag, feierlich eingeweiht.
An der Südseite des Platzes, zur Lagune hin, schließt der Dogenpalast an, der Palazzo Ducale. Über Jahrhunderte war er Sitz des Dogen, Regierungsgebäude und Gerichtshof zugleich. Seine venezianisch-gotische Fassade mit den fein durchbrochenen Arkaden gehört zu den meistfotografierten Ansichten der Stadt. Im Inneren beeindrucken prunkvolle Säle mit Gemälden bedeutender venezianischer Meister.
Vom Dogenpalast führt die berühmte Seufzerbrücke, die Ponte dei Sospiri, über einen schmalen Kanal zu den früheren Gefängnissen. Ihren Namen erhielt sie im 19. Jahrhundert von der Vorstellung, dass Gefangene auf ihrem Weg in die Zellen durch die kleinen Fenster einen letzten Blick auf die Freiheit warfen. Vom nahen Wasser aus lässt sich die zierliche Brücke besonders gut betrachten. Wer die Piazzetta zwischen Dogenpalast und der alten Bibliothek durchquert, passiert zudem die beiden Säulen mit dem geflügelten Markuslöwen und dem heiligen Theodor, den Wahrzeichen der Stadt.
Am nördlichen Rand des Platzes, dort wo die Einkaufsgasse der Mercerie beginnt, steht der Torre dell'Orologio, der Uhrturm. Er entstand am Ende des 15. Jahrhunderts und trägt eine kunstvolle astronomische Uhr, die neben der Stunde auch Mondphasen und Tierkreiszeichen anzeigt. Über dem Zifferblatt thront der geflügelte Markuslöwe. Auf der Plattform ganz oben schlagen zwei bronzene Figuren, im Volksmund die Mohren genannt, mit Hämmern die Stunden auf eine große Glocke.
In den Prokuratien haben zwei der ältesten Kaffeehäuser Europas ihren Sitz. Das Caffè Florian öffnete 1720 und war lange das einzige Café, das auch Frauen einließ. Zu seinen Gästen zählten der Reihe nach Casanova, Goethe und der Dichter Carlo Goldoni. Auf der gegenüberliegenden Platzseite liegt das Gran Caffè Quadri, gegründet 1775. Ein Espresso an diesen historischen Tischen ist kein Schnäppchen, doch man bezahlt zugleich für den Platz in einer der schönsten Kulissen Italiens und die Musik der hauseigenen Orchester.
Weil der Markusplatz zu den tiefstgelegenen Punkten der Stadt gehört, wird er bei Hochwasser als einer der ersten überflutet. Schon bei einem Pegel von rund 80 Zentimetern über dem Normalstand steht Wasser auf dem Pflaster. Dieses Phänomen, das die Venezianer Acqua alta nennen, tritt vor allem im Herbst und Winter auf, wenn Flut und auflandiger Wind zusammentreffen. Dann bewegen sich Besucher über erhöhte Laufstege oder waten in Gummistiefeln durch die Piazza.
Um die Stadt besser zu schützen, wurde das Flutsperrwerk MOSE gebaut, ein System beweglicher Barrieren an den drei Einfahrten zur Lagune. Nach langer Bauzeit ging es 2020 in Betrieb und hat den Markusplatz seither mehrfach vor schweren Überschwemmungen bewahrt. Bei sehr hohen Pegeln kann es jedoch weiterhin zu Acqua alta kommen, und niedrigere Wasserstände bleiben ohnehin unterhalb der Einsatzschwelle. Wer im Winter anreist, sollte die Wettervorhersage im Blick behalten und wasserfestes Schuhwerk einpacken.
Venedig ist autofrei, der Markusplatz also nur zu Fuß oder über das Wasser erreichbar. Wer mit dem Zug anreist, steigt am Bahnhof Santa Lucia aus und läuft in etwa 30 bis 40 Minuten durch die Gassen zur Piazza, vorbei an der Rialtobrücke und dem Canal Grande. Bequemer ist die Fahrt mit dem Vaporetto, dem öffentlichen Wasserbus, der über den Canal Grande direkt bis zur Haltestelle San Marco führt. Wer es feierlich mag, nimmt eine Gondel, die allerdings deutlich teurer ist.
Der Platz ist ganzjährig zugänglich, doch die Uhrzeit entscheidet über das Erlebnis. Tagsüber, besonders zwischen dem späten Vormittag und dem Nachmittag, drängen sich hier die Menschen aus den Kreuzfahrtschiffen und Reisebussen. Wer den Markusplatz in Ruhe erleben will, kommt am frühen Morgen oder am späten Abend. Dann liegt der Platz oft fast menschenleer da, die alten Fassaden sind stimmungsvoll beleuchtet, und die berühmte Kulisse zeigt sich von ihrer ruhigsten Seite.
Als Reisezeit bieten sich Frühling und Herbst an, wenn das Wetter mild und der Andrang geringer ist als im Hochsommer. Im Februar verwandelt der Karneval den Platz in eine Bühne für kostümierte Masken, was zu den größten Besucherströmen des Jahres führt. Der Markusplatz eignet sich gut als Ausgangspunkt, um weitere Sehenswürdigkeiten Venedigs zu Fuß zu erkunden, denn von hier aus sind die wichtigsten Ziele der Altstadt schnell erreicht.
Der Markusplatz war von jeher gepflastert und repräsentativ ausgebaut, weil hier das religiöse und politische Zentrum Venedigs lag. Alle übrigen Plätze der Stadt blieben lange unbefestigte Freiflächen und heißen deshalb Campo, das italienische Wort für Feld. Nur zwei kleine Vorplätze am Dom tragen die Verkleinerungsform Piazzetta.
Der Glockenturm ist 98,6 Meter hoch und damit der höchste Kirchturm Venedigs. Ein Aufzug bringt Besucher auf die Aussichtsplattform in rund 50 Metern Höhe, von der aus man die Stadt und die Lagune überblickt. Der heutige Turm ist ein originalgetreuer Wiederaufbau nach dem Einsturz von 1902.
Der Platz gehört zu den tiefsten Punkten der Stadt und wird schon bei einem Pegel von etwa 80 Zentimetern überflutet. Dieses Hochwasser, Acqua alta genannt, tritt vor allem im Herbst und Winter auf. Das 2020 in Betrieb genommene Flutsperrwerk MOSE schützt die Stadt inzwischen vor den schwersten Überschwemmungen.
Venedig ist autofrei, der Markusplatz also nur zu Fuß oder über das Wasser erreichbar. Vom Bahnhof Santa Lucia läuft man in etwa 30 bis 40 Minuten dorthin, deutlich bequemer ist das Vaporetto, der Wasserbus, der über den Canal Grande bis zur Haltestelle San Marco fährt.
Am ruhigsten ist der Platz am frühen Morgen und am späten Abend, wenn die Tagesbesucher fehlen und die Fassaden beleuchtet sind. Als Reisezeit empfehlen sich Frühling und Herbst mit mildem Wetter und weniger Andrang. Im Februar sorgt der Karneval für ein besonderes, aber sehr volles Erlebnis.
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Wetterdaten © OpenWeather, aktualisiert alle 6 Std.
Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.
Am angenehmsten: April bis Juni sowie September bis Oktober.
Tipp: Von Oktober bis Januar kann Acqua alta (Hochwasser) auftreten; vor der Reise die Pegelstände prüfen.
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