Gargnano
Lombardei

Gargnano

Der stille Gardasee am Westufer

Gargnano: der ruhige Gardasee, den du noch suchst Wenn du am Gardasee einen Ort ohne Rummel suchst, bist du in Gargnano richtig. Das kleine Städtchen liegt am oberen Westufer in der Lombardei, eingeklemmt zwischen steilen Bergflanken und dem tiefblauen See, und hat sich seinen alten Charakter bewahrt. Keine breite Uferpromenade mit Souvenirständen, keine langen Autoschlangen: Stattdessen enge Gassen, ein winziger Fischerhafen, Zitronen an den Hängen und Olivenhaine bis fast ans Wasser. Wer die stillere, ursprünglichere Seite des Sees kennenlernen will, findet hier genau das. Gargnano ist eher zum Ankommen als zum Abhaken gemacht, und gerade das macht den Reiz aus. Der Ort besteht aus mehreren Teilorten, die sich am Ufer und in den Hang ziehen. Das Zentrum um den alten...

Gargnano: der ruhige Gardasee, den du noch suchst

Wenn du am Gardasee einen Ort ohne Rummel suchst, bist du in Gargnano richtig. Das kleine Städtchen liegt am oberen Westufer in der Lombardei, eingeklemmt zwischen steilen Bergflanken und dem tiefblauen See, und hat sich seinen alten Charakter bewahrt. Keine breite Uferpromenade mit Souvenirständen, keine langen Autoschlangen: Stattdessen enge Gassen, ein winziger Fischerhafen, Zitronen an den Hängen und Olivenhaine bis fast ans Wasser. Wer die stillere, ursprünglichere Seite des Sees kennenlernen will, findet hier genau das. Gargnano ist eher zum Ankommen als zum Abhaken gemacht, und gerade das macht den Reiz aus.

Der Ort besteht aus mehreren Teilorten, die sich am Ufer und in den Hang ziehen. Das Zentrum um den alten Hafen ist das Herzstück, der Nachbarort Bogliaco liegt gleich südlich und ist unter Seglern berühmt. Nach oben verlaufen sich die Weiler in Olivenhainen und Wald, mit Blick über den ganzen See bis zum gegenüberliegenden Ostufer. Von Gargnano aus erreichst du in kurzer Zeit das benachbarte Limone sul Garda im Norden und das mondäne Salò im Süden.

Alter Hafen und Ortskern

Der kleine Hafen von Gargnano ist der Ort, an dem du dich als Erstes hinsetzen solltest. Ein paar Fischerboote schaukeln im Becken, dahinter reihen sich pastellfarbene Fassaden, ein Café, eine Gelateria, und über allem geht der Blick auf den See. Vom Wasser führen schmale Gassen ins Innere, vorbei an alten Palazzi, kleinen Läden und dem Kloster San Francesco mit seinem Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert, dessen Säulen mit Zitrusmotiven verziert sind. Alles liegt eng beieinander und ist bequem zu Fuß zu erkunden. Am frühen Abend, wenn die Tagesgäste weg sind und das Licht warm wird, zeigt Gargnano seine schönste Seite. Ein Aperitivo am Hafen gehört hier einfach dazu.

Zitronengärten, Villa Feltrinelli und ein Stück Geschichte

Rund um Gargnano prägen die Limonaie das Bild, die terrassierten Zitronengärten mit ihren hohen Steinpfeilern. Seit dem 18. Jahrhundert war der Zitronenanbau neben der Fischerei die wirtschaftliche Grundlage der Region, und die milde Lage am See machte es möglich, Zitrusfrüchte so weit nördlich überhaupt zu ziehen. Einige der alten Anlagen kannst du heute besichtigen und verstehst schnell, wie viel Arbeit in diesen sonnigen Hangterrassen steckte.

Direkt am Wasser steht die Villa Feltrinelli, ein prächtiges Anwesen der Verlegerfamilie, heute ein exklusives Luxushotel. Historisch ist der Ort brisant: Benito Mussolini bezog die Villa am 10. Oktober 1943 als Wohnsitz und lebte hier bis Kriegsende mit seiner Familie. Das obere Westufer rund um Gargnano und Salò war in diesen Jahren das Zentrum der Italienischen Sozialrepublik, der sogenannten Republik von Salò, des von Deutschland gestützten faschistischen Marionettenstaates von 1943 bis 1945. Zahlreiche Villen und Palazzi wurden damals als Regierungssitze beschlagnahmt, im Ort selbst diente der Palazzo Feltrinelli als Verwaltungssitz. Die Villa Feltrinelli kannst du von außen und vom See aus sehen, das Innere bleibt Hotelgästen vorbehalten. Wer sich für Zeitgeschichte interessiert, findet in Gargnano und Umgebung viele Spuren dieser dunklen Episode.

