Sardinien
Region · Italien

Sardinien: Reiseführer für deinen Italien-Urlaub

Sardinien: paradiesische Lagunen-Insel im Mittelmeer

Aktuell · 10. August 2026

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Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel des Mittelmeers und zugleich eine der fünf autonomen Regionen Italiens mit Sonderstatut. Auf rund 24.000 Quadratkilometern liegen türkisfarbene Buchten neben schroffen Kalkküsten, dahinter steigt ein einsames Bergland an, das bis auf über 1.800 Meter reicht. Wer Sardinien mit dem übrigen Italien gleichsetzt, liegt daneben: Die Insel hat eine eigene Sprache, eine bronzezeitliche Turmkultur ohne Parallele in Europa und ein Küstenprofil von rund 1.850 Kilometern Länge. Die Bandbreite ist groß. Im Nordosten ziehen die Luxushäfen der Costa Smeralda Yachten und Prominenz an, während wenige Kilometer weiter menschenleere Sandbuchten liegen, an denen morgens Flamingos durch flaches Wasser staksen. Zwischen den Küsten liegt ein Landesinneres, das bis heute von Hirtenkultur, Weinbau und uralten Dörfern geprägt ist....
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Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel des Mittelmeers und zugleich eine der fünf autonomen Regionen Italiens mit Sonderstatut. Auf rund 24.000 Quadratkilometern liegen türkisfarbene Buchten neben schroffen Kalkküsten, dahinter steigt ein einsames Bergland an, das bis auf über 1.800 Meter reicht. Wer Sardinien mit dem übrigen Italien gleichsetzt, liegt daneben: Die Insel hat eine eigene Sprache, eine bronzezeitliche Turmkultur ohne Parallele in Europa und ein Küstenprofil von rund 1.850 Kilometern Länge.

Die Bandbreite ist groß. Im Nordosten ziehen die Luxushäfen der Costa Smeralda Yachten und Prominenz an, während wenige Kilometer weiter menschenleere Sandbuchten liegen, an denen morgens Flamingos durch flaches Wasser staksen. Zwischen den Küsten liegt ein Landesinneres, das bis heute von Hirtenkultur, Weinbau und uralten Dörfern geprägt ist. Diese Seite gibt einen Überblick über die Regionen, Städte, Strände und Themen der Insel und verlinkt zu den einzelnen Zielen.

Wer eine Sardinien-Reise plant, entscheidet sich zuerst für eine Ecke der Insel, denn die Entfernungen sind groß und die Straßen kurvenreich. Vom Norden bei Olbia bis in den Süden nach Cagliari sind es rund drei Stunden Fahrt. Die folgenden Abschnitte helfen bei der Orientierung, von den Küsten über die Kultur bis zur besten Reisezeit.

Eine Insel mit Sonderstatut und eigener Geschichte

Sardinien ist eine Region mit Sonderstatut, also mit erweiterten Selbstverwaltungsrechten gegenüber der italienischen Zentralregierung. Verwaltungssitz und mit Abstand größte Stadt ist die Hauptstadt Cagliari im Süden. Weitere regionale Zentren sind Sassari im Nordwesten, Nuoro im gebirgigen Osten sowie Oristano an der Westküste. Die Insel liegt näher an der nordafrikanischen Küste und an Korsika als an der Toskana, was ihre Geschichte über Jahrtausende geprägt hat.

Auf Sardinien wird neben dem Italienischen auch Sardisch gesprochen, eine eigenständige romanische Sprache mit mehreren Varianten. In der katalanisch geprägten Stadt Alghero im Nordwesten hält sich bis heute ein katalanischer Dialekt, ein Erbe der aragonesischen Herrschaft im Spätmittelalter. Diese sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit ist ein Grund, warum sich Sardinien so deutlich vom Festland unterscheidet.

Die Küsten: von der Costa Smeralda bis zur Costa Verde

Der bekannteste Küstenabschnitt ist die Costa Smeralda im Nordosten, in der Landschaft der Gallura. In den 1960er Jahren als exklusives Feriengebiet angelegt, reihen sich hier Orte wie Porto Cervo und Porto Rotondo mit Yachthäfen und teuren Hotels aneinander. Gleich vorgelagert liegt der Maddalena-Archipel, dessen Hauptinsel La Maddalena über eine Fähre ab Palau erreichbar ist. Weiter westlich, um Santa Teresa Gallura und Capo Testa, wird die Küste felsiger.

