Alghero: Sardiniens katalanische Perle an der Korallenküste
Alghero liegt an der Nordwestküste Sardiniens, an der sogenannten Riviera del Corallo, der Korallenküste. Die Stadt ist der ideale Ausgangspunkt, wenn du Traumstrände, eine der schönsten Altstädte Sardiniens und die berühmte Grotta di Nettuno an einem Ort suchst. Das Besondere: Alghero fühlt sich an wie ein Stück Katalonien mitten im Mittelmeer. Man nennt die Stadt liebevoll die "Barceloneta di Sardegna", und das kommt nicht von ungefähr.
Wenn du durch die Gassen läufst, entdeckst du zweisprachige Straßenschilder, denn hier wird bis heute ein katalanischer Dialekt gesprochen, der Alguerès. Kein Museumsstück, sondern gelebte Alltagskultur, gewachsen aus der Zeit, in der katalanische Siedler die Stadt im 14. Jahrhundert übernahmen. Dazu kommen goldgelbe Sandsteinmauern, die rote Koralle als jahrhundertealtes Handwerk und ein Meer, das in allen Blau- und Türkistönen leuchtet. Mehr über die Insel selbst findest du in unserem Überblick zu Sardinien.
Altstadt, Stadtmauern und katalanisches Erbe
Das Herz von Alghero ist die Centro Storico, die von mächtigen Stadtmauern und Bastionen direkt am Meer umschlossen wird. Auf der Uferpromenade oberhalb der Wehranlagen spazierst du bei Sonnenuntergang über die Bastioni, während unter dir die Wellen gegen den Fels schlagen. Der Blick über den Golf gehört zu den schönsten Momenten, die die Stadt zu bieten hat.
Verliere dich in den engen Kopfsteinpflastergassen zwischen Kirchen, Palazzi und kleinen Läden. Die Kathedrale Santa Maria mit ihrem markanten Glockenturm und die Kirche San Michele mit der bunten Kuppel sind die auffälligsten Bauten. In den Schaufenstern glänzt überall Schmuck aus roter Koralle, dem Wahrzeichen der Stadt. Abends füllen sich die Plätze, die Trattorien stellen ihre Tische auf die Gassen, und die katalanisch-sardische Mischung wird auf jeder Speisekarte spürbar.
Strände und Küste rund um Alghero
Direkt vor der Stadt liegt die Spiaggia del Lido, auch Lido di San Giovanni genannt, der bequeme Stadtstrand in Laufweite der Altstadt. Wer feineren weißen Sand und Dünen sucht, fährt wenige Kilometer nach Norden zur Spiaggia di Maria Pia, die dank ihres flachen, sandigen Wassers und des Pinienwaldes im Rücken besonders bei Familien beliebt ist.
Der wohl bekannteste Strand der Gegend ist Le Bombarde: heller Sand, kristallklares Wasser und ein dichter Pinienhain ringsum. Hier gibt es Bars, Verleih und Möglichkeiten für Wassersport wie Windsurfen und SUP. Gleich dahinter folgt Il Lazzaretto, überragt von einem alten Küstenturm und gerahmt von Sandsteinfelsen. Wenn du ohne Auto unterwegs bist, bringt dich im Sommer ein Beach-Bus vom Zentrum zu den nördlichen Stränden bis hinauf nach Capo Caccia. Eine Auswahl der schönsten Buchten der Insel findest du unter Strände auf Sardinien.
Grotta di Nettuno und Capo Caccia
Rund 24 Kilometer westlich von Alghero ragt das Kap Capo Caccia steil aus dem Meer. In seinem Fuß verbirgt sich die Grotta di Nettuno, die Neptungrotte, eine Tropfsteinhöhle mit unterirdischem See, Stalaktiten und Stalagmiten. Sie zählt zu den spektakulärsten Naturhöhlen Italiens und liegt im Meeresschutzgebiet Capo Caccia-Isola Piana im Parco di Porto Conte.
Es gibt zwei Wege hinein. Sportlich und günstig ist die Escala del Cabirol, die "Rehbock-Treppe": 654 in den Fels gehauene Stufen führen vom Kap hinab zum Höhleneingang, mit atemberaubendem Blick auf die Steilküste. Bequemer, aber wetterabhängig, ist die Bootstour, die dich vom Hafen Alghero direkt zur Höhle bringt. Bei ruhiger See ist die Anfahrt über das Wasser ein Erlebnis für sich, denn du siehst die zerklüftete Küste aus einer Perspektive, die man sonst nie bekommt.
Koralle, Küche und Vermentino
Alghero und die rote Koralle gehören zusammen. Seit Jahrhunderten wird das "rote Gold" vor der Küste gewonnen und zu feinem Schmuck verarbeitet, den du in vielen Werkstätten der Altstadt findest. In der Küche trifft Sardinien auf katalanisches Erbe: Probier die Aragosta alla catalana, den mit Tomaten und Zwiebeln servierten Hummer, dazu frischen Fisch, Muscheln und Seeigel aus dem Golf. Zum Essen passt ein gut gekühlter Vermentino, der frische, mineralische Weißwein, für den der Norden Sardiniens berühmt ist. Die Höfe im Umland, allen voran Sa Mandra mit seiner Cena sarda, stehen auf unserer Seite zum Agriturismo auf Sardinien.
Anreise und beste Reisezeit
Alghero hat einen eigenen Flughafen, den Aeroporto di Alghero-Fertilia, nur rund zehn Kilometer nördlich der Stadt. Von dort bringen dich Bus und Taxi in wenigen Minuten ins Zentrum. Alternativ erreichst du Sardinien per Fähre, etwa nach Porto Torres, das gut eine halbe Stunde entfernt liegt. Die Provinzhauptstadt Sassari ist ein guter zweiter Ausgangspunkt in der Region.
Die beste Reisezeit für Baden und Strand sind die Monate von Juni bis September, wenn Wasser und Luft am wärmsten sind. Wer Altstadt, Küstenwanderungen und die Grotte ohne Hochsommerhitze und Andrang erleben will, kommt am besten im Mai, Anfang Juni oder im September. Dann ist es angenehm mild, die Preise sind niedriger und die Stadt gehört fast dir allein.
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