Segeln, Wandern und Natur

Gargnano ist ein Name, der Seglern etwas sagt. Der obere Gardasee gilt wegen seiner verlässlichen Thermikwinde als eines der besten Segelreviere Europas, und in Bogliaco startet jedes Jahr am zweiten September-Wochenende die Centomiglia, eine internationale Langstreckenregatta, die der Circolo Vela Gargnano seit 1951 austrägt. Zu dieser Zeit füllt sich der sonst ruhige Ort mit Booten und Seglern aus aller Welt. Auch außerhalb der Regatta ist der Wind hier zuverlässig, ideal zum Segeln, Windsurfen und für einen Segelkurs.

Ins Hinterland führen zahlreiche Wander- und Radwege durch Olivenhaine und über die Hänge hinauf. Von den Höhen über Gargnano hast du weite Ausblicke über den ganzen See, und wer höher steigt, erreicht die stilleren Bergdörfer der Valvestino und die Ausläufer Richtung Naturpark. Für einen ruhigen Aktivurlaub abseits der großen Touristenströme ist die Gegend perfekt.

Baden am Westufer

Zum Baden findest du in und um Gargnano mehrere kleine Kies- und Steinbuchten, oft von Olivenbäumen gesäumt und mit klarem, tiefem Wasser. Große Sandstrände darfst du hier nicht erwarten, das Westufer ist steiler und felsiger als andere Teile des Sees, dafür sind die Buchten meist ruhiger und weniger überlaufen. Badeschuhe sind praktisch. Das Wasser wird im Hochsommer angenehm warm, wie warm genau, siehst du bei der aktuellen Wassertemperatur des Gardasees. Einen Überblick über weitere Badestellen findest du in unserer Übersicht der Strände am Gardasee.

Anreise und beste Reisezeit

Gargnano liegt an der westlichen Uferstraße Gardesana Occidentale, die sich in spektakulären Tunneln und Kurven am Fels entlangzieht. Mit dem Auto erreichst du den Ort von der Autobahn A4 über die Ausfahrt Brescia Est, von Norden über den Brenner und Trient. Von den Flughäfen Verona, Bergamo und Brescia bist du in gut ein bis zwei Stunden da. Innerhalb des Sees kommst du bequem mit den Fährschiffen von Ort zu Ort, das ist die entspannteste Art, das Westufer kennenzulernen. Wo Gargnano genau liegt und wie sich der ganze See zusammensetzt, zeigt dir unsere Seite zum Gardasee.

Die beste Reisezeit ist von Mai bis Anfang Oktober. Im Frühling blühen die Hänge und alles ist grün, der Hochsommer bringt warmes Badewetter, und der September lockt mit Segelwetter, mildem Licht und weniger Andrang. Wer es besonders ruhig mag, kommt im Mai, Juni oder September, wenn Gargnano seine stille Seite ganz für sich zeigt.

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Über den Autor

Jürgen Lex

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Weingüter

Jürgens Liebe zu Italien begann bereits in der Kindheit mit den alljährlichen Ferien in Lido di Jesolo. Seither hat er das Land von den Dolomiten bis in den tiefen Süden bereist, doch seine Neugier ist bis heute ungebrochen. Abseits der bekannten Routen entdeckt er immer wieder neue Lieblingsorte. Und an einem interessanten Weingut führt für ihn kaum ein Weg vorbei.

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Gut zu wissen

Informationen

Informationen über Gargnano

Region Lombardei
Provinz Brescia
Einwohner­zahl 2.878
Provinzkürzel BS
Postleitzahl 25084
Vorwahl 0365
Lage Am Westufer des Gardasees gelegen
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Häufige Fragen

Gargnano: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Ist Gargnano einen Besuch wert?
Ja, gerade wenn du den ruhigen, ursprünglichen Gardasee suchst. Gargnano hat einen kleinen alten Hafen, historische Zitronengärten und viel Charme, ohne den Massentourismus vieler Nachbarorte. Ideal zum Entspannen, Segeln und Wandern.
Was kann man in Gargnano unternehmen?
Du kannst durch den alten Ortskern und den Hafen bummeln, die Zitronengärten und den Kreuzgang von San Francesco besichtigen, in den Buchten baden, segeln oder windsurfen und ins Hinterland wandern. Am Abend lohnt ein Aperitivo am Wasser.
Was hat es mit der Villa Feltrinelli und Mussolini auf sich?
In der Villa Feltrinelli am Seeufer wohnte Mussolini ab Oktober 1943 bis Kriegsende. Gargnano lag im Zentrum der Republik von Salò, des faschistischen Marionettenstaates von 1943 bis 1945. Die Villa ist heute ein Luxushotel und nur von außen zu sehen.
Gibt es in Gargnano Strände zum Baden?
Es gibt mehrere kleine Kies- und Steinbuchten mit klarem Wasser, oft von Olivenbäumen umgeben. Große Sandstrände findest du hier nicht, dafür sind die Badestellen ruhiger. Badeschuhe sind empfehlenswert.
Wie kommt man nach Gargnano?
Mit dem Auto über die Gardesana Occidentale am Westufer, von der A4 über Brescia Est. Die Flughäfen Verona, Bergamo und Brescia liegen ein bis zwei Stunden entfernt. Innerhalb des Sees erreichst du Gargnano bequem mit der Fähre.
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