Ganz anders die Costa Verde im Südwesten: Hier ziehen sich lange, teils naturbelassene Dünenstrände hin, an denen es deutlich ruhiger zugeht als im mondänen Norden. Im Südosten liegt die Costa Rei mit hellem Sand und flach abfallendem Wasser, im Westen die Halbinsel Sinis bei Oristano mit ihren Quarzstränden und der antiken Ausgrabungsstätte Tharros. Jeder dieser Abschnitte hat seinen eigenen Charakter, vom Partyhafen bis zur einsamen Bucht.

Im Süden reihen sich rund um Villasimius geschützte Buchten mit feinem Sand an der Grenze zum Meeresschutzgebiet Capo Carbonara. Der Nordosten wiederum gehört zur Landschaft der Gallura, deren wind- und wassergeschliffene Granitfelsen der Küste ihr unverwechselbares Aussehen geben. Weiter im Norden liegen mit Costa Paradiso und Capo Testa Abschnitte, an denen sich diese bizarren Felsformationen besonders eindrucksvoll zeigen. Wer die Insel bereist, sollte sich auf einige wenige Küstenabschnitte konzentrieren, statt sie in einem Urlaub ganz umrunden zu wollen.

Die schönsten Strände

Sardinien gilt vielen als Insel mit den schönsten Stränden Italiens, und die Auswahl ist enorm. An der Ostküste, im Golfo di Orosei, liegen Buchten, die nur zu Fuß oder per Boot erreichbar sind, darunter die Kieselbucht Cala Mariolu und die von Kalkfelsen gerahmte Cala Luna. Diese Strände sind Teil eines geschützten Küstenabschnitts und zählen zu den meistfotografierten Motiven der Insel.

Im Nordwesten liegt bei Stintino der Strand La Pelosa, dessen flaches, sehr helles Wasser an tropische Lagunen erinnert und der im Sommer nur mit Reservierung und begrenzter Besucherzahl zugänglich ist. Im Süden ist Chia für seine Dünen und die dahinterliegenden Lagunen bekannt, in denen sich regelmäßig Flamingos aufhalten. Einen ausführlichen Überblick mit weiteren Zielen bietet die Seite zu den schönsten Stränden auf Sardinien.

Cagliari, Alghero und die Städte der Insel

Die Hauptstadt Cagliari im Süden ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Über der Altstadt thront das befestigte Viertel Castello mit der Kathedrale und dem Aussichtsbastion Bastione di Saint Remy, von dem der Blick über Stadt und Hafen reicht. Cagliari ist zugleich ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Süden und ins Landesinnere. Im Nordwesten ist Alghero mit seiner von aragonesischen Mauern umgebenen Altstadt einen Besuch wert, in der Nähe liegt die Tropfsteingrotte Grotta di Nettuno am Capo Caccia.

Weitere Anlaufpunkte sind Olbia als Verkehrsknoten im Nordosten, die Universitätsstadt Sassari sowie das im Gebirge gelegene Nuoro, das als kulturelles Herz des sardischen Hinterlands gilt. Sehenswert ist auch das kleine Bosa an der Westküste mit seinen bunten Häuserzeilen am Fluss Temo. Wer die Insel auf eigene Faust erkunden und flexibel bleiben möchte, findet ein breites Angebot an Ferienhäusern auf Sardinien.

Zwischen den Zentren lohnen sich immer wieder kleinere Orte. An der Nordküste liegt das mittelalterlich geprägte Castelsardo auf einem Felssporn über dem Meer, im Nordosten dienen Olbia, Palau und Santa Teresa Gallura als Fährhäfen und Ausgangspunkte für die vorgelagerten Inseln. Cala Gonone an der Ostküste ist das Tor zu den Buchten des Golfo di Orosei, während Arbatax und Tortolì in der Ogliastra Bahn- und Fährverbindungen bündeln. Die Wege zwischen diesen Orten führen fast immer durch eindrucksvolle Landschaft, was das Autofahren auf Sardinien zu einem eigenen Teil der Reise macht.

