Villa Farnese
Ihre eindrucksvolle Architektur und die opulent ausgestatteten Innenräume machen die Villa Farnese in Caprarola unverwechselbar.
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Rund 33 Kilometer nordwestlich von Rom liegt der Braccianosee, ein fast kreisrunder Vulkansee, der eine erloschene Caldera des Vulkangebiets Sabatino füllt. Mit knapp 57 Quadratkilometern Fläche gehört er zu den größten Seen Italiens, und mit bis zu rund 160 Metern zählt er zugleich zu den tiefsten. Weil der See eines der wichtigsten Trinkwasserreservoirs der Hauptstadt ist, gilt hier ein striktes Verbot für private Motorboote. Genau das macht ihn zu einem der saubersten Badegewässer der Region und zu einem ruhigen Gegenpol zum Trubel der Millionenstadt vor den Toren.
Der Braccianosee ist Teil des Regionalparks Bracciano-Martignano, der seit 1999 die Ufer und den benachbarten kleinen Martignano-See schützt. Drei Orte teilen sich das Ufer: die namensgebende Stadt Bracciano mit ihrer wuchtigen Renaissance-Burg auf dem Hügel, das Fischerdorf Trevignano Romano im Norden und Anguillara Sabazia auf einer Landzunge im Süden. Wer im Latium abseits der großen Sehenswürdigkeiten unterwegs ist, findet hier Badebuchten, Segelboote am Horizont und Uferpromenaden, an denen der Aperitivo zum Sonnenuntergang zum festen Programm gehört.
Bracciano thront auf einem Hügel über dem Südwestufer. Wahrzeichen ist das Castello Orsini-Odescalchi, eine der besterhaltenen Renaissance-Burgen Europas aus dem 15. Jahrhundert. Die begehbaren Säle mit Fresken, Rüstungen und Waffensammlungen sowie der Blick von den Wehrgängen über den See sind der Hauptgrund für die meisten Tagesausflüge hierher. Unterhalb der Altstadt führen Wege ans Wasser, wo im Sommer die Strandbäder öffnen.
Trevignano Romano liegt am Nordufer im Schatten des Rocca Romana, des höchsten Berges am See. Der kleine Ort hat eine hübsche Seepromenade, eine Handvoll Fischrestaurants und die Ruine einer Orsini-Festung über den Dächern. Anguillara Sabazia wiederum schiebt sich als Halbinsel in den See; die verwinkelte Altstadt mit dem Torbogen Porta Maggiore und der Kirche über dem Wasser gilt vielen als der stimmungsvollste Ort am Ufer. Alle drei Gemeinden lassen sich gut an einem Tag von Rom aus verbinden, entweder mit dem Auto auf der Ringstraße oder auf einer geführten Rundtour durch das nördliche Latium.
Weil Motorboote tabu sind, gehört der See den leisen Sportarten. Segeln und Windsurfen haben hier Tradition, denn der Wind streicht am Nachmittag verlässlich über die offene Wasserfläche. In Bracciano, Trevignano und Anguillara gibt es Segel- und Surfschulen, die Kurse und Verleih anbieten, dazu Stationen für Stand-up-Paddling und Kajak. Ein Paddelboot ist die schönste Art, die stilleren Buchten am Ostufer zu erreichen, die vom Land aus kaum zugänglich sind.
Zum Baden eignen sich vor allem die flach abfallenden Kiesstrände bei Anguillara und Trevignano sowie die Lidos unterhalb von Bracciano. Das Wasser ist dank des Fahrverbots klar und im Hochsommer angenehm warm. Rund um den See führt ein markierter Rad- und Wanderweg, der auf etwa 30 Kilometern das gesamte Ufer umrundet und sich in Etappen erwandern oder an einem Tag mit dem Rad abfahren lässt. Ein lohnender Abstecher ist der benachbarte Martignano-See, ein kleinerer Kratersee ohne Straße am Ufer, den man nur zu Fuß oder mit dem Rad erreicht. Geführte Bootstouren, Kajak-Ausflüge und Tagesfahrten ab Rom lassen sich vorab online buchen, was in der Hochsaison die Wartezeiten spart.
Die Anreise von Rom ist unkompliziert. Von den Bahnhöfen Roma Ostiense und Roma San Pietro fahren Regionalzüge der Linie FL3 direkt nach Bracciano und Anguillara-Sabazia. Bis Bracciano dauert die Fahrt gut eine Stunde, der Bahnhof liegt nur wenige Minuten unterhalb der Burg. Mit dem Auto erreichst du den See über die Via Braccianese in etwa 45 Minuten. Trevignano hat keinen eigenen Bahnhof und wird am besten mit Bus oder Auto angefahren. Für eine Rundfahrt zu allen drei Orten ist ein Mietwagen oder eine geführte Tour praktischer als der Zug.
Die beste Reisezeit für den Braccianosee reicht von Mai bis September. Im Juli und August ist Badesaison, dann sind Strände und Uferlokale gut besucht und die Wassertemperaturen am höchsten. Für Wanderungen, Radtouren und den Besuch der Burg sind Mai, Juni und September angenehmer, weil die Hitze noch erträglich bleibt und die Orte ruhiger sind. Das Castello Odescalchi ist ganzjährig geöffnet, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und am Wochenende bis 19 Uhr, geschlossen bleibt es nur am 25. Dezember; der reguläre Eintritt liegt bei 10 Euro. Wer im Latium mehrere Tage bleibt, findet in den Ufergemeinden Ferienwohnungen und kleine Hotels mit Seeblick, die sich gut als ruhige Basis für Ausflüge nach Rom und in die Umgebung eignen.
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