Civitavecchia
Latium

Civitavecchia

Civitavecchia: Traditionsreiche Hafenstadt nahe Rom

Civitavecchia ist die wichtigste Hafenstadt der Region Latium und für viele Reisende der erste oder letzte Punkt einer Italienreise. Von hier legen die großen Fähren nach Sardinien, Sizilien und Nordafrika ab, und hier machen die Kreuzfahrtschiffe fest, die Rom ansteuern. Rund 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt gelegen, gilt die Stadt seit der Antike als der Hafen Roms und trägt diese Rolle bis heute. Wer Civitavecchia nur als Umsteigepunkt kennt, übersieht leicht, dass die Stadt selbst eine lange Geschichte hat. Kaiser Trajan ließ den Hafen zu Beginn des 2. Jahrhunderts anlegen, am Wasser steht mit dem Forte Michelangelo eine der markantesten Festungen der italienischen Renaissance, und in den Hügeln über der Stadt haben sich römische Thermenanlagen erhalten. Dazu kommt die Nähe...

Civitavecchia ist die wichtigste Hafenstadt der Region Latium und für viele Reisende der erste oder letzte Punkt einer Italienreise. Von hier legen die großen Fähren nach Sardinien, Sizilien und Nordafrika ab, und hier machen die Kreuzfahrtschiffe fest, die Rom ansteuern. Rund 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt gelegen, gilt die Stadt seit der Antike als der Hafen Roms und trägt diese Rolle bis heute.

Wer Civitavecchia nur als Umsteigepunkt kennt, übersieht leicht, dass die Stadt selbst eine lange Geschichte hat. Kaiser Trajan ließ den Hafen zu Beginn des 2. Jahrhunderts anlegen, am Wasser steht mit dem Forte Michelangelo eine der markantesten Festungen der italienischen Renaissance, und in den Hügeln über der Stadt haben sich römische Thermenanlagen erhalten. Dazu kommt die Nähe zu den etruskischen Nekropolen von Tarquinia und Cerveteri, die zum UNESCO-Welterbe gehören.

Dieser Text ordnet ein, was Civitavecchia ausmacht, welche Sehenswürdigkeiten sich lohnen, welche Fährverbindungen es gibt und wie die Anreise über Bahn, Autobahn und Flughafen funktioniert.

Forte Michelangelo: die Festung am Hafen

Das Wahrzeichen der Stadt ist das Forte Michelangelo, eine mächtige Festung direkt an der Hafeneinfahrt. Papst Julius II. gab den Bau 1508 in Auftrag, um den Hafen gegen Angriffe von See zu schützen. Die erste Planung stammt von Donato Bramante, fortgeführt wurde der Bau unter anderem von Antonio da Sangallo dem Jüngeren. Der obere, achteckige Hauptturm, der sogenannte Maschio, wird Michelangelo Buonarroti zugeschrieben, nach dem die Anlage später benannt wurde. Vollendet wurde die Festung um 1535.

Die Festung steht auf dem Gelände älterer römischer Bauten aus der Zeit Trajans, über denen im Mittelalter eine Burg lag. Mit ihren vier Ecktürmen und dem hohen Zentralturm prägt sie bis heute die Silhouette des Hafens und ist von den Fähren und Kreuzfahrtschiffen aus weithin zu sehen. Das Innere wird nur zu besonderen Anlässen und Veranstaltungen geöffnet, doch schon der Blick von der Uferpromenade auf das Bauwerk lohnt den Weg. Rund um die Festung liegt die alte Hafenzone, die einen guten Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch das Zentrum bildet.

Von Centumcellae zum Hafen Roms

Anders als oft behauptet geht Civitavecchia nicht auf eine etruskische Stadtgründung zurück, sondern auf die Römer. Kaiser Trajan ließ den Hafen zwischen etwa 107 und 110 nach Christus anlegen und gab der Siedlung den Namen Centumcellae. Der Hafen ergänzte die älteren Anlagen an der Tibermündung und wurde rasch zu einem der wichtigsten Umschlagplätze an der tyrrhenischen Küste. Der Grundriss des antiken Beckens ist im heutigen Hafen noch ablesbar.

Der spätere Name Civitavecchia, wörtlich die alte Stadt, entstand im Frühmittelalter, nachdem die Bewohner nach einer Zerstörung an ihren angestammten Ort zurückgekehrt waren. Über die Jahrhunderte blieb die Stadt der maritime Vorposten Roms und des Kirchenstaats. Diese Funktion erklärt, warum Päpste hier Festungen bauen ließen und warum der Hafen bis in die Gegenwart die wichtigste Seeverbindung der Hauptstadt geblieben ist. Wer sich für die römische Vergangenheit interessiert, findet im örtlichen archäologischen Nationalmuseum Funde aus der Umgebung.

