Milano Marittima
Emilia-Romagna

Milano Marittima

Milano Marittima: Die Gartenstadt an der Adriaküste

Milano Marittima ist einer der elegantesten Badeorte an der oberen Adria und liegt als Ortsteil von Cervia in der Provinz Ravenna, im äußersten Osten der Region Emilia-Romagna. Der Ort wurde nicht über Jahrhunderte gewachsen, sondern zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts am Reißbrett entworfen, als Gartenstadt zwischen einem ausgedehnten Pinienwald und dem flach abfallenden Sandstrand. Sein Name verrät die Herkunft der Gründer: Wohlhabende Mailänder Familien schufen sich hier ihr sommerliches Refugium am Meer, und ein Hauch dieser mondänen Anfänge liegt bis heute über den schattigen Alleen und den gepflegten Villengärten. Wer Milano Marittima besucht, findet einen Badeort, der Strandurlaub mit einem gepflegten Ambiente verbindet. Breite, weiche Strände, gut geführte Strandbäder, ein grüner Ortskern unter hohen Pinien und eine belebte Flaniermeile mit...

Milano Marittima ist einer der elegantesten Badeorte an der oberen Adria und liegt als Ortsteil von Cervia in der Provinz Ravenna, im äußersten Osten der Region Emilia-Romagna. Der Ort wurde nicht über Jahrhunderte gewachsen, sondern zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts am Reißbrett entworfen, als Gartenstadt zwischen einem ausgedehnten Pinienwald und dem flach abfallenden Sandstrand. Sein Name verrät die Herkunft der Gründer: Wohlhabende Mailänder Familien schufen sich hier ihr sommerliches Refugium am Meer, und ein Hauch dieser mondänen Anfänge liegt bis heute über den schattigen Alleen und den gepflegten Villengärten.

Wer Milano Marittima besucht, findet einen Badeort, der Strandurlaub mit einem gepflegten Ambiente verbindet. Breite, weiche Strände, gut geführte Strandbäder, ein grüner Ortskern unter hohen Pinien und eine belebte Flaniermeile mit Boutiquen und Lokalen machen den Reiz des Ortes aus. Familien schätzen das seicht abfallende Wasser und die gute Ausstattung, während der Ort abends zu einem geselligen Treffpunkt an der Riviera Romagnola wird. Zugleich liegen mit Cervia, den Salinen und der Mosaikstadt Ravenna gleich mehrere lohnende Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe.

Die Gartenstadt im Pinienwald

Die Geschichte von Milano Marittima beginnt um das Jahr 1912, als der Mailänder Maler Giuseppe Palanti die Idee einer Gartenstadt am Meer vorantrieb. Vorbild war das Konzept der Garden City des Briten Ebenezer Howard, das eine enge Verzahnung von Wohnen und Natur vorsah. So entstand kein dicht bebauter Küstenort, sondern eine locker gefügte Siedlung, in der die Häuser zwischen Bäumen und Gärten fast verschwinden. Villen im Stil des Jugendstils, italienisch Liberty genannt, wurden inmitten der Pineta errichtet, jenes ausgedehnten Pinienwaldes, der den Ort bis heute prägt und ihm auch an heißen Sommertagen kühlen Schatten spendet.

Ab 1927 kamen Hotels, Ferienkolonien und Restaurants hinzu, und Milano Marittima entwickelte sich rasch zu einem der gefragtesten Ziele an der Romagna-Küste. Der besondere Charakter blieb dabei erhalten: großzügige Grundstücke, viel Grün und eine bewusst zurückhaltende Bebauung. Noch heute lohnt es sich, abseits des Strandes durch die ruhigen Wohnviertel zu spazieren und die historischen Villen zu entdecken, die von der eleganten Lebensart der Gründerzeit erzählen. Dieser grüne, weitläufige Zuschnitt unterscheidet Milano Marittima deutlich von den dicht bebauten Nachbarorten und ist bis heute sein wichtigstes Markenzeichen.

Rotonda Primo Maggio und der Viale Gramsci

Das Herz von Milano Marittima ist die Rotonda Primo Maggio, ein kreisrunder Platz, den die Einheimischen wegen seiner Gestaltung auch den Platz der fünf Säulen nennen. Von dieser Rotonde gehen die wichtigsten Straßen strahlenförmig aus, was die planvolle Anlage der Gartenstadt bis heute erlebbar macht. Eine beleuchtete Fontäne und die charakteristischen Säulen machen den Platz besonders in den Abendstunden zu einem beliebten Treffpunkt. Rund um die Rotonde reihen sich Cafés, Eisdielen und Bars, in denen der Tag bei einem Aperitivo ausklingt.

