Nationalpark Val Grande, Piemont | italien.de

Nationalpark Val Grande

Gigantisches Schutzgebiet in der Alpenregion

Der Nationalpark Parco Nazionale della Val Grande in der norditalienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola erstreckt sich über eine Fläche von 14.600 Hektar und gilt als größtes Wildnis-Schutzgebiet im Alpenraum. Im Westen des Terrains befindet sich das wildromantische, nahezu völlig unbewohnte Val Grande („großes Tal“), nach dem der gesamte Park benannt ist.

Die Geschichte des Nationalparks

Spuren menschlicher Besiedlung reichen zurück bis in die Römerzeit. Vom 13. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre wurde in dem Gebiet Almwirtschaft betrieben, bis in die 1950er Jahre auch Holzwirtschaft.

 

Im 1. Weltkrieg errichtete man im Tal die Verteidigungslinie Cadorna, zum Schutz vor deutsch-österreichischen Angriffen. Im 2. Weltkrieg verschanzten sich italienische Partisanen im Val Grande. 1944 wurde das Tal von Faschisten und Nationalsozialisten durchkämmt und es kam zu blutigen Kämpfen, in deren Verlauf hunderte von Menschen den Tod fanden. Die meisten Siedlungen wurden zerstört.

 

1967 erklärte die italienische Regierung das Gebiet um das Pedum-Massiv zum Naturreservat (Riserva naturale integrale). 1992 entstand dann der heutige Nationalpark.

Points of interest im Park

Reste der ehemaligen Verteidigungslinie Cadorna sind bis heute vorhanden und ziehen Geschichtsinteressierte an. Beliebte Touristenziele sind auch der 1.800 Meter hohe Pizzo Mottac, im Zentrum des Nationalparks, und der über 2.000 Meter hohe Pizzo Proman. Wer ihn erklimmt, der genießt einen einzigartigen Ausblick über die Alpen und den Lago Maggiore.

 

Flora und Fauna des Gebietes sind außergewöhnlich. Kaum irgendwo in Europa findet man noch eine so unberührte Wildnis. Kastanien- wechselt sich mit Buchen- und Nadelwald ab. In höheren Lagen geht der Baumbestand in eine von Sträuchern geprägte Landschaft über.

 

Im Park fühlen sich außerdem viele WIldtiere wohl. In dem weitgehend unbesiedelten Gebiet stört kaum ein Mensch ihre Ruhe. Huftiere, Marderarten, Reptilien aber auch seltene Vogelarten sind hier heimisch.

Anspruchsvolles Wandergebiet

Der Naturpark ist allerdings nichts für Gelegenheits-Wanderer. Ausgebaute Straßen findet man in dem unzugänglichen Gebiet kaum. Wer Hilfe braucht, der hat hier auch keinen Handyempfang!

 

Für Touren gibt es verschiedene Ausgangspunkte und Rastmöglichkeiten, wie die Almen in La Piana und in Gabbio oder die Alpe della Colma. Wanderer finden hier in einigen einfachen Hütten der Parkverwaltung Unterschlupf. Eine kurze aber attraktive Wanderung führt von Cicogna ins frühere Holzfällerdorf Pogallo, mit seinen restaurierten Steinhäusern.

 

Abseits der markierten Routen existiert eine Reihe von verwilderten, oft kaum erkennbaren Wegen. In die nicht erschlossenen Bereiche sollten sich allenfalls erfahrene Wanderer mit guter Kondition und professioneller Ausrüstung vorwagen. Für weite Touren empfehlen sich Wanderführer.

 

Das Informationszentrum der Parkverwaltung in Cicogna hält umfangreiches Informationsmaterial über den Nationalpark bereit.

Bildnachweis: Mara Piraglia – Lizenz: CC BY-SA 4.0

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