Terme Taurine und Terme di Ficoncella

In den Hügeln einige Kilometer nordöstlich der Stadt liegen die Terme Taurine, eine gut erhaltene römische Thermenanlage über schwefelhaltigen Quellen. Die Ursprünge reichen in die Zeit der römischen Republik zurück, ausgebaut wurde der Komplex unter den Kaisern Trajan und Hadrian im 2. Jahrhundert. Erhalten sind Mauern, Becken und Reste der Heiz- und Badeanlagen, dazu ein weiter Blick über die Küste bis zum tyrrhenischen Meer. Das Areal ist als archäologischer Park zugänglich.

Wer nicht nur die antiken Ruinen sehen, sondern das warme Wasser selbst erleben möchte, findet unweit davon die Terme di Ficoncella. Hier speisen dieselben thermalen Quellen mehrere einfache Becken mit unterschiedlich temperiertem Wasser, die bis heute genutzt werden. Der Ort ist bodenständig und wenig touristisch, gerade das macht ihn bei Einheimischen beliebt. Beide Anlagen liegen außerhalb des Zentrums und sind am bequemsten mit dem Auto zu erreichen.

Hafen und Fähren nach Sardinien, Sizilien und Tunesien

Civitavecchia ist der größte Fährhafen für die Überfahrt nach Sardinien und einer der bedeutendsten Fährhäfen Italiens überhaupt. Mehrere Reedereien wie Grimaldi Lines, GNV, Tirrenia und Moby Lines steuern von hier die Insel an. Angefahren werden unter anderem Olbia im Nordosten, Porto Torres im Nordwesten, Cagliari im Süden und Arbatax an der Ostküste.

Die Fahrzeiten hängen stark von Route und Schiff ab. Die Überfahrt nach Olbia gehört mit rund fünf bis sechseinhalb Stunden zu den schnellsten Verbindungen vom italienischen Festland nach Sardinien. Die Strecke nach Cagliari dauert deutlich länger und wird meist als Nachtfahrt angeboten. Neben Sardinien bestehen Verbindungen nach Sizilien, etwa nach Palermo, sowie über das Mittelmeer nach Tunesien und nach Barcelona. Im Sommer verdichtet sich der Fahrplan spürbar, während im Winter weniger Abfahrten angeboten werden. Wer mit dem eigenen Auto oder Wohnmobil übersetzt, sollte in der Hauptsaison früh buchen.

Das Hafengelände ist in mehrere Terminals gegliedert, die teils ein gutes Stück vom Stadtzentrum und vom Bahnhof entfernt liegen. Zwischen dem historischen Hafen und den Fähranlegern verkehren zu den Abfahrtszeiten Shuttlebusse, für Fußgänger sind die Wege sonst weit. Wer mit dem Zug anreist und zu Fuß zum Terminal möchte, sollte genug Zeit einplanen und den passenden Terminalnamen der jeweiligen Reederei kennen. Für die Nachtfähren nach Cagliari oder auf den längeren Strecken empfiehlt sich eine Kabine, da die Überfahrt dann in den Schlaf fällt und man morgens ausgeruht ankommt.

Kreuzfahrthafen und Tagesausflug nach Rom

Neben dem Fährverkehr ist Civitavecchia einer der meistgenutzten Kreuzfahrthäfen des Mittelmeers. Für die Schiffe ist der Hafen das Tor nach Rom, denn die Hauptstadt liegt nur etwa 80 Kilometer entfernt und ist mit der Bahn in ungefähr 50 bis 80 Minuten erreichbar, je nach Zugart. Vom Bahnhof Civitavecchia fahren regelmäßig Regionalzüge und schnellere Verbindungen zu den römischen Bahnhöfen, sodass sich ein Tagesausflug in die Stadt gut organisieren lässt.

Für einen Tag in Rom empfiehlt es sich, eine überschaubare Route zu planen, statt zu viel auf einmal sehen zu wollen. Wer zum ersten Mal dort ist, konzentriert sich meist auf das antike Zentrum mit Kolosseum, Forum Romanum und Pantheon oder auf den Vatikan. Einen Überblick über die wichtigsten Ziele und ihre Lage bieten die Seiten zu Rom und den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Wer mit dem Kreuzfahrtschiff kommt, sollte die Rückfahrtzeiten großzügig einplanen, damit die Anschlussbahn sicher erreicht wird.

Etruskische Nekropolen: Tarquinia und Cerveteri

Die Küste nördlich und südlich von Civitavecchia gehörte einst zum Kernland der Etrusker, und zwei ihrer bedeutendsten Grabstätten liegen in bequemer Ausflugsentfernung. Tarquinia, etwa 20 Kilometer nordwestlich, ist für die Nekropole Monterozzi bekannt, deren bemalte Grabkammern Szenen aus dem Alltag, aus Festen und Mythen der Etrusker zeigen. Zusammen mit der Nekropole von Cerveteri südlich der Stadt gehört sie seit 2004 zum UNESCO-Welterbe.

Cerveteri wiederum beeindruckt mit der Nekropole Banditaccia, deren runde, hügelartige Grabbauten wie eine kleine Totenstadt angelegt sind, mit Straßen, Plätzen und Kammern, die den Wohnhäusern der Lebenden nachempfunden wurden. Beide Orte lassen sich gut mit einem eigenen Fahrzeug erreichen und ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Seiten der etruskischen Grabkultur zeigen. Die Museen vor Ort bewahren Funde aus den Gräbern, darunter Keramik, Schmuck und Sarkophage.