Von der Rotonde führt der Viale Gramsci ins Zentrum des Ortes, die zentrale Flaniermeile von Milano Marittima. Die weitgehend autofreie Allee ist gesäumt von Modeboutiquen, Feinkostläden, Restaurants und Bars und gilt als eine der elegantesten Einkaufsstraßen der oberen Adria. Am Abend verwandelt sich die Meile in einen lebhaften Boulevard, auf dem sich Urlauber und Einheimische zum Bummeln und Ausgehen treffen. Milano Marittima hat sich seinen Ruf als mondäner Ort bewahrt, an dem gepflegtes Shopping und Nachtleben ebenso zum Urlaub gehören wie der Strand. Wer die italienische Passeggiata, den abendlichen Spaziergang, erleben möchte, ist auf dem Viale Gramsci genau richtig.

Strände und Badekultur

Der Strand von Milano Marittima ist breit, feinsandig und fällt sanft ins Meer ab, sodass auch Kinder und weniger geübte Schwimmer sicher baden können. Wie an der gesamten Riviera Romagnola ist der Küstenstreifen in zahlreiche Strandbäder gegliedert, die sogenannten Bagni. Diese privat geführten Abschnitte bieten Sonnenschirme und Liegen in ordentlichen Reihen, dazu Umkleiden, Duschen, Bars und oft auch Spielplätze und Animation. Bademeister sorgen für Sicherheit, und viele Bagni haben sich auf Familien mit Kindern eingerichtet. Einzelne freie Strandabschnitte, die spiagge libere, ergänzen das Angebot für alle, die ihren Tag am Meer ohne feste Buchung verbringen möchten.

Das Strandleben ist ein wesentlicher Teil des Urlaubs in Milano Marittima. Zwischen Sonnenschirmen und Wasser trifft man sich zum Beachvolleyball, zum Strandtennis oder einfach zu einem Getränk in einer der Strandbars. Die flache Adria erwärmt sich früh im Jahr und lädt von späten Frühling bis in den Herbst zum Baden ein. Wassersport wie Segeln, Surfen und Stand-up-Paddling ist an mehreren Stellen möglich, und wer es ruhiger mag, findet unter den hohen Pinien am Rand der Promenade schattige Plätze für eine Pause abseits der Mittagssonne.

Pineta, Natur und Sport

Der namensgebende Pinienwald ist mehr als nur Kulisse. Die Pineta di Milano Marittima zieht sich in breiten Bändern durch den Ort und geht landeinwärts in ausgedehnte Waldflächen über, die zum Naturschutzgebiet rund um die Salinen gehören. Gut ausgebaute Wege laden zum Spazieren, Joggen und Radfahren ein, und der Duft der Pinien liegt an warmen Tagen in der Luft. Der Wald schützt vor der Hitze und bietet zahlreiche Familien mit Kindern einen willkommenen Ausgleich zum Trubel am Strand. Radwege verbinden den Ort mit Cervia und den umliegenden Naturräumen, sodass sich die Umgebung bequem mit dem Fahrrad erkunden lässt.

Milano Marittima ist zudem seit jeher ein Ort des Sports. Bereits in den Anfängen gehörte das Tennisspiel zum guten Ton, und noch heute finden auf den Anlagen des Ortes hochklassige Turniere statt. Am Rand der Pineta liegt ein weitläufiger Golfplatz, der Golfer aus ganz Europa anzieht und den mondänen Charakter des Ortes unterstreicht. Reitmöglichkeiten, Tennisplätze und Sportanlagen runden das Angebot ab. Diese Verbindung aus Natur, Bewegung und gepflegtem Ambiente macht Milano Marittima zu einem Ziel, das weit mehr bietet als reinen Badeurlaub.

Cervia und die Salinen

Nur wenige Minuten südlich liegt Cervia, der historische Hauptort, mit dem Milano Marittima eine Gemeinde bildet. Cervia ist eine alte Salzstadt, deren Reichtum über Jahrhunderte auf dem weißen Gold beruhte. Der kleine Hafenkanal, die Piazza mit dem Dom und der historische Salzspeicher erzählen von dieser Vergangenheit. Rund um die Salzgewinnung hat sich zudem eine feine Wellnesskultur entwickelt: In der Therme von Cervia werden das salzhaltige Wasser und Produkte aus der Region für Anwendungen genutzt, die Erholung und Wohlbefinden versprechen.

Das eigentliche Naturwunder vor den Toren des Ortes ist die Salina di Cervia, ein historisches Salzgewinnungsgebiet, das heute als Naturschutzgebiet geschützt ist und zum Regionalpark des Po-Deltas gehört. In den flachen, spiegelnden Becken rasten zahlreiche Wasservögel, darunter die eleganten rosa Flamingos, die zum Wahrzeichen der Salinen geworden sind. Geführte Touren zu Fuß, mit dem Boot oder dem Fahrrad erschließen dieses besondere Gebiet, und das Salzmuseum in Cervia vermittelt die lange Geschichte der Salzgewinnung. Für Familien und Naturfreunde ist ein Ausflug in die Salinen einer der lohnendsten Programmpunkte der Region.