Die Nuraghen und die bronzezeitliche Kultur

Das bekannteste kulturelle Erbe der Insel sind die Nuraghen, kegelförmige Türme aus mächtigen Steinblöcken, die in der Bronzezeit errichtet wurden. Über die gesamte Insel verteilt sind bis heute rund 7.000 dieser Bauwerke bekannt, für die es an keinem anderen Ort der Welt eine Parallele gibt. Sie dienten vermutlich als Wehr-, Wohn- und Versammlungsbauten der sogenannten Nuraghenkultur, die etwa zwischen 1800 und 500 vor Christus bestand. Grundlagen und Hintergründe fasst die Seite zur Nuraghe zusammen.

Das eindrucksvollste Beispiel ist Su Nuraxi di Barumini im Süden der Insel, das die UNESCO 1997 zum Welterbe erklärt hat. Der zentrale Turm ist fast 19 Meter hoch und von vier kleineren Türmen, Höfen und einem ausgedehnten Dorf aus Steinhütten umgeben. Die Anlage ist das am besten erhaltene Zeugnis dieser Baukunst und gibt einen anschaulichen Eindruck davon, wie hoch entwickelt die vorrömische Gesellschaft Sardiniens war. Neben den Nuraghen haben sich aus derselben Epoche auch die sogenannten Gigantengräber und heilige Brunnenanlagen erhalten, sodass Sardinien insgesamt eine der dichtesten prähistorischen Fundlandschaften Europas bildet. Wer sich für diese Geschichte interessiert, sollte mindestens einen Ausflug ins Landesinnere einplanen.

Das Bergland: Gennargentu und die Barbagia

Das Innere Sardiniens ist gebirgig und dünn besiedelt. Im Osten erhebt sich das Gennargentu-Massiv, dessen höchster Gipfel, die Punta La Marmora, 1.834 Meter erreicht und damit die höchste Erhebung der Insel ist. Der benachbarte Bruncu Spina folgt mit 1.829 Metern. Rund um dieses Bergland liegt die Barbagia, eine traditionsreiche Hirtenregion mit Dörfern wie Orgosolo, das für seine politischen Wandmalereien bekannt ist.

Für Wanderer, Kletterer und Radfahrer ist der Osten der Insel besonders reizvoll. Rund um Dorgali, Cala Gonone und die Ogliastra treffen Berge und Meer unmittelbar aufeinander, dazwischen führen alte Hirtenpfade durch Schluchten und Macchia. Wer hier unterwegs ist, sollte gutes Kartenmaterial mitbringen und die Touren vorab planen, denn die Wege sind teils wenig ausgeschildert und die Sommerhitze im Landesinneren fordernd.

Das Landesinnere ist auch die Region, in der sich die sardische Lebensart am ursprünglichsten erhalten hat. In den Bergdörfern übernachtet man oft günstig in Agriturismi, den bäuerlichen Gasthöfen, und bekommt eine Küche auf den Tisch, die stärker von Fleisch, Brot und Käse als von Fisch bestimmt ist. Das Gebiet gilt zudem als eine der weltweit wenigen sogenannten Blauen Zonen, in denen überdurchschnittlich viele Menschen ein sehr hohes Alter erreichen, was Forscher unter anderem auf Ernährung, Bewegung und den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften zurückführen.

Küche, Wein und Feste

Die sardische Küche ist bodenständig und stark von der Hirtentradition geprägt. Typisch sind das hauchdünne Fladenbrot Pane Carasau, gefüllte Teigtaschen namens Culurgiones und Spanferkel, das als Porceddu über offenem Feuer gegart wird. An der Küste kommt Bottarga auf den Tisch, der gesalzene und getrocknete Rogen von Meeräsche oder Thunfisch. Beim Käse ist der harte Schafskäse Pecorino Sardo tonangebend, verwandt mit dem allgemein bekannten Pecorino.

Beim Wein stehen der frische Weißwein Vermentino und der kräftige rote Cannonau im Mittelpunkt, dazu kommt der Mirto, ein Likör aus den Beeren der Myrte. Feste haben auf Sardinien einen hohen Stellenwert: In Cagliari zieht am 1. Mai die Prozession zu Ehren des Heiligen Efisio durch die Stadt, eine der ältesten und längsten religiösen Umzüge im Mittelmeerraum, deren Ursprung auf ein Pestgelübde aus dem Jahr 1652 zurückgeht. In Nuoro findet Ende August die Sagra del Redentore mit Trachtenumzügen aus der ganzen Insel statt.