Stadtbild, Promenade und die Spur Stendhals

Das Zentrum von Civitavecchia gruppiert sich um die alte Darsena Romana, das historische Hafenbecken, und die Uferpromenade, die sich zum Bummeln anbietet. In den Gassen dahinter reihen sich Bars, Fischrestaurants und kleine Läden. Die Kathedrale San Francesco d'Assisi bildet den kirchlichen Mittelpunkt der Altstadt. Ein Markt und mehrere Piazze sorgen dafür, dass die Stadt auch abseits des Hafens ein eigenes Leben führt und nicht nur Durchgangsstation ist.

Eine literarische Note bekommt Civitavecchia durch den französischen Schriftsteller Stendhal, der von 1831 bis 1841 als französischer Konsul in der Stadt lebte. Er empfand den Posten fern von Paris zwar als Verbannung, doch gerade hier entstanden mehrere seiner Werke, darunter autobiografische Schriften und Teile unvollendeter Romane. Für Literaturreisende ist der Bezug ein zusätzlicher Grund, sich die Stadt genauer anzusehen, statt nur zum Hafen durchzueilen.

Kulinarisch ist Civitavecchia von der Küste geprägt. In den Lokalen am Hafen und in der Altstadt stehen Fisch und Meeresfrüchte im Mittelpunkt, dazu die einfache, herzhafte Küche Latiums mit ihren Pasta- und Gemüsegerichten. Wer zwischen zwei Verbindungen etwas Zeit hat, kann sie gut mit einem Mittagessen am Wasser oder einem Kaffee an einer der Piazze verbringen. Am späten Nachmittag füllt sich die Promenade, wenn Einheimische wie Reisende den Blick auf das Meer und die einlaufenden Schiffe genießen.

Anreise und beste Reisezeit

Civitavecchia ist verkehrstechnisch gut angebunden. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke entlang der tyrrhenischen Küste, die Rom mit Genua und Pisa verbindet, sodass regelmäßige Zugverbindungen bestehen. Nach Rom dauert die Bahnfahrt je nach Zugart rund 50 bis 80 Minuten. Mit dem Auto führt die Autobahn A12 direkt an der Stadt vorbei, außerdem gibt es Anschluss an die Küstenstraße. Der nächstgelegene große Flughafen ist Rom-Fiumicino, etwa 70 Kilometer südöstlich, von dem aus die Weiterfahrt per Bahn oder Mietwagen möglich ist.

Wer über den Hafen an- oder abreist, sollte die Wege zwischen Bahnhof und den Fährterminals einplanen, da das Hafengelände weitläufig ist und die Terminals teils mit Shuttlebussen bedient werden. Für die Weiterreise nach Sardinien oder Sizilien lohnt sich ein Blick auf die Fahrpläne der Reedereien, die je nach Saison stark variieren. Allgemeine Hinweise zur Anreise nach Italien helfen bei der Planung der ersten und letzten Etappe.

Als beste Reisezeit gelten das Frühjahr und der Frühherbst, also etwa von April bis Juni und von September bis Oktober. Dann ist das Klima an der Küste mild, die Temperaturen sind angenehm für Besichtigungen, und der Andrang ist geringer als im Hochsommer. Im Juli und August wird es heiß, und der Fähr- und Kreuzfahrtbetrieb erreicht seinen Höhepunkt, was den Hafen und die Verbindungen deutlich voller macht. Der Winter ist ruhig und mild, viele Fährverbindungen fahren dann in reduziertem Takt.

Mehr zur Region und zu den Zielen in der Umgebung: Latium, Rom, Sehenswürdigkeiten in Rom, Tarquinia, Sardinien, Olbia, Cagliari, Fiumicino und Anreise nach Italien.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Informationen

Informationen über Civitavecchia

Region Latium
Provinz Rom
Einwohner­zahl 52.816
Provinzkürzel RM
Postleitzahl 00053
Vorwahl 0766
Prominente Bürger Cornelius (Bischof von Rom)
Produkte / Marken Manzi
Molinari
Städte­partnerschaft Amelia (Italien)
Bethlehem (Palästina)
Ishinomaki (Japan)
Nantong (Volksrepublik China)
Spezialitäten des Ortes Sambuca
Geschichte Durch die Anlage des Hafens 107 bis 110 n. Chr. geprägt
Lage bedeutende Hafenstadt nah bei Rom
Häufige Fragen

Civitavecchia: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Wann ist die beste Reisezeit für Civitavecchia?
Am angenehmsten sind März bis Mai sowie Oktober bis November. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 32 Grad, der Winter fällt ruhiger und kühler aus.
Wie reist man nach Civitavecchia an?
Der nächstgelegene Flughafen ist Rom-Fiumicino (FCO). Von dort geht es mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter. Die Anreise mit dem eigenen Auto ist möglich, aus dem deutschsprachigen Raum aber eine lange Strecke.

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