Ausflug nach Ravenna

Etwa zwanzig Kilometer nördlich von Milano Marittima liegt Ravenna, eine der bedeutendsten Kunststädte Italiens und ein Höhepunkt jeder Reise an diese Küste. Ravenna war einst Hauptstadt des Weströmischen Reiches und später ein Zentrum der byzantinischen Welt. Aus dieser Zeit stammen die weltberühmten frühchristlichen Mosaiken, deren leuchtende Farben und goldene Hintergründe bis heute in Erstaunen versetzen. Gleich acht Bauwerke der Stadt zählen zum UNESCO-Welterbe, darunter die Basilika San Vitale, das Mausoleum der Galla Placidia und die Basilika Sant Apollinare Nuovo.

Ein Tagesausflug nach Ravenna verbindet den Strandurlaub mit einem der eindrucksvollsten Kunsterlebnisse Europas. Die Mosaiken lassen sich bequem zu Fuß im überschaubaren Zentrum entdecken, und auch das Grab des Dichters Dante Alighieri, der hier seine letzten Lebensjahre verbrachte, liegt in der Altstadt. Wer Baden und Kultur verbinden möchte, findet in der Nähe von Milano Marittima kaum ein besseres Ziel. Weitere sehenswerte Orte der Umgebung wie das Städtchen Cesenatico mit seinem von Leonardo da Vinci vermessenen und skizzierten Hafenkanal ergänzen das Programm für regnerische Tage oder für alle, die mehr als nur Strand erleben möchten.

Anreise und beste Reisezeit

Milano Marittima ist von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus gut mit dem Auto zu erreichen. Von den Alpenübergängen führt der Weg über die Autobahnen der Poebene Richtung Bologna und weiter an die Adria, wo die Küstenautobahn A14 den Ort an die Anschlussstelle Cervia anbindet. Wer mit der Bahn reist, erreicht den Bahnhof von Cervia, Milano Marittima liegt nur wenige Minuten entfernt. Die nächsten Flughäfen sind Bologna, Rimini und Forlì, von denen aus der Ort in rund einer Stunde erreichbar ist. Weitere Hinweise zu Wegen und Verbindungen finden sich auf der Seite zur Anreise nach Italien.

Die beste Reisezeit für einen Badeurlaub liegt zwischen Mai und September. In den Sommermonaten Juli und August herrscht Hochsaison mit warmem Wasser, vollem Strandbetrieb und lebhaftem Treiben auf dem Viale Gramsci. Wer es etwas ruhiger und milder mag, reist im Juni oder September, wenn die Temperaturen angenehm sind und der Andrang nachlässt. Das Frühjahr und der Frühherbst eignen sich zudem gut für Radtouren, Spaziergänge in der Pineta und Ausflüge nach Ravenna und in die Salinen, wenn die Sonne den Strandbesuch noch nicht in den Mittelpunkt stellt. So lässt sich Milano Marittima zu fast jeder Jahreszeit mit einem passenden Programm verbinden.

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Über den Autor

Marcus

Mitgründer von italien.de Reiseziele und Küche

Marcus fährt seit 2002 mehrmals im Jahr nach Italien, vom Norden bis in den Süden, mit einer Schwäche für die Toskana rund um Siena und Florenz. Zu Hause steht er nach Nonna-Art am Herd, und über seine Carbonara lässt er nicht mit sich verhandeln.

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Bildnachweis: Matteo Paciotti, Lizenz: CC BY 2.0

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Gut zu wissen

Informationen

Informationen über Milano-Marittima

Region Emilia-Romagna
Provinz Ravenna
Einwohner­zahl 1.524
Provinzkürzel RA
Spezialitäten des Ortes Salz
Wein
Honig
Prugnolino Likör
Lage Stadtteil von Cervia an der Adria gelegen
Häufige Fragen

Milano Marittima: Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten für deine Reiseplanung auf einen Blick.

Wann ist die beste Reisezeit für Milano Marittima?
Zum Baden ist Juni bis September die richtige Zeit, dann ist das Wasser warm genug. Für Besichtigungen und Wanderungen sind April bis Mai sowie September bis Oktober angenehmer. Im Hochsommer erreichen die Tageshöchstwerte bis zu 31 Grad.
Wie reist man nach Milano Marittima an?
Die meisten Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen mit dem eigenen Auto. Wer fliegen möchte, nutzt den nächstgelegenen Flughafen Bologna (BLQ) und fährt von dort mit Bahn, Bus oder Mietwagen weiter.
Wie viele Tage sollte man für Milano Marittima einplanen?
Für die wichtigsten Ziele genügt oft ein Tag, etwa als Tagesausflug in Kombination mit der Umgebung.
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