Anreise und beste Reisezeit

Sardinien hat drei Flughäfen: Cagliari-Elmas im Süden (Code CAG), Olbia Costa Smeralda im Nordosten (OLB) und Alghero-Fertilia im Nordwesten (AHO). Welcher Flughafen am besten passt, hängt vom Reiseziel ab, denn die Insel ist groß und ein Mietwagen für die meisten Regionen praktisch unverzichtbar. Wer mit dem eigenen Auto anreisen möchte, nimmt eine der Autofähren, die unter anderem ab Genua, Livorno, Civitavecchia bei Rom und Neapel nach Olbia, Porto Torres oder Cagliari fahren. Die Überfahrten dauern je nach Route zwischen rund sieben und dreizehn Stunden.

Die beste Reisezeit für Badeurlaub reicht von Mai bis Oktober, wobei das Meer im Juni bis September am wärmsten ist. Juli und August sind Hauptsaison mit den höchsten Preisen und vollen Stränden, während Juni und September oft angenehmer sind, mit warmem Wasser und weniger Andrang. Für Wanderungen und Rundreisen ins Landesinnere eignen sich das späte Frühjahr und der frühe Herbst am besten, wenn die Hitze nachlässt und die Landschaft grün ist. Im Winter ist die Insel ruhig, viele Betriebe an der Küste haben dann geschlossen.

Mehr als Urlaub? Wer dauerhaft bleiben will, findet den Einstieg in unserem Ratgeber zum Auswandern nach Italien.

Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Reiseplanung

Klima & beste Reisezeit

Durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen im Jahresverlauf.

Klima im Jahresverlauf

Am angenehmsten: März bis Mai sowie Oktober bis Dezember.

Beste ReisezeitÜbrige Monate

Tipp: Juli und August werden sehr heiß; Frühling und Herbst sind am angenehmsten.

Wo liegt Sardinien?

Karte von Italien mit Markierung Sardinien
Gut zu wissen

Informationen

Informationen über Sardinien

Hauptstadt Cagliari
Provinzen Cagliari
Nuoro
Oristano
Sassari
Sud Sardegna
Italienischer Name Sardegna
Fläche km² 24089,89
Einwohner­zahl 1.658.138
Berge Punta la Marmora
Bruncu Spina
Monte Limbara
Gebirge Gennargentu
Flüsse Tirso
Coghinas
Flumendosa
Temo
Küste Costa Smeralda
Costa Rei
Costa Verde
Costa Paradiso
Costa del Sud
Insel Asinara
Mal di Ventre
Sulcis Archipel
La Maddalena
Cavoli
Isola dell'ogliastra
Serpentara
Nationalparks Parco Nazionale dell'Arcipelago di la Maddalena
Parco Nazionale dell Asinara
Parco Nazionale del Gennargentu
Kulinarik Cannonau
Pecorino sardo
Bottarga
Casu Marzu
Vermentino di Gallura
Ichnusa
Mirto
Limoncello
Produkte Kork
Häufige Fragen

Sardinien: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Sardinien?
Zu den bekanntesten zählen Tharros, Nuraghe Su Nuraxi und Cala Mariolu. Die vollständige Übersicht findest du im Abschnitt Sehenswürdigkeiten.
Wann ist die beste Reisezeit für Sardinien?
Am angenehmsten sind März bis Mai sowie Oktober bis Dezember. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 32 Grad, der Winter fällt ruhiger und kühler aus.
Wie reist man nach Sardinien an?
Der nächstgelegene Flughafen ist Cagliari (CAG). Von dort geht es mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter. Die Anreise mit dem eigenen Auto ist möglich, aus dem deutschsprachigen Raum aber eine lange Strecke.
Wie viele Tage sollte man für Sardinien einplanen?
Für die wichtigsten Höhepunkte solltest du zwei bis drei Tage einplanen. Wer auch die Umgebung erkunden möchte, bleibt gern länger.
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